Openbare Bibliotheek Amsterdam (OBA) – ein kurzer Besuch dort

Eigentlich wollte ich mir  “Nemo” anschauen, das Wissenschaftsmuseum in Amsterdam in dem beeindruckenden Bau von Renzo Piano. Doch dann kam ich an der OBA (Openbare Bibliotheek Amsterdam) vorbei – an einem Sonntag – und sie war offen 🙂

OBA Amsterdam Öffnungszeiten

Öffnungszeiten der OBA

Sie können sich vorstellen, dass ich schneller drin war, als man “Buch” sagen kann.

Der erste Eindruck: Die OBA ist hell, großzügig und freundlich. Neben Rolltreppen und Aufzügen gibt es auch Treppen, die die sechs Etagen miteinander verbinden.

OBA Orientierungsplan

Übersicht über Etagen der OBA – wo finde ich was?

Die Aufteilung isst überall ähnlich: In der Nähe der Rolltreppen ist ein Tisch mit den Verbuchungsautomaten – Ausleihe, Verlängerung und Rückgabe sind hier möglich. Daneben ist bei den Arbeitsplätzen, die um ein “Loch” angeordnet sind, auch der Platz für die Bibliotheksangestellten – Fragen werden schnell und freundlich beantwortet (okay, ich hatte nur wegen der Fotgrafiererlaubnis gefragt …). Weiterlesen

Internet in der Public Library – eine Infografik

bibliothekarisch.de hat eine Infografik weitergegeben, die mich interessiert, da ich ja letzten Sommer eine Public Library-Tour gemacht haben 🙂

Freier Internetzugang in Bibliotheken wird danach von von einem Drittel der Bibliotheksnutzer genutzt, v.a. für Bildung, aber auch Berufliches und Gesundheitsthemen sind wichtige Themen. Besonders wichtig ist der kostenlose Internezugang für Geringverdienende – oft kommen sie nur auf diese Weise ins Netz und an dort vorhandene Informationen.

Ziel der Infografik ist, die Bedeutung dieses Angebots zu veranschaulichen und – natürlich – eine bessere finanzielle Ausstattung zu fordern. Die Art der Bibliotheksfinanzierung ist ja in den USA ganz anders als bei uns.

Zu Infografiken allgemein:

Ich mag ja diese bunten Bildchen, die man entlang scrollen muss oder kann, um weitere informationen zu bekommen.

Screenshot von bibliothekarisch.de mit dem Anfang der infografik

Screenshot von bibliothekarisch.de mit dem Anfang der Infografik

English Summary

Today I’ve found an infographic that demonstrate the need of funding free internet access in public libraries; it’s important for many  – often poor – people in America. I’m always impressed by such images transporting information in an attractive way. On my tour in public libraries last summer I’ve seen these institutions with great pleasure – and I’ve learned about the difference in funding between Germany and the USA.

Jane-a-Day – passend zum 1.1.

Bei meinem Besuch in der Public Library in New York City habe ich mich auch an der Unterstützung dieser wunderbaren Einrichtung beteiligt:

Diese Tüte beweist es: Ich habe im Shop der New York Public Library was eingekauft. Heute gibt’s Näheres zu diesem Einkauf

Diese Tüte beweist es: Ich habe im Shop der New York Public Library was eingekauft. Heute gibt’s Näheres zu diesem Einkauf

Das Buch, das Sie da sehen können, heißt “Jane-a-Day: 5-Year Journal with 365 Witticisms by Jane Austen“.

Da ich manchmal ein ordentlicher Mensch sein kann, wollte ich das Buch nicht mitten im Sommer beginnen und habe es mir für den heutigen Tag aufgespart. Für den 1.1. lese ich also:

There is nothing I would not do for those who are really my friends. I have no  notion of loving people by halves, it is not my nature. (Northanger Abbey)

Nun, da kann ich nur hoffen, dass Jane und ich fünf angenehme Jahre miteinander haben werden und sie feststellen kann, dass ich eine echte Freundin bin, was sag ich Freundin: Fan! Was sie dann für mich tun kann: Jeden Tag einen Satz sagen, zum Nachdenken, Lachen oder Weitersagen.

Es gibt also für jeden Tag im Jahr (auch für den 29. Februar!) einen Satz von Jane Austen, aus ihrem Werk oder der Korrespondenz und darunter fünf Mal die Möglichkeit, etwas dazu zu notieren – die Jahreszahlen müssen nur ergänzt werden, da steht “20__”

So, das ist jetzt so eine Art Vorsatz fürs neue Jahr (und darüber hinaus: 5-Year Journal 😉 ):

Mein erster Eintrag in Jane-a-Day. Foto: Christian Baller

Mein erster Eintrag in Jane-a-Day. Foto: Christian Baller

Jane-a-Day: 5-Year Journal with 365 Witticisms by Jane Austen, Potter Style, New York, 2012, ISBN: 9780307951717

English Summary

When I was in NYC last Summer I bought this little book, you can see on the photo – for every day of the year I now will have a witticism of Jane Austen, my favorite author of english literature, and the possibility to write down my own thoughts about the the sentence of the day – every day and for five years. This is: Jane-a-Day: 5-Year Journal with 365 Witticisms by Jane Austen. And I’ve started it today.

Public Library in Amerika – mein Fazit

Fünf Mal habe ich eine Public Library im August besucht, in teils sehr unterschiedlichen Orten:

  • Provincetown ist ein kleiner Küstenort mit saisonal aufflutendem Besucherandrang.
  • Newport ist eine kleine Stadt mit einer früher mal sehr reichen Bevölkerung – ebenfalls touristisch erschlosssen.
  • Mystic ist ein alter Walfängerhafen mit einem touristischen Anziehungspunkt im alten Seehafendorf – allerdings liegt die Bibliothek eher versteckt.
  • Jersey City ist eine Großstadt direkt neben New York City mit einer multikulturellen Gesellschaft.
  • Und New York ist halt New York …
  • Und dann war ich noch in einer Bibliothek einer Seniorenresidenz – aber das ist kein eigener Artikel  😉

In erster Linie ist jede dieser Bibliotheken v. a. für die ansässigen Leute gedacht. Frage ist nun: Was unterscheidet das amerikanische System von unserem? Dabei kann ich natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben – schließlich war ich nur in einem Minibruchteil von Amerika unterwegs und habe da auch nur einen Minibruchteil an Bibliotheken gesehen (die Zeit da drüben war ja mein Urlaub und zwar mit Familie).

Trägerschaft für eine Public Library

Wenn wir “öffentlich” hören, noch dazu in Zusammenhang mit Bücherei oder Schule, denken wir hier in Deutschland an “öffentliche Hand“, also die Stadt, das Land, den Bund – da wird etwas aus Steuergeld finanziert. Und gerade bei Bibliotheken, Schwimmbädern, Schulen und Kultureinrichtungen mussten wir in den letzten Jahren immer wieder die Erfahrung machen, dass da Geld gekürzt wurde – ein Teil davon ist nämlich eine so genannte “freiwillige Leistung”, was heißt, dass die “öffentliche Hand” nicht dazu verpflichtet ist, das vorzuhalten, oder nicht in dem bisherigen Ausmaß. Kennen wir alle.

Mit den Suchbegriffen >"freiwillige Leistung", Kultur, Haushalt< kommen  - nach der Werbung - gleich eine gnaze Reihe von Eiträgen, die deutlich machen, dass der Kampf gegen Kürzungen im Kulturbereich eine never endig story ist.

Mit den Suchbegriffen >”freiwillige Leistung”, Kultur, Haushalt< kommen – nach der Werbung – gleich eine ganze Reihe von Einträgen, die deutlich machen, dass der Kampf gegen Kürzungen im Kulturbereich eine never ending story ist.

“Public” bedeutet im Zusammenhang mit der Public Library aber nicht, dass hier die Stadt oder der Staat die Hand im Spiel hat, sondern, dass es eine öffentlich zugängliche Einrichtung ist. Für alle geöffnet. Zum großen Teil sogar kostenlos: Mitgliedsausweise gibt es für Bewohnerinnen oder Arbeitnehmerinnen im Ort umsonst. Man braucht nur eine Bescheinigung über Wohnort oder Arbeitsplatz.

Finanziert werden die Büchereien durch Stiftungen und Spenden. Das scheint gut zu funktionieren, denn z. B. in Mystic wurde vor knapp zehn Jahren noch ein schöner Anbau bewerkstelligt, alle Büchereien verfügen über moderne Arbeitsgeräte für die Nutzerinnen und aktuelle Medien.  Die Spendenaufrufe sind obligatorisch:

Für die Redwood-Library gibt es unterschiedliche Modelle:

  • Jährliche Zuwendung (wer mehr als 1.500 $ pro Jahr spendet, wird automatisch Mitglied in der Abraham Redwood Society)
  • testamentarische Verfügungen
  • Der jährliche Bericht steht online – Transparenz at its best.

Bei der Public Library in Mystic ist der “Donate-Button” direkt auf der Startseite.

Bei der Free Public Library in Jersey City gibt es einen Aufruf der Direktorin – es gibt auch direkt eine Seite “Donations” mit Sofort-Spende-Button.

In New York sind die Möglichkeiten, die Bibliothek zu unterstützen, sehr vielfältig:

  • Förder-Mitglied werden
  • freiwillig mitarbeiten
  • die Bibliothek bekannt machen
  • Geld spenden
  • eine Spenden-Veranstaltung besuchen (Frühlings-Dinner z. B.)
  • Bücher oder andere Medien spenden
  • im Shop einkaufen

(Also, zwei der Möglichkeiten habe ich ergriffen 😉 )

Diese Tüte beweist es: Ich habe im Shop der New York Public Library was eingekauft. Über den Einkauf erzähle ich ein ander Mal mehr.

Diese Tüte beweist es: Ich habe im Shop der New York Public Library was eingekauft. Über den Einkauf erzähle ich ein anderes Mal mehr.

Andererseits ist gerade bei den kleineren Bibliotheken der Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen üblich – auch das ist eine Folge von ressourcensparender Verwaltung. Das Engagement dieser Menschen läuft für mich auch unter “Spenden”.

Die Spendenbereitschaft ist in den USA – für mich an dieser Stelle deutlich spürbar – sehr viel höher als bei uns. Die Anerkennung von Spenden ist auch viel öffentlicher: In allen Büchereien gibt es Räume, die nach Wohltätern benannt wurden. Oder die Regale in P’town … Außerdem gibt es Bibliotheken, die ein “Memorial” im Namen tragen:

Aus den Wikipedia Commons habe ich mal Bildmaterial zu ein paar Bibliotheken in Connecticut ausgeschnitten - "Memorial" kommt in den Namen der Büchereien sehr oft vor. Hinzu kommen noch die, die nach jemandem benannt sind, ohne, dass "Memorial" dabeisteht.

Aus den Wikipedia Commons habe ich mal Bildmaterial zu ein paar Bibliotheken in Connecticut ausgeschnitten – “Memorial” kommt in den Namen der Büchereien sehr oft vor. Hinzu kommen noch die, die nach jemandem benannt sind, ohne, dass “Memorial” dabeisteht.

Unabhängig mal von den Bibliotheken gibt es das auch sonst viel mehr: Auf den Boardwalk in Sandwich habe ich ja schon hingewiesen. Ansonsten gibt es die Sache mit den Highways: “Adopt a highway” steht dann da und ggf. darunter der Name der Firma, die für die nächsten zwei Meilen zahlt. Das hat auch “unangenehme” Gründe: Ohne Spenden liefe da weniger, weil es halt weniger Steuergelder dafür gibt. Steuern sind in Amerika nicht so gut gelitten. Ich habe auch Brücken gesehen, die – oft nach militärischen – Männern benannt waren.

Geschichte der Public Library an sich in Amerika

Vielleicht ist es Ihnen ja auch aufgefallen: Alle fünf Bibliotheken haben ihre Wurzeln in derselben Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts. Da gab es eine regelrechte Gründungswelle von Bibliotheken. Jeder Ort sah zu, dass er eine Bücherei in seinem Gebiet hatte. Gegründet oft von  – meist – Söhnen der Stadt, die erfolgreich waren. Aber auch sonst gaben viele reiche Männer Geld für diese Projekte. So erklärt es sich, dass es viele Bibliotheken in den USA gibt, die nach demselben Menschen benannt sind, z. B. nach Andrew Carnegie, der über 1.000 Bibliotheken in den Staaten finanzierte (zu der in Jersey City hat er auch was beigetragen, als es an den Ausbau der Zweigstellen ging).

Eine nette Anzahl der über 1000 Bibliotheken, die ihre Existenz der Stiftung von Andrew Carnegie verdanken, ist bei Tante Wiki aufgezählt.

Eine nette Anzahl der über 1000 Bibliotheken, die ihre Existenz der Stiftung von Andrew Carnegie verdanken, ist bei Tante Wiki aufgezählt.

Da kein Krieg innerhalb der USA stattfand, konnten die Gebäude aus der Gründungszeit erhalten bleiben; mussten es im Grunde auch, denn die Stiftungsvermögen und Spenden reichen zwar zum Weiterbetrieb, aber Neubauten sitzen eher nicht drin. Bzw. die gibt es dann bei Zweigstellen oder anderen Erweiterungsmaßnahmen, denn die Bevölkerung ist ja inzwischen gewachsen und das erfordert mehr Raum. Der positive Effekt: Viele der Büchereien sind in schönen Gebäuden untergebracht: weitläufig, mit alten Holzarbeiten, Gemälden, stuckverzierten Decken oder Bibliotheksmöbeln von Anno Dunnemals.

Eine Konstante in der Public Library in den USA:

Webster’s Third New International Dictionary lag in jeder Bibliothek, die ich aufgesucht habe,  aufgeschlagen auf einem Tisch – sogar in der der Seniorenresidenz nördlich von New York. Entweder im Reference-Room oder im Lesesaal. Das fand ich total faszinierend. Webster’s scheint für Lesende und Schreibende in Amerika von großer Wichtigkeit zu sein (zumindest aber für die Bibliothekarinnen 😉 ). Und obwohl ein paar Exemplare in den großen Bibliotheken – Jersey City, New York – ein bisschen zerfledderter aussahen als in den kleinen, scheint der Gedanke an Vandalismus keine Rolle zu spielen.

So, nun habe ich Ihnen alles erzählt, was ich mit den Public Libraries während meines Urlaubs in Amerika erlebt habe. Ich habe tatsächlich zu einem guten Teil das gefunden, was ich aus den Büchern kannte: Büchereien mit meist recht großzügigen Öffnungszeiten, mit einer Vielzahl an Medien, die frei zugänglich sind. In den kleinen Orten einen sehr persönlichen Umgang zwischen den Angestellten und den Nutzerinnen. Und eine große Freundlichkeit gegenüber der Frau, die da reinkam und meinte, sie wolle in Deutschland in ihrem Blog über amerikanische Bibliotheken schreiben. Vielen, vielen Dank an alle, die sich mit mir unterhalten haben, die mir Schätze ihrer Bibliothek gezeigt haben, die sich Zeit für mich genommen haben.

English Summary

Five libraries – that’s all, what I’ve seen in three weeks in America. It has been as expected from the novels: great rooms with books and other media, free for all in the town. Very friendly librarians, who were interested to show me, what to find especially in their own library. And I’ve learned about the history of libraries in the United States about the funding by donations and foundations – so much different from the funding in Gemany, where libraries are to run by the urban administration. And I’ve seen a habit, that I’ve appreciated very much: In every library there was the Webster’s Third New International Dictionary on a table, reday for use. Very nice. My little tour has been a very pleasant experience – thank you so much!

Ein erfüllter Traum: Besuch einer Public Library! Teil 5: New York

Das Größte zum Schluss. Nun ja, unsere Reise endete nun mal in New York City 😉 Wie Sie sich vorstellen könne, gibt es in New York City nicht einfach nur eine Public Library. Es ist ein System von verschiedenen Angeboten in Manhattan und darüber hinaus in New York City . Gemeinsames Zeichen aller Niederlassung ist dieser hübsche Löwe, der vor der ursprünglichen und größten Bücherei hockt und sich als Logo sehr gut macht:

Eine von zwei Löwenskulpturen, die den Eingang der Public Library in NYCV schmücken

Eine von zwei Löwenskulpturen, die den Eingang der Public Library in NYC schmücken

So sieht das Logo der Public Library aus - der Löwe hängt dann auch als Erkennungszeichen auf Fahnen vor den Zweigstellen.

So sieht das Logo der Public Library aus – der Löwe hängt dann auch als Erkennungszeichen auf Fahnen vor den Zweigstellen.

 

 

 

 

 

 

Ich habe „nur“ die Bücherei an der 42. Straße besucht – und hatte da leider auch nicht den ganzen Tag Zeit. So bekommen Sie nur ein paar wenige Eindrücke geschildert und ein paar Fotos, denn hier darf man – ohne Blitzlicht – fotografieren. Weiterlesen

Ein erfüllter Traum: Besuch einer Public Library! Teil 4: Jersey City

In einer Großstadt ist das mit der Public Library natürlich eine ganz andere Sache als in kleinen Städten oder Dörfern:

  • Es gibt viel mehr Bücher
  • Es gibt eine größere Vielfalt v. a. an Sach- und Fachbüchern
  • Es gibt mehr Sicherheitsvorkehrungen

Letzteres drückt sich in der Public Library in Jersey City  durch die Plakate aus: „Keep smiling! You are under the surveillance camera.“ Weiterlesen

Ein erfüllter Traum: Besuch einer Public Library! Teil 3: Mystic

Das wird ein bildlastiger Beitrag, denn in der Public Library in Mystic  in Connecticut durfte ich nach Herzenslust fotografieren – und es gab eine Menge Sehenswertes.

Die Bücherei wurde Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts von einem Sohn der Stadt, Captain Elihu Spicer, gegenüber seinem eigenen Sommerhaus gestiftet. Leider kam er vor Vollendung seines menschenfreundlichen Werks bei einem Unfall ums Leben. In seinem Testament hatte er aber alles genau festgelegt und eine seiner Schwestern kümmerte sich darum, dass alles wie von ihm vorgesehen umgesetzt wurde. Dass der Mann mit Schiffen zu tun hat, kann an der Decke im ersten Obergeschoss deutlich sehen:

Die Deckengestaltung erinnert an einen Schiffsrumpf und ist mit schönen Schnitzereien verziert.

Die Deckengestaltung erinnert an einen Schiffsrumpf und ist mit schönen Schnitzereien verziert.

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Ein erfüllter Traum: Besuch einer Public Library! Teil 2: Newport

Nachdem ich nun einmal gesehen habe, wie es “in echt” in einer amerikanischen Public Library aussehen kann, habe ich sofort die nächste Gelegenheit genutzt, mir eine anzuschauen. So entwickelt sich – für mich auch überraschend – eine kleine Serie über die Public Library in Amerika.

Redwood Library in Newport

Ebenfalls in historischem Ambiente findet sich die Redwood Library in Newport. Newport liegt in Rhode Island, dem kleinsten Budesstaat der USA, und ist reich an prachtvollen Gebäuden. Das Gebäude  dieser Bibliothek war allerdings von Anfang an – vor 265 Jahren! – als Bibliothek geplant. Auf dem Bild sehen Sie den ursprünglichen Eingang, der zu den ersten Räumen dieser wunderschönen Bücherei führt und heute nicht mehr genutzt wird.

Historischer Eingang der Redwood-Library mit den Transparenten zum 265-Jahre-Jubiläum

Historischer Eingang der Redwood-Library mit den Transparenten zum 265-Jahre-Jubiläum

Der Raumplan (zweites Bild) gibt nicht nur Auskunft über die Namen der Räume, sondern auch über die Kunstwerke, die dort stehen oder hängen. Deshalb ja auch der Zusatz Athenaeum …

In der kleinen Broschüre, die mir die Bibliothekarin überreichte, werden alle diese Kunstwerke genau vorgestellt. Weiterlesen

Was eine Bibliothekarin so alles sein kann: Infografik

Gerade bei bibliothekarisch.de gefunden – eine tolle Infografik:

Ideal einer Bibliothekarin

Ideal einer Bibliothekarin als Infografik

Bitte beachten Sie bei dem Link zu bibliothekisch.de auch die Kommentare und die Tags: Ja, so vielfältig sollte das Berufsbild “Bibliothekarin” sein – dabei müssen nicht alle alles können, es sollte aber für alles Ansprechpartnerinnen in einer Bibliothek geben. Die Diskussion darüber erscheint mir gerade nach meinem Besuch verschiedener Public Libraries in den USA noch wichtiger – das Bild in der Öffentlichkeit, der Grad der Bedeutung, das alles unterscheidet sich sehr voneinander. Und nach meinen kurzn Eindrücken finde ich manches drüben besser – v.a. selbstverständlicher. Dabei sind die mir bekannten Büchereien weitestgehend private Einrichtungen, die mittels Stiftungen finanziert werden.

Ein erfüllter Traum: Besuch einer Public Library! Teil 1: Provincetown

Wer amerikanische Literatur liest – seien es Krimis oder andere Bücher – kommt an der öffentlichen Bibliothek dort nicht vorbei. Sie ist, gerade in den kleinen Orten der fiktiven Welt der Platz, an dem Informationsstränge zusammenlaufen: Telefonbücher, Nachschlagwerke, kostenloser Internetzugang – und Bibliothekarinnen mit Hintergrundwissen und Recherchekompetenz. Da ich nun gerade in den USA weile, habe ich darauf bestanden, solche Public Libraries aufzusuchen. Selbst auf Cape Cod mit seinen nun wirklich nicht großen Orten ist mir aufgefallen, dass es überall sehr prominente Hinweise auf die öffentliche Bücherei gibt. Sie gehört einfach dazu. Auch zu wirklich kleinen Orten. Hübsch finde ich besonders das Icon: Es sieht aus wie ein „i“, das ein Buch hält. Leider habe ich es immer nur im Vorbeifahren gesehen und deshalb kein Foto. Aber bei der englischen Wikipedia gibt es das Icon – wegen der Aktion “Wikipedia loves Libraries“.

Provincetown – meine erste amerikanische Public Library!

Unser Besuch in Provincetown fand an einem sehr heißen Tag satt. Die Public Library dort befindet sich in den Räumen einer ehemaligen methodistischen Kirche (die zwischenzeitlich auch Museum war) und bot eine willkommene Abkühlung (ohne gleich auf so tiefe Temperaturen heruntergekühlt zu sein wie die Galerien und Geschäfte vor Ort).  Als erstes fiel mir, dass auf einigen der Regale – die sehr hübsch auf das Ambiente hin gestaltet waren: weiß gestrichenes Holz mit einem an Kirchenbänke erinnernden spitzen kleinen Aufsatz auf den Wangen – Inschriften waren, die auf die Spender hinwiesen. „In Memory of …“ oder „Dedicated by …“ (auf der Startseite  gibt es eine Slide-Show, in der ein Bild vorkommt, auf dem Sie diese Regale erkennen können). Das ist mir schon an vielen anderen Stellen aufgefallen: Parkbänke oder die Planken von Boardwalks tragen solche Aufschriften ebenfalls sehr gern – nach dem Motto „Tu Gutes und sprich darüber“.

Fast jede der Planken diese Boardwalks in SAndwich auf Cape Cod ist mit Namen und "memories" beschriftet

Fast jede der Planken diese Boardwalks in Sandwich auf Cape Cod ist mit Namen und “memories” beschriftet

Ich war jetzt nur im Erdgeschoss, wo sich die Belletristik sowie Internet-PCs, ein Mikrofiche-Lesegerät und ein Leseraum befanden. Es ging aber noch weiter. Im Leseraum z. B. war ein Hinweis auf einen ruhigen Arbeitsraum im Untergeschoss. Außerdem waren Kinder- und Jugendbücher in der oberen Etage, ebenso  Sachliteratur.

  • Es herrschte ein reges Leben – ruhig, aber  nicht auf Zehenspitzen oder so.
  • Es gab ausreichend Sitzgelegenheiten.
  • Die Bibliothekarin ging mit Nutzern an Regale, um ihnen was zu zeigen.
  • Es gab ein selbstverständliches Nebeneinander von alten und neuen Medien in traditioneller Umgebung.

Mir hats gefallen! Ein öffentlicher, freundlicher Ort, ohne Zugangsbeschränkung wie „Tagesausweis“ oder Ähnliches. Im Grunde genau, wie ich es mir vorgestellt habe. Und ein wohltuender Kontrast zum Trubel auf den Straßen in P’town  an dem Tage: Dort herrschte gerade „Carnival“ und es ging hoch her in dieser Homohochburg auf Cape Cod.

English Summary

I’ve read so often in american fiction about the public library in each town in the USA. So I was eager to visit such a library by my own. The first town was Provincetown on Cape Cod. The library is situated in a former methodist church and I’ve very much appreciated the style of the book-shelfs: they have a remembrance to the former church in their shape. It was only a short visit, but for me there was a fulfillement of what I’ve read about such institutions in american towns. Now I’ve started this little series about public libraries in America – next week it will be al report about the Redhook Library in Newport. Stay tuned.

Beim nächsten Beitrag am 5.9. geht es um die Redwood Library in Newport.