Gekaufte Bücher zurückgeben …

Was denken Sie, wenn Sie diesen Flyer sehen? Bücher lesen und Bücher zurückgeben?

Read & Return Angebot Bücher zurückgeben

Dieses Leselzeichen hat mich interessiert

Meine erste Assoziation: Hä? Merkwürdige Bibliothek. Ist aber gar keine 😉 Es handelt sich um eine amerikanische Buchhandelskette, die mit vielen Filialen über die USA verbreitet ist. Und sie verkauft Bücher – klar.

ABER: Sie können die Bücher zurückgeben – innerhalb eines halben Jahres. Und Sie bekommen zudem die Hälfte des Kaufpreises erstattet. Quittung nicht vergessen! Und dann: Auf zu neuen Büchern.

Die zurückgenommenen Bücher landen zum halben Preis wieder in einem Regal, wenn sie gut erhalten sind. So kann man Bücher günstiger bekommen. Die nicht so gut erhaltenen Exemplare gehen an karitative Organisationen – eine Aktion in der Leseförderung.

Read & Return Leezeichen Bücher lesen und zurückgeben

Auf der Innenseite finet sich eine klein gedruckte Lsite der angeschlossenen Buchhandlungen.

 

 

 

Ich habe das Lesezeichen bei einem jungen Mann aus den USA gesehen, der mir im Zug gegenüber saß und habe ihn darauf angesprochen. Ja, er nutzt das System und gibt Bücher schon mal zurück, die er nur einmal lesen will. Laut Aussage der Buchhandelskette (und nein, ich nenne den Namen nicht, das wäre dann Werbung und ist mir im Moment zu kompliziert), nutzen besonders Menschen das Angebot, die beruflich viel unterwegs sind.

Keine dumme Idee, so alles in allem 🙂

 

Das Buch von Ann Patchett ist verlost

Ein dickes Dankeschön an die Beiträgerinnen für meine Verlosung des kleinen Büchleins von Ann Patchett – ich fand die Geschichten rund um Eure Vorlieben und Strategien zum “stationären Buchhandel” wirklich spannend.

Martin hat nun heute seines Amtes gewaltet und aus den fünf Zettelchen einen gezogen:

Martin hat Maikes Namen gezogen - Herzlichen Glückwunsch

Martin hat Maikes Namen gezogen – herzlichen Glückwunsch

Der Umschlag geht raus, sobald ich Deine Postanschrift habe, liebe Maike.

 

Verlosung: Aus Liebe zum Buch von Ann Patchett

rp_Bild-Unterhaltung-150x1501111.jpgDas hübsche kleine Bändchen von Ann Patchett lag so einladend neben der Kasse meiner Buchhandlung, dass ich nicht widerstehen konnte. Schon allein dieser i-Punkt in Form eines aufgeschlagenen Buchs … Da hatte ich noch keine Ahnung, worum es in dem Buch eigentlich geht.

Es ist die Geschichte, wie die Autorin Ann Patchett im Jahr 2010 in ihrer Heimatstadt Nashville Mitbegründerin eines Buchladens – “Parnassus Books” – wird. Gleich auf der ersten Seite wird deutlich, dass es um eine Erfolgsgeschichte geht. Der Laden brummt. Und das war vorher nicht so absehbar.
Nashville hat zur Zeit der Gründung keine einzige Buchhandlung mehr. Ein unhaltbarer Zustand. Denn:

Jetzt, da wir jederzeit jedes Buch bestellen können, ohne uns vom Bildschirm wegzubewegen, merken wir, was wir verloren haben: eine Begegnungsstätte, zwischenmenschlichen Kontakt, die Empfehlung eines klugen Lesers im Gegensatz zu einem Computeralgorithmus, der uns sagt, was andere Kunden gekauft haben. (S. 39)

Diesen Satz kann ich voll unterschreiben. Und Sie sicher auch. Was ist es, dass Sie an Ihrer Buchhandlung schätzen? Schreiben Sie einen oder zwei Sätze dazu unten in den Kommentar und vielleicht gewinnen Sie dann das kleine Bändchen von Ann Patchett. Frist ist der 28.2.2016 um Mitternacht. Ich bin sehr gespannt, was Ihnen, die Sie hier mitlesen, an “Ihrer” Buchhandlung wichtig ist, auf Ihr Statement zum “stationären Buchhandel” (schönes Wort, gelt? Bitte geben Sie Ihre Mail-Adresse an, damit ich Sie im Falle eines Gewinns benachrichtigen kann (sie wird nicht veröffentlicht). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ann Patchett: Aus Liebe zum Buch, übersetzt von Marion Hertle, Atlantik Verlag, Hamburg, 2016, ISBN: 9783455370287

PS: Martin freut sich auch schon, wieder in Aktion treten zu können.Martin1

Lesen unter Hitler – die Zusatzinformation zum 10. Mai

“Lesen unter Hitler” ist ein Buch über Bücher. Über Bücher, die heute großenteils vergessen sind. In der Zeit von 1933 bis 1945 waren sie jedoch Bestseller. Die meisten Autoren dieser Zeit sind heut ebenfalls vergessen. Aber es gibt da Evergreens: Eugen Roth, Rainer Maria Rilke (Cornet!) z. B. oder Karl May ;-).

Christian Adam stellt aber nicht nur einfach Autoren und Titel vor. Er befasst sich mit dem Buchwesen im Ganzen. Dazu gehören die politischen Strukturen, die Verbände und -ganz wichtig! – die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Letztere nämlich höhlen manche Vorschrift der Reichsschrifttumkammer aus. Was sich verkauft, kann bleiben.

Der Hauptteil seines Buches besteht aus den Darstellungen der einzelnen Bereiche in der Literatur mit Beispielen und Erläuterungen: zum Unterhaltungsroman, zur Kriegsliteratur, zur heiteren Literatur, zum Sachbuch und natürlich zur gehobenen Literatur. Ja, die gab es auch! Klar, Goethe konnte sich ja nicht mehr wehren. Rilkes Cornet war schon im ersten Weltkrieg sehr beliebt. Heldentod in mitreißender Sprache – welcher Soldat kann da widerstehen? Hermann Hesse war auch im Dritten Reich zu bekommen – seine Widerständigkeit gegen die Vereinnahmung war so subtil, dass man sie einfach übersehen wollte und konnte. Bild Schlagwortkatalog zu Sachbücher von _Dr.MarcusGossler

Wirklich spannend ist der immer wiederkehrende wirtschaftliche Aspekt, der Buchmarkt mit seinen Mechanismen. Adam kommt auf ihn zurück, wann immer sich Gelegenheit bietet – auch in der ideologischen Ausrichtung von Literatur ist der schnöde Mammon das Hauptkriterium, so seine Hauptaussage.

Wer also wissen, will, was den Leserinnen und Leser anstelle der verbrannten Bücher geboten wurde, findet hier reichhaltiges Material. Und erstaunliche Ergebnisse: Nicht die martialisch auftrumpfenden Ideologie-Schriften waren die Renner, sondern das Mittelmaß – literarisch wie propagandistisch betrachtet.

Um zu seinen Schlussfolgerungen zu kommen, musste Christian Adam nicht nur eine Vielzahl an Büchern und anderen Publikationen aus der Nazizeit sichten und lesen, sondern auch die Buchmarktstrukturen recherchieren, die politischen Phrasen auf ihre Durchsetzung hin prüfen und Berge von Verwaltungsmaterial sichten. Eine umfassende Recherche mit interessantem Ergebnis. Und dann noch gut zu lesen: Leserherz, was willst Du mehr?

Christian Adam: Lesen unter Hitler, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2013, ISBN: 97835961929772013

Heute Abend findet dann meine Lesung statt – zum Jahrestag der Bücherverbrennung aus einigen eher unbekannteren der verbrannten Bücher. Nähere Informationen über Zeit und Ort und Eintrittspreis finden Sie hier – wenn Sie das Datum anklicken, öffent sich ein Zusatzfensterchen.