Maike Claußnitzer im Interview

Maike Claußnitzer ist eine liebe Kollegin, die sich immer wieder als kundige Kommentatorin in meinem Blog betätigt – ich freu mich immer sehr über ihre Anmerkungen. Sie ist aber auch Autorin und ich habe im Spätherbst ihr Buch “Rattenlied” gelesen. Das fand ich so faszinierend, dass ich bis 2 Uhr nachts dran blieb. Vor einiger Zeit hatte ich bereits den Band “Greifen, Grabraub und Gelichter” erhalten – und bis zum “Rattenlied” nicht aufgeschlagen … Obwohl ich nicht die große Fantasy-Leserin bin, haben mich die Bücher in den Bann geschlagen. Maike Claußnitzer hat eine Mischung von Realität und Fiktion geschaffen, die ich lesenwert finde.

Nach der Lektüre von “Rattenlied” konnte ich Maike Clausnitzer ein paar Fragen stellen, die sie mir beantwortet hat. Voilà:

Liebe Maike, „Rattenlied“ war mein erster Kontakt mit Deiner Fantasy-Welt – zu meiner Schande sei es gesagt, denn „Greifen, Grabraub und Gelichter“ stand hier ja schon ein Weilchen rum … (Die Lektüre habe ich dann ganz schnell nachgeholt). Wie würdest Du Deine Welt beschreiben?

Die Welt, in der meine Geschichten spielen, ist im Grunde genommen unsere gewohnte Welt, wie sie irgendwann zwischen Spätantike und Wikingerzeit hätte sein können, wenn es Fabelwesen, Gespenster und einen Hauch von Magie gäbe und einige (kultur-)historische Entwicklungen anders verlaufen wären als in Wirklichkeit. Abgesehen davon, dass man bei einem Besuch dort damit rechnen sollte, Drachen oder Trollen über den Weg zu laufen, wird man also auch viel Vertrautes finden – von römischen Ruinen über Zitate aus antiken Texten bis hin zum Christentum.

Hat sie einen eigenen Namen, wie bspw. Tolkiens „Mittelerde“?

Die Welt selbst hat keinen speziellen Namen, sondern ist für ihre Bewohner einfach „die Welt“ oder „die Erde“ – wie für uns. Der zentrale Handlungsort ist ein alternatives Frankenreich, genauer gesagt dessen nordöstlicher Teil, der wie in der Realität Austrasien heißt.

Wie findest Du Dich dort zurecht? Sind alle Völker und Gruppen immer dort, wo Du sie angesiedelt hast?

Wenn sie das wären, würde es garantiert friedlicher zugehen … Spaß beiseite: Da ich mich im Großen und Ganzen am frühmittelalterlichen Europa orientiere, ähneln bestimmte Siedlungsräume den historisch überlieferten. So spielt der Kontrast (und nicht selten auch Konflikt) zwischen sesshaften Kulturen und eurasischen Nomaden ebenso eine Rolle wie Wikingereinfälle aus dem skandinavischen Bereich. Neben ganzen Menschengruppen kommen auch Einzelpersonen geographisch weit herum, ob nun absichtlich als Fahrende, Söldner und Kaufleute oder eher unfreiwillig als Gefangene und Sklaven.
Um den Überblick zu wahren, hilft eine ganz normale Karte aus dem historischen Atlas mit entsprechenden fiktiven Ergänzungen. Damit ich mich an den einzelnen Handlungsorten beim Schreiben nicht verirre, fertige ich manchmal Karten- oder Grundrissskizzen an.

Du bist in Sachen Mittelalter beschlagen – welche Elemente hast Du aus dem echten Mittelalter in Deine Welt übertragen?

MonasterboiceCrossKnot Schmuck in den Geschichten von Maike Claußnitzer

Solche Knotenmuster kommen als Schmuckelemente in den Geschichten von Maike Claußnitzer immer wieder vor

Die erste Idee zu einer Geschichte, die vor diesem besonderen Hintergrund spielt, ist mir vor Jahren bei der Lektüre eines Artikels über archäologische Funde aus der Merowingerzeit gekommen. Mittelalterlich ist bis zu einem gewissen Grade also die materielle Kultur, allerdings ergänzt um ein paar moderne Zutaten. So haben z. B. Tee und Papier ihren Weg weitaus früher in mein Austrasien gefunden, als sie historisch in Europa nachzuweisen sind.
Vor allem aber faszinieren mich als Germanistin natürlich Texte, und so haben sich Motive aus allen möglichen Literaturgattungen von der Heldenepik bis zur geistlichen Dichtung in meine Geschichten eingeschlichen, aber auch die Tücken mittelalterlicher Urkunden, der Wert symbolischer Gesten oder das Nebeneinander von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
Oft greife ich bestimmte Details aber auch etwas augenzwinkernd auf (so sind die Fluchstangen, die im „Rattenlied“ vorkommen, von der „Neidstange“ inspiriert, die in der mittelalterlichen „Saga von Egil Skalla-Grimsson“ beschrieben wird, sind aber in Ausführung und Intention nicht ganz so furchteinflößend).

Frauen spielen in Deinen Geschichten starke Rollen – ist das Deine Form von Utopie?

„Utopie“ ist zu viel gesagt. Insgesamt ist die geschilderte Gesellschaft alles andere als ideal, doch was die Gleichberechtigung und vor allem deren selbstverständliche Akzeptanz betrifft, hat sie dem realen Mittelalter und auch uns tatsächlich etwas voraus. Diese Haltung als Normalität und nicht als fernes oder gar umstrittenes Ideal zu zeigen, ist mir wichtig. Denn die gerade in der Fantasy nicht seltenen Emanzipationsgeschichten über eine tatkräftige Persönlichkeit, die aus einer starren Geschlechterrolle ausbricht, haben einen entscheidenden Nachteil. So gut gemeint sie auch sein mögen, sie untermauern indirekt die Annahme, Vorurteile und Diskriminierung seien naturgegeben und eine Frau (seltener: ein Mann) müsse erst einmal beweisen, dass es sich lohnt, im Einzelfall von der althergebrachten Einschätzung abzurücken. Und das ist keine Sichtweise, die irgendeinem Menschen guttut.

Also, diese letzten Sätze finde ich so was von toll! Ich stimme Dir voll zu.

Greife oder Greifen – wie lautet der korrekte Plural? Schildere doch bitte mal, wie sie genau aussehen und was ihre Eigenschaften sind. Zwei Sorten kenne ich – die kleinen Sperlingsgreife(n) und die Steppengreife(n).

Karlsruher-Greif Maike Claußnitzer Buch Greife

Da sieht man mal, wie man sich irren kann – für mich waren Greife bisher immer rein “vogelig” – da habe ich bei Maike Claußnitzer noch was dazu gelernt Ikar.us, Karlsruher-Greif, CC BY 3.0 DE

Der Duden kennt beide Pluralformen, ich habe mich in meinen Geschichten für „Greifen“ entschieden.

Der Sperlingsgreif (Gryps passerinus) ist ein in Mitteleuropa weitverbreitetes Fabelwesen, das den greifentypischen katzenähnlichen Körper, vogelartige Flügel, einen gefiederten Kopf mit Federohren und einen kräftigen Schnabel aufweist. Die Spannweite ausgewachsener Exemplare übersteigt selten 30 cm. Fell und Gefieder sind zumeist bräunlich bis sandfarben, haben aber bisweilen einzelne weiße Partien. Wie alle Angehörigen der Gattung Gryps ist der Sperlingsgreif ein opportunistischer Allesfresser. Als klassischer Kulturfolger nistet er oft in oder bei Gebäuden. Das Gelege besteht meist aus zwei bräunlich gesprenkelten Eiern. Der Volksglaube sieht im Sperlingsgreifen einen Glücksbringer, dessen Anwesenheit den Menschen Gutes verheißt.
Sein größerer Verwandter, der Steppengreif (Gryps scythicus), ähnelt ihm in Körperbau und Färbung, ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 50 cm jedoch beträchtlich größer und verfügt über einen greifvogelhafteren Schnabel. Die scharfen Krallen sind einziehbar. Sein Jagdtrieb ist stärker ausgeprägt als der des Sperlingsgreifen. Zu seinem Beutespektrum zählt neben Mäusen und Schlangen auch das scheue Birkenhörnchen (Sciurus magicus). Sein Lebensraum erstreckt sich von Osteuropa bis nach Zentralasien. Berichte über Steppengreifensichtungen in Mitteleuropa sind vermutlich auf Irrgäste oder Gefangenschaftsflüchtinge zurückzuführen und kein Beleg für eine Verlagerung des Verbreitungsgebiets nach Westen. Die Abrichtung von Steppengreifen zur Jagd soll unter Skythen und Sarmaten üblich gewesen sein, ist aber bisher nicht hinreichend durch archäologische Funde nachgewiesen.

Welche Bücher haben Dich so beeinflusst, dass Du ihnen Anregungen für Deine Welt verdankst?

Den Einfluss der mittelalterlichen Literatur habe ich ja oben schon angesprochen, doch genauso erwähnenswert sind Märchen und Sagen, ob nun bekannt oder nur von lokalem Interesse. So geht der Geist im Wacholder im „Rattenlied“ auf eine Geschichte über den Totengrund in der Lüneburger Heide zurück, ein wacholderreiches Tal, in dem es spuken soll.
Wichtig sind daneben Rosemary Sutcliffs historische Romane, die ich als Kind und Jugendliche sehr geliebt habe und die oft ebenfalls den Übergang von der Antike zum Mittelalter thematisieren. Der Hinweis auf Tolkien darf bei mittelalterlich inspirierter Fantasy natürlich nicht fehlen, aber auch Susanna Clarkes „Jonathan Strange & Mr Norrell“ ist ein Roman, der mir gezeigt hat, wie gut die Verbindung aus historischer Welt und magischen Elementen funktionieren kann, obwohl er mit den Napoleonischen Kriegen eine ganz andere Epoche zum Hintergrund hat.
Hinzu kommen alle möglichen Sachbücher zu geschichtlichen und archäologischen Themen. Besondere Erwähnung verdient „Colonia – Stadt der Franken“ von Carl Dietmar und Marcus Trier. Hier habe ich viele Anregungen gefunden, wie man sich die Entwicklung einer Römerstadt in nachantiker Zeit vorstellen kann.

Kommt da noch mehr?

Das will ich hoffen! Im Moment ist eine Fortsetzung meines ersten Romans „Tricontium“ geplant, in der aber auch ein paar Figuren aus dem „Rattenlied“ vorkommen, und auch einen neuen Band mit kürzeren Erzählungen aus derselben Welt wird es bestimmt früher oder später geben.

Vielen Dank für die Antworten, liebe Maike.

Das sind die beiden Titel, die hier zugrunde liegen:

  • Maike Claußnitzer: Rattenlied, BoD, Norderstedt, 2017, ISBN: 9783746013039
  • Maike Claußnitzer: Greifen, Grabraub und Gelichter, BoD, Norderstedt, 2015, ISBN: 9783739220130

Außerdem gibt es noch:

  • Maike Claußnitzer: Tricontium, BoD, Norderstedt, 2016: ISBN: 9783739239743

In der Stadtbücherei Köln finden sich “nur” Titel, die Maike Claußnitzer übersetzt hat.

Übrigens: So sieht das mit dem Interview dann auf meinem Desktop aus:

Interview Maike Claußnitzer Desktop Dokumente

Das Internview haben Maike und ich schriftlich geführt – die Reimerei auf dem Desktop habe ich erst spät entdeckt 😉

Mit Klick auf den Link können Sie das Buch direkt bestellen – über LChoice. Und es gibt dann eine kleine Provision für mich.

 



Hier bei Ihrer Buchhandlung kaufen

Nun doch – Affiliate-Links auf der Leselust

Sie erinnern sich? Ende 2017 schrieb ich über “Werbung” hier auf der Leselust und wies Sie darauf hin, dass es bei mir keine Affiliate-Links gebe. Dabei skizzierte ich meinen Traum eines Affiliate-Link-Programms: Wichtigstes Kriterium ist mir die Einbindung von Buchhandlungen. Sowas habe ich nun gefunden und ein paar Links bereits gesetzt.

Und so sieht das aus:

Affiliate-Link bei KL

So können Sie direkt bei einer Buchhandlung Ihrer Wahl bestellen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, solche Affiliate-Links gefälliger oder auffälliger zu gestalten – da werde ich noch ein bisschen rumprobieren. Sie werden sie aber immer am Ende eines Beitrags finden.

Mit der Formulierung “Bei Ihrer Buchhandlung” soll deutlich werden, dass ich Sie hier nicht zu Amazon oder einem ähnlichen Riesen weiterleite. Zur Zeit (Januar 2018) sind bei LChoice* rund 500 Buchhandlungen beteiligt – aus ganz Deutschland. Es ist also möglich, dass Ihre bevorzugte Buchhandlung nicht dabei ist – aber mit großer Wahrscheinlichkeit eine andere in Ihrer Nähe, so dass Sie Ihre Bestellung bequem abholen können. Wenn “Ihre” Buchhandlung dabei ist – umso besser 🙂

Anmeldung für die Nutzung des Affiliate-Links

Wie in Online-Shops üblich: Sie müssen sich bei LChoice anmelden.

Anmeldun bei LChoice Buchhandlung wählen, Affiliate-Links

Da LChoice in München sitzt, ist eine Buchhandlung von dort voreingestellt. Mit dem Eintippen von Ortsnamen z. B. kommen in einem Dropdown-Menu die Namen der Buchhandlungen in der Umgebung und man kann die geeignete auswählen.

Sobald man die AGB und Widerrufsbelehrung akzeptiert und auf “anmelden” geklickt hat, kann man auswählen, ob man das Buch abholen will, Vorkasse lesiten will usw. – das sind die “Kontoeinstellungen”, die jede und jeder individuell einrichten kann. Bei erneutem Einloggen werden Ihnen diese Einstellungen vorgeschlagen – Sie könnnen aber bei jedem Kauf neu entscheiden. Wenn Sie also unterwegs sind und die Buchhandlung wechseln wollen – kein Problem. Ich habe auch keine Buchhandlung vorgegeben, bei der Sie kaufen müssen (hätte ich tun können) – mein Ziel ist es, dass Sie die Buchhandlung in Ihrer Nähe unterstützen können, indem Sie dort kaufen.

Multi-Kauf-Buttons

Wenn Sie bei einen solchen Affiliate-Link hier auf der Leselust klicken, bekommen Sie häufig nicht nur den Titel angezeigt, dessen Rezension Sie gerade gelesen haben, sondern mehrere, z. B. auch solche, die Sie unter “Related Posts” unterhalb des Beitrags finden können. Das sind die so genannten “Multi-Kauf-Buttons” – hier können mehrere Titel hinterlegt werden. Ich fasse unter solchen Multi-Kauf-Buttons Titel zusammen, die unter einem Aspekt zusammengehören. So habe ich eine Liste mit Titeln, deren Autorinnen meine Netzwerkkolleginnen aus dem Texttreff sind – das ist eine eher bunte Mischung von Büchern, nach Autorinnennamen alphabetisch sortiert. Wenn manche Titel doppelt vorkommen, handelt es sich um verschiedene Formate – Hardcover, Paperback oder E-Book. So können Sie bei mir dann auch Listen von Gedichtbänden finden, oder Titel die thematisch zusammengehören wie solche zu “beloved Jane”.

So nach und nach werde ich meine Rezensionen mit diesen Afflilate-Links versehen.Sie erhalten so die möglichkeit, nach einer Rezension direkt tätig zu werden – und ich erhalte für meine Arbeit ein kleines Entgelt.

*Ein solcher Link auf eine gewinnorientierte Seite gilt als Werbung. Nähere Infos hier.

Leserückblick 2017

Leserückblick 2017 in Zahlen

2017 gingen meine Zugriffszahlen nach oben und zwar nicht wenig. Seit Mai 2013 gbt es ja meinen Blog und so sehen die Leserzahlen seit 2014 (also immer die vollen 12 Monate) aus:

Leserückblick 2017 Besucherzahlen

Nach einer langsamen Steigerung ging es in der Kölner Leselust 2017 so richtig los

“Seitenaufrufe” zeigt an, dass viele sich nicht mit einer Seite meines Blogs begnügten, sondern rumstöberten 🙂

 

Mein Lesejahr 2017 stand ja im Zeichen von Jane Austen – meine Blogreihe “beloved Jane” zu ihrem 200. Todestag im Juni 2017 nimmt deshalb in der Reihe aller Beiträge mit gut 33 % einen recht hohen Anteil an; es sind über viele Sparten verteilt 28 Blogbeiträge. Zeitlich verteilen sie sich von Februar bis November  2017 so über mein Blog:

Jahresrückblick 2017 Blogreihe beloved Jane

In den Sommermonaten stieg die Zahl der Beiträge – rund um Jane Austens Todestag im Juni 2017

Da in diesem Jahr ein Adventskalender mit 24 “Türchen” dabei war, nimmt auch dieser einen ähnlich hohen Wert ein – er ist genauso hoch wie “Allgemeines”:

Leserückblick 2017 alle Kategorien

Hier sehen Sie alle Beiträge von 2017 in der Kölner Leselsut nach Kategorien

 

 

Unter “Hauptsache Lyrik” fanden sich dieses Jahr wieder viele Gedichte – u. a. auch zwei von Eugenie Marlitt, der Autorin von Gartenlaube-Romanen aus dem 19. Jahrhundert, deren 130. Todestag ich im Juni gewürdigt habe. Vier der 14 Beiträge meiner Lyrik-Ecke waren keine Gedichte. Ich habe übrigens den Eindruck gewonnen, dass “Hauptsache Lyrik” inzwischen für manche eine Fundgrube für Gedichte geworden ist – die Treffer dieser Rubrik liegen in der Statistik gern weit oben.

Rezensionen 2017

Ziehe ich also die Artikel ab, die zu “Allgemeines”, “Hauptsache Lyrik” und “Advent” gehören, bleiben für 2017 52 Rezensionen übrig – deutlich weniger als 50 % aller Texte. Das mag mit daran liegen, dass ich in diesem Jahr beschlossen habe, keine Rezensionsexemplare mehr anzunehmen, um ohne den Erwartungsdruck – den ich  mir zum Teil ja auch selbst mache -, schreiben zu können, dass innerhalb einer bestimmten Zeit eine Rezension zu erscheinen habe. Bisher hatte ich immer einen Schwerpunkt bei den Sachbüchern – durch die Blogreihe “beloved Jane” hat sich das im letzten Jahr in Richtung “Historisches” verschoben:

Leserückblick 2017 Rezensionen Belletristik

Der rote Block für Historisches ist wirklich groß, nicht wahr?

 

Neu in meinem Blog ist seit diesem Jahr 2017 die Seite “Rezensionsliste“, auf der ich jeden Monat die neu hinzugekommenen Rezenionen eintrage – alphabetisch nach Autorinnennamen sortiert und nur unterschieden mit einem “S”, wenn es sich um ein Sachbuch handelt – eine weitere Einladung zum Stöbern auf meinem Blog für Sie.

Und so sieht die Verteilung von Rezensionen aus, wenn ich nur nach Sachbüchern und Belletristik unterscheide:

Leserückblick 2017 Aufteilung Rezensionen ahc Sachbuch und Belletristik

70 % Belletristik – und Jane Austen ist schuld 😉

 

 

 

 

 

 

Meine Lesehighlights 2017

Ich glaube, um meiner Leselust für 2017 gerecht werden zu können, muss ich in beiden Kategorien – Belletristik und Sachbuch – jeweils zwei Titel nennen, einmal immer auch zu “beloved Jane”:

Belletristik:

Sachbuch

Ausblick auf 2018

Was sich ja in letzter Zeit schon angedeutet hat: Ich werde noch weniger als bisher die ganz aktuellen Neuerscheinungen besprechen. Dafür werden sicher ein paar weitere Schätzchen der Backlists auftauchen – mögliche Quellen: Meine eigenes Regal, die Bibliotheken und natürlich “meine” Buchhandlung*.

Was das Verhältnis “Sachbücher – Belletristik” angeht, mag ich keine Prognose stellen – kann mir aber vorstellen, dass der Anteil an Sachbüchern wieder steigt.

So sehr ich Jane Austen liebe – die Nachfolgebücher usw. konnte ich nach einer Weile nicht mehr sehen. Es gibt also Restbestände zu “beloved Jane”; schließlich sollen die Bücher nicht schlecht besprochen werden, nur weil ich zu viele derselben Art gelesen habe. Die eine oder andere Besprechun gzu “beloved Jane” steht also noch zu erwarten.

*Da ich hier auf eine Buchhandlung verlinke, gilt das als Werbung: nähere Infos hier.

Kölner Leselust und Werbung …

Kölner Leselust LogoNein, keine Sorge – Sie werden auf der Kölner Leselust auch in Zukunft von Werbebannern und ähnlich auftretender Werbung verschont. Aber trotzdem finden Sie bei mir Werbung. In der Buchbloggerszene ist die Frage nach der Kennzeichnung von Werbung ausführlich diskutiert worden, z. B. von Simone Belack vom Leselurch . Um auf der sicheren Seite zu sein, weisen nun viele Menschen mit Blogs Werbung nach, auch wenn es sich im „normalen“ Sprachgebrauch nicht um solche handelt. Werbung ist eine – auch nur mittelbare – Förderung von Verkauf etc. -, auch wenn ich als “Linkgeberin” gar nichts davon habe.

Wo gibt es Werbung auf der Kölner Leselust?

  • Wenn ich auf „meine“ Buchhandlung verweise – auch wenn Sie nie nach Köln-Dellbrück kommen, um dort einzukaufen.
  • Wenn ich auf eine Verlagsseite verweise.

Ich hoffe mal, dass Verweise auf die Stadtbibliothek Köln nicht als Werbung gelten – schließlich ist eine so lebensnotwendige Einrichtung wie eine Bibliothek normalerweise nichts, womit man Geld verdient; im Gegenteil – die Städte müssen da zubuttern.

Die Verweise auf „meine“ Buchhandlung als Werbung zu betrachten, leuchtet mir ein. Ich find die Buchhandlung gut und find es auch nicht schlimm, wenn da noch mehr Leute ihre Bücher einkaufen.

Die Verweise auf die Verlage ebenso zu sehen, fällt mir schon etwas schwerer. Natürlich sind Verlage am Verkauf ihrer Bücher interessiert, aber die meisten Menschen kaufen nicht direkt beim Verlag ein (wie gut das geht, ist eh‘ von Verlag zu Verlag unterschiedlich – manche haben Online-Shps, manche  nicht); meine Links sind eher dafür gedacht, dass Sie dort gesammelt Informationen zu einem Titel (Inhaltsangaben, Infos zur Autorin, ggf. weitere Rezensionen) bekommen können, auch Infos über die unterschiedlichen Publikationsformate, z. B. Außerdem sind Links auf Verlage meine Art, eben nicht auf Amazon verweisen zu müssen, wo solche Angaben ja auch zu finden sind. Amazon gehört zu den Unternehmen, die ich weitestgehend boykottiere; wenn ich mich richtig erinnere, finden sich unter den über 320 Rezensionen in diesem Blog zwei Titel, die im Zusammenhang mit Amazon stehen; in beiden Fällen Publikationen aus deren Verlag. Für Amazon Werbung zu machen, ist für mich indiskutabel.

Wie kennzeichne ich Werbung auf der Kölner Leselust?

Mein Button zu Werbung auf der Kölner Leselsut

So sieht mein Hinweis dann aus

Ich werde, nach und nach, bei den alten Beiträgen ein Logo „Werbung“ neben die Links setzen; bei neuen Beiträgen geht das natürlich jetzt schon in den Normalbetrieb. Außerdem werde ich immer auf diesen Beitrag hier verweisen, um klar zu machen, dass ich mit dieser „Werbung“ kein Geld verdiene. Bis Oktober 2017 habe ich ja noch Rezensionsexemplare angenommen – das war der einzige Vorteil, der mir aus der Buchbloggerei erwachsen ist. Und das habe ich ja inzwischen auch aufgegeben.

Insgesamt verdiene ich an meinem Blog keinen Cent. Nicht weil ich das nicht möchte, sondern nur, weil es bisher nichts gegeben hat, das meinem Anspruch an „Einnahmen durch Werbung“ entsprochen hat. Mein Ideal ist ein Affiliate-Angebot, das die Buchhandlungen mit einbezieht. Wenn es das gibt, werde ich auch solche Links setzen – und Sie können dann über mein Blog in Ihrer Buchhandlung direkt bestellen. So soll es sein und nicht anders. Bis das so weit ist, wird es wohl noch was dauern.

Affiliate-Program heißt, dass Sie über einen Button auf meiner Site direkt einkaufen können – sei es jetzt durch einen Link direkt bei einem der besprochenen Titel oder in der Sidebar, dann unabhängig von der einzelnen Rezension. Als Vermittlungsprovision gibt es dann ein paar Cent pro Einkauf für mich. Besser: Gäbe es, wenn ich so was hätte. Bei vielen anderen Bloggerinnen werden Sie solche Links finden. Schließlich ist ein Blog oft aus Liebhaberei entstanden – Arbeit macht es aber auch. Und Kosten entstehen oft ebenfalls.

Ich hab übrigens einige Beiträge jetzt gelöscht – das waren die Ankündigungen zu Veranstaltungen vor mehreren Jahren.

Beitrag aktualisiert am 28.12.2017.

24.12.2017

Advent 2017Macht unsre Bücher billiger!

Macht unsre Bücher billiger!

Macht unsre Bücher billiger!

Kurt Tucholsky

23.12.2017

Advent 2017Die Bücher sind Brunnenstuben der Wissenschaften.

Abraham a Santa Clara

22.12.2017

Advent 2017Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt, je älter man wird.

Georg Christoph Lichtenberg

21.12.2017

Advent 2017Wer Bücher hat und den Verstand besitzt, sind zu lesen, kann doch nicht ganz unglücklich sein, hat er doch die beste Gesellschaft, die es auf Erden gibt.

Paul Ernst

20.12.2017

Advent 2017Ein gutes Buch, einen guten Freund, die lernt man nicht aus. Ein weises Buch ist ebenso unergründlich wie ein großes Menschenherz.

Marie von Ebner-Eschenbach

Wir sehen alle denselben Mond von Biggi Mestmäcker

Was für eine Geschichte. Die Geschichte einer Familienzusammenführung unter der Bezeichnung “erleichterter Familiennachzug” – eine unzutreffende Bezeichnung, wie Biggi Mestmäcker eindrucksvoll schildert.

Worum es geht?

Im Rahmen ihres Engagements bei der Flüchtlingshilfe lernt Bíggi Mestmäcker Elias kennen, der ohne Frau und Sohn 2015 den Weg von Damaskus nach Europa auf sich genommen hatte und nun am Niederrhein gelandet war.  Ein freundlicher, hilfsbereiter Mann, der bei den regelmäßigen Kochevents der Gruppe bald unverzichtbar war. Nach und nach freunden sich Biggi Mestmäcker und Elias an. Sie lernt seine Geschichte kennen, hört von Mari, seiner Frau, und Joni, dem gemeinsamen Sohn und warum er als Christ in Damaskus für sich und seine Familie keine Zukunft mehr sah.

Hariksee Inselschloesschen 2016 zu Bigig Mestmäcker Wir sehen alle denselben Mond

So eine hübsche Gegend, in die es Elias verschlagen hat – aber ohne Frau und Sohn …? Fredvida, Hariksee Inselschloesschen 2016, CC BY-SA 4.0

Biggi Mestmäcker erzählt, wie die Freundschaft wächst – Weihnachten feiern sie zusammen, Elias zieht bei ihnen ein. Es dauert alles quälend lange, bis etwas geschieht: Anhörung, Anerkennung – und dann: Familiennachzug. Das ist jetzt der Hauptteil der Geschichte – und wenn ich auch weiß, wie sie ausgeht, klebe ich an den Zeilen und schüttele den Kopf über die Abläufe und Zustände, die Biggi Mestmäcker da schildert. “Erleichterter Familiennachzug” – nach dieser Lektüre klingt das echt wie Hohn.

Sie haben schon mitbekommen – Biggi Mestmäcker kann erzählen. Was das Buch jetzt so ganz besonders macht und weshalb ich zur Print- anstelle der elektronischen Ausgabe rate: Das Buch haben Sie gleich zweimal in der Hand. Die gesamte Geschichte gibt es noch mal auf Arabisch. In der Mitte treffen sich beide Versionen, denn arabische Bücher werden ja nach unserem Verständnis von hinten nach vorn gelesen.

Diese Ausgabe zu stemmen, war eine echte Herausforderung. Erst einmal mussten Menschen gefunden werden, die den Text von Biggi Mestmäcker verlässlich ins Arabische transportierten. Und dann brauchte es einen Verlag, der das mit den zwei Sprachen so umsetzen konnte und wollte, wie es sich Biggi Mestmäcker so vorgestllt hatte. Herausgekommen ist ein schön aufgemachtes Buch, eine Zeitzeugengeschichte über das, was hier als “Flüchtlingswelle” bezeichnet wird – abgesehen davon, dass ich den Begriff sowieso daneben finde, bleibt er mir nach der Schilderung eines solchen Schicksals erst recht im Hals stecken.

Biggi Mestmäcker: Wir sehen alle denselben Mond. Gegen alle Widerstände – Familiennachzug aus Syrien. Ein Bericht, Biggi Mestmäcker, ins Arabische übersetzt von Yaman Naal und Hazem Hadidi, 2017, ISBN: 9783743927889 (Paperback) oder 9783743927896 (Hardcover)

Mit Klick auf den Link können Sie das Buch direkt bestellen – über LChoice. Und es gibt dann eine kleine Provision für mich.



Hier bei Ihrer Buchhandlung kaufen