Gedicht zum Tag: Frühlingsglaube von Ludwig Uhlaand

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste, Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Ludwig Uhland

Frühling lässt sein blaues Band …

Die Vögel zwitschern, Tulpen, Kirschen und Forsythien blühen – es ist offensichtlich: Der Frühling ist so gut wie da (auch wenn die Temperaturen in Köln das noch nicht so wirklich vermuten lassen …)

Und so richtig ausgebrochen ist er in “meiner” Buchhandlung im Schaufenster:

Bei Baudach gibt es neben Frühlingsbüchern und Neuerscheinungen auch Frühlingsgedichte - das alles passend dekoriert mit blauem (und grünem) Band

Bei Baudach gibt es neben Frühlingsbüchern und Neuerscheinungen auch Frühlingsgedichte – das alles passend dekoriert mit blauem (und grünem) Band

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gedichte sind hübsch ausgedruckt angebracht - da sind gelatt ein paar Anregungen für meine "Gedicht zum Tag"-Reihe dabei ;-)

Die Gedichte sind hübsch ausgedruckt und dekoriert an der Rückwand angebracht – da sind glatt ein paar Anregungen für meine “Gedicht zum Tag”-Reihe dabei 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag gilt als Werbung für die genannten Buchhandlung – nähere Infos hier.

Gedicht zum Tag: April vom Johann Georg Jacobi

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Was kümmert’s dich in deinen Wolken droben,
Du launischer April,
Ob wir dich tadeln, oder loben?
Ein großer Herr tut meistens, was er will.
Auch halten wir geduldig still,
Und leiden, was wir leiden müssen.
Gib uns zuweilen nur ein wenig Sonnenschein,
Damit wir dessen uns erfreun:
Dann magst du wiederum mit Schnee und Regengüssen,
Mit Sturm und Blitz und Hagel dir
Bei Tag und Nacht die Zeit vertreiben!
In unsrer kleinen Wirtschaft hier
Soll dennoch gutes Wetter bleiben.

Johann Georg Jacobi

Gedicht zum Tag: Frühling von Joachim Ringelnatz

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Die Bäume im Ofen lodern.
Die Vögel locken am Grill.
Die Sonnenschirme vermodern.
Im übrigen ist es still.

Es stecken die Spargel aus Dosen
die zarten Köpfchen hervor.
Bunt ranken sich künstliche Rosen
in Faschingsgirlanden empor.

Ein Etwas, wie Glockenklingen,
den Oberkellner bewegt,
mir tausend Eier zu bringen,
von Osterstören gelegt.

Ein süßer Duft von Havanna
verweht in ringelnder Spur,
ich fühle an meiner Susanna
erwachende neue Natur.

Es lohnt sich manchmal, zu lieben,
was kommt, nicht ist oder war.
Ein Frühlingsgedicht, geschrieben
im kältesten Februar.

Joachim Ringelnatz

Gedicht zum Tag: Winters Flucht von Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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Dem Winter ward der Tag zu lang,
ihn schreckt der Vogel Lustgesang;
Er horcht und hört´s mit Gram und Neid,
Und was er sieht, das macht ihm Leid.

Er sieht der Sonne milden Schein,
Sein eigner Schatten macht ihn Pein.
Er wandelt über grüne Saat
Und Gras und Keime früh und sprach:
“Wo ist mein silberweißes Kleid,
Mein Hut, mit Demantstaub bestreut?”

Er schämt sich wie ein Bettelmann
Und läuft, was er nun laufen kann.
Und hinterdrein scherzt Jung und Alt
In Luft und Wasser, Feld und Wald;
Der Kiebitz schreit, die Biene summt,
Der Kuckuck ruft, der Käfer brummt;
Doch weil´s  noch fehlt an Spott und Hohn,
So quakt der Frosch vor Ostern schon.

Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Gedicht zum Tag: Will dir den Frühling zeigen von Rainer Maria Rilke

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Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten –
dürfen ihn einmal sehn.

Rainer Maria Rilke

Gedicht zum Tag: Frühling übers Jahr von J. W. von Goethe

Frühling übers Jahr Zemanta Related Posts Thumbnail

Das Beet, schon lockert
Sich’s in die Höh’,
Da wanken Glöckchen
So weiss wie Schnee;
Safran entfaltet
Gewalt’ge Glut,
Smaragden keimt es
Und keimt wie Blut.
Primeln stolzieren
So naseweis,
Schalkhafte Veilchen,
Versteckt mit Fleiss;
Was auch noch alles
Da regt und webt,
Genug, der Frühling,
Er wirkt und lebt.

Doch was im Garten
Am reichsten blüht,
Das ist des Liebchens
Lieblich Gemüt.
Da glühen Blicke
Mir immerfort,
Erregend Liedchen,
Erheiternd Wort;
Ein immer offen,
Ein Blütenherz,
Im Ernste freundlich
Und rein im Scherz.
Wenn Ros’ und Lilie
Der Sommer bringt,
Er doch vergebens
Mit Liebchen ringt.

Johann Wolfgang von Goethe