Geliebte Kinderbuchschätze – eine Blogparade

Mein Immer-wieder-lesen-Buch war eindeutig der “Kalle Blomquist” von Astrid Lindgren. Alle drei Bände in einem schönen, dicken, roten Buch. Hab ich mit acht Jahren bekommen und von da an bis in meine *hüstel* 20er fast jedes Jahr einmal gelesen. Ich habe das Buch so was von geliebt!

Das sieht doch richtig abgelliebt aus, oder?

Das sieht doch richtig abgelliebt aus, oder?

Und natürlich wollte ich es meinem Nachwuchs nicht vorenthalten. Aber wie das so ist mit dem, was Muttern empfiehlt: Das Interesse ist da nicht groß. Allerdings: Als ich anfing, es dem einen vorzulesen, musste ich vor dem anderen in Sicherheit bringen, damit er es nicht selber vorweg zu Ende las 🙂

Zu “Mein Esel Benjamin” hab ich mich ja schon mal geäußert.

Gute Erinnerungen habe ich noch an den “Glücklichen Löwen” – mein Vater brachte die Bände aus der Werksbibliothek mit und las sie mir vor.

Als ich mein erstes Zeugnis in der Schule bekam, gab es das Büchlein „Kunterbunter Schabernack“, wo die Seiten dreigeteilt waren und man aus Kopf, Rumpf und Beinen unterschiedlicher Personen und Tiere tolle Fantasiewesen zusammenstellen konnte. Daneben dann immer Reime, die auch sehr lustig sein konnten. “Hier ist zu sehen und zu lesen, was … sind für Wesen” – das war der Reim für den Kopf; für Rumpf und Beine gab es genauso formalisierte Textchen und so passten dann alle Teile immer zueinander.

Ein spezielles Buch hat mich nicht zum Lesen gebracht – als ich lesen konnte, war ich aber nicht mehr zu halten.

Erinnerungen an verschiedene Bücher in meiner Kindheit:

  • „Das Rote U“ von Wilhelm Matthießen – das war so eine Spätherbstabendlektüre
  • Claras großes Geheimnis“ von Paul Vialar – da hab ich mich zwar für Clara immer ein bisschen fremdgeschämt, an manchen Stellen, aber da die anderen Sachen so spannend waren, habe ich ihr lange die Treue gehalten.
  • Das Tierschiff“ – ein Märchenbuch aus der DDR – wunderbare Geschichten waren darin.rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpg Sie sind es natürlich immer noch und es steht im Regal, wo es hingehört.
  • Überhaupt: Bücher aus der DDR. Da hatte ich einige: „Gestatten – Oskar“, „Schlaumeier“ von Gerhard Schunke und vor allem Märchenbücher. Die Märchenbücher habe ich alle noch und finde auch immer noch tolle Sachen drin – ätiologische Märchen z. B.
  • Und dann hatte ich ein tolles Bilderbuch, es hieß, glaube ich, „Der Punkt“ oder „Ein Punkt“ und da wurde, nur in schwarz-weiß und ein bisschen rot, meine ich, gezeigt, wie aus einem Punkt eine Linie, ein Form und daraus ein Bild entsteht. Am Ende war es eine ganze Stadt. Leider haben wir es weggegeben und ich habe es nie wieder gesehen. (Erkennt es jemand und kann mir da vielleicht Angaben machen, wie es tatsächlich hieß? – Das wär eine Freude!)
  • Die Kinderromane von Erich Kästner – eine meiner Großmütter hatte die als Geschenke aufgetragen bekommen und pünktlich zu Geburtstag und Weihnachten kamen dann die Päckchen, manchmal sogar mit zwei Titeln auf einmal! Mein Favorit war da „Das fliegende Klassenzimmer“. Abends rief die Oma dann auch an – telefonieren war teuer und das war also immer nur ganz kurz. Als ich aber sagte, dass ich „Pünktchen und Anton“ – an dem Tag angekommen und ausgepackt – bereits im zweiten Durchgang am Wickel hätte, hat sie sich die Zeit genommen, mich zum Buch zu befragen, weil sie sich nicht vorstellen konnte, dass das stimmte.
  • „Böllerbam und der Vogel“ – eins der frühen Bilderbücher von Janosch habe ich auch geliebt; es ist leider nie mehr aufgelegt worden.  Auch das ist leider weg.
  • So um mein 10. Lebensjahr herum habe ich Karl May entdeckt und die Bücherei quasi leergelesen. Mein erstes eigenes, vom Taschengeld selbst gekauftes Karl-May-Buch war „Sand des Verderbens“ in einer Taschenbuchausgabe, erstanden in einem Urlaub bei einem Ausflug nach Bad Segeberg. (Und nein – wir haben die Karl-May-Festspiele dort nicht besucht.)

Und dann rauschen da so Erinnerungsfetzen durch meinen Kopf, wo ich nicht mehr weiß, zu welchem Buch sie gehören:

  • Ein Drache, der sich mit einer Dorfbevölkerung anfreundet und beim Weinkeltern hilft – er kann das mit dem Zermatschen der Trauben einfach schneller mit einem Fuß pro Bottich.

Aber nun muss ich echt Schluss machen, sonst durchsuche ich gleich nur noch Keller und Internet nach den alten Schätzchen. Und ja, ich habe viele Kinderbücher aufbewahrt und meinem Nachwuchs in die Hand gedrückt – Rechtschreibung hin oder her 😉

Und bei der Recherche nach den einzelnen Titeln habe ich gesehen, dass da ziemlich viele auch damals schon “alte” Autorinnen, bzw. tatsächlich mehr Autoren dabei waren … Hm.

Danke für die schöne Idee zur Blogparade, Miri von Geschichtenwolke – Kinderbuchblog. Sie hat die Blogparade ausgerufen und ich habe es gerade noch geschafft, denn am 1.2. ist Schluss.

Links:

Reine “Verkaufslinks” habe ich hier jetzt nicht noch mal extra aufgeführt 😉

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2 Gedanken zu „Geliebte Kinderbuchschätze – eine Blogparade

  1. Danke für den ausführlichen Beitrag. Ich habe übrigens auch festgestellt, dass einem, wenn man einmal mit schreiben angefangen hat, immer mehr einfällt und man Lust darauf bekommt, in den alten Schätzen mal wieder zu stöbern 🙂
    “Kalle Blomquist” habe ich leider erst als Erwachsene kennen gelernt, aber an “Mein Esel Benjamin” und an den glücklichen Löwen kann ich mich auch noch gut aus meiner Kindheit erinnern. 🙂

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