Afrikanische Büchertauschregale – eine Reise mit Birte Mirbach Teil 2

Afrikanische Büchertauschregale – eine Reise mit Birte Mirbach Teil 2

Meine Netzwerk-Kollegin Birte Mirbach reist gern – vor allem gern nach Afrika. Als „gemeine Leseratte“ ist sie dabei auf Lesenachschub angewiesen; wie gut , dass es auch dort Büchertauschregale gibt. Sie hat sie für die Leselust dokumentiert. Bitte sehr:

Tansania – eine Reise in Bücherregalen

Ruaha-Nationalpark

Nach einem Zwischenhalt in einem Luxushotel, das sich den Luxus eines Büchertauschregals leider nicht leistet, lande ich im Mdonya Old River Camp im Ruaha-Nationalpark, noch tiefer in der Wildnis. Hier gibt es nichts in der Nachbarschaft außer Landschaft und wilden Tieren. Nachts hält einen schon mal Löwengebrüll wach und tagsüber latschen Giraffen durchs Camp. Diese langen Wimpern… da könnte frau direkt neidisch werden. Nachts im Dunkeln die Zelte zu verlassen ist übrigens verboten, aus Gründen. Für lange Nächte sind sie hier aber gut mit Lesestoff und Petroleumlampen ausgestattet.

Malerisch mit den Schädel obendrauf - Büchertauschregal mit geringer Belastungskapazität. Foto: Birte Mirbach
Malerisch mit den Schädeln obendrauf – Büchertauschregal mit geringer Belastungskapazität, dafür mit Tipbox. Foto: Birte Mirbach

Das Büchertauschregal des Camps befindet sich in der halboffenen Lounge. Tee und Kaffee stehen hier ständig parat, die Gemeine Leseratte muss sich also nicht weiter bewegen, und selbst das „Restaurant“ (also der große Esstisch für alle) liegt in Buchwurfweite. Das Büchertauschregal ist zweigeteilt: Links stehen die Bücher zum Lesen und Mitnehmen, und rechts stehen die zum Lesen und Hierlassen. Die zum Hierlassen sind alles Fotoalben und Bildbände und ganz einfach am Stoffeinband zu erkennen. Mindestens die Hälfte der Bücher steht allerdings gar nicht im Regal, sondern liegt auf den Tischen verteilt. Nicht etwa, dass die Gemeine Leseratte aufstehen muss um sich ein neues Buch zu holen falls sie ihres ausgelesen hat…

Wie international die Besucher hier sind, merkt man deutlich am Sprachgewirr abends an der gemeinsamen Tafel und natürlich an der Sprachmischung im Bücherregal. Deutsch, Englisch, Italienisch, Schwedisch, Französisch, das kann sich doch sehen lassen. Der niederländische Thriller von der Rotterdamer Reisegruppe steht jetzt allerdings nicht mehr im Regal. Dafür können sich meine Nachfolger über die Abenteuer des Daktari mit dem schielenden Löwen Clarence amüsieren.

Praktischerweise steht die Trinkgeldbox fürs gesamte Personal direkt auf dem Regal, wo man sie nicht übersehen kann. Und wer ausgelesen hat, kann versuchen, mit Hilfe der Bildbände herauszufinden, wessen Schädel neben der Tipbox liegen. Den Schildkrötenpanzer haben Sie aber garantiert auch so erkannt, oder?

Tarangire Safari Lodge

Meine Bücherreise geht auf die vorletzte Etappe. Die Tarangire Safari Lodge liegt ca. zweieinhalb Stunden von Arusha entfernt (zumindest, wenn die Straßenbauarbeiten endlich abgeschlossen sind), ich nähere mich also wieder der Zivilisation. Wie etabliert und beliebt

Schönes Holz überall - das Regal selbst, der Boden und die zu ahnenden Möbel. Foto: Birte Mirbach
Schönes Holz überall – das Regal selbst, der Boden und die zu ahnenden Möbel. Foto: Birte Mirbach

diese Lodge ist, merkt man auch am Bücherregal. Nirgendwo sonst finde ich solch eine Auswahl an Sprachen. Jede wichtige europäische Sprache ist vertreten, und selbst ein paar Kinder- und Jugendbücher finden sich darunter, die in Büchertauschregalen sonst eher Mangelware sind. Weil das aber noch nicht reicht, gibt es ein Regalbrett weiter auch noch Gesellschaftsspiele. Die sind allerdings nur zur Ausleihe und nicht zum Mitnehmen gedacht. Schade nur für mich, dass die interessantesten Buchtitel im aktuellen Angebot alle in den falschen Sprachen sind. Fünf Sprachen lesen können reichen manchmal eben doch nicht aus.

Nächste Woche gibt es weitere Eindrücke von Birte Mirbach von den Büchertauschmöglichkeiten in Tansania.

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