Die beste Zeit für guten Stil von Susanne Ackstaller

Die beste Zeit für guten Stil von Susanne Ackstaller

Das kann auch nur Susanne Ackstaller – mich für ein Buch über Mode begeistern. Ich habe die Montagsinterviews auf ihrem Blog immer gern gelesen. (Auch wenn bei dieser Archivsuche Beiträge drin sind, die das Montagsinterview nur erwähnen: wow – 212 Ergebnisse …)

Nun hat sie also einen Stilguide geschrieben. Und ich – ich ! – habe ihn gelesen. (Für alle, die mich nicht so gut kennen: Mode rangiert bei mir nicht so wirklich vorn im Leben – viel zu viel Frust als Teen mit einer Körpergröße von über 1,80 in den 70ern …)

Welche Ratschläge gibt Susanne Ackstaller?

Ziemlich viele und ziemlich bunte. Und nichts davon ist „verbindlich“. Es geht darum, den eigenen Stil zu finden.

Das Buch besteht im Grunde aus zwei Teilen, die ineinander verschränkt dargeboten werden:

  • Interviews mit Frauen, die sich mit Mode befassen, die ihren eigenen Stil haben
  • Kurze Porträts von Modebestandteilen – Key Pieces genannt – mit Tipps fürs Tragen und Erwerben

Die kleinen Porträts

Es kommen also immer ein paar dieser Porträts zwischen den Interviews. Da erfahre ich dann was über weiße Blusen – koffertauglich, bio, klassisch – oder über das Nickituch, das kleine Schwarze, die Ballerinas, den Trenchcoat oder oder oder …

In diesen Beiträgen schildert Susanne Ackstaller Hintergrundinfos über die Key Pieces, ein bisschen Geschichte, ein bisschen was über die Stilikonen, die sie berühtm gemacht haben – je nachdem. Dann folgen die kurzen Tipps, wie frau dieses Teil tragen kann: klassisch, lässig oder extravagant.

Zu jedem Teil gehört ein schon puristisch anmutendes Foto von nur diesem Teil und eine charmante Illustration in Schwarz, Weiß und Rot, die überhaupt das ganze Buch durchziehen.

Coverbild Susanne Ackstaller Frauenkopf  mit Hut und Sonnenbrille mit roten Lippen,, sonst schwarz-weiß.
Das Coverbild von der Illustratorin Veronika Gruhl. Und das Motto von Susanne Ackstallers Blog Texterlla „Fashion for Women. Not Girls.“

Ach ja, und ganz am Ende gibt es immer ein paar Herstellerfirmen im Kürzestporträt – was sie ausmacht, welcher Geist dahinter steht.

Die Interviews

Susanne Ackstaller hat 11 Frauen zu Stil und Mode befragt. Es liegen immer die gleichen Fragen zugrunde, auch wenn sie nicht immer abgedruckt sind. Es gibt Hintergrundinformationen zu den Frauen, was sie beruflich machen, wie sie zur Mode stehen und den Eindruck, den sie auf Susanne Ackstaller gemacht haben. Jede nennt ihre Lieblingsteile und gibt am Ende Tipps, wie frau sich Mode, Schönheit und artverwandten Themen nähern kann.

Die Einstellungen der Interviewten und der Interviewerin ähneln sich dabei sehr:

  • zu sich stehen
  • Farbe nicht scheuen
  • Trends werden überbewertet

Zielgruppe des Buches sind Frauen Ü 50 – auch wenn man das bei einigen der Fotos nicht glauben kann.

Wie schreibt Susanne Ackstaller?

So wie sie reden würde, wenn man ihr gegenüber säße. Jedenfalls vermittelt ihr Stil eine charmante Unmittelbarkeit, wie Sie sie auch in ihrem Blog Texterella finden können.

Ausstattung

Hier geht es mir um die Fotos und die Illustrationen. Sie sind wirklich ansprechend. Das Coverbild gibt Ihnen von den Zeichnungn im Innern bereits einen Vorgeschmack. Die Fotos der interviewten Frauen strahlen Lebensfreude aus, bieten erste Einblicke in das, was frau so tragen kann, wenn sie es möchte.

Ich finde den Band durchaus gelungen, habe Neues erfahren. Und wer weiß, vielleicht breche ich ja mal mit meinen bisherigen Usancen bei der Kleidung.

Susanne Ackstaller: Die beste Zeit für guten Stil, mit Fotos von Martina Klein und Illustrationen von Veronika Gruhl, Knesebeck Verlag, München, 2021, ISBN: 9783957284440

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