Death comes to Pemberley von P. D. James

Death comes to Pemberley von P. D. James

Ja, ich weiß, das Buch gibt es auch auf deutsch . Aber ich konnte nicht widerstehen, es auf englisch zu lesen, denn ich genieße die Anlehnung an Austens Stil sehr. Und das kommt für mich im Original einfach besser rüber.

Für die, die in Austens Welt nicht so beheimatet sind: Pemberley ist das Haus von Fitzwilliam Darcy aus Stolz und Vorurteil – jetzt seit sechs Jahren das Heim von Darcy und Elizabeth. P. D. James hat sich mit 91 Jahren einen Traum erfüllt und eine Fortsetzung des beliebtesten Jane-Austen-Romans geschrieben. Natürlich einen Krimi!

Beonders der Prolog ist eine Homage an Jane Austen – Tonfall und Inhalt erinnern sehr an den Anfang von Stolz und Vorurteil. Inhaltlich wird ein kurzer Rückblick aufs „Original“ gegeben – allerdings aus der Sicht der neidischen Nachbarschaft. Interessant … Darauf folgt eine kurze Schilderung späterer Ereignisse, wobei ich besonders die Geschichte mit Bingleys Bibliothek schätze: Darcy und Mr. Bennet machen sich gemeinsam anheischig, diese zu bestücken. Das liest sich wie folgt:

In this project both Darcy and Mr Bennet were very ready to assist. There are few activities so agreeable as spending a friend’s money to your own satisfaction and his benefit. (P. D. James: Death comes to Pemeberley, S. 10)

Die Paare Darcy und Bingley leben seit einigen Jahren in bequemer Nachbarschaft. Sie sehen einander häufig. Nun steht Lady Anne’s Ball bevor – ein Herbstball, den Darcys Mutter eingeführt hat und der gern besucht wird. Doch am Vorabend trifft spät und völlig mit den Nerven herunter Lydia ein, die jüngste Bennet-Schwester, verheiratet mit George Wickham, der einst Elizabeth schöne Augen machte, versuchte Geogiana Darcy zu entführen und deshalb weder bei den Darceys noch bei den Bingleys empfangen wird. Lydia ist sicher, Wickham sei tot, denn er habe im Wald die Kutsche verlassen, um Denny zu folgen, der mit ihnen gereist war und sie plötzlich auf freier Strecke verließ. Das nächste was sie hörte, waren ein paar Schüsse …

Nun entwickelt sich eine Krimihandlung, wie man sie von P. D. James kennt – nur eben in einer anderen Zeit, zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Verwoben sind verschiedene Schicksle und Zukunftsperspektiven. Ein Teil des bekannten Personals tritt wieder auf – teils weiter entwickelt (Colonel Fitzwilliam, Georgiana), teils einfach „nur“ persönlicher geschildert (Mrs. Reynolds). Man gewinnt Einblick in die Gerichtsbarkeit von vor 200 Jahren in England – klingt nicht sehr viel anders als 130 Jahre später bei Sayers. Und man erlebt die enge Bindung zwischen Darcy und Elizabeth.

Anders als Austen schildert P. D. James die Handlung aber nicht nur aus der Sicht einer Person, sondern wechselt zwischen Darcy und Elizabeth, ja teilweise sogar bis hin zum Blickwinkel von Randfiguren wie Bidwell, dem ehemaligen Kutscher von Pemberley.

Die Handlung ist durchaus interessant – aber am meisten Genuss hatte ich an den sprachlichen Finessen, die an Austen anklingen.

P. D. James hat sich außerdem den Spaß gegönnt, andere Figuren aus dem Kosmos von Jane Austen auftreten zu lassen – zumindest in Erzählungen. So hat Wickham eine Zeitlang bei Walter Elliott gearbeitet, dem Vater von Anne Elliott aus „Überredung„. Mrs. Reynolds bringt in einem anderen Zusammenhang die Familien Martin und Knightly aus „Emma“ ins Spiel. Leider stimmt bei der Erwähnung von den Elliotts der Zeitrahmen nicht: Death comes to Pemberley spielt 1803; da soll die Hochzeit von Anne und Wentworth schon stattgefunden haben – deren Roman spielt aber 1814.

Insgesamt habe ich den Roman mit viel Vergnügen gelesen. Durch den Prolog ist auch Leserinnen ohne die Kenntnis von „Stolz und Vorurteil“ das Verfolgen der Story möglich. Aber ich bin überzeugt, so richtig Spaß hat man erst, wenn man die Figuren schon etwas länger kennt.

P. D: James: Death come sto Pemberley, Faber and Faber, London, 2011, ISBN: 9780571288175

Deutsche Version bei Droemer Knaur, München 2013 unter dem Titel „Der Tod kommt nach Pemberley“, ISBN: 978-3-426-19962-6

English Summary:

The great Writer of Detective Stories P. D. James has written a Detective Story around the persons of Jane Austen’s Pride and Prejudice. She has adopted the persons as well as the language – her novel is a homage to Jane Austen. She begins with a summary of P&P almost in the tone of Jane Austen. Thereafter she developes the characteres in her own way. Colonel Fitzwilliam and Georgiana have changed in the past six years and Mrs Reynolds becomes a very personal touch. P. D James is changing also the perspective of the story – Jane Austen has used only one person, in P&P: Elizabeth’s. P. D: James is using more perspectives – the main person in her case is Darcy. It’s an interesting detective novel, but the greatest favour is the adoption of dear persons of Jane Austen and of her tone of narration. I have enjoyed the novel.

Bisher gibt es noch keine Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Ich akzeptiere