Thema 1914 – 1914: Vom Traum zum Albtraum von Mario Kramp

Thema 1914 – 1914: Vom Traum zum Albtraum von Mario Kramp

Luftkrieg – die damit verbundenen Bilder in unseren Köpfen stammen aus dem zweiten Weltkrieg. In einem schmalen Band schildert Mario Kramp nun die Anfänge dessen, was in den 40er Jahren zur Zerstörung von Städten in ganz Europa führte – und das begann vor 100 Jahren in Köln.

Ja, schon im ersten Weltkieg wurden Flugzeuge nicht nur an der Front eingesetzt. Erste Bombardierungen hinter der Front begannen schon 1914. Anfangs wurden Zeppeline eingesetzt, später dann („später“ heißt hier: ein paar Wochen später!) Doppeldeckerflugzeuge. Deutsche Piloten flogen nach Lüttich, um dort eben nicht nur die Befestigungsanlagen, sondern auch die Innenstadt zu beschießen. Im Gegenzug starteten englische Flieger gegen Köln und Düsseldorf.

Mario Kramp beginnt aber erst einmal mit der Begeisterung für die Luftfahrt, den Vorstellungen der völkerverbindenden Auswirkungen von zu überfliegenden Grenzen und den Anlagen von Zeppelinhallen und Flughäfen in Köln. Das geschah vor Ausbruch des Krieges und die Position dieser Anlagen war allgemein bekannt.

Zeppelin bombing Antwerpen
Zeppeline als Kriegswaffe wurden dann auch als Postkarten propagandistisch dargestellt. Hier wird Antwerpen bombardiert.
Minutiös zeichnet er dann die ersten kriegerischen Einsätze nach. Erst den Einsatz über Lüttich, der von Köln aus geflogen wurde. Ebenso den auf Antwerpen. Hier sind die riesigen Zeppeline im Einsatz. Dann befasst er sich besonders mit dem Bombardement Kölns – mit insgesamt zwei Bomben:

Dieses Ereignis von Anfang Oktober 1914 fordert ihn als Rechercheur heraus; die Zeitungsmeldungen sind nicht wirklich zu gebrauchen, da quasi Propaganda. Deshalb sucht er Einzelbelege, vor allem Augenzeugenberichte, zusammen und puzzelt aus den verschiedenen Quellen einen logischen Ablauf der ersten Bombardierung Kölns.

Mag der Schaden an Gebäuden auch gering gewesen sein – der psychologische Eindruck und damit die Bedeutung dieser Entwicklung in der Kriegsführung kann nicht überschätzt werden; es war der erste Schritt zur Bombardierung großer Städte im Feindesland und somit ziviler Ziele  – erst wurde da im Laufe des ersten Weltkriegs bis1918 die Technik weiter „entwickelt“ und erst recht dann im zweiten Weltkrieg.

Mario Kramp: 1914: Vom Traum zum Albtraum. Köln und der Beginn des Bombenkriegs in Europa, Greven Verlag, Köln, ISBN: 9783774306523

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