Ich muss gestehen, dass ich bis zum Erhalt dieses Kinderbuchs nichts von Crockett Johnson wusste, was wohl daran liegt, dass ich nicht in den USA ausgewachsen bin. Wie Maurice Sendak im Nachwort der deutschen Ausgabe erzählt, gehörten die Geschichten und Bilder von Crockett Johnson für Generationen von Kindern zu ihrem Alltag. Zauberhafte Geschichten, sagt Sendak. So zauberhaft wie der Zauberstrand?
Im Original ist das Buch zuerst ohne die Bilder des Autors unter dem Titel „Castles in the Sand“ erschienen. Das war 1965, zehn Jahre vor Johnsons Tod. 2005 erschien das Buch dann mit den Bildern von ihm als „Magic Beach“.
Worum geht es in „Der Zauberstrand“?
Wir haben zwei Kinder am Strand, Ann und Ben, die sich über Langeweile, Leben und Geschichten unterhalten. Was ist eine Geschichte? Da ist immer was los, meint Ann. Es sind nur Wörter, die aus Zeichen, also Buchstaben, bestehen, meint Ben. Als Anne sagt, sie wünsche sich Marmelade, schreibt Ben das Wort in den Sand. Die nächste Welle löscht die Buchstaben aus, hinterlässt aber eine Schale köstlicher Marmelade. So schreiben die Kinder weiter: Brot, Milch, Baum. Und König. Denn sie sind ja in einem verwunschenen Königreich. Oder?
Ich sag jetzt nicht, wie es weitergeht und ausgeht. Es ist eine auch für Erwachsene spannende Umsetzung davon, was Geschichten sind und sein können.
Die Illustrationen von Crockett Johnson
Es sind ganz simpel daherkommende Zeichnungen, die sich aufs Wesentliche konzentrieren. Mir haben sie sehr gut gefallen.

Es ist ein Buch für große und kleine Geschichtenfans, ob sie sie nun lesen, erzählen, hören oder auf Papier festhalten.
Crockett Johnson: Der Zauberstrand, übersetzt von Michael Krüger. Mit einem Nachwort von Maurice Sendak. Carl Hanser Verlag, München, 2007 ISBN 978344620851.

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