Voll eklig von Bärbel Oftring

Voll eklig von Bärbel Oftring

Von Bärbel Oftring habe ich ja schon mal was vorgestellt – hier kommt ihr neuestes Buch aus dem Haupt-Verlag und ich kann Ihnen versichern: Da lernen Sie auch noch was, nicht nur die Kinder.

„55 eklige Dinge und was dahinter steckt“ lautet der Untertitel – das geht von A wie Aas bis Z wie Zecken. Dazwischen tummeln sich Nasenpopel, Kröten, verschimmeltes Essen und Mumien. Jedes Thema hat eine Doppelseite und ein Ekelthermometer – hier kann ich eintragen, wie eklig ich ein Ding finde: von „überhaupt nicht eklig“ bis „schauerlich eklig“. Ebenfalls zu jedem Thema gibt es zwei bis drei Fragen in einem Kasten „Warum findest du XY eklig?“, auf die dann erläuternde Antworten folgen:

Menschen finden Pickel eklig, weil sie eitern – Das ist gut so, denn mit dem weißen Eiter werden die schädlichen Bakterien und Gifte umhüllt … (S. 83)

Menschen finden Gewölle eklig, weil sie wie Kotwürste aussehen – Das ist so, weil die unverdaulichen Nahrungsreste beim Herauswürgen die enge Speiseröhre passieren müssen (S. 40)

Brockhaus and Efron Encyclopedic Dictionary b69 258-0
Ich bin ja nicht die einzige, die Spinnen eher unheimlich oder eklig findet – Bärbel Oftring gibt spannende Informationen und zwar in moderner Sprache und mit ebensolchen Illustrationen
Und so weiter. Sie sehen – da werden Infos gegeben, die das Verständnis für eklige Phänomene stärken.  Bei einem meiner Ekelthemen habe ich so auch was erfahren, nämlich die Funktion der langen Beine bei Spinnen – unebener Untergrund kann so leichter überwunden werden. Ob das echten Spinnenphobikern tatsächlich hilft …?

Den Tipp, einer Spinne im Zimmer einen Namen zu geben, um mit ihr besser zusammenleben zu können, denn eigentlich ist  sie ja eine nützliche Mitbewohnerin, habe ich zu Studienzeiten in abgewandelter Form auch umgesetzt: Vor dem Fenster an meinem Arbeitsplatz in der Bibliothek saß den ganzen Spätsommer eine ziemlich große Kreuzspinne – sie hieß Esmeralda 😉

Dann gibt es noch Quizfragen zu beantworten – allerdings nicht bei jedem Thema – oder Forscheraufgaben, z. B. „So riecht dein Ohrenschmalz“, „So riecht der Ohrenschmalz deines Hundes“ und „So riecht der Ohrenschmalz von …“ (S. 80)

Weitere Elemente, die vorkommen:

  • Nicht-mehr-ekeln-Tipps – Zusatzinformationen oder Ausflugstipps, um an solche zu kommen
  • Aha! – erklärt etwas, was man schon mal beobachtet haben kann, ohne zu wissen, was da passiert
  • Ekel-Experiment – sich eine offene Wunde schminken oder eine Mumien-Party geben
  • Rekord! – beeindruckende Zahlen
  • Noch ekliger – Zusatzinformationen, die Ekel verstärken können
  • Ekel-Rezept – etwas zu essen herstellen, was eklig aussieht (und lecker schmeckt)

Am Ende des Buches kann man sich eine Ekel-Hitparade zusammenstellen, mit Foto oder Zeichnung, mit Steckbrief und Begründung. Die Lösungen zu den Quizfragen sind da auch untergebracht.

Ich finde auch dieses Buch von Bärbel Oftring klasse, denn sie vermittelt in klarer Sprache viele Informationen. Die wiederkehrenden Bestandteile einer Doppelseite geben den Informationen Struktur, die verschiedenen Kästchen und Kategorien sorgen für Abwechslung. Die humorvollen Illustrationen von Roberta Bergmann und Tonia Wiatrowski und die informativen Fotos bieten auf jeder Seite was zu entdecken.

Bärbel Oftring: Voll eklig. 55 eklige Dinge und was dahinter steckt, Haupt-Verlag, Bern, 2014, ISBN: 9783258078434

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