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Der Nachwuchs kennt meine Schwächen – und so erhielt ich zu Weihnachten das Spiel „Tiny Book Shop“. Ein Spiel für Buchhandelfans. Bücherfans natürlich erst recht. Wie mir eine der Frauen in „meiner Buchhandlung“ sagte, spielt eine von ihnen das auch. 😀
Worum geht es im Tiny Book Shop
Eine nicht näher benannte Person kommt mit Auto und Anhänger in einem Küstenort an. Bookstonbury. Der Anhänger ist ein kleiner Buchladen – „a tiny book shop“ eben. Die Menschen in dem Ort sind interessiert. Sehr interessiert sogar und sie kommen, um Bücher zu kaufen. Die lokale Zeitung bietet jeden Tag die aktuellen Nachrichten sowie Kleinanzeigen. Hier sind besonders die Buchverkäufe interessant – so hat der kleine Laden immer Nachschub. Je mehr Leute kommen, desto besser. Manche kommen ständig – feste Charaktere, die der Buchhandelsfachkraft Aufgaben stellen, ihr helfen oder lustige Sachen erzählen:
- Tilde, die bisherige Buchhändlerin im Ort, jetzt unruhige Ruheständlerin
- Fern, der menschenscheue Journalist
- Harper, das Mädchen mit Neugier auf alles
- Anne, eine Studentin an der Uni des Orts
um nur ein paar zu nennen.
Es kommen weitere Orte hinzu und jeder Ort hat seine Besonderheiten:
- Im Café Liberté verkaufen sich Klassiker besonders gut
- Die Menschen rund ums Krankenhaus haben Freude an Krimis
- Am Strand gehen Kinderbücher gut
Der Radius erweitert sich also für die Buchhändlerin stetig und es gibt richtige Abenteuer zu erleben – also für Buchnerds. St. Bookston z. B., der Ortsheilige – da gibt es Neues zu entdecken.
Im Laden finden sich neben echten Büchern wie „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“, „Pippi Langstrumpf“ oder „Der Rabe“ auch Titel, die nur in Bookstonbury existieren; bei einigen denke ich, die sollte es in echt geben. 😉 In anderen Sprachen sind dann andere Titel verfügbar, habe ich gelesen; noch nicht ausprobiert.
Die Kategorie für diese Art Spiel ist „cozy“ – und das passt. Es macht Spaß, aber kein Herzklopfen.
Wie sieht es aus in Bookstonbury?

Der Ort selbst ist hübsch angelegt und bietet mit Park, Burgruine, Leuchtturm und Supermarkt alles, was ein Küstenort so braucht. Man erschließt sich die verschiedenen Orte im Laufe des Spiels. Es gibt immer mal wieder was zu entdecken – kostenlose „Einrichtungsgegenstände“ wie den Schneemann z. B.
Die Figuren sind eher „holzschnittartig“, bis dahin, dass ich bei Walle, dem Fischer, immer den Eindruck habe, er sei wirklich aus Holz. Es gibt in den Animationenkeine ausgefertigten Gesichter, außer die Figuren tauchen in den Dialogfenstern auf – das sind dann die immer wiederkehrenden Charaktere. Die Bevölkerung des kleinen Ortes ist durchaus divers – „dey“ ist ein üblicher Artikel bei manchen der jungen Leute. Die Rampe beim kleinen Buchladen hat mich irritiert, als die erste Person im Rolli auftauchte – sie bildet aber kein Hindernis: Jeder Rollstuhl schafft sie problemlos.
Eine Besonderheit für uns
Einer der Entwickler dieses Spiels war mit dem Nachwuchs in einer Klasse und Anno dazumals bei uns zu Gast. Ich hatte vor Weihnachten genau nach dieser Person gefragt – „keine Ahnung“ war die Antwort. An Heiligabend hieß es dann „Ich musste dich da leider letztens belügen …“
Ich hab Freude an dem Spiel, das im letzten Jahr den ersten Platz beim deutschen Entwicklerpreis eingeheimst hat.

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