Das Fest der kleinen Wunder von Ulrike Renk

Ein Weihnachtsmärchen aus Ostpreußen – von der Krefelderin Ulrike Renk. Das schmale Bändchen ergänzt ihre Ostpreußen-Saga um die Familie auf Gut Fennhausen; das hab ich aber erst am Ende im Nachwort gelesen. Mich hat ja der ostpreußische Aspekt und das vorweihnachtliche Flair angesprochen.

Was erzählt Urike Renk?

Sie schildert den Spätherbst und Winter 1925 – bis Weihnachten – auf Gut Fennhausen. Weiterlesen

Die Nacht vor Weihnachten von Nikolaj Gogol

Ich bin meiner Freundin so dankbar, dass sie mir den Tipp für die gestrige Lesung in der Lengfeld’schen Buchhandlung gegeben hat: Helge Heynold las “Die Nacht vor Weihnachten” von Nikolaj Gogol und es war großartig.

Was erzählt Nikolaj Gogol?

Im Dorf Dikanka leben

  • der Kosak Tschub mit seiner schönen Tochter Oxana
  • der in Oxana verliebte Schmied Wakula und seine Mutter Solocha, eine Hexe
  • der Gevatter Tschubs und seine Frau, der Weber und seine Frau, der Küster und seine Frau, der Schultheiß, eine Menge junger Mädchen und Burschen

Außerdem wirkt mit: Ein Teufel. Weiterlesen

Gedicht zum Tag – Vorfreude auf Weihnachten von Joachim Ringelnatz

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Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.

Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –

Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.

Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.

Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

Joachim Ringelnatz

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2016

Liebe Leselutige,

Die afrikanische Krippe in der evangelischen Kirche in Miltenberg

Die afrikanische Krippe in der evangelischen Kirche in Miltenberg

vielen Dank für Ihr Mitlesen, gelegentliches Mitraten und Ihre Kommentare.

Wie Sie ja bei den letzten Beiträgen schon merken konnten: Die Leselust hatte schon

Weihnachten – zwei Texte aus fremden Federn schmücken mein Blog und ich habe mich sehr gefreut, diese Geschenke hier einstellen zu können. Mit ihnen enden nun auf das Passendste die Einträge für das Jahr 2015 – den nächsten Beitrag gibt es erst wieder im Januar!

Für die kommende Zeit wünsche ich Ihnen alles Gute: Frohe Weihnachten mit ordentlich Lesefutter, einen guten Rutsch und für 2016 einfach alles Gute.

Herzlichst

Ihre Heike Baller

Alles sieht so festlich aus aus dem Reclam-Verlag

Ähnlich wie die Monatsgedichtsammlungen, die Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell beim Reclam-Verlag herausgegeben haben, sind auch hier Texte unterschiedlicher Zeiten und Einstellungen versammelt – Lyrik und Prosa bunt gemischt und thematisch sortiert:

Verkündigungsengel einer afrikanischen Krippe

Verkündigungsengel einer afrikanischen Krippe

  • Advent – auf Weihnachten zu
  • Das Weihnachtsfest in Kindertagen
  • Was damals geschah
  • Der Weihnachtsabend und die Bescherung
  • Der Alltag kehrt ein

Einige der Autorinnen und Autoren, deren Texte hier vorkommen, sind:

  • Rose Ausländer
  • Theodor Fontane
  • Robert Walser
  • Gerhard Polt
  • Christine Busta

Satire und Besinnliches stehen friedlich nebeneinander – so wird das Beunruhigende des Geschehens noch mal ganz anders deutlich. Eine charmante Sammlung von Texten, die Klassisches nicht vernachlässigt, aber auch Kritisches bietet; ein kleines Lese- und Vorlesebuch, das in jede Tasche passt. Nehmen Sie es doch mal zur nächsten Weihnachtsfeier mit und lesen Sie Polt oder Fontane vor.

Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell (Hgg.): Alles sieht so festlich aus. Gedichte und Geschichten zur Weihnacht, Reclam-Verlag, Stuttgart, 2005, ISBN: 9783150183731

Gedicht zum Tag: Schenken von Joachim Ringelnatz

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Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so daß die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist, ohne List.
Sei eingedenk,
daß dein Geschenk
du selber bist.

Joachim Ringelnatz

Drei Wünsche von Petra Oelker

rp_Bild-Unterhaltung-150x150111.jpgAdventszeit – die richtige Zeit für (Weihnachts)Märchen 😉 – und das von Petra Oelker ist wirklich nett. Es spielt in Hamburg im Jahr 1773 und hat drei Protagonistinnen:

  • Eine Frau, die ihren Job verloren hat und in ihrer Heimat erwartet wird – die Zweckehe mit einem zweimaligen Witwer steht ihr da bevor. Das ist Theda.
  • Ein junges Mädchen, das sich verliebt hat und den bisherigen Lebenswandel in Frage stellt – sehr zum Unmut ihres Vaters. Das ist Elsi.
  • Madam Augusta, die sich einsam fühlt, weil ihre alte Vertraute seit zwei Jahren nicht mehr lebt. Diese eigenwillige Dame kennt, wer die historischen Krimis um Rosina von Petra Oelker gelesen hat.

Es ist die Zeit vor Weihnachten und die drei begegnen sich auf dem Weihnachtsmarkt in der Hamburger Domkirche. Geldmangel, ein zugelaufender Hund, ein nicht vorhandener Garten und bedrohlich auftretende Männer sorgen für Spannung.

Achja, da gibt es noch eine steinerne Madonna, die sich einmischt – oder nicht? Ihre Geschichte erzählt Petra Oelker dann noch separat in ihrem kleinen Beitrag über die Hamburger Domkirche am Ende des Büchleins.

Andrea Offermann als Illustratorin des Buchs zeichnet Bilder des Geschehens, die einerseits die Realität abbilden, andererseits aber auch einen Märchenton haben, nahe am Kitsch für mein Verständnis – aber es passt.Advent 2014

Petra Oelker kennt sich in der Zeit aus – das merkt man der Geschichte ab; so liefert sie gleichzeitig eine Geschichte der Weihnachtsbräuche der Zeit – der Christbaum oder Tannenbaum, wie wir ihn kennen, war damals was ganz Neues aus dem Süden Deutschlands; bis dahin gab es Weihnachtspyramiden, um nur mal ein Beispiel zu nennen (und die sahen auch anders aus als die erzgebirgischen Exemplare, die sich mittels Kerzenlichtwärme drehen, wenn ich das richtig verstanden habe).

“Eine Weihnachtswundergeschichte” steht im Untertitel – ja, so ist das wohl.

Petra Oelker: Drei Wünsche. Eine Weihnachtswundergeschichte, Illustrationen von  Andrea Offermann, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek 20144, ISBN: 9783499257728

Gedicht zum Tag: Der Stern von Wilhelm Busch

Der Stern
Hätt’ einer auch fast mehr Verstand Zemanta Related Posts Thumbnail

als wie die drei Weisen aus Morgenland

und ließe sich dünken, er wäre wohl nie

dem Sternlein nachgereist, wie sie;

dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest

seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,

fällt auch auf sein verständig Gesicht,

er mag es merken oder nicht,

ein freundlicher Strahl

des Wundersterns von dazumal.

Wilhelm Busch

Frohes Fest

Liebe Leselustige,

nun geht es also an Weihnachten – mögen Ihre Wunschbücher für Sie und Ihre Lieben unterm Baum liegen.

Das scheinen schön dicke Bücher zu sein, oder? Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Das scheinen schön dicke Bücher zu sein, oder? Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Ich wünsche Ihnen allen ein fröhliches Fest.

Ihre Heike Baller

Ein Weihnachtsgeschenk für Walter von Barbara Wersba

Trotz des Begriffs “Leseratte” ist Lesen unter Ratten keine gewöhnliche Fähigkeit. Anders bei Walter, dem Protagonisten dieser Geschichte: Er kam mit dieser Fähigkeit zur Welt und benannte sich selbst nach dem Autor Walter Scott – denn dessen Werke waren in Leder gebunden, als er sie auf der Müllhalde fand, also offensichtlich “was Besseres”. Das Leder fraß er, die Geschichten las er. Zemanta Related Posts Thumbnail

Nun ist er bei Amanda Pomeroy eingezogen, die allein mit vielen Büchern lebt. EIne Misanthropin, die selbst Kinderbücher über einen Mäuserich schreibt. Im Großen und Ganzen, ein tolles Zuhause für eine, nun ja: Leseratte. Walter fühlt sich wohl. Was ihn ärgert: Dass der Held ihrer Bücher eine Maus ist. Dabei sind Ratten einfach großartiger – anpassungsfähiger, wendiger, geschickter. Darüber will er mit ihr reden. Den nun folgenden schriftlichen Austausch der beiden muss man tatsächlich selber lesen – so nett.

Barabara Wersba hat eine hübsche weihnachtliche Geschichte geschreiben, die von Donna Diamond mit passenden Illustrationen versehen wurde. Eine ansprechende Geschichte über Bücher – mit weiterführenden Lesetipps 😉

Barbara Wersba. Eine Weihnachtsgeschichte für Walter, deutsch von Barbara Küper, Tulipan Verlag, Berlin 2007, ISBN: 9783939944065