Inhalt des Beitrags
Ja, Youtube ist unter vielen Aspekten nicht der datensicherste Anbieter für Videos, aber immer noch der vielfältigste und größte, soweit ich das überblicken kann. Deshalb stelle ich Ihnen heute drei Youtube-Kanäle vor, die sich mit Jane Austen befassen. Denn heute ist Jane Austens 250. Geburtstag. Ihre Romane zu besprechen hieße, Eulen nach Athen zu tragen – da gibt es so viel. Aber was ich schätze, sind einige Leute, die in Videos etwas zu Jane Austens Werken zu sagen haben. Alle englischsprachig … Davon will ich Ihnen jetzt drei vorstellen.
Dr Octavia Cox
Octavia Cox ist eine Literaturwissenschaftlerin aus Oxford, die nicht nur Jane Austens Werke behandelt, sondern auch andere Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts aus England. Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei Jane Austen. Sie hat eine Abteilung „Close Reading“, wo sie hingeht und einzelne Passagen analysiert. Sie erklärt, was die Revolution von „free indirect speech“ bei Jane Austen ist. Zur Zeit bietet sie einen Adventskalender an, in dem sie Jane Austen aus ihren Briefen zitiert (der Kleidung nach hat sie das im Hochsommer aufgenommen). Außerdem liest sie in einer anderen Rubrik aus den Juvenilia von Jane Austen vor.
Mich hat sie besonders mit dem „Close-Reading“ – also den detaillierten Analysen von Textpassagen gefesselt. Sie veröffentlicht nicht mehr regelmäßig, aber es gibt eine lange Liste an alten und älteren Videos, die einen näheren Blick lohnen.
Tudor Smith
Tudor Smith, ein Mann, vermutlich in meinem Alter, der offenbar vorhat, jeden Roman von Jane Austen genau zu betrachten. Sein Channel hat mehrere Häutungen hinter sich – wenn man ganz an den Anfang scrollt, gibt es da Musikvideos, in denen er Bass spielt und singt. Doch nun ist er Jane-Austen-Erklärer. Anhand der einzelnen Figuren in den Romanen geht er Jane Austens Schreiben nach. Der nächste Roman, den er analysieren will, ist „Emma“. „Persuasion“ hat er gerade abgeschlossen. Er illustriert seine Ausführungen mit Ausschnitten aus verschiedenen Film-Adaptionen. Die sind auch oft mit ein Thema für ihn, denn er arbeitet auch als Schauspieler. Manchmal sind die Deep Dives ein bisschen langatmig, aber im Großen und Ganzen mag ich seine Art. Momentan gibt es eine per KI illustrierte Reihe mit Geschichten aus der Sicht des Personals auf das Leben in Longbourn. Die Namen des Personals sind frei erfunden … Nun ja.

Ellie Dashwood
Ellie Dashwood hat ähnlich wie Octavia Cox nicht nur Jane Austen, aber vor allem Jane Austen im Programm, wenn es um Literatur geht. Sie ist im Gegensatz zu den beiden anderen aus Amerika und ihre Stimme ist gewöhnungsbedürftig. Sie spricht sehr schnell und sehr hoch. Aber sie hat Aspekte, die die anderen nicht haben, zum Beispiel zum Thema Geld. Sie illustriert ihre Videos mit Bildern aus Modezeitschriften aus der Zeit, die sie mit Sprechblasen versieht. Und sie will mit ihrem Kanal Geld verdienen. Deshalb gibt es in fast jedem längeren Video eine Passage über Bettwäsche oder so – ihren jeweils aktuellen Sponsor. Es ist alles ziemlich rosa. Ich mag sie trotzdem.
John Mullan hatt keinen eigenen Kanal, ist aber als Jane-Austen-Spezialist, in verschiedenen Formaten zu Gast. Er hat das Buch „What matters in Jane Austen“ verfasst, das ich mit Begeisterung rezensiert habe. Wer also sehr fundiertes literaturwissenschaftliches Wissen über Jane Austen sammeln will, ist gut beraten, YouTube nach seinem Namen und „Jane Austen“ zu durchforsten.
Werbung in eigener Sache
Ich weise bei dieser Gelegenheit gern auf meine eigene Fortsetzung von „Pride and Prejudice“ hin, die Anfang des Monats erschienen ist: Mister Bennet. Eine Leseprobe finden Sie hier.


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