Politisches Framing von Elisabeth Wehling

Den Literaturtipp habe aus dem Podcast “Was denkst du denn?”, den ich Ihnen sehr ans Herz legen kann. Elisabeth Wehling war für mich eine echte Entdeckung! Knapp 200 Seiten rund um Sprache und was sie transportiert. Fasziniert habe ich beobachtet, wie die Kognitionswissenschaftlerin Ellisabeth Wehling es schafft, die von ihr aufgedeckten Frames zu vermeiden. Oder wenn es mal nicht klappt, direkt selbst darauf hinweist und sich dabei auf die Schippe nimmt. Weiterlesen

Ratgeber für Ü-50 von Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub

Auch wenn im Untertitel steht “Ein Überlebenstraining für alle ab 50” ist es schon mehr eins für Frauen als für Männer, was an den Autorinnen Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub liegen mag; es ist kein gemischtes Doppel oder so 😉

Heike Abibdi ist hier im Blog ja wohl gelitten – ihre heiteren Romane empfehle ich immer gern. Lucinde Hutzenlaub war mir bis zu diesem Buch kein Begriff – gut, Reisen sind nicht so ganz mein Thema. Allerdings – Japan … Hm. Weiterlesen

Alan Bennett geht ins Museum

Und ja, das ist der Titel; weil er so ist, wie er nun mal ist, verschone ich Sie mit “Geht ins Museum von Alan Bennett”. Ich hoffe, das leuchtet ein. 😉

Und wie geht er nun ins Museum? Und in welches?

Alan Bennett besucht verschiedene Museen – viele englische, aber auch anderswo sucht er die Musentempel auf, z. B. in Boston, Venedig oder Luxor. Weiterlesen

Die Pflanze, die gern … von Ewald Weber

… Purzelbäume schlägt” – was für ‘ne Pflanze stellen Sie sich da vor? Ewald Weber hat ein kunterbuntes Sammelsurium an einheimischen Pflanzen zusammengestellt, die mit ihren Eigenschaften und Fähigkeiten staunen lassen. Und Purzelbäume schlägt: das Salzkraut. Es gehört zur Familie de Steppenroller. Meistens begegnen die uns in Westerfilmen. Damit die vertrockneten Bündel vom Wind übers Land getrieben werden können, müssen sie bestimmte Eigenschaften mitbringen:

  • eine Sollbruchstelle
  • fest sitzende Samenkapseln
  • bruchfeste Zweige, die sich inheinader verhaken.

Weiterlesen

Wunderstoffe von Mark Miodownik

“Zehn Materialien die unsere Zivilisation ausmachen” – Mark Miodownik hängt das ganz schön hoch. Und – es funktioniert.

“Materialwissenschaften” – klingt unvertraut, oder? Ist aber spannend. Bei uns im Umfeld hat sich ein junger Mensch bei der Info-Veranstaltung für das Studium “Maschinenbau” nach der Info: “Mehrere tausend beginnen das im Wintersemester hier – bei Materialwissenschafen sind es 80” zu der anderen Info-Veranstaltung begeben, sich zum Thema schlau gemacht und dann dieses Studium aufgenommen. Mark Miodownik schafft es, die Faszination dieses vilefältigen Faches zu vermitteln.

Weiterlesen

Das geheime Frankreich von Nils Minkmar

Nils Minkmar hat einen unschlagbaren Vorteil für dieses Buch – er kennt beide Seiten, die deutsche und die französische. Immer wieder verknüpft er eigene Geschichte und die seiner Familie mit seiner Schilderung von Französinnen und Franzosen. So schafft er einen Einblick in die nationale Identität unserer westlichen Nachbarn, ohne dass es in die eine oder andere Richtung chauvinistisch wird. Die Art und Weise, wie man in Frankreich miteinander kommuniziert, öffentlich oder privat, hat, so Nils Minkmar, eine lange Tradition. Das ist nicht immer gut. Aber es geht nicht einfach weg. Wandel vollzieht sich langsam – sprachlich und mental. Weiterlesen

Was Fische wissen von Jonathan Balcombe

Wenn Sie Fische vor allem für zappelnde Proteinspender halten, wird Jonathan Balcombe Sie eines Besseren belehren. Und zwar nachhaltig … Die Titelvarianten machens deutlich. In der deutschen Version heißt der Untertitel: Wie sie lieben, spielen, planen: unsere Verwandten unter Wasser. Im englischen Original lautet der vollständige Titel: What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.

Jonathan Balcombe beginnt mit den Sinneswahrnehmungen

Dass Fische was sehen können, ist klar – schließlich haben sie Augen. Jonathan Balcombe zeigt mir aber auch, dass Fische optischen Täuschungen zum Opfer fallen können. Weiterlesen

Kleines Lexikon der Engel von Heinrich Krauss

Da habe ich nun also Ende Februar mein aktuelles Lieblingsbuch bei der Gemeindeveranstaltung vorgestellt – und schwupps fällt mir in der Bibliothek das kleine Lexikon der Engel von Heinrich Krauss in die Hand. Bei Ewald Arenz geht es ja schließlich auch um Engel. Und als ich den ersten Eintrag las, hab ich so gelacht, denn der erste Eintrag lautet „Abbadon“. Bei Arenz ist Abbadon ein aus der Hölle verbannter Dämonenfürst in und der Bruder von Erzengel Jehudi. Weiterlesen

Irrtümer über Zähne von Frank Lobeck

Ha, wenn heute der Tag des Zahnarztes ist, kann ich ja endlich das tolle kleine Büchlein von „meinem“ Zahnarzt vorstellen. Dr. med. dent. Frank Lobeck hat 2016 auf rund 140 Seiten alles zusammengetragen, was ihm im Laufe seines Berufslebens an Fragen und Irrtümern rund um Zähne und Zahnärzte so begegnet ist. Während der Behandlungstermine habe ich ja schon gemerkt, dass er gut erzählen – und erklären – kann. Das macht sich in seinem Ratgeberbüchlein bemerkbar. (Ich habe auf dem Sektor schon anderes gelesen …!)

157 Punkte behandelt der Zahnarzt hier – aufgeteilt in 23 Kapitel. Alle diese Punkte kommen als Fragen daher – offensichtlich orientiert sich Frank Lobeck an dem, was er in der Praxis so erlebt. Dabei beschreibt er beispielsweise detailliert die Entfernung einer Krone unter der Frage 88 „Sind Kronen schwierig/riskant zu entfernen?“ Jeder Arbeitsschritt wird so nachvollziehbar – und der „schwierigste“ Aspekt für die Person mit der Krone wird auch nicht unterschlagen:

… bei diesem geräuschintensiven Verfahren … (S. 77)

Ob es um Milchzähne, Zahnpflege oder veschiedene Behandlungen geht – anhand des Inhaltsverzeichnisses kann ich mich schnell orientieren und muss nicht alle 140 Seiten lesen. Kann das aber natürlich tun.

06-10-06centralincisors

So hübsch können Zähne aussehen, die ordentlich gepflegt werden.dozenist, 06-10-06centralincisors, CC BY-SA 3.0

Frank Lobeck will mit diesem Büchlein auf unterhaltsame und korrekte Weise über Zähne informieren. Deshalb kostet das Werk auch nicht die Welt – für 4,99 Euro sind Sie bei Amazon dabei (und ja, für dieses Büchlein mache ich ausnahmsweise mal Werbung für Amazon).

 

Übrigens: Der Titel ist auch lesenswert – und enthüllt den Anspruch von Frank Lobeck:

Dr. med. dent. Frank Lobeck : Irrtümer über Zähne. Fakten statt Mythen. Wissenswertes über Zähne und Zahnärzte in 157 mundgerechten Häppchen, printed by amazon, 2. Auflage 2017, ISBN: 9781532792328

Zufallsbuch #2: Von Nebelhorn bis Nachtigall von Julia Hagemann

Der Buch-Zufallsgenerator von Kerstin Herbert verlangt diese Woche das 11. Buch mit buntem Cover bzw. verrücktem Titel.

Dazu gibts wieder Fragen:

  1. Worum geht es in dem Buch?
  2. Hast du das Buch schon gelesen? (Wenn ja, fandest du es? Wenn nein, warum nicht?)
  3. Wie hat das Buch den Weg in dein Regal gefunden?
  4. Wie lautet der 11. Satz auf der 11. Seite?
  5. Hat das (bunte) Cover bzw. der (verrückte) Titel Einfluss auf Eure Kaufentscheidung?

Nun ja, das Cover ist schwarz-weiß, aber vom ersten Eindruck schon mal recht schräg – Julia Hagemann in sängerischer Pose? Und der Titel? Ich find ihn ziemlich schräg 😉

Julia Hagemann Cover

Cover des Buchs von Julia Hagemann

Frage 1: Der Untertitel verrät, worum es geht: “Flexibles Muskelspiel im Gesang”. Julia Hagemann hat hier auf überschaubar kleinen Seiten – rund 130 an der Zahl – ihr Wissen um Gesang und wie man diese Kunst vermittelt, zu Papier gebracht.

Frage 2: Ich kenne und liebe das Buch. Es ist imemr wieder erhellend, reinzuschauen und das eigene sängerische Tun abzugleichen. Da Julia Hagemann auch Kabarettistin ist, Texterin und  Workshopleiterin dazu auch noch, ist neben Gesang der Gebrauch von Sprache ihrs. Das Buch zu lesen macht einfach Spaß!

Frage 3: Ich hatte vor Jahren das große Vergnügen – wenn auch bei trauriger Gelegenheit -, Julia Hagemann kennenzulernen. Als ich von ihrem Buch erfuhr, habe ich es sofort bestellt.

Frage 4: Hm, einen 11. Satz zu finden, ist bei den kleinen Seiten gar nicht so einfach – auf S. 11 ist keiner, aber auf der 11. Seite des Textes habe ich einen 11. Satz gefunden – der ist dafür dann auch gleich hübsch lang:

Beides ist beim Singen nicht günstig, wir müssen also mit dem Mechanismus der Saite arbeiten, und da wir nicht wie die Geiger greifen können (oder jedenfalls wirkt es sich nicht aufs Singen aus), müssen wir das tun, was die Besitzer von Saiteninstrumenten tun: Bei gleichbleibender Saitenlänge die Spannung verändern. (S. 18 f)

Frage 5: Besonders bunte Cover, einfach nur weil sie bunt sind – nee, das turnt mich nicht so an. Ich mag aussagekräftige Cover – also gern auch was, woraus hervorgeht, dass es sich z. B. um einen historischen Roman handelt. Andererseits – das Cover von “Herr Müller, die verrückte Katze und Gott” ist ja auch ziemlich schräg und das hat mich schon interessiert. Aber kaufentscheidend – eher nicht.

Julia Hagemann: Von Nebelhorn bis Nachtigall. Flexibles Muskelspiel im Gesang, Rehwinkel Edition, 3. Auflage, September 2015.