Minnelyrik im modernen Gewand

Aber nicht nur. Die Originale sind auch drin. Tristan Marquardt und Jan Wagner haben Dichterinnen und Dichter unserer Tage angefragt, ob sie wohl Minnelyrik in modernes Deutsch übertragen wollen. Sie wollten. Und wie!

Was habe ich gemacht? Ich habe nach der Lektüre des informativen Vorworts zur Kunst und Geschichte der Minnelyrik sofort nach hinten geblättert zu meinem speziellen Liebling Oswald von Wolkenstein, meinem Prüfungsthema vonn 1990.

Moderne Minnelyrik – ein paar Beispiele

Hier wurde mir die Besonderheit dieses Sammelbandes sofort deutlich: Die zwölf ausgewählten Gedichte des Wolkensteiners wurden von neun Personen übersetzt, übertragen oder nachgedichtet. Während Durs Grünbein recht nah am mittelalterlichen Text bleibt, Uljana Wolf  das Spiel der Mehrsprachigkeit in unsere Zeit überträgt und Hendrik Rost besonders die eindeutigen Zweideutigkeiten aktualisiert, verwandelt Oswald Egger das „Es fuegt sich“ in ein völlig neues Kunstwerk, obwohl er kein einziges Wort aktualisiert. Stattdessen lässt er alle Wörter weg, die mehr als eine Silbe haben. Es entstehen sieben Strophen die wie Blöcke auf den Seiten stehen.

Erste Zeile – auch mit den großen Abständen zwischen den Wörtern:

Es    fuegt   sich   do   ich   was   von   alt   ich (S. 273)

Besuch bei Oswald von Wolkenstein, spätmittelalterlicher Vertreter der Minnelyrik

1991 war ich am Gedenkstein für Oswald von Wolkenstein besuchen – ja, das auf dem Bild bin ich … Foto: privat

So vielfältig wie bei meinem Lieblingsdichter sind auch die Übertragungen der anderen.

So hat Ulrike Draesener das bekannteste Minnegedicht von Walter von der Vogelweide “Under der linden” fast wortwörtlich ins Neuhochdeutsche übertragen; direkt dahinter jedoch steht ein ähnlich bekanntes – “Nêment, frouwe, disen cranz” – von ihm in der Übertragung von Tom Schulz – dieser Text kann seine Zeitgebundenheit nun wirklich nicht verleugnen. Aus „vil edele gesteine“ werden „Klunker mit tausend Karat“ und damit gar kein Zweifel besteht bezeichnet er sie als „eine junge Frau aus dem 21. Jahrhundert“.

Nora Gomringer überträgt “Sol ich disen summer lang” von Gottfried von Neifen als Interview

Tristan Marquardt und Jan Wagner haben sich mit ihrem Projekt an englischen Gepflogenheiten orientiert; dort sind Neu- und Nachdichtungen mittelalterlicher Werke üblich. Die Einführung zu Minnelyrik ist kenntnisreich und unterhaltsam geschrieben. Das Buch lädt zum Blättern und Entdecken ein – sei es nun die mittelalterliche Minnelyrik im Original oder seien es die Nachdichtungen und somit auch die Namen von Dichterinnen und Dichtern unserer Tage.

Tristan Marquardt und Jan Wagner (Hgg.): Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen. Zweisprachig, Hanser Verlag, München, 2017, ISBN: 9783446256545

Das Buch finden Sie auch in der Stadtbibliothek Köln.

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Zufallsbuch #3 Der Erwählte von Thomas Mann

Dafür, dass ich lange Jahre große Schwierigkeiten mit Thomas Mann und seiner Schreibe hatte, hat es “Der Erwählte” recht schnell auf den Stapel der Lieblings- oder wie Kerstin Herbert sagt “Herzensbücher” gebracht. Ihre Fragen dazu lauten dieses Mal:

  1. Worum geht es in dem Buch?
  2. Wie oft hast du das Buch bereits gelesen? Und wann zuletzt?
  3. Warum ist es ein Herzensbuch?
  4. Wie lautet dein Lieblingszitat aus dem Buch?
  5. Warum hat sich dein Lieblingsmensch genau für dieses Buch entschieden?

Zu Frage 1: Thomas Mann erzählt hier auf seine Art den “Gregorius” von Hartmann von Aue nach. Der Handlungsablauf folgt in erweiterter Weise dem mittelalterlichen Vorbild – sehr inzestuös: Gregorius ist das Kind aus der Liebesbeziehung der Zwillinge Sybilla  und Willigis (das ist eine Idee von Thomas Mann (Nachtrag vom 20.2.2018:Maike Claußnitzer hat es gerade im Kommentar korrigiert: Den Zwillingsinzest gab es schon bei Hartman … ich bitte um Entschuldigung) und erringt später seine eigene Mutter zur Frau (der Mutter-Sohn-Inzest findet sich schon bei Hartmann), mit der er dann zwei Töchter hat. Als dieses Verhältnis offenbar wird, zieht sich Gregorius zur Buße auf einen einsamen Felsen im Meer zurück und lebt dort erstaunlich lange und sehr reduziert. In Rom wird nach einem blutigen Bütrgerkrieg ein neuer Papst gesucht und in einer Vision wird zwei Personen offenbart, es solle der Büßer Gregoris sein.

Thomas Mann gibt sich hier die Art eines alten Erzählers – tut dies aber in so ironischer und sprachspiefreudiger Weise, dass es eine Lust ist, der alten Geschichte zu folgen. Viele Begriffe, zum Beispiel aus der “englischen” Phase der Geschichte (Gregorius wächst auf englischem Boden auf), sind quasi lautmalerisch geschrieben – z. B. “puhr piepl” für die einfachen Leute. Da hat es mir geholfen, einfach laut zu lesen. Die beiden Römer mit ihren Visionen sind auch wunderbar grotesk und rührend.

Zu Frage 2: Auch wenn es ein Herzensbuch ist, gebührt ihm dieser Platz erst ca. 9 Jahre und deshalb habe ich es erst vier Mal gelesen … Das letzte Mal im Zusammenhang mit einem meiner Literaturkreise vor ein paar Jahren – dann aber gründlich 😉

Zu Frage 3: Hab ich ja im Grunde schon bei Frage 1 mit beantwortet – die Sprache ists. Und ich habe als Germanistin mit Studienschwerpunkt Mittelalter einfach ein Faible für die alten Geschichten.

Zu Frage 4: Da gibt es viele, aber hübsch finde ich das hier:

Ich bin der Mann hier und Euer Ehegemahl, wenn auch blödsinnigerweise, und so bestimm’ ich. (S. 176)

Da macht Gregorius seiner Frau und Mutter klar, was zu geschehen hat, nachdem die inzestuöse Beziehung offenbar wurde.

Thomas Mann Der Erwählte Zufalssbuch #3

Tja, die Lesezeichen wieder rauszunehmen habe ich dann vergessen

Zu Frage 5: Mein Lieblingsmensch meinte, dass dies das einzige meiner Herzensbücher sei, das ihm so gar nichts sage. Und außerdem seien da so viel schöne bunte Zettelchen dran … (Überbleibsel der letzten Lektüre vor ca. vier Jahren – für den Literaturkreis …)

Thomas Mann: Der Erwählte, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main, 1995, ISBN: 3596294266

 

 

Maike Claußnitzer im Interview

Maike Claußnitzer ist eine liebe Kollegin, die sich immer wieder als kundige Kommentatorin in meinem Blog betätigt – ich freu mich immer sehr über ihre Anmerkungen. Sie ist aber auch Autorin und ich habe im Spätherbst ihr Buch “Rattenlied” gelesen. Das fand ich so faszinierend, dass ich bis 2 Uhr nachts dran blieb. Vor einiger Zeit hatte ich bereits den Band “Greifen, Grabraub und Gelichter” erhalten – und bis zum “Rattenlied” nicht aufgeschlagen … Obwohl ich nicht die große Fantasy-Leserin bin, haben mich die Bücher in den Bann geschlagen. Maike Claußnitzer hat eine Mischung von Realität und Fiktion geschaffen, die ich lesenwert finde.

Nach der Lektüre von “Rattenlied” konnte ich Maike Clausnitzer ein paar Fragen stellen, die sie mir beantwortet hat. Voilà:

Liebe Maike, „Rattenlied“ war mein erster Kontakt mit Deiner Fantasy-Welt – zu meiner Schande sei es gesagt, denn „Greifen, Grabraub und Gelichter“ stand hier ja schon ein Weilchen rum … (Die Lektüre habe ich dann ganz schnell nachgeholt). Wie würdest Du Deine Welt beschreiben?

Die Welt, in der meine Geschichten spielen, ist im Grunde genommen unsere gewohnte Welt, wie sie irgendwann zwischen Spätantike und Wikingerzeit hätte sein können, wenn es Fabelwesen, Gespenster und einen Hauch von Magie gäbe und einige (kultur-)historische Entwicklungen anders verlaufen wären als in Wirklichkeit. Abgesehen davon, dass man bei einem Besuch dort damit rechnen sollte, Drachen oder Trollen über den Weg zu laufen, wird man also auch viel Vertrautes finden – von römischen Ruinen über Zitate aus antiken Texten bis hin zum Christentum.

Hat sie einen eigenen Namen, wie bspw. Tolkiens „Mittelerde“?

Die Welt selbst hat keinen speziellen Namen, sondern ist für ihre Bewohner einfach „die Welt“ oder „die Erde“ – wie für uns. Der zentrale Handlungsort ist ein alternatives Frankenreich, genauer gesagt dessen nordöstlicher Teil, der wie in der Realität Austrasien heißt.

Wie findest Du Dich dort zurecht? Sind alle Völker und Gruppen immer dort, wo Du sie angesiedelt hast?

Wenn sie das wären, würde es garantiert friedlicher zugehen … Spaß beiseite: Da ich mich im Großen und Ganzen am frühmittelalterlichen Europa orientiere, ähneln bestimmte Siedlungsräume den historisch überlieferten. So spielt der Kontrast (und nicht selten auch Konflikt) zwischen sesshaften Kulturen und eurasischen Nomaden ebenso eine Rolle wie Wikingereinfälle aus dem skandinavischen Bereich. Neben ganzen Menschengruppen kommen auch Einzelpersonen geographisch weit herum, ob nun absichtlich als Fahrende, Söldner und Kaufleute oder eher unfreiwillig als Gefangene und Sklaven.
Um den Überblick zu wahren, hilft eine ganz normale Karte aus dem historischen Atlas mit entsprechenden fiktiven Ergänzungen. Damit ich mich an den einzelnen Handlungsorten beim Schreiben nicht verirre, fertige ich manchmal Karten- oder Grundrissskizzen an.

Du bist in Sachen Mittelalter beschlagen – welche Elemente hast Du aus dem echten Mittelalter in Deine Welt übertragen?

MonasterboiceCrossKnot Schmuck in den Geschichten von Maike Claußnitzer

Solche Knotenmuster kommen als Schmuckelemente in den Geschichten von Maike Claußnitzer immer wieder vor

Die erste Idee zu einer Geschichte, die vor diesem besonderen Hintergrund spielt, ist mir vor Jahren bei der Lektüre eines Artikels über archäologische Funde aus der Merowingerzeit gekommen. Mittelalterlich ist bis zu einem gewissen Grade also die materielle Kultur, allerdings ergänzt um ein paar moderne Zutaten. So haben z. B. Tee und Papier ihren Weg weitaus früher in mein Austrasien gefunden, als sie historisch in Europa nachzuweisen sind.
Vor allem aber faszinieren mich als Germanistin natürlich Texte, und so haben sich Motive aus allen möglichen Literaturgattungen von der Heldenepik bis zur geistlichen Dichtung in meine Geschichten eingeschlichen, aber auch die Tücken mittelalterlicher Urkunden, der Wert symbolischer Gesten oder das Nebeneinander von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
Oft greife ich bestimmte Details aber auch etwas augenzwinkernd auf (so sind die Fluchstangen, die im „Rattenlied“ vorkommen, von der „Neidstange“ inspiriert, die in der mittelalterlichen „Saga von Egil Skalla-Grimsson“ beschrieben wird, sind aber in Ausführung und Intention nicht ganz so furchteinflößend).

Frauen spielen in Deinen Geschichten starke Rollen – ist das Deine Form von Utopie?

„Utopie“ ist zu viel gesagt. Insgesamt ist die geschilderte Gesellschaft alles andere als ideal, doch was die Gleichberechtigung und vor allem deren selbstverständliche Akzeptanz betrifft, hat sie dem realen Mittelalter und auch uns tatsächlich etwas voraus. Diese Haltung als Normalität und nicht als fernes oder gar umstrittenes Ideal zu zeigen, ist mir wichtig. Denn die gerade in der Fantasy nicht seltenen Emanzipationsgeschichten über eine tatkräftige Persönlichkeit, die aus einer starren Geschlechterrolle ausbricht, haben einen entscheidenden Nachteil. So gut gemeint sie auch sein mögen, sie untermauern indirekt die Annahme, Vorurteile und Diskriminierung seien naturgegeben und eine Frau (seltener: ein Mann) müsse erst einmal beweisen, dass es sich lohnt, im Einzelfall von der althergebrachten Einschätzung abzurücken. Und das ist keine Sichtweise, die irgendeinem Menschen guttut.

Also, diese letzten Sätze finde ich so was von toll! Ich stimme Dir voll zu.

Greife oder Greifen – wie lautet der korrekte Plural? Schildere doch bitte mal, wie sie genau aussehen und was ihre Eigenschaften sind. Zwei Sorten kenne ich – die kleinen Sperlingsgreife(n) und die Steppengreife(n).

Karlsruher-Greif Maike Claußnitzer Buch Greife

Da sieht man mal, wie man sich irren kann – für mich waren Greife bisher immer rein “vogelig” – da habe ich bei Maike Claußnitzer noch was dazu gelernt Ikar.us, Karlsruher-Greif, CC BY 3.0 DE

Der Duden kennt beide Pluralformen, ich habe mich in meinen Geschichten für „Greifen“ entschieden.

Der Sperlingsgreif (Gryps passerinus) ist ein in Mitteleuropa weitverbreitetes Fabelwesen, das den greifentypischen katzenähnlichen Körper, vogelartige Flügel, einen gefiederten Kopf mit Federohren und einen kräftigen Schnabel aufweist. Die Spannweite ausgewachsener Exemplare übersteigt selten 30 cm. Fell und Gefieder sind zumeist bräunlich bis sandfarben, haben aber bisweilen einzelne weiße Partien. Wie alle Angehörigen der Gattung Gryps ist der Sperlingsgreif ein opportunistischer Allesfresser. Als klassischer Kulturfolger nistet er oft in oder bei Gebäuden. Das Gelege besteht meist aus zwei bräunlich gesprenkelten Eiern. Der Volksglaube sieht im Sperlingsgreifen einen Glücksbringer, dessen Anwesenheit den Menschen Gutes verheißt.
Sein größerer Verwandter, der Steppengreif (Gryps scythicus), ähnelt ihm in Körperbau und Färbung, ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 50 cm jedoch beträchtlich größer und verfügt über einen greifvogelhafteren Schnabel. Die scharfen Krallen sind einziehbar. Sein Jagdtrieb ist stärker ausgeprägt als der des Sperlingsgreifen. Zu seinem Beutespektrum zählt neben Mäusen und Schlangen auch das scheue Birkenhörnchen (Sciurus magicus). Sein Lebensraum erstreckt sich von Osteuropa bis nach Zentralasien. Berichte über Steppengreifensichtungen in Mitteleuropa sind vermutlich auf Irrgäste oder Gefangenschaftsflüchtinge zurückzuführen und kein Beleg für eine Verlagerung des Verbreitungsgebiets nach Westen. Die Abrichtung von Steppengreifen zur Jagd soll unter Skythen und Sarmaten üblich gewesen sein, ist aber bisher nicht hinreichend durch archäologische Funde nachgewiesen.

Welche Bücher haben Dich so beeinflusst, dass Du ihnen Anregungen für Deine Welt verdankst?

Den Einfluss der mittelalterlichen Literatur habe ich ja oben schon angesprochen, doch genauso erwähnenswert sind Märchen und Sagen, ob nun bekannt oder nur von lokalem Interesse. So geht der Geist im Wacholder im „Rattenlied“ auf eine Geschichte über den Totengrund in der Lüneburger Heide zurück, ein wacholderreiches Tal, in dem es spuken soll.
Wichtig sind daneben Rosemary Sutcliffs historische Romane, die ich als Kind und Jugendliche sehr geliebt habe und die oft ebenfalls den Übergang von der Antike zum Mittelalter thematisieren. Der Hinweis auf Tolkien darf bei mittelalterlich inspirierter Fantasy natürlich nicht fehlen, aber auch Susanna Clarkes „Jonathan Strange & Mr Norrell“ ist ein Roman, der mir gezeigt hat, wie gut die Verbindung aus historischer Welt und magischen Elementen funktionieren kann, obwohl er mit den Napoleonischen Kriegen eine ganz andere Epoche zum Hintergrund hat.
Hinzu kommen alle möglichen Sachbücher zu geschichtlichen und archäologischen Themen. Besondere Erwähnung verdient „Colonia – Stadt der Franken“ von Carl Dietmar und Marcus Trier. Hier habe ich viele Anregungen gefunden, wie man sich die Entwicklung einer Römerstadt in nachantiker Zeit vorstellen kann.

Kommt da noch mehr?

Das will ich hoffen! Im Moment ist eine Fortsetzung meines ersten Romans „Tricontium“ geplant, in der aber auch ein paar Figuren aus dem „Rattenlied“ vorkommen, und auch einen neuen Band mit kürzeren Erzählungen aus derselben Welt wird es bestimmt früher oder später geben.

Vielen Dank für die Antworten, liebe Maike.

Das sind die beiden Titel, die hier zugrunde liegen:

  • Maike Claußnitzer: Rattenlied, BoD, Norderstedt, 2017, ISBN: 9783746013039
  • Maike Claußnitzer: Greifen, Grabraub und Gelichter, BoD, Norderstedt, 2015, ISBN: 9783739220130

Außerdem gibt es noch:

  • Maike Claußnitzer: Tricontium, BoD, Norderstedt, 2016: ISBN: 9783739239743

In der Stadtbücherei Köln finden sich “nur” Titel, die Maike Claußnitzer übersetzt hat.

Übrigens: So sieht das mit dem Interview dann auf meinem Desktop aus:

Interview Maike Claußnitzer Desktop Dokumente

Das Internview haben Maike und ich schriftlich geführt – die Reimerei auf dem Desktop habe ich erst spät entdeckt 😉

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Karl der Große von Karin Schneider-Ferber

Heute vor 1200 Jahren starb Karl der Große – mit dieser Szene als Prolog beginnt Karin Zemanta Related Posts ThumbnailSchneider-Ferber ihr Buch über den mittelalterlichen Herrscher. Neben den Ereignissen in seinem letzten Winter ist das Nachleben Karls Thema dieses Kapitels – die fast zeitgenössischen Nachrufe, z. B. von seinem Enkel Nithard (ca. 840), feiern den Verstorbenen als  erfolgreichen und friedensstiftenden König und Kaiser. Dabei gab es unter Karl dem Großen Kriege mehr als genug. Aber nach 32 Jahren der Herrschaft hinterließ er ein Reich, das große Teile Europas umfasste. Der Großteil aller Geschichten, die mit Karls Namen verknüpft sind, sind nicht zeitgenössisch; persönliche Zeugnisse von ihm sind rar. Die Texte aus seiner Zeit, die überliefert sind, gehören in den Bereich der Politik und verfolgen politische Ziele.
Karin Schneider-Ferber schildert das Leben Karls des Großen sehr lebhaft. Das lässt sich schon an den Kapitelüberschriften ablesen:

Das Erbe der Väter: Eine ehrgeizige Familie, Triumph der Emporkömmlinge, Bruderzwist

oder:

Der Lohn der Mühen: Die Kaiserkrone. Gipfeltreffen in Sachsens Wildnis, Ein Tag für die Geschichtsbücher, Verschnupfte Nachbarn.

Karl wird im Laufe seines Lebens mit unterschiedlichen Schwierigkeiten konfrontiert: politische und militärische Gegner vor allem, aber auch den geographischen Gegebenheiten, die sich nicht immer mit den Wünschen des Heerführers vertragen. So ließ er einen Kanal ausheben, der die Donau mit dem Main verbinden sollte. Weiterlesen

Von Ratlosen und Löwenherzen von Rebecca Gablé

Tja, bei Frau Gablé kann man lernen, dass “unready” nicht “unfertig” sondern “unberaten” oder eben “ratlos” bedeutet. Das mit dem Löwenherzen kann man in der Regel schon eher zuordnen. Auf rund 230 Seiten fasst Rebecca Gablé in ihrem Buch “Von Ratlosen und Löwenherzen” übersichtlich, kenntnisreich und unterhaltsam die englische Geschichte von 450 bis 1485 zusammen.

Für mich ist ihr Stil immer ein bisschen so, als säße mir eine nette Bekannte gegenüber, die mir lebhaft und begeistert was erzählt. Hier eben englisches Mittelalter. Weiterlesen

Das Haupt der Welt von Rebecca Gablé

Tugomir, ein slawischer Fürstensohn landet als Geisel am Hof Heinrichs I. Seine Schwester Dragomira ist ebenfalls  dorthin gelangt – als Bettgenossin des Königssohns Otto.

Nachdem ein Jahrhundert zuvor Karl der Große die Sachsen erobert und christianisiert hat, will der Sachse Heinrich, und nach ihm sein Sohn Otto, den ihm zugefallenen Teil des Frankenreiches ebenfalls in Richtung Osten erweitern und gerät so mit den slawischen Völkern in Konflikt. Das ist die Ausgangssituation im neuen Roman von Rebecca Gablé  „Das Haupt der Welt“. Foto zu Historisches von Heike Baller

Statt im englischen Mittelalter tummelt sich die erfolgreiche Autorin nun im deutschen.  Doch auch hier kenntnisreich und spannend. Was mich insofern fasziniert, weil sie das Muster der anderen Romane quasi 1:1 übernimmt: Weiterlesen

Was bisher geschah von Loel Zwecker

Wieder ein Kunsthistoriker, der sich der Weltgeschichte annimmt – hier allerdings wirklich Weltgeschichte. Loel Zwecker beginnt mit den ersten Menschen – im Vorwort, aber immerhin – und schildert dann die alten Kulturen. Nach drei Kapiteln Antike & Co im im weitesten Sinne europäischen Raum macht er einen Schlenker nach Asien und geht auf die Hochkulturen in Indien und China ein. Es folgt das europäische Mittelalter – danach ein Blick nach Amerika und Australien zu selben Zeit.

Das Prinzip ist jetzt klar, nicht wahr? Es wird auch sprachlich immer bewusst gehalten, dass es nicht nur um die gerade behandelte Zeit geht, sondern es wird immer der Bezug zur Gegenwart, zumindest aber zum weiteren Verlauf der Geschichte betont. Weiterlesen