Märchen in modernem Gewand von Nina Bodenlosz

Bei Büchern, die man lange nicht in die Hand genommen hat, kann schon mal die Erinnerung daran schwinden, was drin steht. So ging es Nina Bodenlosz mit ihrem alten Märchenbuch. Oder? In ihrem neuen Buch stellt sie jedenfalls 14 Märchen vor, “die sich neu erfunden haben“, wie der Untertitel verrät. „Dornröschen, wir müssen reden!“ lautet der Titel der Sammlung. Weiterlesen

Drei Küsse für Herkules von Eva Engelken

Eva Engelken kam hier bisher als bissige Sachbuchautorin vor – “Drei Küsse für Herkules” ist ihr Romandebut. Zugegebenermaßen hatte ich erst mal ein paar Probleme ins Geschehen zu kommen:

  • Karneval ist so gar nicht meins …
  • Die Abkürzung “Herk” für Herkules find ich nicht schön.
  • Auch wenn Göttinen und Götter zum Personal gehören – ein paar Szenen waren mir zu fantasy-mäßig.

Doch genug gemotzt – letzten Endes habe ich das Buch ja doch gelesen und genossen.

Was erzählt Eva Engelken?

Eine verzwickte Geschichte um eine frustrierte Frau und Mutter, einen ebenso frustrierten Ehemann derselben, eine Gruppe griechischer Götter auf geheimer Mission für Europa und eben Herkules, Halbgott und derzeit auf Erden mit der Aufgabe, wieder unsterblich zu werden. Das geht aber nur wenn er entweder göttergleiche Taten vollbringt oder ehrliche Liebe erringt. Hm. Dieser Herk ist dazu nicht in der Lage. Ja, wenn man sich anguckt, was für eine Tröte der so ist im Düsseldorf unserer Tage abgibt, dann passt “Herk” vielleicht  doch.

Dionysos, sein schwuler Freund aus göttlichen Verwandtschaft, hat jedenfalls Probleme damit, die gescheiterte Existenz des Halbgottes zu akzeptieren. Aphrodite sieht das etwas gelassener. Zeus verfolgt eigene Ziele, Hera geht es vor allem um Politik und Hermes tut, was ein Götterboten halt so tut: Er sorgt für das Equipment.

Aphrodites Einfluss sorgt dafür, dass ungewollt Vivian, Anfang 40, dreifache Mutter, super gestresst und genervt, diejenige ist, mit Herk ein Techtelmechtel beginnt. Während ihr Mann Pornos guckt, in den Puff geht und so die Finanzen in Schieflage bringt, gibt sich Vivian allen guten Ratschlägen zum Trotz dieser Affäre hin. Wenn da nicht immer so merkwürdige Personen aufkreuzten.

Was es dann so gibt mit “echter Liebe” und der Rettung griechischer Kultstätten in und für Europa, das entwickelt sich unter Schwierigkeiten.

Bild Aphrodite für das neue Buch von Eva Engelken

Nein, nackig läuft Aphrodite nicht durch Düsseldorf – sie ist äußerlich voll auf der Höhe der zeit!

Eins sei noch angemerkt: Meine Lieblingsfigur ist eindeutig Aphrodite. “Wandelbar und zugewandt” wär meine Kurzformel für sie.

Okay, mehr verrate ich nicht – es wird auf jeden Fall noch actionreich und nachdenklich. Ja, Eva Engelken kann das in einem Buch! Sie erzählt schmissig und unterhaltsam, die leisen und die kritischen Töne kommen auch vor – eine gute Mischung.

Eva Engelken: Drei Küsse für Herkules, Edition Eva&Adams, Mönchengladbach, 2018, ISBN: 9783981990201 (E-Book), 97839781990218 (Taschenbuch)

Ratgeber für Ü-50 von Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub

Auch wenn im Untertitel steht “Ein Überlebenstraining für alle ab 50” ist es schon mehr eins für Frauen als für Männer, was an den Autorinnen Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub liegen mag; es ist kein gemischtes Doppel oder so 😉

Heike Abibdi ist hier im Blog ja wohl gelitten – ihre heiteren Romane empfehle ich immer gern. Lucinde Hutzenlaub war mir bis zu diesem Buch kein Begriff – gut, Reisen sind nicht so ganz mein Thema. Allerdings – Japan … Hm. Weiterlesen

Der weiße Tiger von Aravind Adiga

Statt selber nach Indien zu reisen, habe ich das Buch von Aravind Adiga verschlungen. Und dabei zumindest theoretisch mehr über Indien gelernt als bei einer Studienreise. Die praktische Anschauung fehlt halt. Und das Erlebnis – Gestank und Duft, Paläste und Slums, altes und modernes Indien nebeneinander.

Was erzählt Aravind Adiga?

Sein Leben? Nein, das von Balram Halwai. In sieben Nächsten schildert dieser in Briefen dem chinesischen Ministerpräsedenten Wen Jiabao, wie er als Sohn eines Rikschfahrers aus der “Finsternis” – den bitterarmen Hinterland – zu einem Unternehmer wurde. Wen Jiabao soll nämlich Bangalore besuchen und das nimmt der weiße Tiger zum Anlass, um klarzumachen, wie es eigentlichin Indien aussieht und läuft. Weiterlesen

Nonna von Thomas de Padova

Und nein, die Nonna von Thomas von Padova lebt nicht in Padua …  (scnr). Sie lebt in Apulien, in einem kleinen Dorf, dass der kleine Thomas in seiner Kindheit in den Ferien besucht hat. Nun ist er wieder da, besucht die Nonna, die Mutter seines Vaters und spürt der Familiengeschichte nach.

Was erzählt Thomas von Padova?

Er schildert seine Familiengeschichte – die seiner Urgroß- und Großeltern, seine eigene und die seiner „Herkunftsfamilie“. Assoziativ hüpft er von Thema zu Thema. Manchmal ist es schwierig die einzelnen Generationen mit ihren Erfahrungen auseinanderzuhalten. Daneben läuft der Strang seines aktuellen Besuchs bei der Nonna – der Corso im Dorf, seine Ausflüge ans Meer, die Landschaftsbeschreibung. Und der Alltag einer alten Frau, die sich nicht beugen ließ vom Leben. Weiterlesen

Ans Meer von René Freund

Ein richtiges Sommermärchen hat er da geschrieben – René Freund mischt munter Zutaten verschiedener Epochen und Genres, um sein Märchen bunt und spannend zu erzählen.

Was erzählt René Freund?

EIn Roadmovie der anderen Art – mit diesem Personal:

  • Anton, Busfahrer, von einer Helikoptermutter bedrängt aus einer Zeit, als es das Wort noch nicht gab – wächst über sich hinaus
  • Doris, Antons Nachbarin, hat den schüchternen Mann in die Flucht geschlagen und versucht, ihn wieder einzufangen
  • Carla, Mutter von Annika, dem Tode nahe und mit der Sehnsucht nach dem Meer in ihrer Heimat – sie setzt alles in Gang
  • Annika, elf Jahre alt, weiß, dass sie ihre Mutter bald verlieren wird
  • Eva, 17 Jahre alt, fürsorglicher Gruftie
  • Ferdinand, 17 Jahre alt, von Verantwortungsbewusstsein zerfressen gegenüber seiner kleinen Schwester – macht anfangs nur widerwillig mit
  • Frau Prenosil, völlig dement und nur zufällig mit von der Partie
  • Helene, Ferdinands Schwester und Annikas Freundin, ein Mädchen mit Durchsetzungsvermögen
  • Totti,ein Kaninchen

Gabicce Monte e Vallugola visti da Gabicce Mare zu René Freund "Ans Meer"

Carlas Bucht an der Adria ist kleiner und unverbauter – auch etwas aus der Zeit gefallen. Foto: Lokyam, Gabicce Monte e Vallugola visti da Gabicce Mare, CC BY-SA 3.0

Das ist die Reisegruppe auf dem Weg nach San Marco in der Nähe von Duino – die sterbende Carla überredet Anton, den klapprigen gelben Linienbus an diesem Tag nach Italien zu chauffieren. Für mich als Beinahe-Nordlicht ist der Gedanke befremdlich, innerhalb von 5 Stunden an der Adria sein zu können – aber von Österreich aus …?

Hier haben wir schon so eine Vermischung: René Freund kann erklären, wie es kommt, dass ein so vorsintflutliches Gefährt die Straßen Österreichs durchjuckelt – es belibt dabei: Der Bus ist nicht aus dieser Zeit. Seine techische Ausstattung ebenfalls nicht. Dafür aber die der Menschen: Handys mit Ortungssystem und den verschiedensten Klingeltönen spielen mindestens eine so große Rolle wie das gelbe Ungetüm. Ach ja, und das andere Gefährt in der Geschichte ist voll aus unserer Zeit: 410 PS …

Die bunt zusammengewürfelte Reisegruppe bietet jede Menge heitere und nachdenkliche Kleinstgeschichten; bei einer Gruppe von Schulkindern nicht verwunderlich, spielt gerade das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern eine große Rolle. Und davon ist Anton nicht ausgenommen. Dorie ebensowenig, übrigens.

René Freund erzählt zudem die vorsichtige Annäherung zwischen Anton und Doris in deren Rückblicken.

Auf die ein oder andere Weise findet dieser Geschichte eine Menge Emanzipation statt. Ist doch klar, dass sich Eva um Frau Prenosil kümmert, oder? Helene kommandiert ihren Bruder rum – Freundin Annika geht vor und wenn die nach Italien fahren muss, gibt’s kein Vertun, da muss sie mit. Ferdinand seinerseits macht so ein paar Entdeckungen an sich selbst. Annika erweist sich als erfahrene Pflegerin ihrer Mutter. Also einige Elemente von Entwicklungsgeschichten haben wir hier, daneben die – unglückliche? – Liebesgeschichte von Anton und Doris. Für jeden was dabei 😉

Und dann sind da noch die Hippies – ein bisschen aus der Zeit gefallen, wie der Bus. Und die italiensiche Polizei …

Wie erzählt René Freund?

In der Perspektive wechselt er zwischen Anton und Doris. Er startet mit Doris‘ unerklärtem hastigen Aufbruch mit einem 410-PS-Auto. Erst danach lerne ich Anton kennen, mitsamt seinen Gedanken rund ums Busfahren:

Seinen Kindheitstraum, Busfahrer zu werden, hatte die Realität dieses harten Berufes an die Wand gefahren. (S. 9)

René Freund schildert detailliert, liebevoll und illusionslos, was so ein Busfahrer machen und beachten muss. Genauso schildert er das Engagement Antons, seinen schulpflichtigen Fahrgästen ein Mindestmaß an Manieren abzufordern – wer nicht grüßt, muss den Fahrausweis vorzeigen. Immer wieder finden sich in der stetigen Erzählung kleine sprachliche Schmuckstücke.

Schön find ich diese Schilderung (ich muss mich ja leider beschränken):

Hinter dem Steinwall, der den Strand abgrenzte, sahen sie zwei Gesichter auftauchen, mit blau-weißen Kappen. Und unter den Kappen wuchsen langsam die beiden Uniformen in den Himmel, (…) (S. 134)

Eine wirklich schöne Urlaubslektüre, ein Sommermärchen halt.

René Freund: Ans Meer, Deuticke Verlag, Wien, 2018, ISBN: 9783552063631

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Cider mit Rosi von Laurie Lee

„Eine der schönsten Kindheitserinnerungen in der Literatur“ steht hinten auf dem Buch mit den hübschen Blumen auf dem Leinencover. Es handelt sich um die Kindheitserinnerungen von Laurie Lee. Ehrlich gesagt, so eine Kindheit möchte ich nicht erlebt haben und wünsche sie weder meine Kinder noch meinen Enkeln. Wieso steht dann dieser Satz auf dem Cover? Und warum habe ich dann das Buch mit großer Begeisterung gelesen?

Laurie Lee beschreibt sein Leben auf dem Land in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts – zu Beginn ist er drei Jahre alt. Das Haus, in das er mit drei Schwestern, zwei Brüdern und der Mutter einzieht, ist alt, feucht, verfallen – und hat einen großen Garten. Weiterlesen

Glück wächst im Blumentopf von Andrea Behnke

Andrea Behnke hat einen Roman in Einfacher Sprache gechrieben – hm. Es gibt so viel Publikationen, die das nicht drauf stehen haben und derart einfach gestrickt sind … Aber Einfache Sprache ist ja nicht einfach einfach – sie folgt bestimmten Regeln, die das Erfassen des Inhalts erleichtern. Andrea Behnke hat als Autorin bereits Erfahrung mit dieser Sprachform. Und nun hat sie also einen Roman in dieser Form verfasst.

Etwas zum Inhalt des Buchs von Andrea Behnke

Annalena mag ihren Namen nicht – ihre Freundin nennt sie Anna. Das gefällt ihr viel besser – von vorn und hinten dasselbe Wort. Und nächstes Jahr wird sie 33 – so wie ihre Freundin in diesem Jahr. Auch das ist eine schöne Zahl – von vorn und hinten gleich. Weiterlesen

Zufallsbuch #2: Von Nebelhorn bis Nachtigall von Julia Hagemann

Der Buch-Zufallsgenerator von Kerstin Herbert verlangt diese Woche das 11. Buch mit buntem Cover bzw. verrücktem Titel.

Dazu gibts wieder Fragen:

  1. Worum geht es in dem Buch?
  2. Hast du das Buch schon gelesen? (Wenn ja, fandest du es? Wenn nein, warum nicht?)
  3. Wie hat das Buch den Weg in dein Regal gefunden?
  4. Wie lautet der 11. Satz auf der 11. Seite?
  5. Hat das (bunte) Cover bzw. der (verrückte) Titel Einfluss auf Eure Kaufentscheidung?

Nun ja, das Cover ist schwarz-weiß, aber vom ersten Eindruck schon mal recht schräg – Julia Hagemann in sängerischer Pose? Und der Titel? Ich find ihn ziemlich schräg 😉

Julia Hagemann Cover

Cover des Buchs von Julia Hagemann

Frage 1: Der Untertitel verrät, worum es geht: “Flexibles Muskelspiel im Gesang”. Julia Hagemann hat hier auf überschaubar kleinen Seiten – rund 130 an der Zahl – ihr Wissen um Gesang und wie man diese Kunst vermittelt, zu Papier gebracht.

Frage 2: Ich kenne und liebe das Buch. Es ist imemr wieder erhellend, reinzuschauen und das eigene sängerische Tun abzugleichen. Da Julia Hagemann auch Kabarettistin ist, Texterin und  Workshopleiterin dazu auch noch, ist neben Gesang der Gebrauch von Sprache ihrs. Das Buch zu lesen macht einfach Spaß!

Frage 3: Ich hatte vor Jahren das große Vergnügen – wenn auch bei trauriger Gelegenheit -, Julia Hagemann kennenzulernen. Als ich von ihrem Buch erfuhr, habe ich es sofort bestellt.

Frage 4: Hm, einen 11. Satz zu finden, ist bei den kleinen Seiten gar nicht so einfach – auf S. 11 ist keiner, aber auf der 11. Seite des Textes habe ich einen 11. Satz gefunden – der ist dafür dann auch gleich hübsch lang:

Beides ist beim Singen nicht günstig, wir müssen also mit dem Mechanismus der Saite arbeiten, und da wir nicht wie die Geiger greifen können (oder jedenfalls wirkt es sich nicht aufs Singen aus), müssen wir das tun, was die Besitzer von Saiteninstrumenten tun: Bei gleichbleibender Saitenlänge die Spannung verändern. (S. 18 f)

Frage 5: Besonders bunte Cover, einfach nur weil sie bunt sind – nee, das turnt mich nicht so an. Ich mag aussagekräftige Cover – also gern auch was, woraus hervorgeht, dass es sich z. B. um einen historischen Roman handelt. Andererseits – das Cover von “Herr Müller, die verrückte Katze und Gott” ist ja auch ziemlich schräg und das hat mich schon interessiert. Aber kaufentscheidend – eher nicht.

Julia Hagemann: Von Nebelhorn bis Nachtigall. Flexibles Muskelspiel im Gesang, Rehwinkel Edition, 3. Auflage, September 2015.

Liebe M. … von Anna Paulsen

Da hab ich verkündet: Keine Rezensionsexemplare mehr, antworte auf die freundlichen Angebote meiner Ansprechpartnerinnen in den Verlagen entsprechend – und bin so was von froh, dass mich gerade zur rechten Zeit der Umschlag mit dem Buch von Anna Paulsen erreicht. Unverlangt zugesandt. Genau so was habe ich gerade gebraucht: Eine heitere, leichte aber nicht seichte Lektüre. Es sei mir also die Inkonsequenz nachgesehen, dass ich dieses Rezensionsexemplar sofort gelesen habe.

Dass es das gerade passende Buch war, war schnell klar, denn hinter Anna Paulsen verbirgt sich die hier im Blog schon öfter rezensierte Heike Abidi. Gute Unterhaltung war zu erwarten – und die habe ich bekommen.

Matilda, mit einer unglücklichen Kindheit und dem Fluchtreflex “Buch” ausgestattet, passt nicht ins 21. Jahrhundert: Bücher aus Papier, kein Führerschein, kein Smartphone, noch nie im Internet gewesen, eine Vorliebe für Montagmorgen statt Freitagnachmittag. Passend dazu arbeitet sie im “Amt für unzustellbare Briefe”. Obwohl Anna Paulsen für die Recherche das echte Amt kennengelernt hat, hat sie sich für eine idylische Version eigener Machart entschieden – so sitzt Matilda in einem original 60er-Jahre Büro. So kann es passieren, dass sie einen nicht zugestellten Brief von 1966 findet.

Bardelaeremuseum brieven

Im Archiv des Amtes für unzustellbare Briefe sieht es wohl geordneter aus – aber einen Brief aus dieser Zeit hat Matilda im Buch von Anna Paulsen gefunden. Chelsea van de Wynckel, Bardelaeremuseum brieven, CC BY-SA 4.0

Mehr als 50 Jahre ist die Geschichte von Leni und Michel alt, der sie mit Hilfe ihres Nachbarn Knut nachspürt. Dieser emeritierte Professor erwartet von Matilda Dinge, die sie sich nie zugetraut hätte – und die sie dann doch schafft. Klar, dass ihr Leben neue Farben und Gerüche bekommt – der Duft von Antiquariaten muss hinter der Meeresbrise zurückstecken.

Wie bei Anna Paulsen, aka Heike Abidi, zu erwarten, sind emotionale Turbulenzen zu erwarten. Ein Teil dieser Turbulenzen findet aber in den Briefen statt, die Matilda liest. Entgegen ihrer sonst eher pedantischen Art nimmt sie auf einmal Briefe aus dem Amt mit nach Hause – mit Knuts Internetexpertise kann sie so helfen, dass ein schüchterner Espresso-Trinker in Berlin dann doch mit seinem Flachwirtz landet. Und ja, Matilda hat dafür eine Reise nach Berllin auf sich genommen, inklusive Hauptbahnhof der Hauptstadt …

Was das Buch so anrührend zu lesen macht, sind eben die Briefe, die Matilda, und damit auch ich, zu lesen bekommt. Liebesbriefe, richtig auf Papier. Hach.

Und dann gibt es da die Briefe, deren Adresse, Absender und Unterschrift nur aus dekorativen Schnörkeln bestehen und die Matilda tief berühren. Aus einem dieser Briefe  ist der Titel des Buchs entnommen – Sie sehen, da steckt was dahinter.

Anna Paulsen ist weniger auf Witz und Esprit aus – eher auf Gefühl. Die komischen Seiten gibt es aber auch. Den verständnisbefreiten, plumpen Kollegen Matildas, die ständig auf Männerfang ausgerichtete Kollegin.

Was ich an Matilda mag, ist ihr Anliegen, die mürrische Kassiererin im Supermarkt zum Lächeln zu bringen – dass es mit E. Klein dann noch anders weitergeht als gedacht … Gut, ich hätte ihr was Besseres gewünscht 😉

Anna Paulsen: Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen, Penguin Verlag, München, 2018, ISBN: 9783328101574

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