Ich hänge im Triolengitter von Mary Bauermeister

Ein Albtraum von Karlheinz Stockhausen – im Triolengitter hängen. Obwohl Mary Bauermeister ihre Erinnerungen mit “Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen” untertitelt, stammt der Titelsatz von ihm, nicht von ihr.

Das Buch liest sich wie ein Roman – was für ein Leben! Mary Bauermeister passte schon früh nicht in gängige Rollenmuster – rund 1,80 Meter groß und auch künstlerisch alles andere als niedlich. Schon in ihren frühen Jahren als freie Künstlerin arbeitete sie mit namhaften Menschen zusammen, die in den Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts eine Rolle spielten. 1957 lernte sie Karlheinz Stockhausen kennen – ein Blickkontakt auf der Schildergasse in Köln, tief und nachhaltig. Weiterlesen

Die Europäer von Henry James

Für einen Roman von Henry James ist „Die Europäer“ ein eher schmales Werk – nichtsdestoweniger aber höchst unterhaltsam. Anders als von mir zuerst vermutet, betreibt hier nicht ein Amerikaner ethnologische Studien im alten Europa, sondern zwei Menschen dieser alten Welt haben sich auf den Weg in die neue gemacht: Eugenia und Felix.

Was erzählt Henry James

Diese beiden vertreten ein Europa der Verfeinerung, der Konversation und – das zumindest in den Augen ihrer amerikanischen Verwandten – der lockeren Sitten. Felix ist Maler mit einer buntscheckigen Vergangenheit und heiterem Gemüt. Eugenia, das stellt sich im Laufe der Geschichte heraus, ist in morganatischer Ehe mit dem jüngeren Bruder eines regierenden Fürsten verbunden. Das brachte ihr den Titel einer Baronin ein. Doch nun soll dieser Gatte standesgemäß verheiratet und Eugenia abserviert werden. Grund genug für die beiden mittellosen Geschwister, sich ihrer – hoffentlich reichen – amerikanischen Verwandtschaft zu erinnern und sie aufzusuchen. Weiterlesen

Lesen am Strand – mal anders

Während meines Urlaubs an der französischen Alabasterküste – wunderbare Gegend – fielen mir diese Pavillons an einigen Stränden auf: “Lire à la plage”, also “Lesen am Strand”:

Lesen am Strand Seine-maritime Lire à la plage Pavillon

An allen Stränden – 12 an de Zahl – stehen diese Pavillons

Stühle, Liegestühle, Sonnenschirme auf der kleinen Terrasse davor, Bücherregale im Innern. Und ein zum Lesen animierendes Schild am Eingang:

Lesen am Strand Lire à la plage Plakat

Lädt zumLesen ein – mit QR-Quodes Zugang zu Büchern  bekommen.

Wer den jeweiligen QR-Code scannt, kann das Buch dann auf seinem Smartphone lesen. Da kommen natürlich nur gemeinfreie Texte in Frage, also z. B. Alexandre Dumas, Gustave Flaubert, Jacob et Wilhem (sic!) Grimm, Guy de Maupassant, Jean Giraudoux oder Arthur Conan Doyle.

Auch eine Möglichkeit, sich mal mit Klassikern zu beschäftigen. 😉

Ansonsten gibt es in gebundener Form viele Kinderbücher und Comics – die Hauptzielgruppe sind offensichtlich Familien mit Kindern.

Neben dem Leseangebot gibt es auch Animationen und Aktionen – die aber erst in den französischen Sommerferien 😉 – da war ich schon wieder weg:

Lesen am Strand lire à la plage Animation in den Somerferien.

Hinweis auf Aktion bei Lire à la plage ab dem 11.7.

 

Es ist ein Angebot des Departments Seine-Maritime, teilweise in Kooperation mit Bibliotheken der 12 Badeorte. Jedem Pavillon sind 1.000 Medien zugeteilt. Die Pavillons öffnen seit dem 7. Juli bis zum 26. August nachmittags ab 14 Uhr. Bis 19 Uhr kann man sich dann da mit Lesestoff versorgen. Folgende Strände werden mit den Büchern beglückt:

  • Crie-sur-mer
  • Dieppe
  • Étretat
  • Fécamp
  • Le Havre
  • Le Tréport
  • Ste. Adresse
  • St.- Aubin-sur-mer
  • St.-Jouin-Bruneval
  • St.-Valery-enCaux
  • Veules-les-Roses
  • Yport

Der hübsch aufgemachte Flyer gibt Infos zu den einzelnen Standorten, auch über die speziellen Angebote, z. B. Lesungen, Spiele und Ausflüge.

Lesen am Stran Lire à la plage Flyer

Flyer zu Lire à la Plage