Da ich von meiner Namensschwester im Laufe der Jahre hier so viele Bücher besprochen habe, möge sie – und mögen Sie! – mir den Titel „Heike Abidi – mal wieder“ verzeihen. Es handelt sich um zwei unterhaltende Sachbücher . Und eins davon hat sie erneut mit Ursi Breidenbach verfasst.
„Und tschüss!“ von Heike Abidi
Wir kennen sie alle – die Menschen, die unser Leben nicht bereichern, sondern uns nerven, uns Kraft rauben. Die wir aber trotzdem nicht einfach aus unserem Leben kegeln können. Oft jedenfalls.
Wie mit solchen Zeitgenoss*innen umgehen?
Ähnlich wie in ihrem letzten unterhaltenden Sachbuch über „People Pleaser“ geht Heike Abididas systematisch an:
- Welche Arten von Krafträubern gibt es?
- Wie erkannt frau sie (das Buch ist lila – und richtet sich eher an Frauen)?
- Wie kann sie heil(er) da rauskommen?
Schon das Inhaltsverzeichnis macht deutlich, um wen es so geht – im Grunde kennen wir sie alle:
- Neidhammel
- Klugscheisser
- Energievampire
- Kletten
Die verschiedenen Typen sind in Gruppen eingeteilt: Menschen, die uns (fast) täglich begegnen, Verwandte, Kolleg*innen – denn jede Lebenssphäre hat da noch ihre eigenen Spielregeln. So können wir im Beruf nicht so auf Dramaqueens reagieren, wie im privaten Bereich. Verwandte erwarten andere Rücksichten als die Nachbarschaft.

Zu jedem Kapitel gehört eine plastische Szene, in der der Typ von Nervensäge vorgestellt wird. Dann kommen die Gründe, warum es nervt, dass jemand nur jammert oder alles besser zu wissen meint. Mit anekdotischer Evidenz werden „Lösungen“ präsentiert – besonders charmant, die vom ewig jammernden Onkel, der mittels Hundebaby aus der Schmollecke herausgelockt wurde. Die sind – natürlich! – keine allgemein gültigen Rezepte, sind aber unterhaltsam und bergen vielleicht für die eine oder andere Situation Inspiration.
In aussichtslosen Fällen hilft dann doch nur ein Tschüss! Die Tipps von Heike Abidi können ein wenig helfen. Natürlich nicht in gravierenden Fällen. Eine Anregung, sich nicht alles gefallen zu lassen, gibt es aber meist.
Heike Abidi: Und Tschüss! Deine ganz persönliche Goodbye-Liste für schwierige Menschen, Gräfe und Unzer, München, 2025, ISBN: 9783833896477
„Gönn dir einen Mutausbruch“ von beiden Autorinnen zusammen.
Dass dieser augenzwinkernd geschriebene „Ratgeber“ sich an Frauen wendet, macht der Untertitel deutlich: „Wie du die Heldin in dir entdeckst“.
Uns alle plagen verschiedene Ängste – auch die beiden Autorinnen, die sich als bekennende Angsthäsinnen bezeichnen. Sie nehmen mich als Leserin mit in ihre Erfahrungen: Was ihnen Angst macht, wie sie damit umgehen – und was sie alles dazu gelesen haben, um das Buch schreiben zu können. Immer abwechselnd kommen die beiden zu Wort. In drei Großkapiteln gehen sie unterschiedlichen Fragen nach. Für mich sehr spannend war Heike Abidis Bericht über den Besuch in einem Klettergarten mit Sohn – und Höhenangst. Ich habe mich seeeeehr wieder erkannt.
Während im ersten Teil allgemeine Gedanken rund um Angst im Vordergrund stehen – für die eigene Überzeugung einzustehen, in erwarteter angstbesetzter Situation angstfrei zu agieren und wie andere Völker das mit Angst und Mut sehen – gehen sie im zweiten Teil einzelnen Ängsten nach (u. a. der Höhenangst) und der dritte Teil „Entdeck die Superheldin in dir“ gibt Tipps.
Das alles ist in – von beiden Autorinnen – gewohnt unterhaltsamer Manier geschrieben. Sie lassen Fachleute, deren Bücher sie gelesen oder mit denen sie gesprochen haben, ebenso zu Wort kommen wie Menschen, die ihnen ihre Geschichte erzählt haben. Das alles liest sich locker, hat neben dem Unterhaltungs- durchaus auch Informationswert. Und es ist ganz klar: Echten Angststörungen kommt man mit dem Buch nicht bei. Doch ein paar Anstupser für den Umgang mit kleinen Alltagsängstlichkeiten konnte ich mitnehmen.
Heike Abidi; Ursi Breidenbach: Gönn dir einen Mutausbruch. Wie du die Heldin in dir entdeckst, Penguin Verlag, München, 2025, ISBN: 9783328110583
Tja, beide Bücher bekam ich unaufgefordert von den Verlagen zugesandt und ich dachte erst „Heike Abidi – mal wieder …“ (sorry, Heike, das geht nicht gegen dich!) und hatte erst keine rechte Lust. Ich sags ganz offen. Bei mir lagen und liegen zurzeit ganz andere Projekte an. Doch dann habe ich angefangen zu lesen – und diese Schreibe, die nimmt mich mit. Sowohl von Heike Abidi als auch von Ursi Breidenbach.
Ist das nun eine Empfehlung? 😉

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