Das Land wo die Eiscreme wächst von Tony Burgess und Fulvio Testa

Das Land wo die Eiscreme wächst von Tony Burgess und Fulvio Testa

Dieses Kinderbuch ist 47 Jahre alt – und nun erstmals auf Deutsch erschienen. Fulvio Testa liebt Eiscreme. Anthony Burgess lebte eine Zeitlang in Italien. Zusammen ersannen sie diese Geschichte, die 1979 erschien.

Worum geht‘s?

Die Eingangsszene schildert einen Mann, der sich weigert, ein Eis zu essen – denn er war im Land, wo die Eiscreme wächst. „Nie wieder Eis“, ist sein Credo. Die drei männlichen Hauptfiguren wollen da aber hin. Hübsch ist die Währung – einen Zeppelin könnten sie schon für 523 Klimbim mieten, rät ihnen der Einscreme-Hasser. Das tun sie dann und nun geht eine spannende Woche los, festgehalten im Leckbuch, ach nein, Logbuch. Der erste Tag ist der Mampftag: Sie kommen an und suchen ein geeignetes Plätzchen für den Zeppelin. So strolchen sie vom Eisdieltag über den Gemischwoch und den Donut-Tag bis zum Schmatztag. Am Salontag kehren sie zurück – und erweisen sich als drei kleine Jungen, die eine solche Expedition vorhaben, wenn sie denn erst einmal erwachsen sind.

Es gbt ein Monster, es gibt Eisriesen und jede Menge Eis in jeder erdenklichen Geschmacksrichtung. Auf dem Rückflug sind sie froh über Bratkartoffeln und Sardinen …

Das mit dem Plätzchen ist dann ein Beispiel für den Sprachsspaß: Für den Zepplin braucht es „ein geeignetes Plätzchen. Kein krümeliges Gebäck, sondern eine Stelle zum Festmachen.“ Das ist am Mampftag. Am Donut-Tag überlegt der Ich-Erzähler, man könnte vielleicht Vögel mit Plätzchen anlocken. „Nicht mit Stellen zum Festmachen, sondern mit krümeligem Gebäck.“

Die Bilder

Fulvio Testa quadratische Bilder gemalt, die die erzählte Geschichte sehr genau wiedergeben und Spaß machen. Am nettesten finde ich die Gebirgskarte ganz am Anfang:

Aquarellbild mit spitzen Berggipfeln in unterschiedlichen Farben, die mit Namen versehen sind. Das Ganze in einem Rahmen. Darunter steht "Eiscremeland"

Baiseralpen, Sierra Granatapfel oder Schokolatépetl sind doch wirklich schöne Namen.

Eine hübsch kauzige Geschichte, alles in allem.

Antony Burgess und Fulvio Testa: Das Land wo die Einscreme wächst, übersetzt von Ludger Tolksdorf, Elsinor Verlag, Coesfeld, 2025, ISBN: 9783939483915

Published byHeike Baller

Bis zum Morgen schmökern, Kissen nass weinen, bei der Bahnfahrt mal eben los gackern – das alles und noch einiges mehr bedeutet Lesen für mich. Naja, die Nächte lese ich nur noch selten durch, da melden sich doch zu penetrant die erwachsenen Bedenken in Sachen „Wecker am Morgen“ … Aber in der Bahn können Sie mich immer mal wieder grinsend oder kichernd erleben. Mit einem Buch vor der Nase. Da ich außerdem gerne mit anderen über das, was ich gelesen habe, diskutiere, habe ich dieses Blog gestartet. Leselust, das ist es, was mich antreibt, immer neue Bücher zu kaufen, zu leihen und vor allem zu lesen. – Vorlesen tu ich übrigens auch gern.

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