Törtchen-Mördchen von Petra Busch

rp_Bild-Krimis-300x2681-150x1501.jpgPetra Busch hat bereits eine andere Sammlung  mit kleinen Krimis herausgebracht – “Mördchen fürs Örtchen“. Die Törtchen-Mördchen, die jetzt herausgekommen sind, bieten neben spannender Unterhaltung einen praktischen Zusatznutzen: Rezepte! Wenn Ihnen also ein “Törtchen” besonders lecker vorkommt – den teils grausigen Umständen zum Trotz – können Sie sich selbst daran versuchen, es herzustellen.

24 Kurzkrimis hat Petra Busch zusammengetragen – mal heiter, mal düster, mal skurril. Appetitthäppchen gefällig? Bitte sehr:

  • Muutzemandeln backt der eine, ein Muutzekopp ist der andere – ein Beichtgespräch der besonderen Art im Kölner Raum über zwei Brüder und ihre Geschichte.
  • Eine Trüffelpralinie mit exquisitesten Zutaten – Ursache für Einbruch, Mord und ABC-Alarm in Bamberg?
  • Prinzesssinentorte mit bitterem Beigeschmack in einer unglücklichen Nachkriegs-Patchwork-Familie.

In der ersten Gechichte vom naschhaften Mäuserich Willi werden, da sie quasi in einer Konditorei spielt, jede Menge leckerer Backwerke genannt – sie tauchen in den folgenden Geschichten wieder auf und dann gibt es das Rezept dazu. Laut Aussage von Petra Busch sind alle Rezepte getestet und garantiert giftfrei. Eine hübsche Sammlung für die Küche oder den Konditorei-Besuch, um die Wartezeit zu überbrücken 🙂

Petra Busch (Hrsg.): Törtchen-Mördchen, KBV-Verlag, Hillesheim, 2015, ISBN: 9783954412600

Ob es eine solche Sammlung mit Rezepten auch mal für die Liebhaberinnen herzhafter Genüsse geben wird? Hm?

Es muss nicht immer Kaviar sein von Johannes Mario Simmel

rp_Bild-Unterhaltung-150x150111.jpgDas war jetzt ein paar Tage lang meine Sommerlektüre – ein Klassiker der Unterhaltungsliteratur: Der achte Titel, den Johannes Mario Simmel verfasste und der wahrscheinlich nicht nur in meinem Haushalt sein Dasein in der Küche fortführen wird.

Bisher habe ich nichts von Johannes Mario Simmel gelesen – doch als mir eine Bekannte letztens davon erzählte und es dann so heiß wurde, war das genau die richtige Lektüre: leicht und heiter. Wer mein Blog schon ein bisschen kennt, weiß, dass ich Karl-May-Leserin bin und da habe ich eine besondere Schwäche für die Münchmeyer-Romane. Genau in die Kategorie fällt auch “Es muss nicht immer Kaviar sein”. Weiterlesen

Madame Merckx trinkt keinen Wein von Lisa Graf-Riemann

rp_Bild-Krimis-300x2681-150x1501.jpgWas für eine schöne Gegend – das Languedoc. Und Lisa Graf-Riemann beschreibt es so, dass man sofort dorthin will. Dabei ist es gar kein Reiseführer, sondern ein Krimi, und zwar ein  Südfrankreichkrimi, so stehts unter dem Titel ;-).

Gleich zu Anfang bekommt man eine Kostprobe von ländlicher Frömmigkeit – Isa wandert zur Kapelle von Saint Martin des œufs und erlebt mit, wie die Küsterin Mado mit dem Heiligen verhandelt: Sie will als Mitglied eines Reiseclubs im Oktober verreisen, doch ihr Mann Jean ist der Meinung, dass das nur rausgeschmissenes Geld sei. Ob Staint Martin da nicht was deichseln könne?

Nächstes Kapitel, nächster Schauplatz: Jean ist mit Laurent auf Mufflon-Jagd. Am Ende muss er Laurent den ganzen beschwerlichen Weg ins verlassene Dorf tranportieren und dann noch die Ambulanz rufen, denn Laurent hat sich selber in die Schulter geschossen. Jean ist stinkesauer und verkrümelt sich in sein Refugium, eine alte Hütte auf seinem ehemaligen Weinberg. Dort hängt er seinen Gedanken nach, übernachtet dort, wärmt sich früh am nächsten Tag mit einem Schnäpschen auf und macht sich auf den Heimweg. Weiterlesen

Voll eklig von Bärbel Oftring

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgVon Bärbel Oftring habe ich ja schon mal was vorgestellt – hier kommt ihr neuestes Buch aus dem Haupt-Verlag und ich kann Ihnen versichern: Da lernen Sie auch noch was, nicht nur die Kinder.

“55 eklige Dinge und was dahinter steckt” lautet der Untertitel – das geht von A wie Aas bis Z wie Zecken. Dazwischen tummeln sich Nasenpopel, Kröten, verschimmeltes Essen und Mumien. Jedes Thema hat eine Doppelseite und ein Ekelthermometer – hier kann ich eintragen, wie eklig ich ein Ding finde: von “überhaupt nicht eklig” bis “schauerlich eklig”. Ebenfalls zu jedem Thema gibt es zwei bis drei Fragen in einem Kasten “Warum findest du XY eklig?”, auf die dann erläuternde Antworten folgen:

Menschen finden Pickel eklig, weil sie eitern – Das ist gut so, denn mit dem weißen Eiter werden die schädlichen Bakterien und Gifte umhüllt … (S. 83)

Menschen finden Gewölle eklig, weil sie wie Kotwürste aussehen – Das ist so, weil die unverdaulichen Nahrungsreste beim Herauswürgen die enge Speiseröhre passieren müssen (S. 40)

Brockhaus and Efron Encyclopedic Dictionary b69 258-0

Ich bin ja nicht die einzige, die Spinnen eher unheimlich oder eklig findet – Bärbel Oftring gibt spannende Informationen und zwar in moderner Sprache und mit ebensolchen Illustrationen

Und so weiter. Sie sehen – da werden Infos gegeben, die das Verständnis für eklige Phänomene stärken.  Bei einem meiner Ekelthemen habe ich so auch was erfahren, nämlich die Funktion der langen Beine bei Spinnen – unebener Untergrund kann so leichter überwunden werden. Ob das echten Spinnenphobikern tatsächlich hilft …?

Den Tipp, einer Spinne im Zimmer einen Namen zu geben, um mit ihr besser zusammenleben zu können, denn eigentlich ist  sie ja eine nützliche Mitbewohnerin, habe ich zu Studienzeiten in abgewandelter Form auch umgesetzt: Vor dem Fenster an meinem Arbeitsplatz in der Bibliothek saß den ganzen Spätsommer eine ziemlich große Kreuzspinne – sie hieß Esmeralda 😉

Dann gibt es noch Quizfragen zu beantworten – allerdings nicht bei jedem Thema – oder Forscheraufgaben, z. B. “So riecht dein Ohrenschmalz”, “So riecht der Ohrenschmalz deines Hundes” und “So riecht der Ohrenschmalz von …” (S. 80)

Weitere Elemente, die vorkommen:

  • Nicht-mehr-ekeln-Tipps – Zusatzinformationen oder Ausflugstipps, um an solche zu kommen
  • Aha! – erklärt etwas, was man schon mal beobachtet haben kann, ohne zu wissen, was da passiert
  • Ekel-Experiment – sich eine offene Wunde schminken oder eine Mumien-Party geben
  • Rekord! – beeindruckende Zahlen
  • Noch ekliger – Zusatzinformationen, die Ekel verstärken können
  • Ekel-Rezept – etwas zu essen herstellen, was eklig aussieht (und lecker schmeckt)

Am Ende des Buches kann man sich eine Ekel-Hitparade zusammenstellen, mit Foto oder Zeichnung, mit Steckbrief und Begründung. Die Lösungen zu den Quizfragen sind da auch untergebracht.

Ich finde auch dieses Buch von Bärbel Oftring klasse, denn sie vermittelt in klarer Sprache viele Informationen. Die wiederkehrenden Bestandteile einer Doppelseite geben den Informationen Struktur, die verschiedenen Kästchen und Kategorien sorgen für Abwechslung. Die humorvollen Illustrationen von Roberta Bergmann und Tonia Wiatrowski und die informativen Fotos bieten auf jeder Seite was zu entdecken.

Bärbel Oftring: Voll eklig. 55 eklige Dinge und was dahinter steckt, Haupt-Verlag, Bern, 2014, ISBN: 9783258078434