Ausmalbücher zu Jane Austen

Ja, so was gibt es auch … Szenen à la Jane Austen als Ausmalbücher für Erwachsene, analog zu den ganzen anderen Malbüchern für Erwachsene, die der Entspannung dienen sollen. Im Rahmen von “Beloved Jane” konnte ich nicht widerstehen und hab mir so was mal zugelegt. Nun ist diese Ausmalerei nicht so ganz meins – aber ich habs mal versucht …

Jane Austen Ausmalbuch, Szene mit Buntstift

Mal hab ichs mit Buntstift versucht …

Jane Austen Ausmalbuch Anfang

… mal mit Aquarellfarben

 

Jane Austen AUsmalbuch Einzelszenen Medaillons

Auf der anderen Seite gibt es einzelne Szenen – mit erläuterndem Text! – als Medaillon

Insgesamt handelt es sich um ein Leporello mit ineinander übergehenden Szenen. Im “Buchdeckel” finden sich dann mögliche Rahmen für die Medaillons – es ist für alles gesorgt 😉

Wer für sowas mehr Geduld hat als ich  – vielleicht ist das ja eine Anregung für lange Herbst- und Winterabende. Viel Vegnügen.

Mit lag hier – antiquarisch erworben – vor:

Jane Austens Welt, Colour in Art, Ill. v. I. Gilbert aus dem Ravensburger Verlag. ISBN: 9783473558780

Da gibts aber noch mehr:

  • Colour me – Jane
  • Solz und Vorurteil – das Ausmalbuch
  • Classic Colouring – Jane Austen

Die Vorstellung gehört in meine Reihe “beloved Jane” zum 200. Todestag von Jane Austen in diesem Jahr.

Jane Austen und ihre Nachfolgerinnen – Nachahmerinnen?

Es gibt ja eine Menge Romane, die auf die Texte von Jane Austen zurückgehen – heute ist eine besondere Gruppe dran (in Auszügen!): die der Chick-Lit.

Zu Chick-Lit gibt es hier  und hier ein paar grundlegende Informationen. Im Rahmen von „Beloved Jane“ bin ich über solche Bücher gestolpert. Hier will ich nun drei Beispiele vorstellen – es gibt sehr viel mehr …

“Vermählung” – nach “Stolz und Vorurteil” von Jane Austen

Curtis Sittenfeld hat mit „Vermählung“ (im Original „Eligible“) eine Adaption von „Stolz und Vorurteil“ verfasst, was auch als Untertitel angegeben ist. Namen und Charaktere hat sie fast 1:1 übernommen, das Ganze aber ins Heute verlegt. Die größte Änderung ist das Alter der Leute: Jane ist fast 40! Gut, nach damaligem Verständnis war auch die originale Jane Bennet ein spätes Mädchen, mit 21 Jahren und noch nicht verlobt, geschweige denn verheiratet. Die aktuelle Jane ist also fast 40 und darauf aus, endlich Mutter zu werden, das ist aber eine andere Kategorie. Mr. Bingley ist hier ein schüchterner Arzt, der als Kandidat in der Fernsehshow „Vermählung“  zu sehen war (entspricht im realen Fernsehleben wohl „Der Bachelor“ – so eine Kuppelshow eben.) Jane wird schwanger – künstliche Befruchtung. Und Bingleys Freund Darcy interessiert sich für Janes Schwester Liz – Zoff zwischen den beiden ist die Regel. Am Ende kriegen sich alle. Weiterlesen

Ratgeber à la Jane Austen

Zugegeben, diese Bücher gehören nicht zu meinen Favoriten. Aber im Laufe der Zeit, die ich mich mit “beloved Jane” befasst habe, habe ich so viele kuriose Titel zu Jane Austen gesehen, dass ein paar davon auch hier ihren Platz finden sollen.

Ein Date mit Mr. Darcy

Dass dieses Buch und ich nicht zusammen passen, liegt vielleicht an meiner Lebenssituation – wer die Silberhochzeit schon eine Weilche hinter sich hat, braucht keinen Datingratgeber mit dem Untertitel „Mit Jane Austen den Mann fürs Leben finden“. Hinzu kommt aber auch eine andere kulturelle Schwelle: Dieses Buch ist ein amerikanischer Dating-Ratgeber. Wie schon „Katie in Amerika“ feststellen konnte, gibt es da andere Regeln dies- und jenseits des großen Teiches. Eine andere Form der möglichen Lektüre ist es, das Buch als einen weiteren Zugang zu den Romanen von Jane Austen zu begreifen. Da Lauren Henderson als Beispiele für ihre Argumentation auf die Beziehungen in den Romanen zurückgreift, analysiert sie diese auch. Ich muss da nicht immer mit ihr übereinstimmen. Im Großen und Ganzen tut sie das amüsant. Wenn auch das Frauenbild der Laura Henderson in gewisser Hinsicht dem von Jane Austen entspricht – bescheiden, höflich, geduldig, nachgiebig –, finde ich es doch für unsere Zeit nicht angemessen. Viele der Tipps, mit deren Hilfe eine Beziehung stabiler gemacht werden kann, beziehen sich auf „Fehler“ der Frauen. Sorry, wo bleiben die der Männer? Ja, die gibt es schon, aber Laura Henderson empfiehlt: Geduld. Von Seiten der Frau, natürlich! Weiterlesen

Und Marx stand still in Darwins Garten von Ilona Jerger

Nein, getroffen haben sich Charles Darwin und Karl Marx im realen Leben niemals. Doch Ilona Jerger lässt die beiden zusammentreffen. Allerdings nur kurz. Trotzdem entwickelt sich im Laufe des Buches eine Auseinandersetzung zwischen den beiden alt gewordenen und kranken Genies. Der Vermittler oder Zuträger zwischen ihnen ist ihr Arzt, Doktor Beckett.

Ilona Jerger bettet die unterschiedlichen Ansichten der beiden in die Schilderung ihres Alltags ein und lässt sie dadurch nahbar werden. Insgesamt nimmt Charles Darwin einen größeren Raum ein als Karl Marx; bei ihm kommen dann auch noch die Erinnerungen an seine Reisen dazu, die ihm zu seinen Erkenntnissen verhalfen. Seine Evolutionstheorie wird von Karl Marx mit seinen Anhängern dahingehend interpretiert, dass Gott nicht existiert. Genau das ist das Thema bei dem Abendessen, zu dem der Schwiegersohn von Karl Marx diesen, ohne vorher seinen Namen zu nennen, mitgebracht hat. Ein Atheistenkongress in London ist der Anlass für diesen Überfall auf das Haus Darwin.

Zwei wichtige Nebenfiguren sind Frauen. Zum einen Emma Darwin, die langjährige Ehefrau von Charles, gläubige Christin, humorvoll und sehr liebevoll. Eine wirklich charmante Frau. Sie sorgt dafür, dass bei dem Dinner mit Karl Marx auch der Dorfpriester anwesend ist. Die beiden bekennenden Atheisten bei Tisch fühlen sich sichtlich düpiert. Die andere Frau ist Lenchen, die langjährige Haushaltshilfe von Karl Marx und seiner Familie. Durch sie erfährt Doktor Beckett einiges aus der familiären Vergangenheit.

Ilona Jerger schildert aber nicht nur die ideologischen Gräben zwischen den beiden Männern und jeweils ihren Gegnern, sondern sehr ausführlich auch die Krankengeschichte eines jeden. Das ist in manchen Punkten der ermüdendste Teil ihres Buches. Im Nachwort weist sie darauf hin, welche Quellen ihr vorlagen, gerade die „Krankenakten“ nehmen da einen breiten Raum ein. Kein Wunder, dass sie Doktor Beckett erfunden hat. 😉

Insgesamt erzählt Ilona Jerger lebendig und humorvoll..

Denn so, wie wir Regenwürmer durch die fleißige Aufnahme von Steinchen in ihrem Innersten feinste Bodenarbeit leisteten, verdaute Charles Unmengen an Fakten und produzierte Sätze länglichen Formats, die, einmal in Gang gesetzt, schwerlich wieder zu stoppen waren. (S. 138)

Marx old

Karl Marx 1882 in Algier

Ja, dieser Satz stammt von der Unterhaltung beim Dinner mit den Atheisten und hier wird einerseits deutlich, wie charmant Ilona Jerger erzählen kann und andererseits, wie unwiderstehlich Charles Darwin in ihrem Buch zu plaudern versteht. Übrigens stammt auch der Titel des Buches aus dieser Szene – Darwin und Karl Marx gehen zu zweit hinaus – und Darwin haut seinem unerwarteten Gast den Satz um die Ohren, er sei ein Idealist.

Charles Darwin by Julia Margaret Cameron

Charles Darwin, 11 Jahre vor seinem Tod

Und was ist nun mit dem Atheismus des Darwin? Er selbst bezeichnet sich bei Tisch als Theisten und erregt damit nicht geringes Aufsehen bei seinen Gästen, die ihn gerade wegen seiner “Abschaffung Gottes” aufgesucht haben. Gegenüber seinem “Freund”, dem Priester, erwähnt er, dass er, je länger er Naturgesetze erforsche, desto mehr davon überzeugt sei, dass es ein Walten dahinter geben müsse.

Insgesamt hat Ilona Jerger auf unterhaltsame Weise Fktion mit Fakten gemischt.

Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten, Ullstein Verlag, Berlin, 2017, ISBN: 9783843715829 (E-Book)

Jane Austen von Holly Ivins

“Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt” ist der nette Untertitel des Buchs von Holly Ivins. Der Originaltitel des Büchleins ist bei weitem weniger zahm: “The Jane Austen Pocket Bible” – das wummst ganz anders.

Die ersten drei Abschnite befassen sich mit Janes Leben und der Gesellschaft mit ihren Regeln, die ihre Umwelt bildete. Dazu gehören dann z. B. Anmerkungen zum Rang von Persönlichkeiten – und da Jane Austen über die Gesellschaft schrieb, in der sie lebte und die sie kannte, gelten diese Regeln sowohl für Realität wie Fiktion: Weiterlesen

Jane Austens Geheimnis von Charlie Lovett

Bei dem Cover und überhaupt nach meiner Lektüreerfahrung mit Jane-Austen-Nachfolge- oder -Ergänzungsbänden erwartete ich eine Frau als Autorin – nix, da, Charlie Lovett ist Antiquar und tatsächlich männlich 😉 Sein Beruf spielt im vorliegenden Roman auch eine Rolle. Fazit gleich vorweg – es war eine Freude!

Der Klappentext ist zwar nicht falsch – aber sehr sehr irreführend! Denn obwohl Sophie Collingwood tatsächlich in einem Buchantiquariat arbeitet, ist das nicht ihre Haupteigenschaft. Weiterlesen

Zitatsammlungen von Jane Austen

Eine Autorin, die für ihren Witz, ihre Ironie und ihre Beobachtungsgabe gerühmt wird, ist natürlich eine Quelle für Zitate. Also gibt es zu Jane Austen solche handlichen Büchlein, die, thematisch sortiert, ihre Worte verbreiten.

Mein Liebling ist ja das “Jane-a-day“, von dem ich mindestens einmal pro Woche was bei Twitter einstelle (immer zum Datum, da wird nicht gepfuscht). Außerdem denke ich, dass ich daran länger als fünf Jahre Freude haben werde 😉

“Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen”

Im Insel-Verlag ist gerade ein sehr handliches kleines Büchlein erschienen: “Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen” heißt es. Die Übersetzungen, die ihm zugrundeliegen, stammen alle ebenfalls aus dem Insel-Verlag – kommen mir also manchmal etwas unvertraut vor (das kann den Blick aufs Original nur schärfen!). Weiterlesen

Lostage von Tina Pruschmann

Da hab ich mich auf das Debut von Tina Pruschmann gefreut und erwartungsfroh den E-Reader angeschmissen – und musste feststellen, dass es sich um ein Buch handelt, das bei mir als E-Book nicht funktioniert. Als ich es dann in der Bibliothek als Druckwerk bekam, war ich froh – endlich konnte ich das Werk so lesen, wie es mir gefiel.

Tina Pruschmann erzählt nämlich nicht chronologisch. Jeder Abschnitt ist mit einem Datum versehen (Zeitraum 1960 bis heute, zuzüglich der Kriegszeiten, von denen einzelne Personen erzählen) und ich musste immer mal wieder zurückblättern, um Personen und Zeiten zuzuordnen. Weiterlesen

Ein Festtag von Graham Swift

Da hat die Leseprobe doch ihre Funktion erfüllt – ich wollte “Ein Festtag” von Graham Swift unbedingt zu Ende lesen. Hab ich gemacht. Und es hat sich gelohnt.

Die Geschichte ist eigentlich simpel: Ein junger Adliger hat seit Jahren ein Verhältnis mit einem Dienstmädchen und muss in zwei Woche aus Standes- und finanziellen Gründen eine andere heiraten. Doch es kommt nicht nur anders, als alle im Buch das denken und planen, es ist schon anders. An dem Tag, an dem Festtag (das Original benennt den Festtag als “Mothering Sunday” – der Muttertag in Teilen Englands, auch des frühen 20. Jahrhunderts – Sonntag Lätare, im liturgischen Kalender) darf Jane durch den Haupteingang gehen, ihr Fahrrad einfach am Eingang stehen lassen. Sie trifft sich mit Paul in seinem Zimmer. Beiden ist klar, dass es das letzte Mal ist – nach der Hochzeit wird ihr Verhältnis ein Ende haben. Weiterlesen

Mr. Peardews Sammlung … von Ruth Hogan

Der vollständige Titel lautet: “Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge” (das englische Original “The Keeper of Lost Things”). Mit Anthony Peardews hat Ruth Hogan eine skurrile, liebenswerte Figur erschaffen.Mr. Peardrew sammelt alles, was andere verloren haben. Warum? Er selbst hat im Mai 1974 – das kann ich als Leserin erschließen –  das Liebste verloren, was es für ihn gab: Seine Verlobte Therese starb auf dem Weg zur Hochzeit. Und er verlor am selben Tag das Andenken schlechthin an sie, ein Medaillon, das immer bei sich zu tragen er ihr versprochen hatte.

Das Buch hat einen irritierenden Beginn:
Da reist eine Person in einer Keksdose. Huch? Weiterlesen