Mischlingskind von Richard Fraysier

rp_Rubrik-Biographie-300x20011-300x200-300x200.jpgRichard Fraysier hat in seinem Leben immer wieder erfahren, was es heißt, nicht dazu zu gehören, ja, eigentlich immer irgendwie verdächtig zu sein. Mit seiner autobiographischen Erzählung geht er dem detailliert nach. Er schildert seine Familiensituation – afrikanischer Arzt, weiße Krankenschwester, das sind seine Eltern -, den frühen Tod des Vaters, die Hilflosigkeit und Überforderung der Mutter und immer wieder: Ausgrenzung. Die Fakten als solche schildert er nüchtern – keinerlei Wehleidigkeit. Er lässt in diese Schilderung aber immer wieder auch seine aktuellen Gedanken einfließen, seine immerwährende Auseinandersetzung mit den Umständen seines Lebens ist so deutlich zu spüren.

Für mich, als Altersgenossin, ist es spannend zu sehen, wie anders man diese Welt der 60er und 70er Jahre erleben – musste, in seiner Situation, nicht nur “konnte”. Déja-vu und völlige Unkenntnis wechseln sich da ab (nun ja, ich war wohl auch nicht die “typische” Vertreterin meiner Generation …).

Der Lebensweg von Richard Fraysier ist abwechslungsreich aus der Not der inneren Heimatlosigkeit – Bonn, die USA, Sierra Leone sind die Stationen. Und an allen widerfährt ihm die Ausgrenzung, ja, Verdächtigung; das besonders eindrücklich nach dem Attentat von New York 2001 – der vielreisende IT-Fachmann sieht sich ständigen Anfeindungen und Verdächtigungen ausgesetzt und das in dem Land, in das er vor der Fremdheit seines Geburtslandes Deutschland geflohen war. Die Erfahrungen in der Heimat seines Vaters – Sierra Leone – sind erst recht verstörend; anstelle eines imaginierten Traumlandes findet er ein vom Bürgerkrieg gepeinigtes Land vor, voll Unsicherheit und Verletzungen.

Parallel zum Buch, das Richard Fraysier in Eigenregie herausgegeben hat, startete er im Dezember 2015 ein Blog dazu: Ecce homo. Meine Hautfarbe ist Mensch. Die Gedanken zu Themen rings um den für ihn alltäglichen Rassismus finden hier noch mal einen eigenen Platz.

Ein sehr persönliches Buch zu einem beunruhigenden Thema – und gerade wieder (!) bedauernswert aktuell.

Richard Fraysier: Mischlingskind. Über die eigene Wahrheit und die der Anderen. Die Geschichte meines Lebens zwischen den Rassen, Books on Demand, Norderstedt, 2016, ISBN (Print): 9783739224640 , ISBN (E-Book): 978373286693

Blogger schenken Lesefreude 2016 – meine Gewinnerinnen

Es waren drei Frauen, die sich mit einem Gedicht gemeldet haben – und bei zwei Preisen unter “Blogger schenken Lesefreude” wär das jetzt mit einer, die leer ausgeht, irgendwie blöd, finden Martin und ich. Und deshalb:

Blogger schenken Lesefreude - die Gewinnerinnen

Drei Einsenderinnen – drei Gewinnerinnen. Herzlichen Dank fürs Mitmachen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für jede gibt es also einen Band “April, Gedichte” aus dem Reclam-Verlag und ich hoffe, die drei haben Spaß daran (ich finde ja, dass die Herausgeberinnen Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjel mit ihrer Auswahl von Monatsgedichten immer was zu entdecken geben).

Und ja, nächstes Jahr wird die Aktion erst um den 23.4. herum beginnen – so viele Menschen rp_Bild-hauptsache-Lyrik-300x2431-150x15011111111111111.jpgwaren gestern hier, um zu schauen, was ich mache und dann ist die Aktion schon vorbei. Ich gelobe Besserung. Es gibt aber zum Glück noch jede Menge anderer Blogs, auf denen die Aktionen erst gestern gestartet sind – frisch drauf los und entdecken!

Das Buch für die Stadt 2016 ist von Margriet de Moor

Kurzmitteilung

Heute, am Welttag des Buches, stand im Kölner Stadt-Anzeiger endlich, welches Buch im November in Köln und Umgebung intensiv gelesen werden wird: “Erst grau dann weiß, dann blau” von Margriet de Moor. Es stammt von 1991 (1993 kam die deutsche Übersetzung raus), es ist ihr Debutroman (für ihren ersten Erzählband von 1988 wurde sie ebenfalls ausgzeichnet) und wurde 1992 mit dem AKO-Literaturprijs bedacht.

Ich freu mich schon auf das Buch und darauf, dass ich bereits am 25. August 2016 beim Kulturfrühstück der Melanchthon-Akademie dazu was erzählen darf.

Nachtrag 16.9.2016: Hier finden Sie meinen Vortrag von Ende August – quasi eine Einführung – zu zum Buch für die Stadt

Heiliger Krieg von Philippe Buc

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x15011-150x1501.jpgHier bekommen Sie Wissenschaft aufs Feinste – und Anspruchsvollste. Das ist kein Buch für mal eben so zwischendurch – Philippe Buc verlangt die ganze Konzentration seiner Leserschaft. “Gewalt im Namen des Christentums” lautet der Untertitel, doch nur mit den Kreuzzügen hat die Abhandlung nichts zu tun. Philippe Buc geht es darum, die Linien nachzuziehen, nach denen sich Kriege des “Westens” (was er darunter versteht, erläutert er im ersten Kapitel) vollziehen und da ist es völlig egal, ob diese im 16. Jahrhundert, im Mittelalter, während der Revolutionen in Amerika und Frankreich oder im 21. Jahrhundert stattfinden. Deshalb wechselt er auch ständig zwischen den unterschiedlichen Auseinandersetzungen hin und her, beleuchtet einen Aspekt in verschiedenen Epochen, zitiert philosophische und theologische Traktate und Zeitschriftenartikel (was da in den Zeitungen in Amerika im 19. Jahrhundert so alles behandelt wurde!) und gerne auch mal aus den Reden zur Lage der Nation verschiedener amerikanischer Präsidenten. Grundsätzlich ist sein Stil angenehm zu lesen – es empfiehlt sich aber, für diese hochinteressante Buch mehrere ruhige Stunden einzuplanen.

The-Taking-of-Beirut

Die mittelalterlichen Kreuzzüge waren zu Zeiten des Kolonialismus interessante Motive wie hier die Einnahme Beiruts 1197, nachempfunden von Alexandre-Jean Baptiste Hesse

Philippe Buc ist Mediävist und so nimmt es nicht Wunder, dass die kriegerischen und dazugehörigen theoretischen Auseinandersetzungen des Mittelalters – Kreuzzüge, hussitische Revolution, die Visionen der Johanna von Orléans, um nur einige Beispiele zu nennen – breiten Raum einnehmen. Seine “Linie”, dass christliche Religion, besonders als  Machtfaktor in verschiedenen Epochen ausgeprägt, Kriege und Terror der verschiedensten Akteure duch die Jahrhunderte miteinander verbinden, führt zu manchem Aha!-Erlebnis, manchmal auch zu fragend gerunzelter Stirn, ist aber nie uninteressant. Wenn Sie sich dieser Lektüre unterziehen, haben Sie auf jeden Fall Erkenntnisse gewonnen. Ob man Philippe Buc in seinen Argumenten immer so folgen mag, steht auf einem anderen Blatt. Mag ich auch manchmal Fragezeichen in den Augen gehabt haben, kann ich aufgrund einer wesentlich weniger fundierten Kenntnis der Quellen und Diskussionen auch nicht groß dagegen argumentieren.

Philppe Buc: Heiliger Krieg. Gewalt im Namen des Christentums, übersetzt von Michael Haupt, Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt, 2015, ISBN: 9783805349277

Hitlers militärische Elite von Gerd R. Ueberschär

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x15011-150x1501.jpgEin bisschen ironisch mutet es schon an, dass die beiden ersten in der Liste von ranghohen Militärs der Nazi-Zeit Hitler-Gegner waren: Wilhelm Adam, der Hitler wegen dessen militärischer Unfähigkeit und Grausamkeit ablehnte und Ludwig Beck, der von Ende 1939 an alle Umsturzpläne gegen Hitler unterstützte.

Was legt Gerd R. Ueberschär hier eigentlich vor? Es werden 68 Männer, die zur Zeit des zweiten Weltkriegs ein “General” im Titel führten – oder “Admiral” -, vorgestellt. Sie sind nur ein Bruchteil der rund 3100 Männer der militärischen Führung dieser Zeit. Der Aufbau ist immer der gleiche: ein kurzer Lebens- und Karriereabriss, die fälligen Anmerkungen und eine spezielle kurze Literaturliste – auch wenn es eigentlich keine solche Vorgabe gegeben hatte; aber sie ergibt sich ja logisch. Eine Gesamtbibliographie findet sich am Ende des Bandes. Es handelt sich um eine Neuauflage einer Neuauflage: 1988 erschienen die 68 Portraits erstmals; nach den Erkenntnisgewinnen rund um die militärische Führung in den 90er und früher 2000er Jahren gab es 2011 eine aktualisierte Neuauflage, die nun wiederum erschienen ist.

Ziel war es bereits in der ersten Auflage, verständlich zu machen, wie hohe Militärs agierten, wie weit sie die Nazi-Herrschaft aktiv oder indirekt unterstützten oder auch, wo, in welchen Zusammenhängen sie Widerstand leisteten. War 1988 die Quellenlage zu einzelnen Personen noch so mau, dass das Kurzpotrait in diesen Bänden  – die Erstauflage erschien in zwei Bänden – als erste Darstellung gelten mussten, ist die Forschung inzwischen weiter. Trotzdem, so sagt es der Herausgeber Gerd R. Ueberschär in seinem Vorwort zur aktuellen dritten Auflage, können die Portraits immer noch als Grundlage für weitere Forschungen herhalten.

Bundesarchiv Bild 183-C13564, Ludwig Beck

Ludwig Beck 1937 – er guckt ein bisschen, als hätten ihn da schon Zweifel beschlichen. Bundesarchiv, Bild 183-C13564 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 183-C13564, Ludwig Beck, CC BY-SA 3.0 DE

Als militärisch nicht besonders informierte Person fand ich spannend:

  • wie viele Ränge es mit “General” im Titel gibt 😉 (und wie geasagt – es ist nur ein Bruchteil des obersten militärischen Personals …)
  • wie militärische Laufbahnen sich so entwickeln können – häufig von der Kaiserzeit über den ersten Weltkrieg bis hin zur Nazi-Diktatur und dem zweiten Weltkrieg – viele nationalkonservativ zu Beginn, in der Nazi-Zeit, besonders im zweiten Weltkrieg gibt es dann die Unterschiede in der Einstellung gegenüber der Nazi-Doktrin und die daraus resultierenden Handlungen

Die Beiträge zu den 68 Männern wurden von 34 Wissenschaftlern verfasst, die international in militärhistorischen Bereichen gearbeitet haben oder arbeiten. Manche setzen die Zeitumstände, denen ihre “Forschungsobjekte” ausgesetzt waren, als bekannt voraus, andere schildern diese ausführlich. Man bekommt auf jeden Fall auch diesebezüglich noch mal einen Einblick in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die einzelnen Beiträge sind fundierte Darstellungen und geben einen guten Einblick in die beschriebene Person und ihre Umstände  – und damit eben auch in die Zeit.

Gerd R. Ueberschär (Hg.): Hitlers militärische Elite. 68 Lebensläufe, Theiss Verlag, Darmstadt, 2015, ISBN: 9783806230383

rp_Rubrik-Biographie-300x20011-300x200-300x200.jpgJa, im Grunde handelt es sich um Kurzbiographien, deshalb auch die Einordnung in diese Kategorie ;-)Und da es auch um die Haltung derer geht, die das Kriegsende 1945 miterlebt haben: Thema ’45

Scarlet Pimpernel und andere alte Filme im Internet-Archive

Kurzmitteilung

So sieht die Einzelblüte von Anagallis arvensis in Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomés Buch "Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz", das 1885 erschien (Quelle: Wikipedia Commons)Dierk Haasis hat in seinem heutigen Blogbeitrag einen Aspekt der Wayback-Machine, auch als Internet-Archive bekannt, aufgezeigt, der mir nicht so bewusst war: Sie können hier alte Filme ansehen. Und hübsch finde ich, dass er, um einen Anti-Nazi-Film bekannt zu machen, auch auf ein altes Schätzchen verweist, das zu meiner Besprechung vom 14. Februar 2016 passt – die Verfilmung von Scarlet Pimpernel von 1934.

 

 

Helmut Braun spricht zu Biographien im Café Libresso – 17.4.2016

rp_Rubrik-Biographie-300x20011-300x200-300x200.jpgLeider habe ich am Sonntag dem 17.4.2016 schon was – sonst würde ich diesen Vortrag im Café Libresso sehr gern besuchen, denn Biographien sind einfach spannend:

  • weil sie uns ein Leben näher bringen
  • weil sie uns eine Zeit näher bringen
  • weil sie so unterschiedlich mit dem Material umgehen können

Besonders der letzte Punkt ist der, mit dem sich Helmut Braun am Sonntag befasst. In der Ankündigung steht:

Helmut Braun erklärt, warum Biografien immer fiktionale Elemente enthalten und warum das so ist und sein muss.

Sehr spannend!

Ab 10 Uhr können Sie im Café Libresso frühstücken, um 11 Uhr beginnt der Vortrag. Der Eintritt beträgt 5,- € (3,- € für Köln-Pass-Inhaber, Schüler und Studenten). Das Café Libresso finden Sie in der Fleischmengergasse 29, 50676 Köln in direkter Nachbarschaft zur Zentralbibliothek Köln.

Eine Dame von Welt von Henry James

rp_Bild-Klassiker-300x19921.jpgBisher hatte ich noch nichts von Henry James gelesen – zu meiner Schande sei es gesagt. Die anlässlich seines 100. Todestages Ende Februar vom Aufbau-Verlag erstmals auf Deutsch vorgelegte Erzählung “Eine Dame von Welt” (im englischen Original “The siege of London”) bot mir einen willkommenen Einstieg.

Es geht um Nancy Headway – fast ausschließlich als Mrs. Headway benannt -, eine “Southern Beauty” aus San Diego mit bewegtem Lebenslauf, die in der vornehmen Gesellschaft Europas Fuß fassen will. In den USA ist es ihr nicht gelungen – zu bekannt sind ihre vielen Ehen, die mit Scheidung endeten. Und es fehlt ihr ein bisschen 😉 das Savoir-vivre. Deutlich wird das, wenn sie in einem vornehmen Lokal mal eben die Gläser nachpoliert. Auch ihre Sprechweise ist alles andere als vornehm-zurückhaltend. Fürs Fußfassen ist sie auf gutem Wege, denn der junge Lord Arthur Demesne liegt ihr zu Füßen und erwägt eine Heirat; wenn sie denn eine “ehrbare” Frau ist. Davon nun soll ihn ein alter Freund Mrs. Headways, George Littlemore, der ihr in Paris wieder begegnet, überzeugen. Der hat aber bereits gegenüber dem jungen Botschaftsangehörigen Waterville, mit dem er sie im Théatre Française, sah, die Frage nach ihrer Ehrbarkeit verneint.

In den beiden Teilen der Erzählung  – erst Paris, dann England – bekomme ich Einblick in die verschiedenen Gedankengänge der Hauptpersonen – besonders von Littlemore und Waterville. Muss George Littlemore tatsächlich verhindern, dass die erfahrene Frau, Witwe und mehrfach geschieden, einen jungen Mann adliger Abkunft heiratet? George Littlemore ist ein Mann der Gesellschaft, reich und gelangweilt und es nervt ihn ziemlich, dass ihn alle mit dieser Frage behelligen: Waterville, seine Schwester, die Mutter Arthur Demesnes – er hält sich da lieber raus.

Was den Stil von Henry James auszeichnet, ist seine Ironie. So beschreibt er den Auftritt von Mrs. Headway im Landhaus von Arthur Demesne :

Mrs. Headway trat vorzüglich ein in die englische Gesellschaft mit ihrem bezaubernden Lächeln auf den Lippen und die Trophäen aus der Rue de la Paix hinter sich herschleifend. (S. 64)

Roberts-The Australian native

Ob diese Dame ihre Kleidung auch in der Rue de la Paix gekauft hat?

Henry James kommentiert ihr Auftreten ein bisschen liebevoll und gleichzeitig kritisch – aus der Sicht Watervilles, der sich als Botschaftsangehöriger für seine Landsleute zuständig fühlt; James nutzt hier das Bild von Hirte und Schäfchen und sicher ist es nicht unbeabsichtigt, dass der junge Amerikaner eine Pfarrersfrau als Tischdame hat. Ein bezaubernder Schlenker, wie ich finde.

Ein Thema des Amerikaners Henry James ist die Verschiedenheit der Kultur zwischen einzelnen Ländern – nicht nur Amerika im Vergleich zu Europa, sondern auch innerhalb Europas, bspw. der zwischen England und Frankreich. In dem Essay “Gelegentlich Paris”, der in dieser Ausgabe auf die Erzählung folgt, geht er dem nach. Und auch hier gibt es Formulierungsschmankerl; der Autor bezieht sich auf das Theaterstück “Le Demi-Monde”  von Alexandre Dumas Fils (das er auch in der Erzählung zitiert) und in dem es ebenfalls um die Bemühung einer nicht mehr ehrbaren Frau in die gute Gesellschaft geht. Ihr wird dieser Einstieg durch einen ehemaligen Liebhaber unmöglich gemacht – eine zutiefst moralische Zwickmühle. Der Unterschied zwischen englischem und französischem Publikum würde nun darin bestehen, meint James, dass die Vorlieben in England nicht bei dem Liebhaber lägen, wie es in Frankreich der Fall war, sondern bei der Frau. Die Begründung gibt er in einer rhetorischen Frage:

Ist dies der Fall, weil ein solches Publikum, obwohl es keine so hübsche Sammlung von Podesten zur Erhöhung des schönen Geschlechts hat, letztlich mangels allzu großer Ritterlichkeit viel zarbesaiteter ist? (S. 122)

Insgesamt habe ich die Erzählung genossen und werde, wenn ich mal einen Schmöker brauche, wohl auch mal zu einem dickeren Werk von Henry James greifen.

Zu der Sache mit dem Titel hat Marius Fränzel in seinem Blog Bonaventura einen wunderbaren Einstieg geschrieben, den ich Ihnen ans Herz lege.

Henry James: Eine Dame von Welt. Eine Salonerzählung, aus dem Englischen von Alexander Pechmann. Aufbau-Verlag, Berlin , 2016 , ISBN: 9783351036348

Frühling lässt sein blaues Band …

Die Vögel zwitschern, Tulpen, Kirschen und Forsythien blühen – es ist offensichtlich: Der Frühling ist so gut wie da (auch wenn die Temperaturen in Köln das noch nicht so wirklich vermuten lassen …) Und so richtig ausgebrochen ist er in “meiner” Buchhandlung im Schaufenster:

Bei Baudach gibt es neben Frühlingsbüchern und Neuerscheinungen auch Frühlingsgedichte - das alles passend dekoriert mit blauem (und grünem) Band

Bei Baudach gibt es neben Frühlingsbüchern und Neuerscheinungen auch Frühlingsgedichte – das alles passend dekoriert mit blauem (und grünem) Band

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gedichte sind hübsch ausgedruckt angebracht - da sind gelatt ein paar Anregungen für meine "Gedicht zum Tag"-Reihe dabei ;-)

Die Gedichte sind hübsch ausgedruckt und dekoriert an der Rückwand angebracht – da sind glatt ein paar Anregungen für meine “Gedicht zum Tag”-Reihe dabei 😉

 

Das evangelische Pfarrhaus von Cord Aschenbrenner

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x15011-150x1501.jpgWieder so ein Buch mit Anlaufschwierigkeiten – wobei ich sagen muss: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, denn hätte ich schon die Ankündigung gründlich gelesen, wäre ich nicht dem Irrtum aufgesessen, Cord Aschenbrenner habe ein grundlegende Geschichte des Pfarrhauses in der deutschen Geistes- oder Kulturgeschichte geschrieben … Obgleich der Titel des Buches und die Überschrift besagter Ankündigung zu dieser Lesart verleiten.

Tallinn church spires

Blick auf Tallinns Kirchen, besonders die Olaikirche. Stan Shebs, Tallinn church spires, CC BY-SA 3.0

Nach der ersten “Ent-Täuschung” fand ich aber ein Buch vor, das mir eine Reihe Einblicke gewährte – nicht nur in das Leben der Familie Hoerschelmann durch drei Jahrhunderte, sondern auch in das Leben der baltendeutschen Gesellschaft, die Umbrüche besonders im 20. Jahrhundert und schon auch eine “typische” Pfarrhausatmophäre vermittelnd. Wie Cord Aschenbrenner im Vorwort bemerkt, ist ihm diese nicht unvertraut – sein Großvater war Pfarrer. Als Journalist bei verschiedenen übrregionalen Zeitungen tätig, versteht Cord Aschenbrenner das Handwerk des Erzählesn, so  dass ich in den Fluss der Familiengeschichte eintauchen kann.

Cord Aschenbrenner: Das evangelische Pfarrhaus. 300 Jahre Glaube, Geist und Macht. Eine Familiengeschichte, Siedler Verlag, München, 2015, ISBN: 9783827500137

PS: Wem von Ihnen geht es auch so, dass bei “Baltendeutsche” der Satz aufklingt “Herr, gib uns Taft zum Kragen, ja, Kraft zum Tragen gib uns Herr!”? 😉

Else Hueck-Dehio: Ja, damals …: zwei heitere estländische Geschichten. Salzer, Heilbronn 1953. Letzte Neuauflage 1993, ISBN 379360427-6