Irrungen und Wirrungen … von Brigitte H. Hammerschmidt

Nein, keine Angst, Brigitte H. Hammerschmidt ist kein Pseudonym für Fontane … Ihr Titel geht noch weiter “… auf Pemberley” – puh, kein Fontane-Verschnitt, sondern Fanfiction zu Jane Austen verbirgt sich dahinter.

Wir befinden uns auf Pemberley und Lizzie begrüßt ihre Schwester Jane Bingley, die überraschend zu Besuch gekommen ist. Beide “Bennet-Mädchen”, wie es in der Vorschau zum Folgeband heißt, sind inzwischen rund ein Jahr verheiratet und haben so ihre Päckchen zu tragen. Janes heißt Caroline. Weiterlesen

Jane Fairfax von Joan Aiken

So, nachdem ich es geschafft habe, Emma von Jane Austen noch mal zu lesen (hat gar nicht weh getan 😉 ), konnte ich auch mein letztes Buch von Joan Aiken zum Thema in Angriff nehmen. Wie bereits einmal erwähnt, hatte ich bei meinem Erstkontakt mit dem Titel vor 20 Jahren oder so ein paar Schwierigkeiten.

Janes Geschichte vor “Emma”

Joan Aiken erzählt die gesamte Geschichte von Jane Fairfax und Emma Woodhouse von der Kleinkindzeit der beiden an und beginnt, ehrlich gesagt, ziemlich schwach. Was mich dabei störrt, sind die vielen Erklärungen der Erzählstimme:

Und daß man ihr Woche für Woche ein Kind als leuchtendes Beispiel vor Augen hielt, das ihr in jeder anderen Hinsicht (…) so offensichtllich unterlegen war (…), fand sie verwunderlich und ebenso schwer zu ertragen wie zu begreifen (…)  (S. 11)

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Jane Austens Geheimnis von Charlie Lovett

Bei dem Cover und überhaupt nach meiner Lektüreerfahrung mit Jane-Austen-Nachfolge- oder -Ergänzungsbänden erwartete ich eine Frau als Autorin – nix, da, Charlie Lovett ist Antiquar und tatsächlich männlich 😉 Sein Beruf spielt im vorliegenden Roman auch eine Rolle. Fazit gleich vorweg – es war eine Freude!

Der Klappentext ist zwar nicht falsch – aber sehr sehr irreführend! Denn obwohl Sophie Collingwood tatsächlich in einem Buchantiquariat arbeitet, ist das nicht ihre Haupteigenschaft. Weiterlesen

Zitatsammlungen von Jane Austen

Eine Autorin, die für ihren Witz, ihre Ironie und ihre Beobachtungsgabe gerühmt wird, ist natürlich eine Quelle für Zitate. Also gibt es zu Jane Austen solche handlichen Büchlein, die, thematisch sortiert, ihre Worte verbreiten.

Mein Liebling ist ja das “Jane-a-day“, von dem ich mindestens einmal pro Woche was bei Twitter einstelle (immer zum Datum, da wird nicht gepfuscht). Außerdem denke ich, dass ich daran länger als fünf Jahre Freude haben werde 😉

“Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen”

Im Insel-Verlag ist gerade ein sehr handliches kleines Büchlein erschienen: “Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen” heißt es. Die Übersetzungen, die ihm zugrundeliegen, stammen alle ebenfalls aus dem Insel-Verlag – kommen mir also manchmal etwas unvertraut vor (das kann den Blick aufs Original nur schärfen!). Weiterlesen

200. Todestag von Jane Austen – eine Verlosung

Jane Austen – beliebt, gelesen, forgesetzt

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Die berühmte Skizze von Jane Austen von ihrer Schwester Cassandra – den Augen entging offensichtlich nichts

Heute ist es also so weit. Heute ist der Termin, auf Grund dessen es dieses Jahr so viele Neuerscheinungen im Zusammenhang mit Jane Austen (und meine Blogreihe) gab: Am 18.7.1817 ist die Autorin von “Stolz und Vorurteil”, “Emma”, “Lady Susan” usw. mit nur 41 Jahren gestorben.

Viel ist darüber spekuliert worden, ob ihr klar war, welcher Qualität ihre Werke waren, dass sie die ihrer Zeitgenossinnen bei weitem überdauern würden. Dass sie gut schreiben konnte, wusste sie wohl. Sie hatte ja auch lange trainiert 😉

Ihre Bücher sind inzwischen ein Renner auf dem Buchmarkt, Verfilmungen gibt es zuhauf (fast jede Dekade hat ihre Jane-Austen-Verfilungen) und – was ja in meiner Reihe “beloved Jane” oft zur Sprache kam (und kommen wird – es geht weiter!) – es gibt Adaptionen ihrer Stoffe, Wiederaufnahmen von Personal und Fortsetzungen jeglicher Couleur. Weiterlesen

Jane Austen. 100 Seiten von Christian Grawe

Nun habe ich schon so vieles von Christian Grawe über Jane Austen gelesen – und da schafft er es doch mich noch mal zu überraschen 🙂 Klar, einige Fakten und auch die Nacherzählungen ändern sich inhaltlich nicht. Aber allein der Anfang – sehr persönlich, seine eigene erste Begegnung mit “Pride and Prejudice”. Die sofort aufkommende Begeisterung gerade für den berühmten Anfang vermittelt er in ein paar Absätzen – auch als alte Häsin in Sachen Jane Austen habe ich sie noch mal als so eine Art Augenöffner erlebt. Und schon so am Anfang: Erstaunlich, wie viele Informationen Christian Grawe auf so wenigen Seiten zusammenträgt.

Man kann es sich heute gar nicht vorstellen, wie unbekannt Jane Austen vor 50 Jahren in Deutschland war. Christian Grawe macht das an der Reaktion von Verlegern deutlich; einer meint, Chrstian Grawe wolle mit einer Biographie

einer noch lebenden jungen Autorin zu unverdientem frühen Ansehen verhelfen. (S. 5)

Ziel des Bändchens ist eine Einstiegshilfe in die Lektüre von Jane Austens Büchern. Deshalb gibt es eine kurze Inhaltsangabe zu allen Romanen und auch zu den Jugendwerken, mit ein paar besonders typischen Zitaten als Schmakerln garniert. Es fehlt auch nicht der kurze Abriss zum Leben und zur Gesellschaft vor 200 Jahren. Und zu guter Vorletzt geht Christian Grawe noch etwas ausführlicher auf das Besondere in Jane Austens Stil ein. Um die Leseeinladung perfekt zu machen, gibt es eine Liste zur empfohlenen Einstiegsdroge – äh, pardon, -lektüre.

CassandraAusten-JaneAusten(c.1810) hires lebenjunge Autorin à la Christian Grawe

Hier haben wir die “lebende junge Autorin” gezeichnet von ihrer Schwester Cassandra

Ach ja, und zu den Verfilmungen äußert er sich auch – für alle, die “das Buch zum Film” suchen 😉

Für mich ist klar – ich glaub, ich hatte es an anderer Stelle schon erwähnt: Ich muss mich noch mal an “Emma” machen. Und “Sense and Sensibility” noch mal lesen – Christian Grawe bezeichnet das Buch als Jane Austens bitterstes Werk …

Christian Grawe: Jane Austen. 100 Seiten, Reclam-Verlag, Stuttgart, 2016, ISBN: 9783150204177

Das Buch gibt’s auch in der Stadtbibliothek Köln.

Die Besprechung gehört in meine Reihe “Beloved Jane”, die ich anlässlich des 200. Todestags am 18.7.2017 in diesem jahr begonnen habe.

Die schöne Cassandra von Jane Austen

2012 erschien die Sammlung der gesammelten Jugendwerke von Jane Austen erstmals auf Deutsch – in der mir sehr vertrauten Übersetzung von Christian und Ursula Grawe (ich bin mit den Reclambändchen der Werke Austens sozialisiert).

Die Texte entstanden in der Teenagerzeit von Jane Austen, zwischen 1786 und 1793 und dienten der abendlichen Unterhaltung im Familien- und Freundeskreis. Insgesamt 27 Werkchen – im Umfang zwischen einer halben Seite und einer Novelle von ca. 50 Seiten – hat Jane Austen offensichtlich selber zusammengetragen, denn sie finden sich in drei Heften, säuberlich geschrieben und mit „Band 1-3“ bezeichnet, sorgfältig aufbewahrt. Ja, die Hefte wurden sogar regelgerecht vererbt – sie kamen im Testament vor.

Aber was erzählt sie denn nun? Weiterlesen

Der Schmuck der Lady Catherine von Joan Aiken

Obwohl sie im Titel vorkommt, hat Lady Catherin de Bourgh in diesem Buch von Joan Aiken – entgegen ihres von Jane Austen ersonnenen Charakters – erst einmal nur wenig zu sagen.

Joan Aiken bedient sich des Personals, das Jane Austen eingeführt hat und ergänzt es nach ihren Bedürfnissen – völlig in Ordnung. Sie schreibt ja schließlich ein neues Buch. Was ich nicht so gut finde: Ihre Charakerisierung der Hauptperson, Mary Lucas, differiert ziemlich von der Mary, die Jane Austen eingeführt hat. Auch Anne de Bourgh hat sich stark verändert. Für beides gibt es gute Erklärungen, besonders bei Anne -, aber trotzdem hat es mich gestört, dass ein völlig naives Pflänzchen auf einmal nicht nur “Hausverstand” aufweist, sondern sich als selbständige und kritische Person entpuppt. Nicht, dass ich es Mary nicht gönnen würde … Weiterlesen

Die vergessene Schwester von Jennifer Paynter

“Mary Bennets Stolz und Vorurteil” ist tatsächlich der Untertitel, den Jennifer Paynter ihrem Erstlingsroman gegeben hat … Auf dass der Bezug zu “Stolz und Vorurteil” von Jane Austen auch wirklich allen klar wird.

Mary erzählt selbst und beginnt schon vor ihrer Geburt – mit der Ehe ihrer Eltern. Anfangs war Mr. Bennet gar nicht sooo unbarmherzig gegenüber der Dummheit seiner Frau. Seine Enttäuschung über die ununterbrochene Reihe von Töchtern macht Jennifer Paynter sehr deutlich, mit allen Folgen im familiären Umgangston. Die weiteren Beziehungen in der Familie sind auch Thema: Zwei Schwesternpaare, die einander genügen und Mary als Einzelgängerin dazwischen. Sie gilt als weniger hübsch als ihre älteren Schwestern und weniger lebhaft als ihre jüngeren – doch alles hat seine Gründe: Weiterlesen

Die jüngste Miss Ward von Joan Aiken

Ja ja, ich weiß – der Name Ward erscheint gleich auf der ersten Seite von “Mansfield Park” von Jane Austen. Ich konnte den Titel von Joan Aiken trotzdem nicht sofort einordnen. Schließlich sind die Schwestern Ward – also  die Mutter von Tom, Maria, Edmund und Julia Bertram, ihre Schwester Mrs. Norris und “die arme Fanny” Price – nicht die Hauptpersonen des Romans.

Joan Aiken hat in ihrem Roman den drei Schwestern Ward eine vierte hinzugesellt, deren Lebenslauf sie verfolgt. Dabei kommt die bekannte Geschichte von Jane Austen immer wieder in den Blick – Harriet (genannt Hatty) hätte aber ebenso gut eine andere Familie haben können als die von Mansfield Park. War Ihnen bewussst, dass Mrs. Norris auch einen Vornamen gehabt haben muss? Mir nicht … Joan Aiken nennt sie Agnes. (Jetzt müsste ich glatt “Mansfield Park” noch mal lesen …. Ich meine aber, da ist nur von “Mrs. Norris” und in der Anrede “Schwester” die Rede. Wissen Sie mehr? Ich freu mich über Korrekturen, wenn nötig.) Weiterlesen