Historische Krimis aus dem Gmeiner Verlag

Historische Krimis aus dem Gmeiner Verlag

Bereits drei Krimis aus dem Gmeiner Verlag habe ich hier vorgestellt:

Die beiden ersten sind historische Krimis, der dritte nicht. Der Gmeiner Verlag hat sich auf Spannungsromane, wie es auf der Website heißt, aus dem deutschsprachigen Raum spezialisiert. Hier erscheinen also viele Krimis und sie spielen alle in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Die Zeitspanne reicht von heute bis ins Mittelalter. Für mich waren besonders die Titel interessant, die zu meinem „Thema 1914“ passten – der Verlag hat da eine große Anzahl Bücher im Programm. Mondjahre gehört auch in diese Serie meines Blogs. Ich interessiere mich aber auch für weitere historische Themen und habe folgenden Bücher des Verlags gelesen:

  • Jacqueline Nordhorn: Aus reiner Barmherzigkeit (Thema 1914)
  • Heiger Ostertag: Operation Sarajevo (Thema 1914)
  • Renegald Gruwe: Deckfarbe (Thema ’45)
  • Paul Lascaux: Burgunderblut (zeitgenössisch, Mittelalter)

Bisher haben Sie dazu keine Rezensionen gelesen und das hat Gründe:

LandesbadLazarett
Lazarett in Landesbad Baden 1915
Gerade bei historischen Themen (und Burgunderblut ist obwohl, es im Heute spielt, sehr historisch!) kommen hier Autorinnen und Autoren zu Wort, die sich in ihrem Gebiet sehr gut auskennen. Doch leider ist diese Fachkenntnis nicht immer mit schriftstellerischer Kompetenz gekoppelt, wie ich sie mir wünsche. Manche Handlungsschilderung (Operation Sarajevo) erinnert mich ein bisschen an die Münchmeyer-Romane* von Karl May, wenn z. B. eine Lagebesprechnung ansteht – und dann über deren Inhalt und die folgende Umsetzung der Pläne nichts gesagt wird außer, dass man nach Plan handelt. Die Beschreibung eines Kleids mit „hell, frühlingshaft, weiß“ (ebenda) macht mich auch nicht froh. Wenn einem Detektiv in einer Kirche die Eingebung kommt, wo etwas versteckt sein kann, diese Eingebung a) richtig ist und b) überhaupt nicht nachvollziehbar, fühl ich mich verschaukelt (Burgunderblut). Das nur mal so als Beispiele.

Die Themen der Bücher sind spannend. Die Detailkenntnisse der Autoren wirklich toll. Doch die Umsetzung verhindert ein Lesevergnügen, wie ich es mir vorstelle.

Wenn Sie etwas über Polizeiarbeit oder Flugzeuge um 1914, zu medizinischer Versorgung im ersten Weltkrieg, Details zu mittelalterlichen Verhandlungen und Gebietskämpfen oder zu Alltagsleben im Dritten Reich wissen wollen, sind Sie mit den oben genannten Büchern nicht schlecht bedient – wenn Sie sie als Geschichsstunde im Geschichtengewand sehen.

Für wirklich packende Bücher wünsche ich mir vom Gmeiner Verlag ein durchgreifendes Lektorat, das Stil, Kongruenz und Spannungsbögen umfasst. Das Potential ist ja da.

*Ich hab absolut nichts gegen die Münchmeyer-Romane – aber hier habe ich was anderes erwartet.

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