Tea with Jane Austen von Pen Vogler

Ist Ihnen mal aufgefallen, was in Jane Austens Büchern so auf den Tisch kommt? Ich hab bisher auch nicht so darauf geachtet – aber seit ich in dem Rezeptbuch von Pen Vogler gestöbert habe, bin ich da aufmerksamer geworden.

Schön finde ich den Satz aus einer Besprechung zu der anderen Rezeptsammlung, dass im Umgang mit Essen auch die sozialen Unterschiede und die Charaktere der Figuren deutlich werden, einfach durch ihr So-Sein. Erwähnt wird hier Mrs. Norris, die sich in ihrem Geiz  und in ihrer Selbstsucht ihr Augenmerk auf den Verbrauch von Nahrungsmitteln richtet (und ihre Schäflein ins Trockene, resp. die Gläser in ihren Vorrat bringt), statt auf die zwischemenschlichen Geschehnisse.

Glasse Art of Cookery 1758 Signature

Hannah Glasses Unterschrift auf dem ersten Kapitel ihres erfolgreichen Kochbuchs, das 1758 in 6. Auflage erschien – ein Klassiker.

Mir lag jetzt “nur” das Büchlein mit den Rezepten zum Tee vor; Pen Vogler hat aber auch “Dinner mit Mr. Darcy” verfasst, wo es um Hauptmahlzeiten geht. Das Prinzip ist bei beiden Büchern dasselbe: Pen Vogler siebt aus dem Text alle Hinweise auf Essen heraus und notiert die Rezepte. Dazu greift sie auf zeitgenössische Kochbücher zurück und modernisiert deren Anweisungen dann. Die Auswahl ihres Büchleins reicht von  “Bath Buns”  – so eine Art Milchbrötchen – über Ratafia Cakes – Mandelmakronen, die mit Amaretto gewürzt werden (im Original sind bittere Mandeln enthalten) – bis hin zu “Toasted Cheese”, der auch Anchovis enthält. Zu jedem Rezept gibt es Hinweise darauf, in welchen Situationen die genannten Sachen bei Jane Austen vorkommen.  Vor allem die Äußerungen von Mr. Woodhouse zitiert sie gern 😉 Im Vorwort gibt es die Erläuterungen zu den unteschiedlichen Mahl”zeiten”  – Tee gab es nach dem Dinner. Dinner gab es noch bei Tageslicht – zumindest in ländlichen Gebieten. Je vornehmer man war, desto später wurde diniert. Das hat einiges mit den Kosten für die kerzen zu tun … Nach dem Dinner trennte sich die Gesellschaft in Männer udn Frauen auf – die Männer tranken Portwein im Speieraum, die Damen zogen sich in den Salon zurück. Waren alle wieder beisammen – was von den Männern abhing -, wurde der Tee serviert.

Pen Vogler rekurriert auf Mrs. Rundell, Hannah Glasse und andere, deren Originalrezepte in kursiver Schrift eingefügt sind. Da bin ich dann für die Modernisierung dankbar, denn die Art, Rezepte zu notieren, hat sich sehr verändert.

Mrs Rundell Gravy to make Mutton eat like Venison

Ich könnte nach diesen Angaben nichts Gutes zubereiten …

Ich habs bisher noch nicht geschafft, etwas aus dem Buch nachzubacken, bin aber fest entschlossen – die Ratafia-Cakes klingen gut …

Pen Vogler: Tea with Jane Austen. Recipes inspired by her novels and letters, CICO Books, London, 2016, ISBN: 9781782493426

Die Besprechung gehört in meine Reihe “Beloved Jane” anlässlich des 200. Todestags von Jane Austen in diesem Jahr.

Stolz und Vorurteil – als Graphic Novel

Die Graphic Novel ist ein starker Trend geworden – teils adaptiert sie literarische Stoffe, teils erschafft sie eigene Inhalte mit hohem Anspruch. Ich hab nicht viel Erfahrung mit der Gattung Graphic Novel, musste mir aber zumindest den Ausschnitt von „Stolz und Vorurteil“ ansehen, den der Galiani-Verlag in seiner Ausgabe des „Graphic Canon“ veröffentlicht hat.

Die Zeichnungen waren für mich erst mal etwas gewöhnungsbedürftig – diese ganzen miteinander streitenden Muster auf Kleidung und Wänden erinnerten mich zu sehr an die 70er … 😉 Die Graphikerin Huxley King beschreibt ihre Art der Arbeit gerade in dieser Hinsicht wie folgt:

Ich habe mich von der Leidenschaft der Georgianischen Periode für klassische griechische und römische Formen inspirieren lassen. In den Gesichtern der Figuren finden sich nicht zufällig Anleihen an griechische Statuen. (…) Das (die Bildmontagetechnik von Terrence Boyes, d. V.) machte es möglich, mehrere Schichten an Mustern übereinanderzulegen und sie z. B. für die Kleider der Mädchen zu verwenden. (S. 32)

Graphic Novel "Stolz und Vorurteil" Titelblatt Predigtsammlung

Marys Lektüre – wer will, kanns hier nachlesen: https://archive.org/details/sermonstoyoungw00fordgoog

Mary ist besonders deutlich zu erkennen mit ihrer strengen Frisur – bei einem „Portrait“ von ihr hält sie einen Band mit „Fordyces Predigten“ vors Gesicht, einer Sammlung von Texten, extra für junge Frauen geschrieben, also genau die Lektüre, die später Mr. Collins für empfehlenswert hält. Der hätte mich ja als Figur in einer Graphic Novel auch interessiert … Aber hier liegt nur ein Ausschnitt vor. Bei den anderen Schwestern muss ich schon genau hinschauen, um die Unterschiede in Kleidung und Frisur zu entdecken. Schön ist die Darstellung Mr. Bennets, als er seinen Besuch bei Bingley erklärt – Huxley King zeigt hier nur seine Hand, die seine Pfeife hält. Für mich strahlt das genau diese Ruhe aus, die er gegenüber den Ausbrüchen seiner Frau behält.

Der Aufbau der Seiten ist in dieser Graphic Novel oft sehr symmetrisch. So reagieren die Frauen des Hauses ja mit Erstaunen auf seine Eröffnung – dargestellt mit zwei angeschnittenen Ansichten von Frauengesichtern  von vorn (Mrs. Bennet und Jane), dazwischen ein Bild mit Mr. Bennet zwischen zwei Gesichtern mit aufgerissenem Mund im Profil. Auch hübsch die Seite, wo das Bild mit Mrs. Bennets Reaktion quasi wie ein Portrait an der Wand schräg oberhalb von Mr. Bennet platziert ist, der gerade eine längere Rede hält. So eine Graphic Novel verlangt also nicht dem Lese-, sondern dem Sehvermögen was ab.

Genau dieses 2. Kapitel der Graphic Novel gibt es auch auf Youtube.

Huxley King und Terrence Boyce: Stolz und Vorurteil, Das 2. Kapitel, in: The Graphic Canon. Band 2: Von “Tristram Shandy” über Jane Austen bis “Dorian Gray”, hg. von Russ Kick, Galiani-Verlag, 2015, ISBN: 978-3869710792

Das Buch findet sich auch in der Stadtbibliothek Köln.

Die Besprechung gehört in meine Reihe „beloved Jane“ zum 200. Todestag der Autorin im Sommer dieses Jahres.

PS: Das Einfügen des “Klassiker”-Rubrikenbildes hat mir jetzt richtig Spaß gemacht 😉

Ausmalbücher zu Jane Austen

Ja, so was gibt es auch … Szenen à la Jane Austen als Ausmalbücher für Erwachsene, analog zu den ganzen anderen Malbüchern für Erwachsene, die der Entspannung dienen sollen. Im Rahmen von “Beloved Jane” konnte ich nicht widerstehen und hab mir so was mal zugelegt. Nun ist diese Ausmalerei nicht so ganz meins – aber ich habs mal versucht …

Jane Austen Ausmalbuch, Szene mit Buntstift

Mal hab ichs mit Buntstift versucht …

Jane Austen Ausmalbuch Anfang

… mal mit Aquarellfarben

 

Jane Austen AUsmalbuch Einzelszenen Medaillons

Auf der anderen Seite gibt es einzelne Szenen – mit erläuterndem Text! – als Medaillon

Insgesamt handelt es sich um ein Leporello mit ineinander übergehenden Szenen. Im “Buchdeckel” finden sich dann mögliche Rahmen für die Medaillons – es ist für alles gesorgt 😉

Wer für sowas mehr Geduld hat als ich  – vielleicht ist das ja eine Anregung für lange Herbst- und Winterabende. Viel Vegnügen.

Mit lag hier – antiquarisch erworben – vor:

Jane Austens Welt, Colour in Art, Ill. v. I. Gilbert aus dem Ravensburger Verlag. ISBN: 9783473558780

Da gibts aber noch mehr:

  • Colour me – Jane
  • Solz und Vorurteil – das Ausmalbuch
  • Classic Colouring – Jane Austen

Die Vorstellung gehört in meine Reihe “beloved Jane” zum 200. Todestag von Jane Austen in diesem Jahr.

By a Lady von Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke

Dem kurzen Leben von und der schlechten Quellenlage rund um Jane Austen entsprechend ist das Buch von Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke schmaler als eine Biographie zu Dickens oder Goethe. Dabei aber durchaus informativ und auch unterhaltsam. (Für jemanden, die ich wie ich schon einige Austen-Biographien gelesen hat, ist besonders die Einschätzung des erst genannten Kriteriums nicht immer einfach …)

Die beiden Autorinnen beginnen mit einer Szene, die zeigt, wie aktuell Jane Austen zur Zeit ist – sie beschreiben einen Jane-Austen-Ball … Im Laufe des Buches erwähnen Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke dann immer mal wieder, dass eine solche Anerkennung und Begeisterung für diese Autorin des frühen 19. Jahrhunderts erst jüngeren Datums ist.

Die Fakten aus Jane Austens Leben, die Zensur durch Cassandra, die Briefe vernichtete und verstümmelte, weil das Bild der „lieben Jane“ sonst evtl. beschädigt worden wäre – all‘ diese Komponenten einer Jane-Austen-Biographie erzählen Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke frisch und nutzen an manchen Stellen die Möglichkeit, Leben und Werk der Autorin in Beziehung zu setzen. Ihr Schwerpunkt ist eher die postive Reaktion aller auf Jane Austen, auch wenn das ein bisschen auf sich warten lässt; die Stimmen aus der Familie, die ihre liebe Tante dann mit den Maßstäben der neuen, viktorianischen, Zeit kritisierten, sind hier sehr zurückgenommen. Dafür kommen die Kritikerinnen aus der schreibenden Zunft im Kapitel „Jane Austen lebt!“ zur Sprache – bevor sich Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke den Nachfolgerinnen Janes widmen, denen, die unvollendete Werke zu Ende schrieben oder neue Geschichten um beliebte Figuren erfanden (einen Teil davon finden Sie auch in meiner Reihe „beloved Jane“). Auch die Verfilmungen werden hier vorgestellt.

Jane Austen Rükenansicht gezeichnet von Cassandra Austen, Coverbild des Nuces von Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke

Cassandra Austen hat ihre Schwester Jane hier von hinten gezeichnet – Sie finden es auf dem Cover der Biographie

Im Ganzen handelt es sich um eine gut erzählte Biographie, die mit einigen Bildern und vielen Zitaten aufwartet.

Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke: By a Lady. Das Leben der Jane Austen. Biographie. Lambert Schneider Verlag, Wiesbaden, 2017, ISBN: 9783650401823

In meinem Bücherregal finden sich noch weitere, ältere Biographien, deren Titel ich hier kurz nennen möchte (je mit einer Anmerkung in Klammern, was ich davon hielt/halte oder bemerkenswert finde):

  • Elsemarie Maletzke: Jane Austen. Eine Biographie, Schöffling & Co., Frankfurt/Main, 1997, ISBN: 3895616028 (Ich mag die Biographien von Elsemarie Maletzke – sie hat einen lebhaften Stil)
  • Valerie Grosvenor Myer: Jane Austen. Ein Leben, übersetzt von Christine Frick-Gerke, S. Fischer Verlag, 1998 (das Original erschien 1997), ISBN: 3100278097 (Es gibt eine Neuauflage. Eine sehr detaillierte Biographie.)
  • Deidre Le Faye: Jane Austen und ihre Zeit, übersetzt von Anja Schünemann und Michael Windgassen, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 2002, ISBN: 3875844475 (In  manchen Aspekten fast ein Bildband, auf schwerem Papier gedruckt und mit einer allgemein gehaltenen Einführung in die damalige Zeit. Daneben ausführliche Inhaltsangaben der Romane.)

Wie man an den Erscheinungsdaten ablesen kann, ist das Todesjahr von Jane Austen in den letzten 20 Jahren immer Anlass gewesen, eine neue Publikation zu wagen …

Diese Besprechung gehört zu meiner Reihe “beloved Jane” anlässlich des 200. Todestags der Autorin in diesem Sommer.

Folgende Titel befinden sich in der Stadtbibliothek Köln:

Elsemarie Maletzke: Jane Austen. Eine Biographie, Schöffling & Co., Frankfurt/Main, 1997

Valerie Grosvenor Myer: Jane Austen. Ein Leben, übersetzt von Christine Frick-Gerke, S. Fischer Verlag, 1998

Das besprochene Buch ebenfalls 😉

Sanditon von Jane Austen und Marie Dobbs

Was hat Jane Austen doch für eine wunderbar skurrile Familie mit den Parkers geschaffen. Ein Jammer, dass sie dieses Buch “Sanditon” (das bei ihr noch “Die Brüder” hieß) nicht mehr fertigstellen konnte. Doch mit der Fortsetzung von Marie Dobbs aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist dieser Fehler nun 😉 auch behoben.

Worum geht es in Sanditon?

Badekarren Cuxhaven

Die Badekarren in England sahen so ähnlich aus, wie diese Exemplare von der deutschen Nordseeküste

Mister Parker ist ein Enthusiast. Alles und jeden will er mit Meerwasser und Seeluft kurieren – eingeschlossen seinen eigenen Knöchel, den er sich auf der Suche nach einem Arzt für „seinen“ Badeort Sanditon verknackst hat. Aus Dankbarkeit für die Gastfreundschaft der Familie Heywood laden er und seine Frau deren Tochter Charlotte zu einem Aufenthalt in besagtem aufstrebenden Kurort ein. Hier begegnet Charlotte der Geschäftspartnerin von Mister Parker, Lady Denham, und ihrer jungen Verwandten Clara. Außerdem erscheinen, kurz nachdem sie das Seeklima als eigenes Todesurteil abqualifiziert hatten, Mister Parkers Schwestern mit dem jüngeren Bruder Arthur in Sanditon. Als Gäste stellt sich eine Gruppe Frauen ein – eine Matrone, die drei junge Frauen in Pension genommen hat. Charlotte hat jede Menge Gelegenheit, die hypochondrischen Ergüsse der Geschwister Parker zu beobachten und sich ihre Gedanken dazu zu machen. Auch Lady Denham hat weitere Verwandte vor Ort, den jungen Lord Denham und seine Schwester, die von einem Freund begleitet werden. Einer der Brüder Parker fehlt noch in der Galerie, als Jane Austen die Arbeit an dem Roman aufgeben musste; bzw. taucht er im letzten Kapitel gerade auf.

Von nun an übernimmt Marie Dobbs

Und sie macht es so geschickt, dass der Übergang kaum merklich ist. Sie entwickelt die verschiedenen Irrungen und Wirrungen zwischen den jungen Leuten aus dem vorgegebenen Material. Ihre Figuren entwickeln streckenweise mehr Dynamik, als wir sie in dieser klaren Form von Jane Austen gewöhnt sind. Doch alles in allem entsprechen sie dem, was Jane Austen vorgelegt hat. Besonders hervorheben möchte ich, dass sie die inneren Monologen, die Charlotte schon unter Jane Austens Regie führt, weiter nutzt und ihr auch, so wie wir es von den anderen Romanen gewohnt, sind, genügend Raum für einsames Nachdenken zubilligt.

Der nahtlose Übergang von der einen zur anderen Autorin mag auch daran liegen, wie das Buch übersetzt wurde; mir liegt eine Übersetzung von Elizabeth Gilbert vor. Der Vergleich mit der Übersetzung von Christian Grawe in den ersten elf Kapiteln von “Sanditon” zeigt deutliche Unterschiede in mancher Wortwahl. Doch ist nicht auszuschließen, dass Christian Grawe im selben Stil auch den Text von Marie Dobbs übersetzt hätte. 😉

Marie Dobbs – huch, wer war denn das?

Es ist nicht die einzige Arbeit, die Marie Dobbs als Fortsetzung oder Zuarbeit vorgelegt hat. Sie sagte von sich selbst, sie sei eine „Beenderin“ und gebe nicht auf, bevor das Ergebnis sie zufrieden stelle. So hat sie als Journalistin gearbeitet und auch mit dem Autor der James-Bond-Romane, Ian Fleming. Sie reiste viel – Griechenland und die UdSSR waren ihre Ziele. In Moskau heiratete die junge Australierin Mr. Dobbs, der an der Botschaft arbeitete. Unter Pseudonym veröffentlichte sie Kurzgeschichten und zwei Romane um „Miss Bagshot“. Bis zu ihrem Lebensende 2015 war sie, dem oben zitierten Zeitungsartikel nach zu urteilen, eine Frau von Witz und Esprit und eine nimmermüde Geschichtenerzählerin.

Jane Austen und Marie Dobbs: Sanditon, übersetzt von Elizabeth Gilbert, Ehrenwirth Verlag, München, 1980, ISBN: 3431023002

Der Beitrag gehört in meine Blogreihe zum 200. Todestag von Jane Austen am 18.7.2017.

Jane Austen und ihre Nachfolgerinnen – Nachahmerinnen?

Es gibt ja eine Menge Romane, die auf die Texte von Jane Austen zurückgehen – heute ist eine besondere Gruppe dran (in Auszügen!): die der Chick-Lit.

Zu Chick-Lit gibt es hier  und hier ein paar grundlegende Informationen. Im Rahmen von „Beloved Jane“ bin ich über solche Bücher gestolpert. Hier will ich nun drei Beispiele vorstellen – es gibt sehr viel mehr …

“Vermählung” – nach “Stolz und Vorurteil” von Jane Austen

Curtis Sittenfeld hat mit „Vermählung“ (im Original „Eligible“) eine Adaption von „Stolz und Vorurteil“ verfasst, was auch als Untertitel angegeben ist. Namen und Charaktere hat sie fast 1:1 übernommen, das Ganze aber ins Heute verlegt. Die größte Änderung ist das Alter der Leute: Jane ist fast 40! Gut, nach damaligem Verständnis war auch die originale Jane Bennet ein spätes Mädchen, mit 21 Jahren und noch nicht verlobt, geschweige denn verheiratet. Die aktuelle Jane ist also fast 40 und darauf aus, endlich Mutter zu werden, das ist aber eine andere Kategorie. Mr. Bingley ist hier ein schüchterner Arzt, der als Kandidat in der Fernsehshow „Vermählung“  zu sehen war (entspricht im realen Fernsehleben wohl „Der Bachelor“ – so eine Kuppelshow eben.) Jane wird schwanger – künstliche Befruchtung. Und Bingleys Freund Darcy interessiert sich für Janes Schwester Liz – Zoff zwischen den beiden ist die Regel. Am Ende kriegen sich alle. Weiterlesen

Ratgeber à la Jane Austen

Zugegeben, diese Bücher gehören nicht zu meinen Favoriten. Aber im Laufe der Zeit, die ich mich mit “beloved Jane” befasst habe, habe ich so viele kuriose Titel zu Jane Austen gesehen, dass ein paar davon auch hier ihren Platz finden sollen.

Ein Date mit Mr. Darcy

Dass dieses Buch und ich nicht zusammen passen, liegt vielleicht an meiner Lebenssituation – wer die Silberhochzeit schon eine Weilche hinter sich hat, braucht keinen Datingratgeber mit dem Untertitel „Mit Jane Austen den Mann fürs Leben finden“. Hinzu kommt aber auch eine andere kulturelle Schwelle: Dieses Buch ist ein amerikanischer Dating-Ratgeber. Wie schon „Katie in Amerika“ feststellen konnte, gibt es da andere Regeln dies- und jenseits des großen Teiches. Eine andere Form der möglichen Lektüre ist es, das Buch als einen weiteren Zugang zu den Romanen von Jane Austen zu begreifen. Da Lauren Henderson als Beispiele für ihre Argumentation auf die Beziehungen in den Romanen zurückgreift, analysiert sie diese auch. Ich muss da nicht immer mit ihr übereinstimmen. Im Großen und Ganzen tut sie das amüsant. Wenn auch das Frauenbild der Laura Henderson in gewisser Hinsicht dem von Jane Austen entspricht – bescheiden, höflich, geduldig, nachgiebig –, finde ich es doch für unsere Zeit nicht angemessen. Viele der Tipps, mit deren Hilfe eine Beziehung stabiler gemacht werden kann, beziehen sich auf „Fehler“ der Frauen. Sorry, wo bleiben die der Männer? Ja, die gibt es schon, aber Laura Henderson empfiehlt: Geduld. Von Seiten der Frau, natürlich! Weiterlesen

Jane Austens Romane von Christian Grawe

Dieses Buch ist für mich eine Mischung aus Frank Schätzings “Nachrichten aus einem unbekannten Universum” und “Thomas Mann. Ein Porträt für seine Leser” von Hermann Kurzke. Zum einen kann Christian Grawe hier voll in seine große Wissenskiste rund um Jane Austen, ihre Zeit und englische Literatur greifen; das ist der Bezug zu Schätzings Buch. Das Ganze listet er dann in Stichworten alphabetisch sortiert auf – das ist der zu Kurzke, der ja Stichwörter benutzt, um das Werk Manns zu erschließen..

Ich habe ja nun immer mit Gewinn die ganzen Nachworte und Anmerkungen in den Reclam-Ausgaben der Jane-Austen-Romane von Christian Grawe gelesen. Also dachte ich, ich kenn’ das alles. Also, entweder habe ich Details vergessen (was nicht auszuschließen ist) oder Christian Grawe hat hier tatsächlich noch mal ein paar Informationen oben drauf gepackt. Weiterlesen

Irrungen und Wirrungen … von Brigitte H. Hammerschmidt

Nein, keine Angst, Brigitte H. Hammerschmidt ist kein Pseudonym für Fontane … Ihr Titel geht noch weiter “… auf Pemberley” – puh, kein Fontane-Verschnitt, sondern Fanfiction zu Jane Austen verbirgt sich dahinter.

Wir befinden uns auf Pemberley und Lizzie begrüßt ihre Schwester Jane Bingley, die überraschend zu Besuch gekommen ist. Beide “Bennet-Mädchen”, wie es in der Vorschau zum Folgeband heißt, sind inzwischen rund ein Jahr verheiratet und haben so ihre Päckchen zu tragen. Janes heißt Caroline. Weiterlesen