Die Winnetou-Trilogie von Helmut Schmiedt

Jetzt muss ich erst mal was beichten: Die Winnetou-Trilogie gehört zu den Karl-May-Büchern, die ich am wenigsten gelesen habe … Vor allem um den dritten Band hab ich immer einen Bogen gemacht. Genau wie bei den Filmen – ein Mal hat mir gereicht. *ßu ßu traurig*

Jetzt ist es raus.

Das Buch  von Helmut Schmiedt zur Winnetou-Trilogie hab ich trotzem mit Gewinn und Genuss gelesen. Helmut Schmiedt ist ein ausgewisener Karl-May-Spezialisten, dessen Karl-May-Biographie ich 2012 rezensiert habe. Weiterlesen

Holweide hat Vienna gelesen – Buch für die Stadt

Lesung Vienna in Holweide, Katja Ruppenthal

Katja Ruppenthal liest aus Vienna. Foto: Heike Baller

Nein, das stimmt so natürlich nicht: In der Veranstaltung von “Holweide liest” zum Buch für die Stadt hat Katja Ruppenthal aus “Vienna”  von Eva Menasse gelesen und die Besucherinnen und Besucher haben ihr mit Vergnügen gelauscht.

Nachdem Dr. Angelika Fürst vom Katholischen Bildungswerk, Monika Schmiedt-Schomacker und ich im September über die Ausschnitte für die Lesung debattiert hatten, haben wir Mitte Oktober die Reihenfolge festgelegt. Bei einem so langen und auch – von den Personen her gesehen – komplexen Werk haben wir dann die Notwendigkeit gesehen, zumindst an zwei Stellen ein bisschen Erklärung mitzuliefern – unter anderem eben auch einen kleinen Überblick über die wichtigsten Personen in “Vienna. Schließlich kommen die in den Ausschnitten unkommentiert vor, da sie ja im Verlauf des Romans schon eingeführt sind.

Pfarrer Ulrich Kock-Blunk von der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide, in deren Versöhnungskirche die Lesung stattfand, hatte mit Albert Gäde einen Pianisten aus der Gemeinde für die musikalischen Häppchen gewinnen können – Wiener Schmankerln. Sehr passend 🙂

Buch für die Stadt Vienna Bescuherinnen udn Besucher ind er Versöhnungskirche

Intteressiert lauschen die Besucherinnen und Besucher in der Versöhnungskirche

Katja Ruppenthal, eine professionelle Sprecherin und Moderatorin beim Rundfunk, las mit Spaß an der Sache. Das hat sich gut übertragen. Die Besucherinnen und Besucher in der Kirche – über 50 Leute hatten den Weg gefunden – waren am Ende voll des Lobes. Bei einem netten Glas im Anschluss an die Lesung wurde das in den Gesprächen deutlich. Auch einige, die es nicht geschafft hatten, das Buch selber zu lesen, fühlten sich gut aufgehoben. Also: Eine gelungene Veranstaltung von “Holweide liest” im Rahmen der Aktion “Buch für die Stadt”.

Wer noch eine Veranstaltung zu Vienna besuchen will, hat noch Gelegenheiten dazu – teilweise noch bis Ende des Monats!

Chorkonzerte in Köln-Dellbrück

„Meine“ Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide leistet sich ein reges Kulturleben – u. a. hat sie Raum für zwei Kantoreien. Jetzt im November stehen bei beiden Konzerte an – und weil es eben November, enthalten beide Titel das Wort „Requiem“:

  • „Requiem für einen polnischen Jungen“ von Dietrich Lohff von 1997
  • „Requiem für Elisabeth K.“ von Thomas Becker in einer Kammerfassung von 2015/2018

Beide Werke greifen auf literarische Texte zurück.

Plakat Konzert Requiem Dietrich Lohff Köln-Dellbrücl Köln-Innenstadt

Plakat zu den Konzerten des Lohff-Requiems

Unter dem Titel von Dietrich Lohffs Requiem steht „Nach Texten von Opfern des Faschismus“ – dazu gehören u. a.  Selma Merbaum, Georg Kafka, Franz Theodor Csokor  und Martin Gumpert. Im Vorwort zum mir vorliegenden Klavierauszug schreibt Dietrich Lohff:

Keine abenteuerlichen atonalen Windungen, mit denen man zeigen kann, daß (sic) man auf der Höhe der Zeit singt (…). Nur eine einfacher, tonaler und leicht zu singender Chorsatz. Das mußte (sic) so sein. Ich habe es nicht geschafft, auf den lautlosen Tod eines kleinen Jungen mit gigantischem Aufwand zu reagieren und seine Ermordung zu beklagen, als gelte es, das Ohr einer schwerhörigen Gottheit zu erreichen. (Klavierauszug von Requiem für einen polnischen Jungen, von Oliver Lätsch, Artist Ahead Musikverlag, 3. Aufl., 2015)

Nun ja, einfacher Chorsatz …

Die Instrumentaion ist eher dunkel gehalten – es gibt zwar eine Flöte, doch sonst sind alle Instrumente im tiefen Tonbereich angesiedelt: Bassklarinette, Englisch Horn und die Streicher von der Bratsche an abwärts.

Die Texte sind auf jeden Fall „fordernd“ – die „Elegie für einen polnischen Jungen“ von Krystof Kamil Baczinski treibt mir immer die Tränen in die Augen. Tod und Gewalt sind die Themen. Der Text „Euch fehlt die Phantasie“ von Franz Theodor Csokor ist erschreckend hellsichtig. Er schildert die Verfolgung der Juden unter der  Diktatur sehr präzise – Ausgrenzung und Vertreibung im normalen Alltag. Bis hin zur Shoa kam er nicht – der Text stammt von 1934. Offensichtlich hat er das Buch des zukünftigen „Führers“ gelesen und ernst genommen.

Die Kantorei Coro con spirito  unter der Leitung von Kantorin Mechthild Brand führt das Werk zwei Mal auf:

  • Am 16.11.2018 um 20 Uhr in der Antoniterkirche, Schildergasse, Köln-Innenstadt
  • Am 18.11.201, 18 Uhr in der Christuskirche, Dellbrücker Mauspfad, Köln-Dellbrück

Beim zweiten Requiem handelt es sich um eine Komposition von Thomas Becker, dem Leiter der Pauluskantorei – eine andere Komposition von ihm war hier vor vier Jahren schon mal Thema. Ähnlich wie beim Magnificat von 2014 haben Thomas Becker und Gerta Klaßen verschiedene Texte zusammengestellt – von Christine Lavant, Antoine de Saint-Exupéry, aus dem Frauen-KZ Ravensbrück und von Selma Merbaum. Diese Texte sind vermischt mit liturgischen und biblischen Texten. Die Widmungsträgerin „Elisabeth K“ ist Elisabeth Käsemann, die 1977 unter der Militärdiktatur in Argentinien ermordet wurde.

Konzerttermin:

  • 25.11.2018, 188 Uhr Pauluskirche, Thurner Str. 105, Köln-Dellbrück

A Death-Scene von Emily Brontë in Hauptsache Lyrik

A Death-Scene

1. ‘O Day! he cannot die
When thou so fair art shining!
O Sun, in such a glorious sky,
So tranquilly declining;

2. ‘He cannot leave thee now,
While fresh west winds are blowing,
And all around his youthful brow
Thy cheerful light is glowing!

3. ‘Edward, awake, awake-
The golden evening gleams
Warm and bright on Arden’s lake-
Arouse thee from thy dreams!

4. ‘Beside thee, on my knee,
My dearest friend! I pray
That thou, to cross the eternal sea,
Wouldst yet one hour delay:

5. ‘I hear its billows roar-
I see them foaming high;
But no glimpse of a further shore
Has blest my straining eye.

6. ‘Believe not what they urge
Of Eden isles beyond;
Turn back, from that tempestuous surge,
To thy own native land.

7. ‘It is not death, but pain
That struggles in thy breast-
Nay, rally, Edward, rouse again;
I cannot let thee rest!’

8. One long look, that sore reproved me
For the woe I could not bear-
One mute look of suffering moved me
To repent my useless prayer:

9. And, with sudden check, the heaving
Of distraction passed away;
Not a sign of further grieving
Stirred my soul that awful day.

10. Paled, at length, the sweet sun setting;
Sunk to peace the twilight breeze:
Summer dews fell softly, wetting
Glen, and glade, and silent trees.

11. Then his eyes began to weary,
Weighed beneath a mortal sleep;
And their orbs grew strangely dreary,
Clouded, even as they would weep.

12. But they wept not, but they changed not,
Never moved, and never closed;
Troubled still, and still they ranged not-
Wandered not, nor yet reposed!

13. So I knew that he was dying-
Stooped, and raised his languid head;
Felt no breath, and heard no sighing,
So I knew that he was dead.

Emily Brontë