Irrungen und Wirrungen … von Brigitte H. Hammerschmidt

Nein, keine Angst, Brigitte H. Hammerschmidt ist kein Pseudonym für Fontane … Ihr Titel geht noch weiter “… auf Pemberley” – puh, kein Fontane-Verschnitt, sondern Fanfiction zu Jane Austen verbirgt sich dahinter.

Wir befinden uns auf Pemberley und Lizzie begrüßt ihre Schwester Jane Bingley, die überraschend zu Besuch gekommen ist. Beide “Bennet-Mädchen”, wie es in der Vorschau zum Folgeband heißt, sind inzwischen rund ein Jahr verheiratet und haben so ihre Päckchen zu tragen. Janes heißt Caroline. Weiterlesen

Jane Fairfax von Joan Aiken

So, nachdem ich es geschafft habe, Emma von Jane Austen noch mal zu lesen (hat gar nicht weh getan 😉 ), konnte ich auch mein letztes Buch von Joan Aiken zum Thema in Angriff nehmen. Wie bereits einmal erwähnt, hatte ich bei meinem Erstkontakt mit dem Titel vor 20 Jahren oder so ein paar Schwierigkeiten.

Janes Geschichte vor “Emma”

Joan Aiken erzählt die gesamte Geschichte von Jane Fairfax und Emma Woodhouse von der Kleinkindzeit der beiden an und beginnt, ehrlich gesagt, ziemlich schwach. Was mich dabei störrt, sind die vielen Erklärungen der Erzählstimme:

Und daß man ihr Woche für Woche ein Kind als leuchtendes Beispiel vor Augen hielt, das ihr in jeder anderen Hinsicht (…) so offensichtllich unterlegen war (…), fand sie verwunderlich und ebenso schwer zu ertragen wie zu begreifen (…)  (S. 11)

Weiterlesen

Und Marx stand still in Darwins Garten von Ilona Jerger

Nein, getroffen haben sich Charles Darwin und Karl Marx im realen Leben niemals. Doch Ilona Jerger lässt die beiden zusammentreffen. Allerdings nur kurz. Trotzdem entwickelt sich im Laufe des Buches eine Auseinandersetzung zwischen den beiden alt gewordenen und kranken Genies. Der Vermittler oder Zuträger zwischen ihnen ist ihr Arzt, Doktor Beckett.

Ilona Jerger bettet die unterschiedlichen Ansichten der beiden in die Schilderung ihres Alltags ein und lässt sie dadurch nahbar werden. Insgesamt nimmt Charles Darwin einen größeren Raum ein als Karl Marx; bei ihm kommen dann auch noch die Erinnerungen an seine Reisen dazu, die ihm zu seinen Erkenntnissen verhalfen. Seine Evolutionstheorie wird von Karl Marx mit seinen Anhängern dahingehend interpretiert, dass Gott nicht existiert. Genau das ist das Thema bei dem Abendessen, zu dem der Schwiegersohn von Karl Marx diesen, ohne vorher seinen Namen zu nennen, mitgebracht hat. Ein Atheistenkongress in London ist der Anlass für diesen Überfall auf das Haus Darwin.

Zwei wichtige Nebenfiguren sind Frauen. Zum einen Emma Darwin, die langjährige Ehefrau von Charles, gläubige Christin, humorvoll und sehr liebevoll. Eine wirklich charmante Frau. Sie sorgt dafür, dass bei dem Dinner mit Karl Marx auch der Dorfpriester anwesend ist. Die beiden bekennenden Atheisten bei Tisch fühlen sich sichtlich düpiert. Die andere Frau ist Lenchen, die langjährige Haushaltshilfe von Karl Marx und seiner Familie. Durch sie erfährt Doktor Beckett einiges aus der familiären Vergangenheit.

Ilona Jerger schildert aber nicht nur die ideologischen Gräben zwischen den beiden Männern und jeweils ihren Gegnern, sondern sehr ausführlich auch die Krankengeschichte eines jeden. Das ist in manchen Punkten der ermüdendste Teil ihres Buches. Im Nachwort weist sie darauf hin, welche Quellen ihr vorlagen, gerade die „Krankenakten“ nehmen da einen breiten Raum ein. Kein Wunder, dass sie Doktor Beckett erfunden hat. 😉

Insgesamt erzählt Ilona Jerger lebendig und humorvoll..

Denn so, wie wir Regenwürmer durch die fleißige Aufnahme von Steinchen in ihrem Innersten feinste Bodenarbeit leisteten, verdaute Charles Unmengen an Fakten und produzierte Sätze länglichen Formats, die, einmal in Gang gesetzt, schwerlich wieder zu stoppen waren. (S. 138)

Marx old

Karl Marx 1882 in Algier

Ja, dieser Satz stammt von der Unterhaltung beim Dinner mit den Atheisten und hier wird einerseits deutlich, wie charmant Ilona Jerger erzählen kann und andererseits, wie unwiderstehlich Charles Darwin in ihrem Buch zu plaudern versteht. Übrigens stammt auch der Titel des Buches aus dieser Szene – Darwin und Karl Marx gehen zu zweit hinaus – und Darwin haut seinem unerwarteten Gast den Satz um die Ohren, er sei ein Idealist.

Charles Darwin by Julia Margaret Cameron

Charles Darwin, 11 Jahre vor seinem Tod

Und was ist nun mit dem Atheismus des Darwin? Er selbst bezeichnet sich bei Tisch als Theisten und erregt damit nicht geringes Aufsehen bei seinen Gästen, die ihn gerade wegen seiner “Abschaffung Gottes” aufgesucht haben. Gegenüber seinem “Freund”, dem Priester, erwähnt er, dass er, je länger er Naturgesetze erforsche, desto mehr davon überzeugt sei, dass es ein Walten dahinter geben müsse.

Insgesamt hat Ilona Jerger auf unterhaltsame Weise Fktion mit Fakten gemischt.

Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten, Ullstein Verlag, Berlin, 2017, ISBN: 9783843715829 (E-Book)

Besprechung von Buch und Ausstellung „Die Zisterzienser“

Ausstellung Die Zisterzienser Bonn

Gleich geht es los – mit eienr Führung durch die Ausstellung “Die Zisrterzienser” in Bonn

Einen Ausstellungskatalog, bzw. das „Begleitbuch zur Ausstellung“, zu besprechen, ohne die Ausstellung gesehen zu haben, ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. So habe ich mich also auf den Weg nach Bonn gemacht und mir die Ausstellung „Die Zisterzienser“ angeschaut. Sie lohnt sich wirklich.

Die Ausstellung “Die Zisterzeinser”

Neben einem kurzen – stummen – Film über die Ausbreitung der Zisterzienserklöster im Mittelalter besteht der Einstieg ins Thema aus einem Puzzle im Eingangsbereich: Eine Fensterrosette der Klosterkirche in Altenberg liegt auf dem Boden und gewährt Einblicke in die Steinmetzarbeiten des Mittelalters. Kleine Suche: Steinmetzzeichen finden, mit deren Hilfe die Arbeiter abrechnen konnten

In der ersten Etage heißt das Thema zum Einstieg „Kirche“. Dazu gehören in erster Linie die Ausstattungsgegenstände:

  • Vortragekreuz
  • Statuen
  • Reliquiengefäße
  • Altarbilder

Und vieles mehr. Die ursprüngliche Idee einer sehr schlichten Ausstattung war bereits nach knapp zwei Jahrhunderten Geschichte. Allerdings nicht ohne plausible Argumente. 😉 Da Maria ja die Himmelskönigin ist, ist eine Darstellung in moderner höfischer Kleidung geboten – so erklärt sich die Darstellung der schönen „Madonna auf der Mondsichel“ aus dem Kloster Eberbach, die um 1415 entstand.

Die “Klausur”

Der nächste Klosterbereich, der in der Ausstellung vermittelt wird, ist die „Klausur“  Und da bietet die Ausstellung dem Buch gegenüber tatsächlich einige Vorteile. Die Baugeschichte des Klosters Altenberg wird in einer Animation dargestellt. Im Buch fidnet sich dazu ein – natürlich ausführlicherer – Abschnitt Text mit Bebilderung. Was die Animation aber besonders ansprechend und hübsch macht, ist die Idee, die Fundstücke, die in der Animation farblich herausgestellt werden, mittels wandernder Lichter vom Bildschirm zu den Ausstellungsstelen hervorzuheben.

Während im Katalog vor allem die Ausstellungsgegenstände detailliert vorgestellt werden, gibt es in der Ausstellung selber Exponate, die im Buch nicht erwähnt werden, die aber das Klosterleben anschaulich machen. So ist in einer Nische ein Tisch gedeckt, auf dem das übliche Essen zu sehen ist: Getreide und Hülsenfrüchte, je nach Saison auch Obst und Gemüse. Zur Regel gehört: Kein Fett! Es war eine karge Kost und die Mönche erreichten nur selten ein Alter über 35 Jahre. Auch ein Bett, wie es im Dormitorium, dem Schlafsaal, gestanden haben mochte, ist zu sehen: ein Holzgestell mit einem Brett, darüber eine dünne, mit Stroh gefüllte Matratze. Geschlafen wurde im Habit – auch das ist ausgestellt -, denn schließlich war die Nachtruhe kurz. An der Wand wird der Tagesablauf der Mönche mit einem Kreisdiagramm dargestellt, unterschieden nach Sommer und Winter, Arbeitszeiten, Gebetszeiten, Ruhezeiten, Mahlzeiten – alles durchgetaktet und ziemlich gleichbleibend in der wenigen Ruhezeit, die ihnen gewährt wurde. Schlafmangel und Mangelernährung als Kennzeichen klösterlichen Lebens werden hier fühlbar.

Natürlich gibt es eine ganze Menge interessanter Gegenstände, die mithilfe der Schilder, des Begleitheftes oder eben auch des Begleitbuchs zur Ausstellung erkundet werden können.

Die Zisterzienserinnen

Ausstellung Die Zisterzienser Kreuzigungsrelief Frauengruppe Nonnen

Ausschnitt aus dem Kreuzigungsrelief – der Konvent

Eindrucksvoll ist auch die Darstellung der zisterziensischen Frauenklöster. Deren absolute und lebenslange Klausur wird durch ein Minimum an Privatsphäre, wie es eine Einzelzelle zu bieten hat, etwas gemildert (die Mönche schlliefen dagegen alle im Schalfsaal – das konnten schon mal mehr als 100 sein …). Auch ein wenig Privatbesitz war die Nonnen vergönnt – eine der dazu dienenden Truhen findet sich in der Ausstellung. Gerade der Gedanke der absoluten Klausur der Nonnen ließ mich mit Faszination auf das Kreuzigungsrelief von 1530 schauen – sehen Sie so wie ich die neugierigen Blicke einiger der Nonnen hinaus in die Welt?

Das “Skriptorium”

Besonders schön gemacht ist auch das „Skriptorium“; in einem nur gering beleuchteten Raum liegen die kostbaren Originale in den Vitrinen – Graduale, Evangelien und das korrektur-Buch – hierin wurden alle Änderungen der Regel notiert und bei der jährlichen Zusammenkunft musten die Abgeordneten nachschauen, ob in ihren Exemplaren Fehler enthalten oder sonstige Änderungen zu erledigen sind. Doch es besteht die Möglichkeit, sich die Buchkunst der Zisterzienser näher zu betrachten, denn im Nebenraum finden sich Faksimiles zum Blättern.

Das Begleitbuch zur Ausstellung bietet nicht nur die Beschreibungen der ausgestellten Kunstwerke und Alltagsgegenstände, sondern auch Berichte aus der aktuellen Forschung sowie Essays zu den Themen rings um das Phänomen der weißen Mönche. Auch sie sind mit Bildmaterial aus der Ausstellung illustriert. Insgesamt bieten diese wissenschaftlichen Texte zu den unterschiedlichsten Aspekten der Zisterzienser gute Einblicke.

Ausstellung Die Zisterzienser Faksimile

Eins der als Faksimile ausliegenden Bücher – was für Handschrifte!

Ausstellung die Zisterzeinser Faksimile, Graduale

Auch “Gesangbücher” werdenn gezeigt – ein Graduale

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der letzte Abschnitt des Buches ist den Klöstern gewidmet, aus denen die Ausstellungsgegenstände stammen. E sind kurze Porträts, die die Geschichten der einzelnen Abteien von der Gründung bis heute nachzeichnen.

Dieses Begleitbuch zur Ausstellung ist auf jeden Fall auch noch lange nach Ende der Ausstellung eine spannende Quelle für die, die sich für die Geschichte des Mönchtums, besonders der Zisterzienser, interessieren.

Die Zisterzienser, hrsg. vom LVR-LandesMuseum Bonn, Darmstadt, 2017, ISBN: 9783806234923

Die Ausstellung können Sie noch bis zum 28.1.2018 in Bonn besuchen. Auf der genannten Seite können Sie auch das Begleitheft und das Kinderheft zur Ausstellung als PDF herunterladen; beide sehr gelungen. Wenn Sie die Eintrittskarte online kaufen, haben Sie auch gleich einen Fahrausweis für den VRS.

Jane Austen von Holly Ivins

“Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt” ist der nette Untertitel des Buchs von Holly Ivins. Der Originaltitel des Büchleins ist bei weitem weniger zahm: “The Jane Austen Pocket Bible” – das wummst ganz anders.

Die ersten drei Abschnite befassen sich mit Janes Leben und der Gesellschaft mit ihren Regeln, die ihre Umwelt bildete. Dazu gehören dann z. B. Anmerkungen zum Rang von Persönlichkeiten – und da Jane Austen über die Gesellschaft schrieb, in der sie lebte und die sie kannte, gelten diese Regeln sowohl für Realität wie Fiktion: Weiterlesen

Jane Austens Geheimnis von Charlie Lovett

Bei dem Cover und überhaupt nach meiner Lektüreerfahrung mit Jane-Austen-Nachfolge- oder -Ergänzungsbänden erwartete ich eine Frau als Autorin – nix, da, Charlie Lovett ist Antiquar und tatsächlich männlich 😉 Sein Beruf spielt im vorliegenden Roman auch eine Rolle. Fazit gleich vorweg – es war eine Freude!

Der Klappentext ist zwar nicht falsch – aber sehr sehr irreführend! Denn obwohl Sophie Collingwood tatsächlich in einem Buchantiquariat arbeitet, ist das nicht ihre Haupteigenschaft. Weiterlesen

Zitatsammlungen von Jane Austen

Eine Autorin, die für ihren Witz, ihre Ironie und ihre Beobachtungsgabe gerühmt wird, ist natürlich eine Quelle für Zitate. Also gibt es zu Jane Austen solche handlichen Büchlein, die, thematisch sortiert, ihre Worte verbreiten.

Mein Liebling ist ja das “Jane-a-day“, von dem ich mindestens einmal pro Woche was bei Twitter einstelle (immer zum Datum, da wird nicht gepfuscht). Außerdem denke ich, dass ich daran länger als fünf Jahre Freude haben werde 😉

“Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen”

Im Insel-Verlag ist gerade ein sehr handliches kleines Büchlein erschienen: “Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen” heißt es. Die Übersetzungen, die ihm zugrundeliegen, stammen alle ebenfalls aus dem Insel-Verlag – kommen mir also manchmal etwas unvertraut vor (das kann den Blick aufs Original nur schärfen!). Weiterlesen

Lostage von Tina Pruschmann

Da hab ich mich auf das Debut von Tina Pruschmann gefreut und erwartungsfroh den E-Reader angeschmissen – und musste feststellen, dass es sich um ein Buch handelt, das bei mir als E-Book nicht funktioniert. Als ich es dann in der Bibliothek als Druckwerk bekam, war ich froh – endlich konnte ich das Werk so lesen, wie es mir gefiel.

Tina Pruschmann erzählt nämlich nicht chronologisch. Jeder Abschnitt ist mit einem Datum versehen (Zeitraum 1960 bis heute, zuzüglich der Kriegszeiten, von denen einzelne Personen erzählen) und ich musste immer mal wieder zurückblättern, um Personen und Zeiten zuzuordnen. Weiterlesen

Jane Austen. 100 Seiten von Christian Grawe

Nun habe ich schon so vieles von Christian Grawe über Jane Austen gelesen – und da schafft er es doch mich noch mal zu überraschen 🙂 Klar, einige Fakten und auch die Nacherzählungen ändern sich inhaltlich nicht. Aber allein der Anfang – sehr persönlich, seine eigene erste Begegnung mit “Pride and Prejudice”. Die sofort aufkommende Begeisterung gerade für den berühmten Anfang vermittelt er in ein paar Absätzen – auch als alte Häsin in Sachen Jane Austen habe ich sie noch mal als so eine Art Augenöffner erlebt. Und schon so am Anfang: Erstaunlich, wie viele Informationen Christian Grawe auf so wenigen Seiten zusammenträgt.

Man kann es sich heute gar nicht vorstellen, wie unbekannt Jane Austen vor 50 Jahren in Deutschland war. Christian Grawe macht das an der Reaktion von Verlegern deutlich; einer meint, Chrstian Grawe wolle mit einer Biographie

einer noch lebenden jungen Autorin zu unverdientem frühen Ansehen verhelfen. (S. 5)

Ziel des Bändchens ist eine Einstiegshilfe in die Lektüre von Jane Austens Büchern. Deshalb gibt es eine kurze Inhaltsangabe zu allen Romanen und auch zu den Jugendwerken, mit ein paar besonders typischen Zitaten als Schmakerln garniert. Es fehlt auch nicht der kurze Abriss zum Leben und zur Gesellschaft vor 200 Jahren. Und zu guter Vorletzt geht Christian Grawe noch etwas ausführlicher auf das Besondere in Jane Austens Stil ein. Um die Leseeinladung perfekt zu machen, gibt es eine Liste zur empfohlenen Einstiegsdroge – äh, pardon, -lektüre.

CassandraAusten-JaneAusten(c.1810) hires lebenjunge Autorin à la Christian Grawe

Hier haben wir die “lebende junge Autorin” gezeichnet von ihrer Schwester Cassandra

Ach ja, und zu den Verfilmungen äußert er sich auch – für alle, die “das Buch zum Film” suchen 😉

Für mich ist klar – ich glaub, ich hatte es an anderer Stelle schon erwähnt: Ich muss mich noch mal an “Emma” machen. Und “Sense and Sensibility” noch mal lesen – Christian Grawe bezeichnet das Buch als Jane Austens bitterstes Werk …

Christian Grawe: Jane Austen. 100 Seiten, Reclam-Verlag, Stuttgart, 2016, ISBN: 9783150204177

Das Buch gibt’s auch in der Stadtbibliothek Köln.

Die Besprechung gehört in meine Reihe “Beloved Jane”, die ich anlässlich des 200. Todestags am 18.7.2017 in diesem jahr begonnen habe.

Die schöne Cassandra von Jane Austen

2012 erschien die Sammlung der gesammelten Jugendwerke von Jane Austen erstmals auf Deutsch – in der mir sehr vertrauten Übersetzung von Christian und Ursula Grawe (ich bin mit den Reclambändchen der Werke Austens sozialisiert).

Die Texte entstanden in der Teenagerzeit von Jane Austen, zwischen 1786 und 1793 und dienten der abendlichen Unterhaltung im Familien- und Freundeskreis. Insgesamt 27 Werkchen – im Umfang zwischen einer halben Seite und einer Novelle von ca. 50 Seiten – hat Jane Austen offensichtlich selber zusammengetragen, denn sie finden sich in drei Heften, säuberlich geschrieben und mit „Band 1-3“ bezeichnet, sorgfältig aufbewahrt. Ja, die Hefte wurden sogar regelgerecht vererbt – sie kamen im Testament vor.

Aber was erzählt sie denn nun? Weiterlesen