Oh ein Tier von Felix Bork

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x15011-150x150111.jpgMan sollte doch die Angaben zu Umfang und Größe eines Buchs lesen – als mich das Paket mit dem Buch von Felix Bork erreichte, war ich erst mal baff: ein Monstrum! Okay, übertrieben, aber Größe und Gewicht von einem Museumskatalog mittlerer Größe hat das Werk schon.

Und wie siehts drinnen aus?

Bunt 🙂

Viele der illustrationen von Felix ork sind ebenso korrekt wie ein Foto - allerdings käme bei ihm der Rosenkäfe ohe das Blatt darunter daher. Foto: Heike Baller

Viele der Illustrationen von Felix Bork sind ebenso korrekt wie ein Foto – allerdings käme bei ihm der Rosenkäfe ohne das Blatt darunter daher. Foto: Heike Baller

Und durchaus informativ, auch wenn bei manchen der kindlich anmutenden Bilder was anderes zu erwarten wäre. Felix Bork stellt auf diese unkonventionelle Weise alle möglichen Tiere vor, die in unseren Breiten leben. Jedem Abschnitt ist ein offensichtlich von Hand bearbeiteter informativer Text vorangestellt – unverständliche Wörter werden ersetzt (teils mit den drastischen Ausdrücken der Alltagssprache 😉 : Abdomen = Arsch), es gibt Seitenangaben, um die entsprechenden Informationen im Buch zu finden und Verweise innerhalb des Textes, damit man nicht frustriert zu lesen aufhört. Weiterlesen

Wie der Dom nach Köln kam von Barbara Schock-Werner, Christoph Baum und Johannes Schröer

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgEin richtig gutes Team, bestehend aus Barbara Schock-Werner und Johannes Schröer für den Text und Christoph Baum für die Illustrationen, hat ein Buch zum Kölner Dom gemacht, das “für alle” geeignet sein soll – für Junge und Alte, für Imis und Kölsche, und das den Dom in der Stadt thematisieren soll. Dieser Anspruch, den Dom in der Stadt zu inszenieren, war der Grund, dass Christoph Baum bei der Buchpräsentation einen Entschuldigungsbrief an den Dom verlas – er musste auf die Türme in seiner Darstellung verzichten, weil sie ein Format verlangt hätten, das in kein Regal mehr passt. Aber schließlich sollte auch das Drumherum des Doms mit ins Bild.

So ist es logisch, dass ein Buch über den Dom ohne den Dom beginnt – die erste der 14 Doppelseiten mit den großformatigen, kleinteiligen Bildern schildert den Bau der römischen Stadtmauer unter Kaiser Domitian. Die auf die Bilder folgenden Doppelseiten bringen im Text die Erklärungen – das veranlasst zum Zurückblättern, um die genannten Einzelheiten im Bild zu suchen (und dann noch andere zu finden). Von der römischen Stadtmauer geht es über die Blütezeit des römischen Köln direkt zu Erzbischof Anno und seiner Flucht und dann zum ersten Bauabschnitt.

Heutzutage hängt dieser Arbeitsplatz im Dachstuhl - früher schwebte man damit draußen an der Fassade ...

Heutzutage hängt dieser Arbeitsplatz im Dachstuhl – früher schwebte man damit draußen an der Fassade …

Hier ist der Freisitz aus dem Buch

Hier ist der Freisitz aus dem Buch

Die Texte auf den Erklärseiten sind leicht verständlich geschrieben, so dass das Buch dazu einlädt, es zusammen mit Kindern anzuschauen (die sehen noch viel mehr witzige Szenen und Figuren) – Barbara Schock-Werner wies darauf hin, dass das Format genau dazu passt, es über zwei Paar Beine zu legen 😉  Die Geschichte des Doms in Köln und die Geschichte Kölns wird bis heute geschildert – da der Dom jedoch die Hauptrolle spielt, sind viele, viele Jahre nicht berücksichtigt, denn die Baustelle ruhte über mehrere Jahrhunderte. So springt die Geschichte von 1300 bis 1700 und von dort direkt nach 1860. Die Frequenz der Darstellung im 20. Jahrhundert ist da sehr viel dichter: die Zeit vor dem ersten Weltkrieg, die Zeit zwischen den beiden Kriegen, das zerbombte Köln, die Jahre des Aufbaus, Papstbesuch 1980 und der bislang letzte Umbau der Domumgebung sind die Themen.

Ein einladendes Buch, um sich mit dem Dom und seiner Stadt zu beschäftigen. Neben der großformatigen Hardcoverausgabe, gibt es auch eine broschierte Ausgabe – die ist für Mitglieder (auch werdende …) des Zentral-Dombau-Vereins: Wer bis zum Jahresende Mitglied wird, erhält ein solches Exemplar. Ziel des Dombau-Vereins ist, im Jubiläumsjahr 2017 – der Verein wird 175 Jahre alt  – 17.500 Mitglieder zu haben.

Christoph Baum (Illustration), Barbara Schock-Werner, Johannes Schröer (Text): Wie der Dom nach Köln kam, herausgegeben vom Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842, Greven Verlag, Köln, 2016, ISBN: 978-3-7743-0673-8

in dem Kasten (unterer Kreis) ging es zu einer Plankenbrücke (oberer Kreis), die dann in den Dachstuhl führt

in dem Kasten (unterer Kreis) ging es zu einer Plankenbrücke (oberer Kreis), die dann in den Dachstuhl führt

Und es soll keiner sagen, ich gäbe für dieses Blog nicht alles: Für die Vorstellung dieses Werks über den Kölner Dom hab ich mich in luftige Höhen begeben – sie fand im Dachstuhl des Doms statt. Und ich hab Höhenangst …

Migrar. Weggehen von José Manuel Mateo und Javier Martinez Pedro

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpg2011 erschien in Mexiko dieses besondere, ja was denn nun? Büchlein? Leporello? Kunstwerk trifft es wohl am besten 😉 José Manuel Mateo erzählt aus der Sicht eines Kindes die sich millionenfach wiederholende Geschichte mexikanischer Menschen, die in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sehen und in die USA emigrieren. Javier Martinez Pedro hat in Anlehnung an traditionelle mexikanische Kunst die Illustrationen dazu geschaffen: ein durchgehendes langes Blatt mit vielen Figuren – solchen, die im Text vorkommen und vielen anderen – und Szenen, die nahtlos ineinander übergehen und es ermöglichen, die Geschichte vom „Weggehen“ von oben nach unten zu verfolgen.

Hier bekommen Sie einen Eindruck von der leporelloartigen Form von Migrar

Hier bekommen Sie einen Eindruck von der leporelloartigen Form von Migrar

José Manuel Mateo trifft sehr genau den Ton eines Kindes, das versucht, sich eine ihm unverständliche Welt zu erklären, das seiner Trauer und Verwirrung Ausdruck gibt. Der relativ kurze Text ist zweisprachig abgedruckt – jede Seite dieses Faltbuches bietet die großflächige Illustration und den vollständigen Text, einmal auf Deutsch und einmal auf Spanisch.

Es ist eine berührende Geschichte, was in der gelungenen Kombination von Text und Illustration begründet liegt. Der Geschichte des kleinen Erzählers im Bild zu folgen, ist eine mögliche Form des Umgangs mit der Geschichte, eine andere wäre, anhand der vielfältigen anderen Figuren und Szenen zu schauen, welche Geschichten es noch um das Weggehen gibt. Ich habe das Buch im “sprachraum” der Stadtbibliothek Köln entdeckt.

José Manuel Mateo: Migrar. Weggehen, Illustrationen: Javier Martinez Pedro, übersetzt von Ilse Layer, Edition Orient, Berlin, 2015

Das Werk Migrar von außen

Das Werk Migrar von außen

Auch entleihen kann man das Werk in der Stadtbibliothek:

Migrar

Kunterbunter Schabernack als Schaufenster-Deko

Selten hatte ich ein so breites Grinsen im Gesicht wie beim Anblick dieser Schaufenster-Deko eines Schuhmachers mit Bildern aus meinem Kinderbuch-Schatz “Kunterbunter Schabernack”:

Schabernack 4

 

Schabernack 2

Schabernack 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Idee, einige der Wechselbildfiguren mit zusätzlichen Schuhen zu versehen, fand ich pfiffig. Bei den schwarz-weißen Vergrößerungen kommen die bonbonbunten Farben des Originals leider nicht zum Tragen – aber hier können Sie sich einen Eindruck verschaffen.

Chapeau für die Idee an Frau Setzer In Heilbronn.

Reisen bildet 😉

Hieronymus von Thé Tjong-Khing

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Das linke Panel aus der Versuchung des Antonius

Sie kennen doch sicher die mysteriösen Gestalten, die die Bilder von Hieronymus Bosch bevölkern? Fratzenhaft, dämonisch, beängstigend. Thé Tjong-Khing hat in seinem Bilderbuch  ohne Worte “Hieronymus – Ein Abenteuer in der Welt des Hieronymus Bosch” einen kleinen Jungen mit Rucksack, Ballnetz und Mütze in diese Welt stürzen lassen. Er verliert seine Sachen und macht sich auf den Weg, sie wiederzufinden. Rings um ihn Wesen aus der Welt des Hieronymus Bosch. Seine Reise ist gefährllich. Er erlebt aber auch Solidarität und Freundschaft. Und so nach und nach bekommt er seine Sachen wieder. Und kommt auch wieder aus dieser Welt heraus.

Ein Bilderbuch zum Blättern und Schauen, zum Entdecken und Drüberreden hat Thé Tjong-Khing da gemalt. Es gibt neben der Hauptgeschichte des Jungen zahlreiche andere Geschichten zu entdecken – man muss halt ein bisschen hin- und herblättern, um sie  zu entdecken. Thé Tjong-Khing hat hier eine spannende Geschichte geschaffen, die vielleicht nicht für kleine Kinder geeignet ist, die aber Menschen, die sich gern über Bilder(bücher) unterhalten jede Menge Anregung gibt. Ich war ziemlich fasziniert. Eine tolle Idee zum 500. Todestag des Malers.

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgThé Tjong-Khing: Hieronymus – Ein Abenteuer in der Welt des Hieronymus Bosch, Moritz Verlag, Frankfurt/Main, 2016, ISBN: 9783895653216

 

Sie sehen, das Rubrikenbild für “Kinder” mach ich hier nur ganz klein rein ….

Janosch wird 85!

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgWer kennt sie nicht – die Tigerente, Bär und Tiger oder den Kastenfrosch? Klar, die sind von Janosch.

Aber wer kennt noch die hier: Böllerbam, Hannes Strohkopp oder den Raben Josef?  Auch sie sind Janosch-Figuren.

Mein erster Kontakt mit Janosch war das Bilderbuch „Böllerbam und der Vogel“ – ein vor allem in Blautönen und so richtig bunten Farben gehaltenes Bilderbuch, in dem ein kleiner Vogel mit seinem Nestbau in der Kanone von Böllerbam den Ausbruch des Kriegs verhindert. Ein anderes Kinderbuch, das ich besonders schätzte, hieß „Das Mäusehaus“; erst viel später verstand ich, dass die schwarz-weißen Illustrationen von Janosch stammten. Ich kann mich auch noch an eine Hörbuchversion von  Lari Fari Mogelzahn erinnern – eine Geschichte, die mich teilweise mehr genervt als erfreut hat; trotzdem habe ich sie mehrfach gehört.

1978 kam dann der große Durchbruch mit „Oh wie schön ist Panama“; bereits 1979 erhielt Janosch dafür den Jugendliteraturpreis. Die Geschichten rund um Bär und Tiger, später dann auch die Tigerente, verhalfen Janosch zu einer ungeahnten Popularität. Schon früh gab es verschiedene Produkte rund um die beliebten Figuren: Tapeten, Plüschtiere, Frühstücksdosen, Holzspielzeug und vieles mehr. Dieser Trend hat angehalten wie man auf der Seite des Janosch-Shops deutlich sehen kann.

Janosch erfand nicht nur eigene Geschichten, sondern bearbeitete auch welche, zum Beispiel die Märchen der Brüder Grimm. Außerdem bearbeitete er auch seine eigenen Geschichten. Aus „Hannes Strohkopp und der unsichtbare Indianer“ wurde so „Du bist ein Indianer, Hannes“. In solchen Bearbeitungen machte sich auch der Wandel des Zeitgeistes bemerkbar; der in der ersten Fassung autoritär und brutal auftretende Lehrer – schon zum Zeitpunkt der Ersterscheinung ein Anachronismus – bekommt in der zweiten Fassung sympathische Züge und versteht sich am Ende mit Hannes.

Neben seinen vielen Werken für Kinder hat Janosch auch für Erwachsene geschrieben und gemalt. Neben eigenen Romanen wie „Polski Blues“, „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“ oder Schäbels Frau  gehörten dazu auch Illustrationen der Texte von Charles Bukowski oder dem Marquis de Sade – ein heute nahezu vergessener Tatbestand.

Ein Blümschen als Geburtstagsgruß ;-)

Ein Blümchen als Geburtstagsgruß 😉

Man macht sich das heutzutage gar nicht mehr bewusst, dass Janosch bereits in den frühen sechziger Jahren mit seinem Werk begonnen hat. Seine letzten Werke sind inzwischen zehn Jahre alt, die meisten verkaufen sich aber nach wie vor ausgezeichnet. Von den Merchandisingprodukten ganz zu schweigen.

Im Leben des Janosch, der eigentlich Horst Eckert heißt, gab es etliche Tiefpunkte, auch nachdem er bereits erfolgreich war. In dem Interviewbuch „Reden Sie Tacheles, Herr Janosch“ schildert der Autor und Illustrator seinem Interviewer Jörg Merk, wie er sich in den mehr als 40 Jahren seiner damaligen Berufstätigkeit durchgeschlagen hat.

Nun wird Janosch 85 Jahre alt und es bleibt nichts, als ihm dazu zu gratulieren und ihm für die vielen Geschichten, Figuren und Bilder zu danken. Happy Birthday, Janosch!

Alles wird grün von Johannes Stankowski

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgMal wieder ‘ne CD, dieses Mal mit Kinderliedern. Johannes Stankowski nennt sie “Familienlieder”. 10  Titel umfasst die beim Pänz Verlag erschienene Platte. Dazu gehört das Booklet mit den vollständigen Texten und ein kleinformatiges Pappbilderbuch, in dem die Refrains illustriert sind.

Johannes Stankowski singt hier auch selber – eine leicht belegte Stimme mit Alltagsaussprache. Und die schlägt sich schon in den Texten nieder: ineinandergezogene Silben, teils reimlose, teils nur per Assonanz “gereimte” Zeilen. Ich zuck da ja schon manchmal ein bisschen zusammen – die Zeit mit Musenmuddi Edith Jeske ist halt nicht spurlos an mit vorbeigeggangen ;-). Andererseits bringt Johannes Stankowski dann aber so tolle Sprachbilder, dass ich ihm da einiges nachsehe.   So heißt es von der Erde im Frühling:

Reibt sich die Augen, schüttelt sich den letzten Schnee aus ihrem Laub

Die Musik ist poppig und lebhaft und bietet mit reichlich Triolen spannende Phrasen. Der Text ist für kleinere Kinder vielleicht manchmal zu schnell – aber man kanns ja  öfter hören. Und tanzen kann man darauf auch.

Die Illustrationen von Eva-Maria Ott-Heidmann zielen mehr auf kleinere Kinder ab – die Texte, gerade auch in Verbindung mit der Musik , bieten auch älteren Kindern was zum Entdecken. Eben: Familienlieder 😉

Es ist ein Debut, das mir durchaus gefällt.

Johannes Stankowski: Alles wwird grün, mit Illustrationen von Eve-Maria Ott-Heidmann, Pänz Musik Verlag, Köln, , ISBN: 97839811587432

Achtung Manuela kommt von Federica de Cesco

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgDer Bücherschrank hier in Dellbrück bietet mir ja immer wieder mal Spannendes oder Entspannendes. Mädchen- oder Kinderbücher von Federica de Cesco gehören eindeutig in die letztere Kategorie – und heute war da eins drin, das ich tatsächlich noch nicht kannte.

Die Geschichte handelt von Manuela – Überraschung! -. die sich nicht gerade mädchenkonform beträgt: Sie will Pilotin werden, sie kann Judo und sie kann sehr energisch reden, wenn ihr was wichtig ist. Zivilcourage ist ihr wirklich nicht fremd. Befreundet ist sie mit Simone und Thomas. Außerdem gibt es da noch Dani, einen eher verschüchterten Jungen, der gern dazu gehören will. Streit mit älteren Jugendlichen (Manuela und ihre Freundinnen sind 11 oer 12 Jahre alt) schweißt die kleine Truppe zusammen. Es gibt Abenteuer im Umland von Lausanne – und jede Menge Gespräche über die merkwürdige Welt, in der Erwachsene über Kinder bestimmen.

Nett – aber eigentlich keine eigene Rezension wert.

Mir ist da aber noch mal was bewusst geworden, was die Bücher von Federica de Cesco für mich als Teenager so spannend gemacht hat: Diese starken Mädchen, die ihren Weg gehen, gegen Normen ankämpfen und ihren Platz im Leben fordern. Weiterlesen

Was macht das Pferd da auf der Fahne?

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgDie Fahne Nordrhein-Westfalens zeigt drei Elemente, die die unterschiedlichen Landschaften des Bundeslandes repräsentieren:

  • das Pferd für Westfalen
  • den Fluss für das Rheinland
  • die Rose für das Lipperland

Aber nicht nur zu den Elementen der Fahne gibt es im NRW-Kinderlexikon Erklärungen. Dorothee Haentjes-Holländer geht in 26 Beiträgen von A bis Z Eigenarten des Bundeslandes im Westen der Bundesrepublik Deutschland nach, z. B.:

  • “Chemie” – was hat es mit August Kekulé, seiner Wurstformel und den Chemiebetrieben am Rhein auf sich?
  • “Ministerpräsidentin” – hier wird das Prinzip der repräsentativen Demokratie erläutert und man erfährt etwas über die Vorgänger von Hannelore Kraft
  • “Yen” – hier stellt die Autorin Düsseldorf als Little Tokyo vor und schildert dann allgemein die Themekomplexe Migration und Integration

Rund 110 Seiten mit Illustrationen von Silke Schmidt gehen kreativ und unvoreingenommen Themen an, die das Leben in NRW bestimmen. Und wissen Sie was? Als Erwachsene habe ich da auch noch ein paar Sachen gelernt …

Dorothee Haentjes-Holländer: Was macht das Pferd da auf der Fahne?, Illustrationen von Silke Schmidt, Greven Verlag, Köln, , ISBN: 9783774306257

Geliebte Kinderbuchschätze – eine Blogparade

Mein Immer-wieder-lesen-Buch war eindeutig der “Kalle Blomquist” von Astrid Lindgren. Alle drei Bände in einem schönen, dicken, roten Buch. Hab ich mit acht Jahren bekommen und von da an bis in meine *hüstel* 20er fast jedes Jahr einmal gelesen. Ich habe das Buch so was von geliebt!

Das sieht doch richtig abgelliebt aus, oder?

Das sieht doch richtig abgelliebt aus, oder?

Und natürlich wollte ich es meinem Nachwuchs nicht vorenthalten. Aber wie das so ist mit dem, was Muttern empfiehlt: Das Interesse ist da nicht groß. Allerdings: Als ich anfing, es dem einen vorzulesen, musste ich vor dem anderen in Sicherheit bringen, damit er es nicht selber vorweg zu Ende las 🙂

Zu “Mein Esel Benjamin” hab ich mich ja schon mal geäußert.

Gute Erinnerungen habe ich noch an den “Glücklichen Löwen” – mein Vater brachte die Bände aus der Werksbibliothek mit und las sie mir vor.

Als ich mein erstes Zeugnis in der Schule bekam, gab es das Büchlein „Kunterbunter Schabernack“, wo die Seiten dreigeteilt waren und man aus Kopf, Rumpf und Beinen unterschiedlicher Personen und Tiere tolle Fantasiewesen zusammenstellen konnte. Daneben dann immer Reime, die auch sehr lustig sein konnten. “Hier ist zu sehen und zu lesen, was … sind für Wesen” – das war der Reim für den Kopf; für Rumpf und Beine gab es genauso formalisierte Textchen und so passten dann alle Teile immer zueinander.

Ein spezielles Buch hat mich nicht zum Lesen gebracht – als ich lesen konnte, war ich aber nicht mehr zu halten.

Erinnerungen an verschiedene Bücher in meiner Kindheit:

  • „Das Rote U“ von Wilhelm Matthießen – das war so eine Spätherbstabendlektüre
  • Claras großes Geheimnis“ von Paul Vialar – da hab ich mich zwar für Clara immer ein bisschen fremdgeschämt, an manchen Stellen, aber da die anderen Sachen so spannend waren, habe ich ihr lange die Treue gehalten.
  • Das Tierschiff“ – ein Märchenbuch aus der DDR – wunderbare Geschichten waren darin.rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpg Sie sind es natürlich immer noch und es steht im Regal, wo es hingehört.
  • Überhaupt: Bücher aus der DDR. Da hatte ich einige: „Gestatten – Oskar“, „Schlaumeier“ von Gerhard Schunke und vor allem Märchenbücher. Die Märchenbücher habe ich alle noch und finde auch immer noch tolle Sachen drin – ätiologische Märchen z. B.
  • Und dann hatte ich ein tolles Bilderbuch, es hieß, glaube ich, „Der Punkt“ oder „Ein Punkt“ und da wurde, nur in schwarz-weiß und ein bisschen rot, meine ich, gezeigt, wie aus einem Punkt eine Linie, ein Form und daraus ein Bild entsteht. Am Ende war es eine ganze Stadt. Leider haben wir es weggegeben und ich habe es nie wieder gesehen. (Erkennt es jemand und kann mir da vielleicht Angaben machen, wie es tatsächlich hieß? – Das wär eine Freude!)
  • Die Kinderromane von Erich Kästner – eine meiner Großmütter hatte die als Geschenke aufgetragen bekommen und pünktlich zu Geburtstag und Weihnachten kamen dann die Päckchen, manchmal sogar mit zwei Titeln auf einmal! Mein Favorit war da „Das fliegende Klassenzimmer“. Abends rief die Oma dann auch an – telefonieren war teuer und das war also immer nur ganz kurz. Als ich aber sagte, dass ich „Pünktchen und Anton“ – an dem Tag angekommen und ausgepackt – bereits im zweiten Durchgang am Wickel hätte, hat sie sich die Zeit genommen, mich zum Buch zu befragen, weil sie sich nicht vorstellen konnte, dass das stimmte.
  • „Böllerbam und der Vogel“ – eins der frühen Bilderbücher von Janosch habe ich auch geliebt; es ist leider nie mehr aufgelegt worden.  Auch das ist leider weg.
  • So um mein 10. Lebensjahr herum habe ich Karl May entdeckt und die Bücherei quasi leergelesen. Mein erstes eigenes, vom Taschengeld selbst gekauftes Karl-May-Buch war „Sand des Verderbens“ in einer Taschenbuchausgabe, erstanden in einem Urlaub bei einem Ausflug nach Bad Segeberg. (Und nein – wir haben die Karl-May-Festspiele dort nicht besucht.)

Und dann rauschen da so Erinnerungsfetzen durch meinen Kopf, wo ich nicht mehr weiß, zu welchem Buch sie gehören:

  • Ein Drache, der sich mit einer Dorfbevölkerung anfreundet und beim Weinkeltern hilft – er kann das mit dem Zermatschen der Trauben einfach schneller mit einem Fuß pro Bottich.

Aber nun muss ich echt Schluss machen, sonst durchsuche ich gleich nur noch Keller und Internet nach den alten Schätzchen. Und ja, ich habe viele Kinderbücher aufbewahrt und meinem Nachwuchs in die Hand gedrückt – Rechtschreibung hin oder her 😉

Und bei der Recherche nach den einzelnen Titeln habe ich gesehen, dass da ziemlich viele auch damals schon “alte” Autorinnen, bzw. tatsächlich mehr Autoren dabei waren … Hm.

Danke für die schöne Idee zur Blogparade, Miri von Geschichtenwolke – Kinderbuchblog. Sie hat die Blogparade ausgerufen und ich habe es gerade noch geschafft, denn am 1.2. ist Schluss.

Links:

Reine “Verkaufslinks” habe ich hier jetzt nicht noch mal extra aufgeführt 😉