Die Watsons von Jane Austen und David Hopkinson

rp_Bild-historisches-300x1993-300x199-300x199.jpgTatsächlich gibt es mehrere Fortsetzungsversuche zu dem Fragement “Die Watsons”, das Jane Austen 1804 begann und nach dem Tod ihres Vaters nicht vollendete. Mir liegt die vor, in der David Hopkinson, der allerdings namentlich nicht genannt wird, im Nachwort die Erzähltradition von Janes Familie betont, in die er sich einreiht. Die Info, dass es sich um ihn handele, habe ich von einer deutschsprachigen Seite zu Jane Austen.

Den Beginn des Romans habe ich ja bereits bei meiner Besprechung von “Lady Susan” vorgestellt: Emma Watson, nach 14 Jahren der Trennung wieder bei ihrer Familie gelandet, gewinnt durch ihre Freundlichkeit gegenüber einem zehnjährigen Jungen auf einem Ball die Aufmeksamkeit einiger Menschen, darunter dreier junger Männer, die unterschiedlicher nicht sein können:

  • Tom Musgrove, ein Lebemann aus dem Ort, der laut ihrer Schwester Elizabeth mit jeder Frau zu flirten versucht, sich aber nicht festlegen will
  • der junge Lord Osborne, gesellschaftlich eher ungeschickt und recht wortkarg
  • Mr. Howard, der ehemaliger Lehrer Lord Osbornes und jetzt als Pfarrer der Gemeinde tätig

Noch vor Abbruch ihres Manuskripts fürhrt Jane Austen weitere Familienmitglieder von Emma ein:

  • Robert Watson, der älteste Bruder, ist Anwalt und hat die Tochter seines Dienstherrn geehelicht; all’ sein Sinnen und Trachten ist “Geld” – erlangen, verwalten, vermehren
  • seine Frau Jane ist sehr von sich und ihren 6000 Pfund eingenommen – noch unsympathischer als ihr Mann
  • Margaret, Emmas nächstältere Schwester, schwärmt ausdauernd für Tom Musgrove, ist launisch und zänkisch

Dann gibt es noch den jüngeren Bruder Sam, von dessen Hoffnungen auf die attraktive Miss Edwards Elizabeth ihre Schwester Emma vor dem Ball in Kenntnis setzte. Er macht eine Ausbildung als Wundarzt. Die letzte Schwester, die gerade eine Freundin besucht, heißt Penelope und ist nach Aussage von Elizabeth sehr darauf aus, sich möglichst gut zu verheiraten und immer bereit, für ihren eigenen Vorteil andere zu übervorteilen. Beide Geschwister haben im Teil, den Jane Austen verfasste, noch keinen Auftritt.

Mit dem 6. Kapitel setzt die Handlung ein, die David Hopkinson anhand der Vervollständigungen aus dem Familienkreis (Nichte und Großnichte von Jane) als so besonders nah an Jane Austens eigenen Plänen hält: Emma freundete sich nicht nur mit der Mutter ihres zehnjährigen Tanzpartners und dem dazugehörigen Bruder bzw. Onkel, also Mr. Howard, an, sondern auch mit der Schwester von Lord Osborne. Mit den auch bei Jane Austen üblichen Verwicklungen  – Emma sieht sich zwei Verehrern ausgesetzt, Henrietta Osborne spielt mit dem ihren – findet Emma am Ende ihr Glück, ebenso wie ihre Freundin Henrietta. Der  missgünstigen Schwester ist solch Glück nicht beschieden.

Chawton Church, Steventon, Hampshire

Die Kirche in Steventon,, wo der Vater von Jane Austen Pfarrer war – ihr Sehnsuchtsort auf dem Land, ähnlich wie für Emma, die das Stadtleben nicht mag.

Auch wenn David Hopkinson sich auf die Erzähltradition der Familie von Jane Austen berufen kann – die subtile Leichtigkeit seines Vorbilds fehlt ihm. Das gilt großenteils vor allem für die Sprache, aber auch die Verknüpfung der einzelnen Handlungsfäden wirkt gelegentlich etwas forciert. Auch die Meinungen, die die Figuren vortragen, sind deutlicher formuliert, als es zu Beginn des 19. Jahrhunderts möglich oder schicklich gewesen wäre. So antwortet Emma auf eine Frage nach ihrem Lebensziel

Aber man bewahre mich vor der Sklaverei, en grande dame leben zu müssen – ich wurde nicht so erzogen, und nichts als Brauchtum kann solche Ketten leicht und elegant erscheinen lassen. (S. 74)

Im Großen und Ganzen finde ich, dass David Hopkinson seine Sache gut gemacht hat – meine Neugier nach der Entwicklung der von Jane Austen vorgestellten Personen hat er angenehm befriedigt.

Jane Austen: Die Watsons, übersetzt von Elizabeth Gilbert, Droemer Knaur Verlag, München, 1978, ISBN: 3426006839

Wie Sie sehen, habe ich mir ein antiqarisches Schätzchen besorgt. Im dtv-Verlag gibt es das Buch aber noch.

Dieser Beitrag gehört in meine Reihe zum 200. Todestag von Jane Austen im Juli “Beloved Jane”.

Sommer in Edenbrooke von Julianne Donaldson

rp_Bild-historisches-300x1993-300x199-300x199.jpgJulianne Donaldson ist eine vielversprechende Nachfolgerin für Georgette Heyer. Ihr 2012 auf Englisch erschienener Debütroman „Sommer in Edenbrooke“ (wie zu erwarten lautet der Titel im Original nur einfach „Edenbrooke“) hat mich wirklich gut unterhalten, auch wenn es ein paar kleine Haken gab.

Marianne Daventry, die junge Protagonistin, hat gleich am Anfang des Buches ein großes Problem, nämlich einen unerwünschten Verehrer. Der macht sich bei ihr mit selbst verfassten Gedichten auf ihre Schönheit unbeliebt. Kein Wunder, dass sie ihm zu entkommen trachtet. Dazu gibt es bald eine unerwartete Gelegenheit – Marianne wird eingeladen, die nächsten Wochen bei der Familie der Freundin ihrer verstorbenen Mutter zu verbringen. Zudem verspricht ihre grantige Großmutter, sie anstelle ihres nichtsnutzigen Cousins als Erbin einzusetzen. Bedingung: Sie soll lernen, sich wie eine Dame zu benehmen.

Marianne begibt sich also frohgemut auf die Reise und die Abenteuer können beginnen: Ihre Kutsche wird überfallen, der Kutscher James verletzt, ihr Medaillon geraubt – was tun? Zusammen mit ihrer Zofe, ein ebenso zierliches Geschöpf wie sie selber, wuchtet sie den verletzten Kutscher ins Innere des Gefährts und lenkt den Wagen bis zum nächsten Gasthaus. Ihr erstes Ansuchen um Hilfe wird von einem Gentleman in der Gaststube abgewiesen, doch der Wirt ist hilfsbereit; er schafft James in eins der Zimmer, versorgt die Wunde und empfiehlt Marianne, unten in der Gaststube etwas zu essen. Dort begegnet sie dem vorher so unfreundlich auftretenden jungen Mann – noch vor Ende der Mahlzeit sind die beiden die dicksten Freunde; Marianne entdeckt in ihm einen Menschen mit demselben Humor. Während sie ihm ihre Identität enthüllt, verbleibt er in Anonymität. Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass er sich a) um alles Notwendige für Mariannes Weiterfahrt und b) um eine Pflegeperson für James gekümmert hat. Marianne und ihre Zofe reisen weiter nach Edenbrooke.

A treatise on carriages - comprehending coaches, chariots, phaetons, curricles, whiskies, &c. - together with their proper harness, in which the fair prices of every article are accurately stated (14590085648)

Ein Kutschenmodell aus der geschilderten Zeit – offensichtlich besser gefedert als das altmodische Teil der Großmutter.

Was dann folgte, habe ich in der Straßenbahn gelesen und da ich dort nicht die ganze Zeit schallend lachen konnte, habe ich still Tränen gelacht: Mariannes Bedürfnis, sich aus purer Lebenslust im Kreis zu drehen, hat, man könnte sagen: bestürzende Folgen. Und wer dann als Retter auftaucht, das können Sie sich sicher denken.

Julianne Donaldson hat mit Marianne und Philip – ja, so heißt der junge Mann und er ist Sohn des Hauses, in dem Marianne zu Gast ist – ein so offensichtlich kongeniales Paar erschaffen, dass jede Art der Verzögerung, auch als Traumpaar zu enden, gesucht erscheint. Das ist im Grunde einer meiner Kritikpunkte an dem Buch: Das glückliche Ende für die beiden winkt einfach schon zu früh, und das trotz einiger schwerwiegender Hindernisse. Einer davon ist die absolute Begriffsstutzigkeit von Marianne im Zusammensein mit Philip. Ein Mädchen, das mit der eigenen Schwester bereits über die möglichen Zuneigung von Jungen spekuliert hat, kann nicht so blind sein; in dieser Hinsicht ist Marianne äußerst unglaubwürdig – der nächste Kritikpunkt. Hinzu kommen die Szenen, in denen die beiden, wenn auch oft bei geöffneter Tür, oft stundenlang völlig allein miteinander sind; Georgette Heyer wäre ein solcher Fauxpas nicht passiert, denn das war für die damalige Zeit undenkbar.

Julianne Donaldson schildert im Interview, das dem Roman folgt, wie sehr Georgette Heyer und Jane Austen sie beeinflusst haben – an solchen Stellen wird aber deutlich, dass sie eben doch eine Frau des 21. Jahrhunderts ist.

Im Großen und Ganzen jedoch ist das Buch eine reizende, unterhaltsamen Lektüre für alle, die ein Faible für die Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben. Wie ihr Vorbild Georgette Heyer schreibt Julianne Donaldson einen lockeren, selbstironischen Stil. Das tut dann auch Marianne, wenn sie ihrer Großmutter pflichtschuldigst von ihren Fortschritte berichtet, sich wie eine Dame zu benehmen. Beispiel gefällig? Bitte sehr:

Zwischenzeitlich hier eine kleine Zusammenfassung darüber, was ich über das Dasein einer eleganten jungen Lady gelernt: Sie sollte niemals einen Genlteman beledigen, mit dem sie später womöglich diniert. (S. 141)

Julianne Donaldson: Sommer in Edenbrooke, übersetzt von Heidi Lichtblau, Pendo Verlag, München Berlin Zürich, 2017, ISBN: 9783866124288

Oh ein Tier von Felix Bork

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x15011-150x150111.jpgMan sollte doch die Angaben zu Umfang und Größe eines Buchs lesen – als mich das Paket mit dem Buch von Felix Bork erreichte, war ich erst mal baff: ein Monstrum! Okay, übertrieben, aber Größe und Gewicht von einem Museumskatalog mittlerer Größe hat das Werk schon.

Und wie siehts drinnen aus?

Bunt 🙂

Viele der illustrationen von Felix ork sind ebenso korrekt wie ein Foto - allerdings käme bei ihm der Rosenkäfe ohe das Blatt darunter daher. Foto: Heike Baller

Viele der Illustrationen von Felix Bork sind ebenso korrekt wie ein Foto – allerdings käme bei ihm der Rosenkäfe ohne das Blatt darunter daher. Foto: Heike Baller

Und durchaus informativ, auch wenn bei manchen der kindlich anmutenden Bilder was anderes zu erwarten wäre. Felix Bork stellt auf diese unkonventionelle Weise alle möglichen Tiere vor, die in unseren Breiten leben. Jedem Abschnitt ist ein offensichtlich von Hand bearbeiteter informativer Text vorangestellt – unverständliche Wörter werden ersetzt (teils mit den drastischen Ausdrücken der Alltagssprache 😉 : Abdomen = Arsch), es gibt Seitenangaben, um die entsprechenden Informationen im Buch zu finden und Verweis innerhalb des Textes, damit man nicht frustriert zu lesen aufhört. Die Darstellungen der Tierwelt gibt es in seriös – also korrekte Illustrationen, in Comicform – kleine Geschichten mit absurdem Inhalt, um Wörter zu erklären, als eine Art Kinderzeichnung oder als Verweigerung – bei den Fischen gibt es einige Doppelseiten mit Blautönen und Fischschemen, weil,  so die Erklärung, sie unter Wasser so schlecht zu erkennen sind.

Felix Bork legt hier eine Mischung von Information und Spaß vor, die sich dazu eignet, gemeinsam beguckt zu werden. Als Erwachsener sollte man sich allerdings nicht vor allzu viel deftiger Sprache fürchten 😉

Ein ungewöhnliches Sachbuch mit Spaßfaktor. “Bestimmungsbuch” – na ja, zum Mit-Raus-Nehmen ist es aufgrund seines Umfangs nicht wirklich geeignet.

Felix Bork: Oh, ein Tier! Bestimmungsbuch mit fast allen hemischen Arten, Eichborn Verlag, Köln, 2017, ISBN: 9783847906339

Das Buch zu Sherlock Holmes ist verlost

Da hatte Martin ja richtig was zu wühlen – 27 Kommentare zum Buch über Sherlock Holmes macht 27 Zettelchen:

So voll war der Lostopf selten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem gründlichen Tauchgang brachte Martin diesen Zettel zum Vorschein:

Gratulation an Kerstin, die Wortspielerin!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das wars dieses Jahr hier mit der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” – andere Verlosungen (auch die von Kerstin, wie ich eben gesehen habe) gehen noch weiter; viel Spaß beim Stöbern 🙂 Und bis nächstes Jahr 🙂

Das Perlenbuch ist verlost

Martin hatte heute seinen ersten Einsatz seit langem, es galt die Namen derer zu ziehen, die das Perlenbuch gewinnen:

7 Zettelchen liegen bunt durcheinandergewürfelt in der Schale - welche Namen kommen raus?

7 Zettelchen liegen bunt durcheinandergewürfelt in der Schale – welche Namen kommen raus?

Es sind so schöne Geschichten, die zu Perlen und Perlenschmuck zusammengekommen sind – gut, dass hier das Los entscheidet und nicht ich, denn dann hätte ich ein paar Bücher dazukaufen und alle beschenken müssen; lesen Sie selber noch mal in die Kommentare hinein.

Ich selber habe auch ein paar Perlenschmuckstücke geerbt und trage sie gern.

Ach ja, ein Kommentar hat sich ein bisschen verlaufen ;-), aber auch die Liebhaberin teils skurriler Perlenketten war mit im Lostopf ;-).

 

Und wer hat nun die beiden Exemplare vom Perlenbuch gewonnen?

Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt

Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Herzlichen Glückwunsch!

Jane Austens Northanger Abbey von Val McDermid

rp_Bild-Unterhaltung-150x1501111.jpgBisher kannte ich Val McDermid “nur” als Krimiautorin – doch so was kann sie auch: Einen Jane-Austen-Roman in die Jetztzeit transportieren.

Northanger Abbey gehört – ebenso wie Emma – nicht gerade zu meinen Favoriten in der kurzen Reihe von Jane Austens Romanen, da ich zum Fremdschämen neige 😉 (Satire hin oder her) und Catherine genau wie Emma bietet dazu ja nun wirklich reichlich Gelegenheit. Nichtsdestoweniger habe ich das Buch von Val McDermid genossen, einfach, weil sie die Geschichte so völlig selbstverständlich in die Moderne tranferiert. Dabei schafft sie es, die den Personen von Jane Austen verliehenen Charaktere fast 1:1 zu modernisieren:

  • Statt auf Schauerromane steht Cat auf Vampirgeschichten
  • Informationen über die Famlienbeziehungen der Tilneys bekommt sie über Facebook
  • Die Angebereien von John Thorpe sind durchaus angepasst …

Andere Gegebenheiten ändert Val McDermid aber auch, so dass die Aktualität gewahrt bleibt, so z. B. den Umgang Cats mit dem Ehepaar Allen – gemäß unserer Zeit herrscht hier sehr viel mehr Gleichberechtigung und Lockerheit im Ton als zu Zeiten Jane Austens. Drogen sind Thema – nur mal so als Beispiel. Und der Verdacht, aus dem sich das Missverständnis zwischen Cat und Henry entwicklen kann, ist ebenfalls aktueller als der Vorwurf, sie sei ja keine reiche Erbin, wie er im Original erhoben wird.

NorthangerPersuasionTitlePage

Obwohl Jane Austen ihre Satire viel früher geschrieben hatte, erschien sie erst nach ihrem Tod, zusammen mit ihrem letzten Roman Persuasion

Auch Cat ist eine junge Frau von manchmal etwas beschränktem Verstand, wie ihr historisches Vorbild, und ebenso wenig wie Catherine in der Lage zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu unterscheiden – sie benimmt sich also mehr als nur einmal äußerst albern. Doch am Ende gibt es wie bei Jane Austen ein glückliches Paar.

Man kann den Roman auch einfach so genießen – mit dem Wissen um das Original gibt es aber noch mehr Spaß.

Val McDermid: Jane Austens Northanger Abbey, übersetzt von Doris Styron, HarperCollins Germany, Hamburg, 2016, ISBN: 9783959670180

Dieser Beitrag gehört in meine Reihe zum 200. Todestag von Jane Austen im Juli “Beloved Jane”.

In der Stadtbibliothek Köln gibt es den Titel als E-Book, als Buch und im Original.

Blogger schenken Lesefreude 2017

rp_blogger2015-300x156.pngHeute ist es wieder so weit: Welttag des Buches ist heute und heute startet – nicht nur bei mir – eine Verlosungs- oder Verschenkaktion rund ums Buch, dank der Leute, die “Blogger schenken Lesefreude” ins Leben gerufen haben.

Hm, Lesefreude bedeutet ja für viele Unterschiedliches, sprachlich wie inhaltlich. Deshalb ist es gut, dass so viele Bloggerinnen und Blogger an der Aktion “Blogger schenken Lesenfreude” teilnehmen – irgendwen, der das verlost oder verschenkt, was gerade Sie interessiert, finden Sie da bestimmt. Und Sie haben die Möglichkeit, unterschiedliche Literatur- und Buchblogs kennenzulernen, wenn Sie mit dem Slogan durchs Netz surfen oder der Teilnehmerliste folgen.

Bei mir gibts ein etwas älteres Schätzchen zu gewinnen – “Die Welt des Sherlock Holmes” von Maria Fleichhack. Eine spannende und informative Lektüre.

Sie sind interessiert? Dann kommentieren Sie doch bitte diesen Beitrag bis zum 30.4.2017 um Mitternacht – Martin wird den Tag der Arbeit dann mit der Verlosung beginnen 😉 Bitte geben Sie Ihre Mail-Adresse an, damit ich Sie im Falle eines Gewinns benachrichtigen kann (sie wird nicht veröffentlicht). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es handelt sich um ein gelesenes Exemplar.

Martin bei der Arbeit - so sieht das dann am 1.5.2017 auch aus

Martin bei der Arbeit – so sieht das dann am 1.5.2017 auch aus

Perlen – ich verlose das Buch von Rolf-Bernhard Essig

Gestern habe ich Ihnen das Büchlein von Rolf-Bernhard Essig vorgestellt:

Rolf-Bernhard Essig: Perlen, Perlen, Perlen. Eine Liebeserklärung in sieben schimmernden Kapiteln, Illustrationen von Birgit Schössow, mareverlag, Hamburg,  2017, ISBN: 9783866482500

Der Verlag hat mir freundlicherweise zwei Exemplare für eine Verlosungsaktion zur Verfügung gestellt. Wenn Sie also mögen:

Erzählen Sie hier in den Kommentaren, was Sie mit Perlen verbinden.

Eine besodners geformte Perle - Perlen sind ja nicht nur rund

Eine besodners geformte Perle – Perlen sind ja nicht nur rund

  • Ist es eher der Gedanke an ältliche Damen der Bekannt- oder Verwandtschaft?
  • Oder hängt an Ihrem Perlenschmuck eine schöne Geschichte?
  • Oder was ganz anderres?

Sie haben Zeit bis zum 23.4. um 23.59 Uhr – danach ist Martin dran (er freut sich schon sehr, mal wieder einen Einsatz zu haben).

  •  Bitte geben Sie Ihre Mail-Adresse an, damit ich Sie im Falle eines Gewinns benachrichtigen kann (sie wird nicht veröffentlicht). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Martin waltet dann am 24.4.2017 seines Amtes – und dann machen sich die beiden Bücher auf die Reise.

Viel Glück!

 

Perlen, Perlen, Perlen von Rolf-Bernhard Essig

rp_Bild-Unterhaltung-150x1501111.jpgIm Vorwort gibt Rolf-Bernhard Essig ein winzigen Hinweis auf seine Verbindung zu Perlen – Kleopatra und Asterix haben damit zu tun. Klingelt’s schon? Sein Nachmname übrigens auch.

Aber jetzt, oder?

Okay, dann mach ich es wie der Autor und sage: “Später mehr dazu.” Und konzentriere mich zuerst auf das schimmernde Büchlein, das der mareverlag da herausgegeben hat. Sieben schimmernde Kapitel werden versprochen, eine Illustration, deren Stil ein bisschen an die 50er Jahre und die Diven von Hollywood denken lässt – das macht neugierig. Tatsächlich hat Rolf-Bernhard Essig einiges zu bieten:

  • Kulturgeschichte in Europa und Asien
  • Naturkunde
  • Methoden der Perlenzucht
  • Volkskunde
  • Kunsthandwerk
  • Geschichte
  • Märchen
  • Literatur

Michelangelo Caravaggio 064

Perlen in der Kunst – eine Herausforderung an den Maler

und eben was zu Asterix und Kleopatra. Es geht um die Szene, als Kleopatra in Essig (!) gelöste Perlen zu sich nimmt –  eine Initialszene für Rolf-Bernhard Essig (in meiner Familie ist aus dem Band der Satz “Mandeln – ich mag Mandeln” ein geflügeltes Wort).

Rolf-Bernhard Essig mäandert assoziativ durch sein Thema, auch wenn die sieben Kapitel durchaus einen inhaltlichen Zusammenhang haben. Es mutet wie ein Plauderei zu einem Lieblingsthema an. Sprachwitz legt der Autor dabei auch an den Tag. “Bezaubernde Bedeutungslosigkeit” als Einordnung einer Klatschapaltengeschichte klingt doch nett, oder?

Eine Geschichte in dem Buch hat es mir besonders angetan: Da wird Michelle Obama, zur Zeit der Abfassung noch First Lady der USA, nachts von Jackie Kennedy und Coco Chanel besucht und die drei Modequeens plaudern über Perlen und anderes. Sehr nett.

Man kann das Büchlein von vorne an weglesen – nett ist aber auch der Zugang übers Blättern und Stöbern. Ein kleines Bändchen, das ich sicher gern mal wieder zur Hand nehme.

Rolf-Bernhard Essig: Perlen, Perlen, Perlen. Eine Liebeserklärung in sieben schimmernden Kapiteln, Illustrationen von Birgit Schössow, mareverlag, Hamburg,  2017, ISBN: 9783866482500

PS: Ich hatte das Buch im Urlaub mit – das hatte Auswirkung auf mein Souvenir ;-):

Mein neuer Schmuck aus Perlen

Mein neuer Schmuck aus Perlen

Urban Yoga von Amiena Zylla

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x15011-150x150111.jpgAlso hier fühle ich mich absolut nicht als Zielgruppe – mittleren Alters und weder rank noch schlank, wie ich nun mal bin. Aber Amiena Zylla hat trotzdem 😉 ein gutes Anleitungsbuch für Yoga-Interessierte geschrieben, die sich von einem Yoga in Form von, wie sie etwas spöttelt “Sitzen im Rauchqualm von Räucherstäbchen, “Om” singen, indische Flatterklamotten und Wollsoscken” nicht angesprochenn fühlen. Hippe Namen kommen ins Spiel – Yoga-Menschen wie Madonna, Lady Gaga z. B.; was sie vermittelt ist hip und in und klamottentechnisch als andere als altbacken. Und die Fotos haben was – urbane Umgebung als Übungs”raum”. Es gibt aber auch immer die Option, das Ganze zu Hause zu machen (meine Option 😉 )

Amiena Zylla bringt aber nicht nur – dazu gleich mehr – ansprechende Körperübungen in hippem Gewand daher, sondern vermittelt – ebenfalls an die urbane Umgebung angepasst – ein paar Basics, die ebenfalls zu Yoga gehöre: Achtsamkeitsübungen, Gedanken zu einer bewussten Lebenshaltung. Einiges davon findet sich dann auch in den Beschreibungen der Übungen wieder – Amiena Zylla verknüpft die Ebenen gut miteinander.

Hauptsache sind trotz allem die Anleitungen, um mehr Beweglichkeit zu erlangen, fitter zu werden und auch mal abzuschalten. Wie in ihren Videos nutzt Amiena Zylla eine direkte, zugewandte und etwas mit Anglizismen und anderen trendsprachigen Elementen gewürzte Sprache, zumindest in den “Anmoderationen”; die Anleitungen selber sind nüchtern und klar (okay, ein paar Ausrufe darin, zur Motivation …). Alle Haltungen und Übungen haben englische Titel – allerdings ergänzt Amiena Zylla ggf. auch die klassischen Yoga-Namen in Klammern. Besondere Herausforderungen sind die Übungen, die auf einem “Rollbrett” – ja, ich weiß: Board – ausgeführt werden sollen – eigentlich ganz einfache Sachen, wenn da nicht der fahrbare Untersatz wäre …

Halasana Yoga

Der “Pflug” aus der Rishikesh-Reihe, Joseph RENGER, Halasana, CC BY-SA 3.0

Schön finde ich die Möglichkeit, sich einzelne Sachen rauszusuchen und zu experimentieren. Neben den Einzelübungen bietet Amiena Zylla auch “Flows”, also kombinierte Bewegungsabläufe – Alternativen zu Sonnengruß und Rishikesh-Reihe, mit denen ich damals mal ins Yoga gestartet bin (das ist echt schon über 20 Jahre her …).

Da ich wegen der Sprache ein bisschen unsicher war, habe ich einen Verteter der Zielgruppe gebeten, sich das Buch unter diesem Aspekt mal anzuschauen. Reaktion: Was soll da  besonders sein? Alles easy.

Amiena Zylla: Urban Yoga. Finde Deine Übungen zum Auftanken und Runterkommen, Gräfe und Unzer Verlag, München, 2016, ISBN: 9783833848162