Dass ich die Bücher von Ewald Ahrens sehr schätze, habe ich hier im Blog ja schon mehrfach kundgetan. Beim Stöbern in meiner Onleihe-App bin ich mit dem Namen Arenz auf einen Krimititel gestoßen, der mir doch ein bisschen zu denken gab. Denn es handelt sich um eine Autorin, Sigrun Arenz – also der Name! Und sie hat einen Krimi geschrieben mit dem Titel „Das ist mein Blut“. Als ich nach weiteren Titeln der Autorin guckte, entdeckte ich, dass sie weitere Krimis geschrieben hat, die alle ähnliche Titel hatten. Alle mit einer solchen theologischen Anmutung. Hinzu kommt dass sie aus dem Fränkischen stammt. Theologie und Franken – das sind auch Aussagen, die auf Ewald Arenz zutreffen. Er stammt aus einem Pfarrerhaushalt und er kommt aus dem Fränkischen. Verwandt? Verheiratet? Verschwägert? Siehe da, Sigrun Arenz ist eine Schwester von Ewald Arenz.
Aber auch sonst hätte mich jetzt dieser Krimi interessiert, schon allein dieses Titels wegen. Ich hab halt auch einen Hang zur Theologie.
Bei „Das ist mein Blut handelt“ es sich um den ersten Fall des Ermittlerduos Seiler und Schatz, . Das Buch ist schon ein kleines bisschen älter. Es erschien 2008 bei Ars Vivendi. Aber das ist ja kein Grund, es nicht zu besprechen.
Was erzählt Sigrun Arenz?
Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, in dem, ich möchte sagen, biografische Elemente der Autorin nicht auszuschließen sind.
Neben den ermittelnden Menschen bei der Polizei spielt auch eine Pfarrersfamilie eine Rolle. Und der Einstieg ist wirklich schockierend.
Der Körper des Jungen lag sorgfältig, beinahe künstlerisch, drapiert im verrottenden Laub unter der Kastanie in einem verwilderten Garten. Der Junge lag mit offenen Augen im faulen Laub, unberührt vom Rufen der Taube wie vom Verkehrslärm. Ungestört bis zu dem Moment, in dem das Mädchen sich durch die Lücke des mit einer Kette verschlossenen kaputten Gartentors zwängte und beinahe über den ausgestreckten zweiten Arm des Jungen gestolperte. Sie hieß Grit. Ihr Schrei war durchdringend. Der Kommissar hatte eine Pfeife im Mund und trug trotz der frühsommerlichen Wärme einen alten grauen Filzhut auf dem Kopf. Er war einfach über das Tor geklettert, hatte sich den Tatort genau angesehen und blickte nun mit einem finsteren Stirnrunzeln auf die Leiche hinab. „Ich habe gesagt, du musst oben in der Grube liegen“, brach es schließlich verärgert aus ihm heraus, wobei die Pfeife auf den Boden fiel. „Hier kann dich ja jeder sofort finden.“
Wir haben es mit den Pfarrerskindern zu tun, die Krimi spielen. In ihrer Umgebung gibt es aber bald einen echten Mord, einen bizarren Mord, in dem die Leiche einen Kelch in der Hand hält, in den das Blut aus der Stichwunde, an der der Mensch gestorben ist, hineingeflossen ist. Brrr!
Und dieser Kelch, der hat es in sich.
Die beiden Menschen, die jetzt gemeinsam diesen Mord aufklären sollen, kommen, wie es in Krimis üblich ist, erst einmal nicht so besonders gut miteinander aus Es handelt sich um Polizeioberkommissarin Eva Schatz und Polizeikommissar Seiler. Solche Streitigkeiten zwischen den Einsatzkräften gehören mit zum Spiel. Sigrun Arenz bedient das Spiel, überreizt es aber nicht. Beide tauchen in die Geschichte des Opfers. Sie durchleuchten die Menschen, die mit ihm zu tun hatten. Und sie finden alte, ganz alte Geschichten.
Sigrun Ahrens schreibt locker, gut lesbar, angenehm humorvoll. Ich mochte das Buch gern lesen.
Sigrun Arenz: Das ist mein Blut, ars Vivendi, Cadolzberg, 2008, e-Book-ISBN: 9783869133171

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