Zitatsammlungen von Jane Austen

Eine Autorin, die für ihren Witz, ihre Ironie und ihre Beobachtungsgabe gerühmt wird, ist natürlich eine Quelle für Zitate. Also gibt es zu Jane Austen solche handlichen Büchlein, die, thematisch sortiert, ihre Worte verbreiten.

Mein Liebling ist ja das “Jane-a-day“, von dem ich mindestens einmal pro Woche was bei Twitter einstelle (immer zum Datum, da wird nicht gepfuscht). Außerdem denke ich, dass ich daran länger als fünf Jahre Freude haben werde 😉

“Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen”

Im Insel-Verlag ist gerade ein sehr handliches kleines Büchlein erschienen: “Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen” heißt es. Die Übersetzungen, die ihm zugrundeliegen, stammen alle ebenfalls aus dem Insel-Verlag – kommen mir also manchmal etwas unvertraut vor (das kann den Blick aufs Original nur schärfen!). Weiterlesen

Die schöne Cassandra von Jane Austen

2012 erschien die Sammlung der gesammelten Jugendwerke von Jane Austen erstmals auf Deutsch – in der mir sehr vertrauten Übersetzung von Christian und Ursula Grawe (ich bin mit den Reclambändchen der Werke Austens sozialisiert).

Die Texte entstanden in der Teenagerzeit von Jane Austen, zwischen 1786 und 1793 und dienten der abendlichen Unterhaltung im Familien- und Freundeskreis. Insgesamt 27 Werkchen – im Umfang zwischen einer halben Seite und einer Novelle von ca. 50 Seiten – hat Jane Austen offensichtlich selber zusammengetragen, denn sie finden sich in drei Heften, säuberlich geschrieben und mit „Band 1-3“ bezeichnet, sorgfältig aufbewahrt. Ja, die Hefte wurden sogar regelgerecht vererbt – sie kamen im Testament vor.

Aber was erzählt sie denn nun? Weiterlesen

Love and Friendship von Jane Austen – deutsch

rp_Bild-Klassiker-300x19921-300x199.jpgHa – da hatte ich mich doch nicht getäuscht, als meine erste Assoziation zum Film „Love & Friendship” der Satz war: „Wir fielen abwechselnd auf dem Sofa in Ohnmacht.“ Er stammt nämlich nicht aus dem Buch „Lady Susan”, das die Vorlage für den Film abgibt, sondern aus den Jugendwerk „Love and Friendship“, auf Deutsch „Liebe und Freundschaft“, von Jane Austen. Weiterlesen

Ein Monat auf dem Land von J. L. Carr

rp_Bild-Unterhaltung-150x1501111.jpgBei der LitBlog Convention im Juni 2016 haben wir in einer Session eine Covergestaltungskonferenz nachgespielt. Das Buch von J. L. Carr war auch dabei. Und der Bucheinband, der letzten Endes dabei herausgekommen ist, verbunden mit den kurzen Hinweisen zum Inhalt, hat dazu geführt, dass ich mir den kleinen Band vorgenommen habe.

„Ein Monat auf dem Land“ lautet der Titel und J. L. Carr lässt darin einen Bilderbuchsommer aufleben. Sein Protagonist, Tom Birkin, hat die Hölle des Ersten Weltkriegs überlebt, wurde von seiner Frau verlassen und hat nun in der ländlichen Einsamkeit von Yorkshire einen Auftrag als Restaurator angenommen. Er ist, wie viele andere Veteranen des großen Krieges, auf der Suche nach Heilung. Was erst als ein Rückzug in die Einsamkeit gedacht war, entwickelt sich im Laufe der rund 150 Seiten zu einem sozialen Geflecht, in dem der Versehrte unvermutet Aufgaben und einen Platz findet. Die Arbeit am freizulegenden Wandgemälde, die ihn hierher geführt hat, bringt ihm ebenfalls größere Befriedigung, als er sich vorher vorstellen konnte.

So sieht es bei einer Coverkonferenz aus.

So sieht es bei einer Coverkonferenz aus.

J. L. Carr erzählt leicht, lässt auch die Zeit des Erzählers, Jahrzehnte nach dem Geschehen, immer wieder einfließen. Besonders diese zeitliche Distanz zwischen 1978 und 1920 kommt immer wieder zur Sprache, wenn er das Leben aus einer Zeit, für die Pferd und Wagen und Petroleumlampen Alltag waren, so lebendig wieder auferstehen lässt. Er schafft es, von einer Heilung zu erzählen, ohne in Pathos oder Kitsch zu verfallen, denn allen Beteiligten – Autor, Erzähler, Protagonist, Leserin – ist klar, dass es sich dabei um ein komplexes, vielschichtiges und unwägbares Geschehen handelt. Ein wirklich zauberhaftes Buch.

Ach ja, zu Kunstgeschichte und Mittelalter erfährt man auch einiges – Tom Birkin ist ein Fachmann.

Das Buch ist 1978 erstmals erschienen – im Original – und hat im Laufe der Zeit in England immer wieder Neuauflagen erfahren, wurde auch verfilmt; schön, dass es das jetzt auch auf Deutsch gibt 😉

J. L. Carr: ein Monat auf dem Land, übersetzt von Monika Köpfer, DuMont Buchverlag, Köln, 2016, ISBN: 9783832198350

Drei Variationen zum Thema - und das ganz links ist von 2011 ...

Drei graphische Variationen zum Thema – und das ganz links ist von 2011 …

Eine Dame von Welt von Henry James

rp_Bild-Klassiker-300x19921.jpgBisher hatte ich noch nichts von Henry James gelesen – zu meiner Schande sei es gesagt. Die anlässlich seines 100. Todestages Ende Februar vom Aufbau-Verlag erstmals auf Deutsch vorgelegte Erzählung “Eine Dame von Welt” (im englischen Original “The siege of London”) bot mir einen willkommenen Einstieg.

Es geht um Nancy Headway – fast ausschließlich als Mrs. Headway benannt -, eine “Southern Beauty” aus San Diego mit bewegtem Lebenslauf, die in der vornehmen Gesellschaft Europas Fuß fassen will. In den USA ist es ihr nicht gelungen – zu bekannt sind ihre vielen Ehen, die mit Scheidung endeten. Und es fehlt ihr ein bisschen 😉 das Savoir-vivre. Deutlich wird das, wenn sie in einem vornehmen Lokal mal eben die Gläser nachpoliert. Auch ihre Sprechweise ist alles andere als vornehm-zurückhaltend. Fürs Fußfassen ist sie auf gutem Wege, denn der junge Lord Arthur Demesne liegt ihr zu Füßen und erwägt eine Heirat; wenn sie denn eine “ehrbare” Frau ist. Davon nun soll ihn ein alter Freund Mrs. Headways, George Littlemore, der ihr in Paris wieder begegnet, überzeugen. Der hat aber bereits gegenüber dem jungen Botschaftsangehörigen Waterville, mit dem er sie im Théatre Française, sah, die Frage nach ihrer Ehrbarkeit verneint.

In den beiden Teilen der Erzählung  – erst Paris, dann England – bekomme ich Einblick in die verschiedenen Gedankengänge der Hauptpersonen – besonders von Littlemore und Waterville. Muss George Littlemore tatsächlich verhindern, dass die erfahrene Frau, Witwe und mehrfach geschieden, einen jungen Mann adliger Abkunft heiratet? George Littlemore ist ein Mann der Gesellschaft, reich und gelangweilt und es nervt ihn ziemlich, dass ihn alle mit dieser Frage behelligen: Waterville, seine Schwester, die Mutter Arthur Demesnes – er hält sich da lieber raus.

Was den Stil von Henry James auszeichnet, ist seine Ironie. So beschreibt er den Auftritt von Mrs. Headway im Landhaus von Arthur Demesne :

Mrs. Headway trat vorzüglich ein in die englische Gesellschaft mit ihrem bezaubernden Lächeln auf den Lippen und die Trophäen aus der Rue de la Paix hinter sich herschleifend. (S. 64)

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Ob diese Dame ihre Kleidung auch in der Rue de la Paix gekauft hat?

Henry James kommentiert ihr Auftreten ein bisschen liebevoll und gleichzeitig kritisch – aus der Sicht Watervilles, der sich als Botschaftsangehöriger für seine Landsleute zuständig fühlt; James nutzt hier das Bild von Hirte und Schäfchen und sicher ist es nicht unbeabsichtigt, dass der junge Amerikaner eine Pfarrersfrau als Tischdame hat. Ein bezaubernder Schlenker, wie ich finde.

Ein Thema des Amerikaners Henry James ist die Verschiedenheit der Kultur zwischen einzelnen Ländern – nicht nur Amerika im Vergleich zu Europa, sondern auch innerhalb Europas, bspw. der zwischen England und Frankreich. In dem Essay “Gelegentlich Paris”, der in dieser Ausgabe auf die Erzählung folgt, geht er dem nach. Und auch hier gibt es Formulierungsschmankerl; der Autor bezieht sich auf das Theaterstück “Le Demi-Monde”  von Alexandre Dumas Fils (das er auch in der Erzählung zitiert) und in dem es ebenfalls um die Bemühung einer nicht mehr ehrbaren Frau in die gute Gesellschaft geht. Ihr wird dieser Einstieg durch einen ehemaligen Liebhaber unmöglich gemacht – eine zutiefst moralische Zwickmühle. Der Unterschied zwischen englischem und französischem Publikum würde nun darin bestehen, meint James, dass die Vorlieben in England nicht bei dem Liebhaber lägen, wie es in Frankreich der Fall war, sondern bei der Frau. Die Begründung gibt er in einer rhetorischen Frage:

Ist dies der Fall, weil ein solches Publikum, obwohl es keine so hübsche Sammlung von Podesten zur Erhöhung des schönen Geschlechts hat, letztlich mangels allzu großer Ritterlichkeit viel zarbesaiteter ist? (S. 122)

Insgesamt habe ich die Erzählung genossen und werde, wenn ich mal einen Schmöker brauche, wohl auch mal zu einem dickeren Werk von Henry James greifen.

Zu der Sache mit dem Titel hat Marius Fränzel in seinem Blog Bonaventura einen wunderbaren Einstieg geschrieben, den ich Ihnen ans Herz lege.

Henry James: Eine Dame von Welt. Eine Salonerzählung, aus dem Englischen von Alexander Pechmann. Aufbau-Verlag, Berlin , 2016 , ISBN: 9783351036348

Die Geschichte vom Prinzen Genji von Murasaki Shikibu

rp_Bild-Klassiker-300x1992.jpgSeit der Buchmesse 2014 liegt dieses bibliophile Prachtwerk bei mir rum und wartet auf seine Besprechnung. Aber dieser klassische japanische Roman, verfasst von der Hofdame Murasaki Shikibu (naja, ob die Hofdame so hieß, ist fraglich; da sie unbekannt ist, hat man den Namen der Protagonistin zum Autorinnennamen gemacht) so um das Jahr 1000 u. Z. hat ja schon ein gewisses Alter – da kann auch die Besprechung im Blog ein wenig warten. Es ist halt kein Buch “für mal eben zwischendurch”; die beiden Bände aus dem Manesse Verlag umfassen rund 1800 Seiten und da die Handlung a) weit weg und b) vor langer Zeit spielt, sind die Anmerkungen durchaus hilfreich (erfreulicherweise stehen sie als Fußnoten direkt unter dem Text – hier wäre ständiges Nach-hinten-Blättern echt umständlich).

Im Vorwort erläutert Oscar Benl, der Übersetzer und Fachmann für japanische Literatur, schon mal ein paar Hintergründe, einschließlich solcher Spezialinformationen wie über appretierte und nicht-appretierte Stoffe, über die Kleidung – mehrschichtiges System – und das Farbempfinden, über die Hofgesellschaft, die Anlage des Palastes und vieles mehr. Zu Glück tauchen die Informationen an passenden Stellen noch mal in den Fußnoten auf, denn  man kann sich das unmöglich beim ersten Lesen alles merken.

Die Übersetzung von Oscar Benl stammt aus den 60er Jahren – den Roman um den Prinzen Genji zu übersetzen hat aus dem Original kein weiterer deutscher Übersetzer versucht; die einzige andere Übersetzung ins Deutsch ist eine aus dem Englischen  aus den 50er Jahren …

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Handgeschrieben Seiten des Genji Monogatari der Papierrolle aus dem 12. Jahrhundert

Wie schwierig die Überlieferungsgeschichte ist, ist ebenfalls Thema in der Einleitung zum Buch – es hat verschiedene Abschriften des Buches gegeben; mich hat diese Situation an die Überlieferung des Nibelungenliedes erinnert. Den jeweils verwendeten Textkorpus könnte man also auch noch diskutieren. Tanizaki Jun’ichirō, dessen 50. Todestag letztes Jahr war, hat seinerseits versucht, den Text in modernes Japanisch zu übertragen.

Erzählt wird die Geschichte des Prinzen Genji, dem Sohn eines Kaisers mit seiner vor allen anderen Frauen bevorzugten Konkubine, die früh stirbt – die Reaktion des Kaisers auf den Tod der geliebten Frau ist detailliert beschrieben, sein Kummer ist groß und berichtenswerrt. Der Sohn wird nicht sein Nachfolger – die reguläre Thronfolge setzt der Vater nicht zugunsten seines Lieblingssohns außer Kraft. So lebt der junge Prinz ohne wirtschaftliche Probleme, widmet sich den schönen Künsten und besonders den Frauen. Eine Zeitlang geht er in die Verbannung, kommt aber an den Hof zurück; er hat zahlreiche Geliebte, sein Innenleben wird detailliert geschildert und gedeutet. Es ist ein Roman, der in Hinblick auf psychologische Schilderungen einen modernen Touch hat. Ihn zu verstehen, ist schon schwieriger; sprachliche Eigentümlichkeiten der Heian-Zeit – aus Höflichkeit keine Namen zu verwenden, beispielsweise –  oder die Verwendung sehr vieler Gedicht-Zitate erschweren schon für den modernen japanischen Leser die Lektüre, wie sehr erst für uns. Andererseits – wenn ich die Gedichte einfach nur als Gefühlsausdruck nehme, kann ich die Zartheit der Gefühle nachempfinden.  Auch wenn die Geschichte so alt ist, lässt sie sich besser lesen als manch europäischer Klassiker – zumindests in der Übersetzung; wie es Japanern damit geht, weiß ich nicht. Ein Teil des Reizes für mich liegt darin, dass ich einen Einblick in einen historischen Teil derGesellschaft eines meiner Sehnsuchtsländer bekomme.

Die Neuauflage aus dem Jahr 2014 – ich erwähnte es im ersten Satz – ist ein haptisches und optisches Vergnügen. Der Einband aus Leinen sieht seidig aus und fühlt sich auch so an, das Papier ist edel, der Schuber für die beiden Bände zeigt einen Teil einer historischen Handschrift des Romans. Eine Ausgabe mit “Hach!”-Faktor 😉

Murasaki Shikibu: Die Geschichte vom Prinzen Genji. Altjapanischer Liebesroman, übersetzt von Oscar Benl, mit einem Nachwort von Eduard Klopfenstein, 2 Bände im Schuber, Manesse Verlag, Zürich, 20014, ISBN: 9783717523642

Die Schmuggler von Josep Pla

rp_Bild-Klassiker-300x1992.jpgLetztes Jahr habe ich beim Wagenbach Verlag einen schmalen Band von Josep Pla gewonnen. “Die Schmuggler” klingt ja erstmal nach einer Abenteuergeschichte. Doch letztlich läuft es auf eine Betrachtung hinaus. Der Ich-Erzähler schildert die Fahrt mit einem Segelboot, das einst ihm gehörte. Sinn und Zweck der Reise ist Schmuggel – aber dazu kommt es nicht.

Das Schiff mit Namen “Mestral” gerät in einen solchen Mistral-Sturm. Josep Pla beschreibt detailliert die mit dem Sturm einhergehenden Naturerscheinungen. Er lässt mich als Leserin förmlich mit eintauchen in die Fahrt durch Wellentäler, über Untiefen hinweg. Überhaupt sind solchen präzisen Schilderungen ein wichtiger Teil des Textes. So nimmt Josep Pla mich auch mit in seiner Erinnerung an den Bau des Schiffs – so nah dran bin ich da noch nie gewesen ;-).

259 Josep Pla a la plaça del Repòs, Sant Miquel del Fai

Das Denkmal des populären katalanischen Autors in Sant Miquel del Fa. Enric, 259 Josep Pla a la plaça del Repòs, Sant Miquel del Fai, CC BY-SA 3.0

Die Frage nach dem Abenteuer wird angesichts dieser Beschreibungen hinfällig. In gewisser Weise ist es ein Abenteuer, das Josep Pla schildert – und dann eben auch wieder nicht. Ich hatte nach dem Titel etwas völlig anderes erwartet, kann aber nicht sagen, ich sei enttäuscht ;-).

Die Handlung spielt in Katalonien, in den frühen 40er Jahren; Schmuggel war damals etwas sehr Übliches. Eberhard Geisler, der Übersetzer, berichtet im Nachwort, dass Josep Pla selbst sich ebenfalls als Schmuggler versucht habe und gescheitert sei.

Josep Pla schrieb in katalanischer Sprache und hat so zu Erhalt und Weiterverbreitung seiner Muttersprache beigetragen.

Josep Pla: Die Schmuggler,übersetzt von Eberhard Geisler, Wagenbach Verlag, Berlin, 2014, ISBN: 9783803113047

Tanizaki Jun’ichirō bei Manesse

Heute vor 50 Jahren starb der japanische Autor Tanizaki Jun’ichirō. Seine Werke sind auch in Europa und in  den USA viel gelesen worden. Mir waren auf der Buchmesse im Oktober die drei schön aufgemachten schmalen Bände aus dem Manesse-Verlag aufgefallen:

Die Buchtitel von Tanizaki Jun’ichirō, wie ich sie im Oktober gesehen habe.

Die Buchtitel von Tanizaki Jun’ichirō, wie ich sie im Oktober gesehen habe.

Japan ist ja eh’ so ein Sehnsuchtsland von mir – also habe ich mich mit den Büchern beschäftigt.

Der Stil dieser Essays ist so eigenartig, dass ich erst mal zu Sekundärliteratur griff, um mich über den Autor und seine Zeit schlau zu machen. Tanizaki Jun’ichirō hat in den verschiedenen Phasen seines langen Lebens sein Thema – die Suche nach der Schönheit – unterschiedlichst abgehandelt. Als junger Autor nutzte er die noch recht frisch in Japan bekannt gewordenen Stilmittel des Westens. Der Japanologe Eduard Klopfenstein (der auch die vorliegenden Bücher übersetzt hat), spricht von einem Ästhetizismus, der sich an die Literatur des Fin de Siècle anlehnt. Weiterlesen

Es muss nicht immer Kaviar sein von Johannes Mario Simmel

rp_Bild-Unterhaltung-150x150111.jpgDas war jetzt ein paar Tage lang meine Sommerlektüre – ein Klassiker der Unterhaltungsliteratur: Der achte Titel, den Johannes Mario Simmel verfasste und der wahrscheinlich nicht nur in meinem Haushalt sein Dasein in der Küche fortführen wird.

Bisher habe ich nichts von Johannes Mario Simmel gelesen – doch als mir eine Bekannte letztens davon erzählte und es dann so heiß wurde, war das genau die richtige Lektüre: leicht und heiter. Wer mein Blog schon ein bisschen kennt, weiß, dass ich Karl-May-Leserin bin und da habe ich eine besondere Schwäche für die Münchmeyer-Romane. Genau in die Kategorie fällt auch “Es muss nicht immer Kaviar sein”. Weiterlesen

Niemals eine Atempause von Joachim Sartorius

rp_Bild-hauptsache-Lyrik-300x2431-150x1501111111111111.jpgPolitische Poesie – was heißt das fürs 20. Jahrhundert? Man könnte hingehen und das theoretisch klären – Joachim Sartorius geht einen anderen Weg: Er zeigt es.

Vom Genozid an den Armeniern bis zu den Balkankriegen unserer Tage (90er Jahre) kommen die Konflikte der Welt im Gedicht vor: Apartheid, kubanische Revolution, Koreakrieg und die damit verbundenen Konflikte gehören zu denen, die im Bewusstsein vieler (mich eingeschlossen) nicht automatisch mit politischer Lyrik verbunden werden – hier kommen Dichterinnen zu Wort, die sich dazu geäußert haben. Große Bandbreite bieten die bekannten Themen: Erster und zweiter Weltkrieg, Nazizeit, russische Revolution und die Zeit nach 1945. Aber auch politische Utopie – zumindest in einer Ausformung – findet Raum: “Die grüne Utopie” ist das 19. Kapitel überschrieben. Einen Anhang der besonderen Art gibt es auch – Gedichte von Diktatoren … Weiterlesen