Ein Festtag von Graham Swift

Da hat die Leseprobe doch ihre Funktion erfüllt – ich wollte “Ein Festtag” von Graham Swift unbedingt zu Ende lesen. Hab ich gemacht. Und es hat sich gelohnt.

Die Geschichte ist eigentlich simpel: Ein junger Adliger hat seit Jahren ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen und muss in zwei Woche aus Standes- und finanziellen Gründen eine andere heiraten. Doch es kommt nicht nur anders, als alle im Buch das denken und planen, es ist schon anders. An dem Tag, an dem Festtag (das Original benennt den Festtag als “Mothering Sunday” – der Muttertag in Teilen Englands, auch des frühen 20. Jahrhunderts – Sonntag Lätare, im liturgischen Kalender) darf Jane durch den Haupteingang gehen, ihr Fahrrad einfach am Eingang stehen lassen. Sie trifft sich mit Paul in seinem Zimmer. Beiden ist klar, dass es das letzte Mal ist – nach der Hochzeit wird ihr Verhältnis ein Ende haben. Weiterlesen

Thema 1914: Tolkien und der erste Weltkrieg von John Garth

rp_Rubrik-Biographie-300x2001.jpgManchmal passen Lektüren einfach zueinander. Das Buch von John Garth ist natürlich in erster Linie eins darüber, wie der Große Krieg, wie der erste Weltkrieg in England und Frankreich genannt wird, die Mythologie von J. R. R. Tolkien beeinflusst hat.  Ich habe es aber quasi unmittelbar nach dem Kleinen Etymologicum von Kristin Kopf gelesen – und das hat sich als Glücksfall erwiesen, denn so konnte ich der Begeisterung des jungen J. R. R.  Tolkien viel besser folgen.

John Garth schildert, wie der Junge und junge Mann Tolkien sich mit Sprachgeschichte, mit Morphologie, mit Semantik und Lautverschiebungen befasst, bis dahin, dass er so um 1915 eine eigene Sprache  – Qenya – entwickelt. Es ist nicht seine erste, aber die am besten durchdachte und entwickelte, mit eigenen Lautgesetzen, mit Regeln und einer eigenen Entwicklungsgeschichte, analog zu dem, was zwischen Indogermanisch und Englisch liegt. Dazu liest er vorzugsweise alte, bis sehr alte Text; in seiner Prüfung etwas mit Shakespeare zu tun zu haben, ist ihm eindeutig zu modern … zu seiner Lieblingslektüre gehörte u. a. die finnische Sagenwelt, die im 19. Jahrhundert Elias Lönnrot als Kalevala zusammenstellte.

Angerthas mit Buchstaben

Schriftbeispiel aus Mittelerde -bearbeitet von Lómelinde (ebenfalls ein Name aus der Sprache von Mittelerde. Ein Beispiel dafür, wie detaliiert, eben wissenschaftlich, Tolkien die Sache anging.

John Garth folgt J. R.R. Tolkien den ganzen Weg über bis in den Krieg und darüber hinaus. Er schildert seinen Freundeskreis, deren Reaktionen auf seine ersten Schritte als Sprachschaffer und Autor. Erst gegen Ende seines Studiums findet Tolkien die ihm gemäße Form, die Verbindung von wissenschaftlicher Präzision mit seinem Faible für alte Geschichte, für Feen, Kobolde und Drachen – in der Erschaffung einer eigenen Mytholgie, verbunden mit der Sprache Qenya.

John Garth zeichnet weiter nach, wie die Erfahrung des Kriegs auf Tolkien wirkt und weist nach, dass die andere Welt, die Tolkien sich da erschafft, seine Reaktion auf die Erfahrungen des Großen Kriegs sind. Dabei nimmt er Bezug auf die Freundschaften, die sich aus der Schulzeit bis in die Nachkriegzeit halten, er zeichnet die Lektüre Tolkiens nach – alle Einflüsse, denen Tolkien von Jugend bis Kriesgende 1919 ausgesetzt war. Und erst hier – im zweiten Teil des Buches und nach rund 200 Seiten – gerät Tolkien selber ins Kriegsgeschehen, erlebt er das Frontgeschehen, Grabenkrieg, besonders die grausame, blutige Schlacht an der Somme.

Ein erhellendes Buch – mit EInblicken in die Kriegserlebnisse junger Engländer, die an anderen Stellen nicht so ausführlich dargestellt werden. Vielleicht eher was für Spezialisten – insgesamt aber ein gut lesbares, interessantes Buch.

John Garth: Tolkien und der erste Weltkrieg. Das Tor zu Mittelerde, übersetzt von Birgit Herden und Marcel Aubron-Bülles, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2014, ISBN: 9783408960594

Quiz zu Thema 1914 – Teil I

Heute geht das Quiz zu Thema 1914 in seine erste Runde. Drei Titel zum ersten Weltkrieg gibt es zu gewinnen. Dazu müssen Sie nur die drei Fragen per Mail beantworten. Zeit haben Sie dazu bis zum 21.10.2014, 23.59 Uhr. Bitte denken Sie daran, Ihre Postanschrift anzugeben.

Diese Bücher stehen zur Verlosung:

Headline of the New York Times June-29-1914

Das Attentat von Sarajevo in der New York Times

Bitte berücksichtigen Sie, dasss es sich um die Exemplare handelt, die meinen Rezensionen und teilweise auch meinem Vortrag zugrunde liegen: Es sind keine verlagsfrischen Exemplare!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hier geht’s zu den Fragen:

Europäische Länder hatten auf dem Kontinent und darüber hinaus verschiedene Interessen:

  • den eigenen Machterhalt
  • Zugang zu Verkehrswegen und somit zu Rohstoffen und Märkten

Deshalb kam es zu Absprachen, Bündnissen und Verträgen zwischen einzelnen Staaten.

  • Frage 1: Welche Bündnisse gingen die  europäischen Großmächte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein?
  • Frage 2: Wie wurden die Kriege im südöstlichen Europa von 1912 und 1913 genannt?
  • Frage 3: Mit welchen Äußerungen verbinden Sie Wilhelm II in Hinblick auf seine Außenwirkung?

Viel Erfolg!

Quiz zu Thema 1914 – ab 8.10.2014

Das Jahr 2014 befindet sich in seinem letzten Quartal – und damit auch ein großer Teil des Gedenkens an den Ausbruch des Großen Kriegs, bzw. des Ersten Weltkriegs. Hier in der Leselust habe ich ja unter „Thema 1914“ von Januar an eine ganze Reihe an Titeln dazu vorgestellt – rund 20 Sachbücher und 6 Romane. Es kommen auch noch ein paar einzelne Titel hinzu.

Wenn Sie sich Ihr Lieblingsbuch aus der Vorstellungsreihe noch nicht selbst gekauft haben (vielleicht auf Weihnachten hoffen) – hier haben Sie die Möglichkeit, es zu gewinnen, denn ich verlose 5x drei Titel im Rahmen eines Quiz, das nächste Woche startet:

Alle zwei Wochen gibt es mittwochs (Termine: 8.10., 22.10., 5.11., 19.11., 3.12.) zu einem Themenkomplex zum Großen Krieg drei Fragen, die Sie mir bitte per Mail beantworten. Der hauseigene Glücksbär Martin wird in bewährter Tradition  die Ziehung vornehmen.

Glücksbär Martin bei der Arbeit

Glücksbär Martin bei der Arbeit

Da mir die meisten belletristischen Werke als E-Book vorliegen, kommen zur Verlosung „nur“ Sachbücher und Bildbände.

Bitte geben Sie in der Mail mit Ihrer Antwort Ihre Postanschrift an, damit ich Ihnen Ihr Buch ohne Zeitverlust zusenden kann. Die Namen der Gewinner werden mit der Lösung veröffentlicht.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.