Kill Mr. Bitcoin von Lisa Graf und Ottmar Neuburger

Bitcoin? Kryptowährung, Spam-Mails, irgendwie unheimlich, Cyberkriminalität – das sind so meine ersten Assoziationen zu Bitcoin. Und Ihre?

Gut, ja, ich habe mitbekommen, dass Menschen, die sehr früh Bitcoin erworben haben, nun sehr viel mehr Geld haben. Und dass der Kurs schwankt. Aber sonst? Null, nuschte, rien – keine Ahnung.

Seit ich das Buch von Lisa Graf und Ottmar Neuburger gelesen habe, weiß ich mehr. Außerdem hatte ich ein paar spannende Stunden.

Worum geht es in „Kill Mr. Bitcoin“?

Ein zufällig mitgehörtes Telefonat bringt den Berliner Barmann Noah in Bedrängnis – es war ein Killerauftrag und Noah kennt den Anrufer – er wa regelmäßiger Gast in Noahs Bar. Es beginnt eine nächtliche Verfolgungsjagt. Die bleibt nicht allein in dem Buch. Wie Ottmar Neuburger im Interview zum Buch  erzählt, sind diese Jagden eine Spezialität von Lisa Graf – sei es zu Fuß, im Auto oder sonstwie.

Zurück zu Noah. Er muss weg, er braucht Hilfe. Die findet er bei anderen Stammgästen seiner Bar – ein Pärchen, das ständig zwei Theorien diskutiert: Sind wir alle ein Computerprogramm oder gibt es neben dieser Realität noch eine andere. Doch Joe und Julia sind nicht irgendwie verpeilt – sie sind echte Techies und arbeiten an der Herstellung von Bitcoin. Der Name, den Noah bei dem Anruf gehört hat, ist der des Erfinders der Bitcoin: Satoshi Nakamoto.

Noah flieht. Nicht nach Sibirien oder an einen anderen schier unerreichbaren Ort, sondern erst einmal nach Mailand. Er trifft die Frau, die er liebt. – Kurze Zwischenfrage: Kennen Sie diese Piratenschnulzen, die früher sonntagsnachmittags im Fernsehen liefen? Mein Vater und ich pflegten die Piratenbraut immer zu bemitleiden, denn sie war immer, wirklich immer, dem Tod geweiht. Schließlich sollte der Pirat am Ende die edle Dame für sich gewinnen.

Okay, ne edle Dame gibt es im 21. Jahrhundert nicht. 🙁

Illustration zu Bitcoin - Whitepaper, Coins, Smartphone, zu Rezension Kill Mr. bitcoin

Auf diesem Bild sehen Sie das White-Paper von Satoshi Nakamoto – darin erklärt er das Prinzip der Bitcoin.

Noah trifft mit Hilfe von Joe und Julia weitere Menschen, kommt nach Rom und auf den Jakobsweg und am Ende nach Jerusalem. Hier trifft er seinen Freund Dave – der hatte seinen ersten Auftritt im Buch sogar noch vor Noah. Dabei ging es um einen Gefangenen namens – na? Richtig. Satosho Nakamoto. Die Leiche dieses Mannes wurde in Berlin gefunden, noch bevor Noah die Stadt verlassen hat.

Neben der Action-Handlung gibt es eine Menge Erklärungen rund um Bitcoin und Verschlüsselung und was man fürs digitale Leben so braucht. Noah weiß davon wenig – und immer findet sich wer, um es ihm zu erläutern. So lernt man mit. 😉

Und es gibt die Sache mit der anderen Realität, bzw. der Idee, wir seien nur ein Computerprogramm. Ehrlich gesagt, das hat mich nicht so erfreut – wahrscheinlich bin ich mit meiner religiösen Verhaftung da ein bisschen anders gepolt. Aber das ist nur eine Randnotiz.

Wie erzählen Lisa Graf und Ottmar Neuburger

Ich finde es erstaunlich, wie sehr aus einem Guss das Buch wirkt – Chapeau. In den Dialogen gibt es witzige Passagen; ansonsten empfinde ich den Stil als unaufgeregt; spannend, ja, aber nicht aufdringlich. Hier steht klar die Geschichte im Vordergrund. Zudem wechseln sich die Action-Szenen gekonnt mit ruhigeren Passagen ab.

Ein Thriller durchaus mit Mehrwert.

Lisa Graf und Ottmar Neuburger: Kill Mr. Bitcoin, Emons Verlag Köln, 218, ISBN: 9783740803858

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