Vienna von Eva Menasse – Buch für die Stadt 2018

Wiener Schmäh und Wiener Kaffeehaus – beides gibt es im Debutroman von Eva Menasse und noch einiges mehr. „Vienna“ ist das Buch für die Stadt 2018 in Köln – in der ersten Novemberwoche gibt es dazu eine Reihe von Veranstaltungen, u. a. auch eine, bei der ich in die Vorbereitung einbezogen war.

Was erzählt Eva Menasse?

Kurz gesagt: Die Geschichte ihrer Familie. Jedenfalls birgt die Geschichte genug Parallelen zu der von Eva Menasses eigener Familie, um den Satz einfach mal so stehen zu lassen. Weiterlesen

Ich sehe was, was Du nicht liebst von Heike Abidi

rp_Bild-Unterhaltung-150x1501111.jpgDie Bücher von Heike Abidi sind immer eine gute Sache, um so richtig entspannt in eine Geschichte einzutauchen. (Ich hab das Buch ganz fix hintereinanderweggelesen – als ich ins Bett kam, war es 2 Uhr nachts …)

Worum geht es? Marlene soll eine Auszeit von ihrer Familie nehmen – sie ist die aufopferungsfreudige Mutter einer Pubertistin, eines 12-jährigen Besserwissers und eines Nesthäkchens namens Noah. Außerdem liebende Gattin von Phil, der beruflich eingespannt ist und Lenies Fähigkeiten als Köchin und Organisatorin für betriebsrelevante Abendessen benötigt. Ach, und dann ist da noch Klitschko, ein junger Retriever mit schwacher Blase. Marlene ist also gut ausgelastet – mehr als das, findet ihre Freundin und bucht ein Wellnesswochenende. Die Familie ist alarmiert. Das wird sie doch nicht machen? Uns einfach 2 1/2 Tage allein lassen?

Am Tag der Abreise finden alle das Haus leer vor – Marlene ist nicht da. Oder?

Doch, Marlene ist da, aber unsichtbar und kraftlos. Und nun erfährt sie, was ihre Familie über sei denkt, denn sie sprechen das alles ungehemmt aus.

Alle rechnen damit, dass Mutter und Hausfrau und Ehefrau Marlene am Sonntag wieder kommt. Tut sie aber nicht. Und nun ist erst einmal Chaos angesagt. Doch so peu à peu verändert sich was – in der allein gelassenen Familie und bei Marlene.

Die Hausfrau, Bremen 01

In Bremen gibt es sogar ein Denkmal für die Hausfrau – fotografiert von Rami Tarawneh [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

Mehr verrate ich jetzt nicht – es ist unterhaltsam zu lesen, denn Heike Abidi versteht ihr Handwerk und auch wenn das Ende in manchen Bereichen vorhersehbar ist, gibt es doch die eine oder andere Überraschung.

Thematisch erinnert mich das Buch an die Titel von David Safier – “Mieses Karma” usw. Das Thema ist ganz klar: Auch wenn ich mich aus Liebe aufgebe, gebe ich mich auf. Das Ergebnis ist Missachtung durch die, die ich liebe und das geht nicht gut. Marlene lernt es auf die manchmal brutale, ich als Leserin auf die unterhaltsame Tour. Und da die wirklich unterhaltsam ist, komme ich mit der klaren Zielrichtung des Buches sehr gut klar. Wie in ihren anderen Büchern schafft es Heike Abidi auch hier, einige leise Töne unterzubringen, so dass die Probleme einer liebenden, aufopferungsbereiten Frau nicht als Klamauk enden. Locker, flockig, ein unterhaltsames Buch. Es gibt eine Taschenbuch- und eine E-Book-Ausgabe.

Heike Abidi: Ich sehe was, was Du nicht liebst, Amazon Publishing, Luxemburg, 2015, ISBN: 9783503954526, ASIN: B017NGMVT6