Gedicht zum Tag: Karneval von Wilhelm Busch

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Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.

Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,

Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann können gleich die frömmsten Frau’n
Sich negativ an uns erbau’n.

Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach’ uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durchs umgekehrte Perspektiv.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Thema 1914: Der erste Weltkrieg von Bruno Cabanes und Anne Duménil

“Eine europäische Katastrophe” lautet der Untertitel des von Bruno Cabanes und Anne Duménil herausgegebenen Bandes – es versammelt 72 Beiträge von neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Zemanta Related Posts Thumbnail

Einzelne Ereginisse bilden den Ausgangpunkt für die knappen Artikel, die jeweils einen Aspekt des Kriegs behandeln: Frauen als Kämpferinnen oder als Opfer, Auswirkung des Kriegs auf die Kunst oder auf die Sprache in den Schützengräben, Kostenfaktor Krieg und industrielle Mobilmachung an der Heimatfront, um nur einige zu nennen.

Auch der Zeitrahmen, den die Autorinnen und Autoren abhhandeln, ist interessant: Der erste Beitrag geht zwei Jahre zurück – die Balkankriege 1912 gehören schon in das Szenario, das dem ersten Weltkrieg den Weg bereitete. Weiterlesen

Verlosung von “Über das Verbrennen von Büchern” von Erich Kästner

Letztes Jahr gab es doch übers ganze Jahr dieses wunderbare Quiz  beim Duftenden Doppelpunkt – zu verbrannten Büchern. Da habe ich mehrfach gewonnen 🙂 – unter anderem einen wunderbaren Titel: “Über das Verbrennen von Büchern” von Erich Kästner. Nur: Den besitze ich bereits. Deshalb möchte ich ihn hier meinerseits verlosen.

Heute wäre Erich Kästner 115 Jahre alt geworden – ein guter Termin, sich mal wieder mit ihm zu befassen.

Bundesarchiv Bild 102-14598, Berlin, Opernplatz, Bücherverbrennung

Bücherverbrennung am Opernplatz in Berlin. Ist es nicht erschreckend, wie begeistert die Jungmänner gucken? Quelle: Bundesarchiv

 

 

 

 

 

 

 

Wer sich also dafür interessiert, was Kästner in insgesamt vier Beiträgen zum Thema Bücherverbrennung zu sagen hat, kann folgendermaßen mitspielen:

Erich Kaestner cropped bw

Bild: Paulae/Wiki Commons

Im Kommentarfeld bitte einen Lieblingstitel von Kästner angeben, gern auch mit einem Kommentar, was daran so toll ist.

Wichtig: Bitte nur den Titel nennen, sei es nun von einem Gedicht oder einem Buch. Kein Kästner-Zitat! Der Nachlassverwalter weiß, dass diese Verlosung stattfindet und hat mich darauf hingewiesen, dass Zitate urheberrechtsverletzend wären. Kommentare, die statt eines Titels ein Zitat bringen, werde ich deshalb nicht freischalten.

Am 5.3.2014 wird die hauseigene Glücksfee ihres Amtes walten. Viel Spaß.

Lesung mit Alexander Görsdorf gestern Abend

Wer die Möglichkeit hat, Alexander Görsdorf mit seinem Buch “Taube Nuss” zu erleben, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen.

EAS Audio Processor worn

So sieht ein Cochlea-Implantat von außen aus – kein Wunder, dass in Alexander Görsdorfs Umfeld jemand dachte, er sein nun ständig “online”, oder? (Das ist eine Geschichte aus seinem Buch.) Foto: Zipfer

Ich war gestern Abend im rappelvollen Café Franck dabei und habe es genossen. Alexander Görsdorf liest nicht nur – er erzählt. Und er liest so, dass es wie Erzählen wirkt. Er erzählt so von Schwerhörigkeit, dass ich als Nicht-Schwerhörige mir was darunter vorstellen kann. Z. B. schildert er den unterschieldichen Höreindruck seines Cochlea-Implantats und seines Hörgeräts am Beispiel von Bildwiedergabe – das eine pixelig, das andere aquarellig, zwei Eindrücke, die sich ergänzen.

Nach der Lesung entwickelt sich dann schon mal eine Diskussion mit den Anwesenden – darunter viele von Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit Betroffene. Da kommen spannende Geschichten heraus.

Also: Lesungen mit Alexander Görsdorf kann ich nur empfehlen!

Bringt mit die Nudel von Giochino Rossini von Kurt Palm

Ein Opernkomponist im Wilden Westen – das ist doch mal was für mich. Kurt Palm gilt seit seinem Krimi “Bad Fucking” als Autor mit Sinn fürs Absurde. Die Reisebegleiter Rossinis  – der Inder Kamalesh, der entlaufene Sklave Ringgold und der Indianer Big Thunder – versprechen humorvolle bis eventuell klamaukhafte Unterhaltung: also, auf ins Vergnügen! Zemanta Related Posts Thumbnail

Was sich mir dann bietet, ist eine gut recherchierte Geschichte, mit absurden Konstellationen – aber so komisch wie angekündigt ist das Buch bei weitem nicht. Kurt Palm weiß, wovon er schreibt. Im Großen und Ganzen jedenfalls: Weiterlesen

Thema 1914: Der falsche Krieg von Niall Ferguson

Kontrafaktische Szenarien zu entwerfen ist das Mittel, mit dem Niall Ferguson versucht, dem ersten Weltkrieg und seinen Ursachen nachzuspüren. D. h. er spekuliert, was gewesen wäre, wenn …

  • Großbritannien nicht in den Krieg eingetreten wäre Zemanta Related Posts Thumbnail
  • Deutschland sich nicht umkreist gefühlt hätte
  • Frankreich wie geplant überrannt worden wäre Weiterlesen

Thema 1914: 14 – Der große Krieg von Oliver Janz

Zemanta Related Posts ThumbnailAuf rund 350 Seiten (+ Anhang) stellt Oliver Janz den ersten Weltkrieg dar, wie ich es bei den anderen Büchern noch nicht gefunden habe:

Er bringt wirklich den Aspekt “Weltkrieg” rein – und erläutert den Begriff, zum einen wie er vor 1914 verstanden wurde und zum anderen wie er sich dann entwickelt hat. Japan, China und Afrika sind Schauplätze, die er gleichberechtigt mit der Ost- und der Westfront in Europa behandelt. Weiterlesen

Mein Vortrag zu Büchern zum “Thema 1914” – gut gelaufen

Am 13.2.2014 habe ich meinen verschobenen Vortrag in der Buchhandlung Baudach in Köln-Dellbrück halten können: “Thema 1914 – Wie unterscheiden sich die Bücher zum Großen Krieg?” Und es hat Spaß gemacht! Erfreulicherweise haben das die Zuhörer und Zuhörerinnen auch so empfunden. Hier gibts sogar ein Bildchen – ich lese da gerade aus dem dicksten Wälzer des Abends vor: Manfried Rauchensteiner: Der erste Weltkrieg und das Ende Habsburger Monarchie. Rezension folgt 😉

Afrikanische Büchertauschregale – eine Reise mit Birte Mirbach Teil 3

Meine Netzwerk-Kollegin Birte Mirbach reist gern – vor allem gern nach Afrika. Als “gemeine Leseratte” ist sie dabei auf Lesenachschub angewiesen; wie gut , dass es auch dort Büchertauschregale gibt. Sie hat sie für die Leselust dokumentiert. Bitte sehr:

Tansania – eine Reise in Bücherregalen

Arusha – eine Buchhandlung als letzte Station

Es gibt Momente, da reichen Büchertauschregale nicht aus. Nämlich genau dann, wenn man einheimische Autoren im Sinn hat. Zurück in Arusha geht es deshalb noch in die Buchhandlung. Die Straße runter soll es einen kleinen Buchladen geben mit dem ich anfangen will, und es findet sich natürlich sofort jemand, der mir Mzungu ungefragt nicht nur die Buchhandlung, sondern auch alles mögliche andere an Geschäften zeigen will. Sagte ich schon, dass der letzte Platz in meinem Koffer für Lektüre reserviert ist? Weiterlesen

Viviane Élisabeth Fauville von Julia Deck

Irritierend setzt die Erzählung ein – es scheint, als spräche Julia Deck ihre Leserinnen an. Doch die sind nicht gemeint. Es geht um Viviane, die ihren zweiten Vornamen nur Bild zu Unterhaltung von Christian Ballergelegentlich einsetzt. Viviane erzählt – sich selber schildernd, dabei mit den unterschiedlichen Personalpronomen jonglierend. Kurz vor ihrem Zusammenbruch liest sich das so:

Vergeblich versuchen Sie, sich zu konzentrieren, so tief wie möglich einzuatmen, die Luft gelangt nicht mehr in Ihre Lunge. Sie strömt nur dumm zurück und weigert sich, eingeatmet zu werden. Sie wenden Ihre ganze Energie auf, um den Sauerstoff zu zwingen, den Weg Ihrer Luftröhre einzuschlagen, aber er weigert sich standhaft, und Sie erinnern sich nicht, je etwas Unangenehmeres erlebt zu haben.

Ist es nun ein Krimi oder eine psychologische Studie? Es ist doch klar, dass Viviane die Mörderin ist – oder? Weiterlesen