Eine Dame von Welt von Henry James

Bisher hatte ich noch nichts von Henry James gelesen – zu meiner Schande sei es gesagt. Die anlässlich seines 100. Todestages Ende Februar vom Aufbau-Verlag erstmals auf Deutsch vorgelegte Erzählung „Eine Dame von Welt“ (im englischen Original „The siege of London“) bot mir einen willkommenen Einstieg. Es geht um Nancy Headway – fast ausschließlich als

Anmut im märkischen Sand von Christine von Brühl

Nachdem sich Christine von Brühl schon einmal ausführlich mit Luise von Preußen beschäftigt hatte, widmet sie nun ein Buch den Frauen der Hohenzollern – vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Schon in den frühen Jahren des Hauses Hohenzollern war es so, dass die angeheirateten Ehefrauen häufig gebildeter waren als ihre Ehemänner, die als Familienoberhäupter und

Die Tänzerin von Auschwitz von Paul Glaser

Meine erste Assoziation bei „Tänzerin“ war „Ballett“, doch Roosje Glaser, die Tante des Autors Paul Glaser, war Tanzlehrerein und unterrichtete Standard, Lateinamerikansiche Tänze und die Modetänze der 30er und frühen 40er Jahre in den Niederlanden. Und ja, sie hat in Auschwitz getanzt. Vor den Offizieren. Unter anderem deswegen hat sie überlebt. Der Lebenwille von Roosje

Thema 1914: Kleine Hände im Großen Krieg von Yury und Sonya Winterberg

Was Kinder und Jugendliche im Krieg erleben, ist Thema des Buchs von Yury und Sonya Winterberg. Parallel zu „14: Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ hat das Autorenpaar rund 24 Tagebücher junger Europäerinnen dieser Zeit ausgewertet, darunter auch die einiger später berühmter Menschen wie Marlene Dietrich, Marie-Luis Kaschnitz, Alfred Hitchcock und Manes Sperber. „Kinderschicksale im Ersten Weltkrieg“

Das Zeitalter der Erschöpfung von Wolfgang Martynkewicz

Erschöpfung heißt heute Burnout und ist in aller Munde. Ratgeberbücher füllen Regalmeter, Kurse zur Entschleunigung boomen. Das Hier und Jetzt ist das Zeitalter der Erschöpfung – oder? Wolfgang Martynkewicz nimmt in seinem Buch aber nicht das frühe 21. sondern das frühe 20. Jahrhundert (mit Teilen des späten 19.) in den Blick. Damals hieß es nicht