Der Stadt Bestes in Köln-Dellbrück

Der Stadt Bestes in Köln-Dellbrück

Ein Jahr nach Beginn der Pandemie gibt es in Köln-Dellbrück das Projekt „Der Stadt Bestes“. Initiiert vom Fotografen Thomas Ahrendt umfasst es mehrere Elemente:

  • eine Foto-Ausstellung in drei Teilen – zur Zeit (März bis Oktober 2021) in den drei Kirchen der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
  • ein Buch
  • eine audiovisuelle Ausstellung – die Fotos mit den Interviews …

Worum geht es bei „Der Stadt Bestes“

Thomas Ahrendt wollte aufzeigen, wo Menschen in Köln (Dellbrück und Großraum) in der Pandemie Gutes widerfahren ist – als Gegenpol zu der negativen Berichterstattung allerorten. Dazu sollten Menschen natürlich fotografiert werden – das ist schließllich sein Beruf 😉

Aber noch mehr: Sie sollten erzählen. Also gibt es von allen ein Interview. Das Foto wird dann entsprechend gestaltet:
Es sind große Schwarz-Wieß-Bilder mit einem farbigen Element. Und das steht für das Positive, von denen die Menschen erzählt haben.

Ein paar Beispiele:

  • die Spezialistin für indischen Tanz im farbigen Gewand
  • die Leiterin der Puppenspielbühne mit einer der Puppen
  • der Kneipenwirt mit dem Fässchen
  • die Ehrenamtliche von der Tafel mit Lebensmittelkorb
  • die Musiker mit ihren Instrumenten

Eine bunte Mischung von „normalen“ Leuten und solchen mit sichtbaren Aufgaben – in Köln, in den Medien, in der Kultur.

Die Kernfragen in den Interviews waren im Grunde „Wie nehme ich die Krise selber wahr, wie lebe ich damit?“ und „Wo habe ich Positives erfahren in dieser Zeit?“ Die Antworten sind vielfältig – sie reichen von der Freude über die Unterstützung treuer Kund:innen, über das Baby, das in dieser Zeit geboren wurde bis hin zum neuen Job, weil Reiseleitung so gar nicht mehr ging.

Die Ausstellung

Zur Zeit (März 2021 bis Oktober 21)) sind alle Fotos in den drei Kirchen der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide zu sehen:

Die virtuelle Ausstellung

Hier können Sie die Bilder in den Kirchen sehen (zum Zeitpunkt des Schreibens ist es „nur“ die Christuskirche – ich weiß aber , dass da noch was kommt!) – und anklicken. Dann bekommen Sie bei einigen das vollständige Interview, aus dem im Buch nur Ausschnitte zitiert werden.

Das Buch

Ein schön gemachter Bildband, der neben den Bildern und Interviewzitaten auch Hintergrundinformationen rund um das Projekt bietet. Pfarrer Ulrich Kock-Blunk hat den biblischen Satz und die Situation in der Pandemie zusammengebracht – er spricht vom „Wärmestrom der Güte“ und bietet Anreiz, den Blick auf Schönes und Gutes zu richten.

Was soll damit passieren?

Die Ausstellung „Der Stadt Bestes“ soll nach Oktober 21 noch ein bisschen wandern – innerhalb Kölns und von NRW.

Der Erlös der Aktion soll über die evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide verteilt werden, dahin, wo die Pandemie böse zugeschlagen hat, wo das Positive nicht so einfach zu entdecken ist.

Deshalb an dieser Stelle Werbung* für das Buch: Es kostet 15 Euro und lohnt sich meiner Meinung nach schon aus sich selbst heraus – der Mehrwert für Menschen, die von dem Geld profitieren, das es einbringt ist ein anderer guter Grund.

Sie finden einen Link zum Buch auf der Seite der virtuellen Ausstellung.

*Werbung muss ich immer kennzeichnen, auch wenn es für ein gutes Projekt ist. Ich habe mir das Buch selbst gekauft, bekomme keine Vorzüge für diesen Beitrag und schildere ausschließlich meine eigene Meinung.

A propos eigene Meinung: Es hätten ein paar mehr Frauen sein können – das Zahlenverhältnis ist 22 Frauen zu 43 Männer … Und mir fallen gerade auch in Köln-Dellbrück und -Holweide einige ein: Ärztinnen, Handwerkerinnen, Künstlerinnen, Musikerinnen, Lehrerinnen …

Hartmut Müller-Gerbes und Ulrich Kock-Blunk (Hg): Der Stadt Bestes. Das Gute in der Krise, Fotografien von Thomas Ahrendt, Köln-Dellbrück, 2021, ISBN: 9783000684142

2 Comments

  • Marion Puhlmann

    1. April 2021 at 11:11 Antworten

    Vielen lieben Dank für die tolle Rezension! Es ist wundervoll, dass das Projekt so gut ankommt. Das zeigt uns, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird.

    Als Lektorin des Projekts ist mir der Mangel an Frauen natürlich bewusst. Tatsächlich haben wir viele Frauen angesprochen, aber leider haben sich nicht so viele vor die Kamera getraut, wie wir uns das gewünscht haben.

    In diesem Sinne: Mädels, seid hör- und sichtbar! Ihr seid es wert!

    Marion Puhlmann (Lektorat)

    • Heike Baller

      1. April 2021 at 12:32 Antworten

      Vielen Dank für die Erklärung.
      Ich hab mir so was ja fast gedacht…
      Und unterstütze den Aufruf nach Sich-sichtbar-Machen voll und ganz.

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