Liebe M. … von Anna Paulsen

Da hab ich verkündet: Keine Rezensionsexemplare mehr, antworte auf die freundlichen Angebote meiner Ansprechpartnerinnen in den Verlagen entsprechend – und bin so was von froh, dass mich gerade zur rechten Zeit der Umschlag mit dem Buch von Anna Paulsen erreicht. Unverlangt zugesandt. Genau so was habe ich gerade gebraucht: Eine heitere, leichte aber nicht seichte Lektüre. Es sei mir also die Inkonsequenz nachgesehen, dass ich dieses Rezensionsexemplar sofort gelesen habe.

Dass es das gerade passende Buch war, war schnell klar, denn hinter Anna Paulsen verbirgt sich die hier im Blog schon öfter rezensierte Heike Abidi. Gute Unterhaltung war zu erwarten – und die habe ich bekommen.

Matilda, mit einer unglücklichen Kindheit und dem Fluchtreflex “Buch” ausgestattet, passt nicht ins 21. Jahrhundert: Bücher aus Papier, kein Führerschein, kein Smartphone, noch nie im Internet gewesen, eine Vorliebe für Montagmorgen statt Freitagnachmittag. Passend dazu arbeitet sie im “Amt für unzustellbare Briefe”. Obwohl Anna Paulsen für die Recherche das echte Amt kennengelernt hat, hat sie sich für eine idylische Version eigener Machart entschieden – so sitzt Matilda in einem original 60er-Jahre Büro. So kann es passieren, dass sie einen nicht zugestellten Brief von 1966 findet.

Bardelaeremuseum brieven

Im Archiv des Amtes für unzustellbare Briefe sieht es wohl geordneter aus – aber einen Brief aus dieser Zeit hat Matilda im Buch von Anna Paulsen gefunden. Chelsea van de Wynckel, Bardelaeremuseum brieven, CC BY-SA 4.0

Mehr als 50 Jahre ist die Geschichte von Leni und Michel alt, der sie mit Hilfe ihres Nachbarn Knut nachspürt. Dieser emeritierte Professor erwartet von Matilda Dinge, die sie sich nie zugetraut hätte – und die sie dann doch schafft. Klar, dass ihr Leben neue Farben und Gerüche bekommt – der Duft von Antiquariaten muss hinter der Meeresbrise zurückstecken.

Wie bei Anna Paulsen, aka Heike Abidi, zu erwarten, sind emotionale Turbulenzen zu erwarten. Ein Teil dieser Turbulenzen findet aber in den Briefen statt, die Matilda liest. Entgegen ihrer sonst eher pedantischen Art nimmt sie auf einmal Briefe aus dem Amt mit nach Hause – mit Knuts Internetexpertise kann sie so helfen, dass ein schüchterner Espresso-Trinker in Berlin dann doch mit seinem Flachwirtz landet. Und ja, Matilda hat dafür eine Reise nach Berllin auf sich genommen, inklusive Hauptbahnhof der Hauptstadt …

Was das Buch so anrührend zu lesen macht, sind eben die Briefe, die Matilda, und damit auch ich, zu lesen bekommt. Liebesbriefe, richtig auf Papier. Hach.

Und dann gibt es da die Briefe, deren Adresse, Absender und Unterschrift nur aus dekorativen Schnörkeln bestehen und die Matilda tief berühren. Aus einem dieser Briefe  ist der Titel des Buchs entnommen – Sie sehen, da steckt was dahinter.

Anna Paulsen ist weniger auf Witz und Esprit aus – eher auf Gefühl. Die komischen Seiten gibt es aber auch. Den verständnisbefreiten, plumpen Kollegen Matildas, die ständig auf Männerfang ausgerichtete Kollegin.

Was ich an Matilda mag, ist ihr Anliegen, die mürrische Kassiererin im Supermarkt zum Lächeln zu bringen – dass es mit E. Klein dann noch anders weitergeht als gedacht … Gut, ich hätte ihr was Besseres gewünscht 😉

Anna Paulsen: Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen, Penguin Verlag, München, 2018, ISBN: 9783328101574

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“Buchstaben statt Noten” in der Kölner Philharmonie

Noch bis Mitte Februar läuft die kleine Ausstellung über “Musik(er)Romane” auf der Galerie in der Kölner Philharmonie. In den Virtrinen liegen bekannte neben unbekannteren Romanen und Erzählungen, die Musik oder Musikerinnen zum Thema haben.

Kölner Philharmonie Foyer

Das Foyer der Kölner Philharmonie von oben – auf der rechten Seite stehen bei Ausstellungen die Vitrinen. Foto: Guido Erbring, von der Kölner Philharmonie zur Verfügung gestellt

Zum einen die Bücher, die auf echte Vorbilder zurükgriefen wie die Erzählung “Der Verfolger” von von Julio Cortázar, bei dem der Saxophonist Johnny Carter im Mittelpunkt steht. Oder von Irene Dische “Ein fremdes Gefühl” – Ludwig van Beethoven und die Diabelli-Variationen sind hier das Thema.

Sowohl historische Figuren als auch fiktionale sind die Protagonisten bei Helmut Krausers “Melodien” – von Castiglio bis ins 20. Jahrhundert sind Menschen auf der Suche nach der Stimme Gottes.

Rein fiktionale Musikerinnen kommen auch vor, wie “Die Klavierspielerin” von Elfriede Jelinek”.

Auch ein paar Kinderbücher sind da – für mich leider keine alten Bekannten. 😉 Kunstmärchen von Heinrich Seidel – “Das Zauberklavier und andere Märchen” – und auch ein Buch aus der DDR  – “Der kleine Trompeter und sein Freund” von Fritz Weineck – habe ich da entdeckt.

Thomas Mann Doktor Faustus 1947

So sah die Erstausgabe von Thmas Manns “Dr. Faustus” aus, „Foto Wikipedia H.-P.Haack“

Die berühmtesten: Thomas und Klaus Mann sind mit “Dr. Faustus” und “Symphonie Pethétique” natürlich auch vertreten. Ebenso Patrick Süskinds “Der Kontrabaß”.

Für den begrenzten Raum, den die Galerie in der Kölner Philharmonie bietet, ist die Auswahl sehr vielfältig und bunt. In den Vitrinen liegen neben den Büchern und kurzen Infozetteln zu Inhalt und Autorin auch weitere Gegenstände, z. B. CD-Hüllen mit zu den Texten gehörednen Musikstücken oder kleine Gegenstände. Die Ausstellung hat genau das Format, das in der Pause eines Konzertes in der Kölner Philharmonie zu bewältigen ist.

Ach ja, am Treppenaufgang zur Galerie hängt der Aufmacher: Ein großes, an ein Reclam-Heft erinnerndes Titelblatt und ein Einführungstext. Das fand ich so einladend, dass ich mir die Ausstellung angeguckt habe 😉

Die Ausstellung ist nur während eines Konzertbesuches in der Kölner Philharmonie zu besichtigen.

Ha, ein Nachtrag: Kurator der Ausstellung ist Stefan Fricke.

Emily Brontë – 1818-1848

Dieses Jahr gibt es zu Emily Brontë gleich zwei Gedenktage: Ihren Geburtstag am 30.7.1818 und ihren Todestag am 19.12.18148. Viele kennen wohl ihren Roman “Wuthering Heights”/”Sturmhöhe”. Dieser Roman hat ja auch seine Spuren in der Popmusik hinterlassen 😉

Aber wussten Sie, dass Emily Brontë zusammen mit ihren Schwestern auch Gedichte veröffentlicht hat? Auch sie erschienen unter den männlichen Pseudonymen Curris, Ellis und Acton Bell – die Initialen der Schwestern Charlotte, Emily und Anne Brontë blieben hier erhalten. Dem Zeitgeschmack entsprechend handelt es sich dabei um längere poetische Texte – nicht so ganz einfach zu lesen und zu verstehen. Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, mich dieser von mir nicht sooo geschätzten Brontë-Schwester zu widmen (Wutehring Heights ist so gar nicht mein Genre …). Das bedeutet folgende Lektüreschwerpunkte, an denen Sie teilhaben können:

  • Biographisches – explizit zu Emily Brontë
  • erneuter Lektüre-Versuch von “Wuthering Heights”
  • Gedichte von Emily Brontë in “Hauptsache Lyrik”, teils einfach so reingestellt, teils mit Gedanken zum Text
  • evtl. auch was zu den Fantasiegeschichten der jungen Brontë-Geschwister – mal sehen

Ich freu mich auf Ihre Begleitung.

Poetica 4 – Lyrikfestival in Köln

Die Poetica hat 2018 nicht nur Lyrik zum Thema – in diesem Jahr geht um Verwandlungen: “Beyond identities” lautet das Thema. Und die erste “Literatur und Dialog”-Veranstaltung der Poetica “Von Tieren und Menschen” befasst sich mit Kafkas “Verwandlung”. Die Veranstaltungen der Reihe “Literatur und Dialog” sind Diskussionen, an denen sich auch das Publikum beteiligen kann. Diese hier findet am Dienstag, den 23.1.20178 um 14 Uhr im Neuen Senatssaal der Universität zu Köln statt (im Hauptgebäude am Albertus-Magnus-Platz).

“Lesungen und Dialoge” heißt eine andere Reihe – hier kommen die Autorinnen der Poetica mit ihren Werken zu Wort und zwar zumindest immer drei.

Für Studierende der Universität gibt es zwei Workshops: Eine literarische Werkstatt mit der Kuratorin der Poetica, Yoko Tawada und einen mit Teju Cole (nicht öffentlich).

Kalligraphie ist bei einer japansichen Kuratorin kein wirklich überraschendes Moment, wenn auch die beschreibung der Veranstaltung durchaus Ungewöhnliches verspricht, denn Musik ist auch noch dabei.

Zum Schluss werden die Gedichte der Teilnehmerinnen “ins Szenische” übertragen – eine spannende Begegnung am Ende der Poetica.

Rosenkäfer Verwandlung Identität Poetica 4 2018

Ob Georg Samsa zu so einem schönenn Rosenkäfer wurde? Foto: Heike Baller

Das ausführliche Programm finden Sie hier.

Die Poetca 4 findet in diesem Jahr in der Zeit vom 22. bis 27.1.2018 statt. Orte sind die  Universität, das Internationale Kolleg Morphomata, das Literaturhaus Köln, das Japanische Kulturinstitut und die Zentralbibliothek Köln.

Die Teilnehmerinnen kommen zu einem großen Teil aus Asien: China, Japan, Südkorea, aber auch Niederlande, Deutschland und Dänemark sowie die Vereinigten Staaten von Amerika.

  • Yoko Tawada (Kuratorin)
  • Jaffrey Angles
  • Bei Dao
  • Anneke Brassinga
  • Teju Cole
  • Hiromi Itō
  • Kim Hyesoon
  • Barbara Köhler
  • Morten Søndergaard
  • Monique Truong
  • Jan Wagner

Maike Claußnitzer im Interview

Maike Claußnitzer ist eine liebe Kollegin, die sich immer wieder als kundige Kommentatorin in meinem Blog betätigt – ich freu mich immer sehr über ihre Anmerkungen. Sie ist aber auch Autorin und ich habe im Spätherbst ihr Buch “Rattenlied” gelesen. Das fand ich so faszinierend, dass ich bis 2 Uhr nachts dran blieb. Vor einiger Zeit hatte ich bereits den Band “Greifen, Grabraub und Gelichter” erhalten – und bis zum “Rattenlied” nicht aufgeschlagen … Obwohl ich nicht die große Fantasy-Leserin bin, haben mich die Bücher in den Bann geschlagen. Maike Claußnitzer hat eine Mischung von Realität und Fiktion geschaffen, die ich lesenwert finde.

Nach der Lektüre von “Rattenlied” konnte ich Maike Clausnitzer ein paar Fragen stellen, die sie mir beantwortet hat. Voilà:

Liebe Maike, „Rattenlied“ war mein erster Kontakt mit Deiner Fantasy-Welt – zu meiner Schande sei es gesagt, denn „Greifen, Grabraub und Gelichter“ stand hier ja schon ein Weilchen rum … (Die Lektüre habe ich dann ganz schnell nachgeholt). Wie würdest Du Deine Welt beschreiben?

Die Welt, in der meine Geschichten spielen, ist im Grunde genommen unsere gewohnte Welt, wie sie irgendwann zwischen Spätantike und Wikingerzeit hätte sein können, wenn es Fabelwesen, Gespenster und einen Hauch von Magie gäbe und einige (kultur-)historische Entwicklungen anders verlaufen wären als in Wirklichkeit. Abgesehen davon, dass man bei einem Besuch dort damit rechnen sollte, Drachen oder Trollen über den Weg zu laufen, wird man also auch viel Vertrautes finden – von römischen Ruinen über Zitate aus antiken Texten bis hin zum Christentum.

Hat sie einen eigenen Namen, wie bspw. Tolkiens „Mittelerde“?

Die Welt selbst hat keinen speziellen Namen, sondern ist für ihre Bewohner einfach „die Welt“ oder „die Erde“ – wie für uns. Der zentrale Handlungsort ist ein alternatives Frankenreich, genauer gesagt dessen nordöstlicher Teil, der wie in der Realität Austrasien heißt.

Wie findest Du Dich dort zurecht? Sind alle Völker und Gruppen immer dort, wo Du sie angesiedelt hast?

Wenn sie das wären, würde es garantiert friedlicher zugehen … Spaß beiseite: Da ich mich im Großen und Ganzen am frühmittelalterlichen Europa orientiere, ähneln bestimmte Siedlungsräume den historisch überlieferten. So spielt der Kontrast (und nicht selten auch Konflikt) zwischen sesshaften Kulturen und eurasischen Nomaden ebenso eine Rolle wie Wikingereinfälle aus dem skandinavischen Bereich. Neben ganzen Menschengruppen kommen auch Einzelpersonen geographisch weit herum, ob nun absichtlich als Fahrende, Söldner und Kaufleute oder eher unfreiwillig als Gefangene und Sklaven.
Um den Überblick zu wahren, hilft eine ganz normale Karte aus dem historischen Atlas mit entsprechenden fiktiven Ergänzungen. Damit ich mich an den einzelnen Handlungsorten beim Schreiben nicht verirre, fertige ich manchmal Karten- oder Grundrissskizzen an.

Du bist in Sachen Mittelalter beschlagen – welche Elemente hast Du aus dem echten Mittelalter in Deine Welt übertragen?

MonasterboiceCrossKnot Schmuck in den Geschichten von Maike Claußnitzer

Solche Knotenmuster kommen als Schmuckelemente in den Geschichten von Maike Claußnitzer immer wieder vor

Die erste Idee zu einer Geschichte, die vor diesem besonderen Hintergrund spielt, ist mir vor Jahren bei der Lektüre eines Artikels über archäologische Funde aus der Merowingerzeit gekommen. Mittelalterlich ist bis zu einem gewissen Grade also die materielle Kultur, allerdings ergänzt um ein paar moderne Zutaten. So haben z. B. Tee und Papier ihren Weg weitaus früher in mein Austrasien gefunden, als sie historisch in Europa nachzuweisen sind.
Vor allem aber faszinieren mich als Germanistin natürlich Texte, und so haben sich Motive aus allen möglichen Literaturgattungen von der Heldenepik bis zur geistlichen Dichtung in meine Geschichten eingeschlichen, aber auch die Tücken mittelalterlicher Urkunden, der Wert symbolischer Gesten oder das Nebeneinander von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
Oft greife ich bestimmte Details aber auch etwas augenzwinkernd auf (so sind die Fluchstangen, die im „Rattenlied“ vorkommen, von der „Neidstange“ inspiriert, die in der mittelalterlichen „Saga von Egil Skalla-Grimsson“ beschrieben wird, sind aber in Ausführung und Intention nicht ganz so furchteinflößend).

Frauen spielen in Deinen Geschichten starke Rollen – ist das Deine Form von Utopie?

„Utopie“ ist zu viel gesagt. Insgesamt ist die geschilderte Gesellschaft alles andere als ideal, doch was die Gleichberechtigung und vor allem deren selbstverständliche Akzeptanz betrifft, hat sie dem realen Mittelalter und auch uns tatsächlich etwas voraus. Diese Haltung als Normalität und nicht als fernes oder gar umstrittenes Ideal zu zeigen, ist mir wichtig. Denn die gerade in der Fantasy nicht seltenen Emanzipationsgeschichten über eine tatkräftige Persönlichkeit, die aus einer starren Geschlechterrolle ausbricht, haben einen entscheidenden Nachteil. So gut gemeint sie auch sein mögen, sie untermauern indirekt die Annahme, Vorurteile und Diskriminierung seien naturgegeben und eine Frau (seltener: ein Mann) müsse erst einmal beweisen, dass es sich lohnt, im Einzelfall von der althergebrachten Einschätzung abzurücken. Und das ist keine Sichtweise, die irgendeinem Menschen guttut.

Also, diese letzten Sätze finde ich so was von toll! Ich stimme Dir voll zu.

Greife oder Greifen – wie lautet der korrekte Plural? Schildere doch bitte mal, wie sie genau aussehen und was ihre Eigenschaften sind. Zwei Sorten kenne ich – die kleinen Sperlingsgreife(n) und die Steppengreife(n).

Karlsruher-Greif Maike Claußnitzer Buch Greife

Da sieht man mal, wie man sich irren kann – für mich waren Greife bisher immer rein “vogelig” – da habe ich bei Maike Claußnitzer noch was dazu gelernt Ikar.us, Karlsruher-Greif, CC BY 3.0 DE

Der Duden kennt beide Pluralformen, ich habe mich in meinen Geschichten für „Greifen“ entschieden.

Der Sperlingsgreif (Gryps passerinus) ist ein in Mitteleuropa weitverbreitetes Fabelwesen, das den greifentypischen katzenähnlichen Körper, vogelartige Flügel, einen gefiederten Kopf mit Federohren und einen kräftigen Schnabel aufweist. Die Spannweite ausgewachsener Exemplare übersteigt selten 30 cm. Fell und Gefieder sind zumeist bräunlich bis sandfarben, haben aber bisweilen einzelne weiße Partien. Wie alle Angehörigen der Gattung Gryps ist der Sperlingsgreif ein opportunistischer Allesfresser. Als klassischer Kulturfolger nistet er oft in oder bei Gebäuden. Das Gelege besteht meist aus zwei bräunlich gesprenkelten Eiern. Der Volksglaube sieht im Sperlingsgreifen einen Glücksbringer, dessen Anwesenheit den Menschen Gutes verheißt.
Sein größerer Verwandter, der Steppengreif (Gryps scythicus), ähnelt ihm in Körperbau und Färbung, ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 50 cm jedoch beträchtlich größer und verfügt über einen greifvogelhafteren Schnabel. Die scharfen Krallen sind einziehbar. Sein Jagdtrieb ist stärker ausgeprägt als der des Sperlingsgreifen. Zu seinem Beutespektrum zählt neben Mäusen und Schlangen auch das scheue Birkenhörnchen (Sciurus magicus). Sein Lebensraum erstreckt sich von Osteuropa bis nach Zentralasien. Berichte über Steppengreifensichtungen in Mitteleuropa sind vermutlich auf Irrgäste oder Gefangenschaftsflüchtinge zurückzuführen und kein Beleg für eine Verlagerung des Verbreitungsgebiets nach Westen. Die Abrichtung von Steppengreifen zur Jagd soll unter Skythen und Sarmaten üblich gewesen sein, ist aber bisher nicht hinreichend durch archäologische Funde nachgewiesen.

Welche Bücher haben Dich so beeinflusst, dass Du ihnen Anregungen für Deine Welt verdankst?

Den Einfluss der mittelalterlichen Literatur habe ich ja oben schon angesprochen, doch genauso erwähnenswert sind Märchen und Sagen, ob nun bekannt oder nur von lokalem Interesse. So geht der Geist im Wacholder im „Rattenlied“ auf eine Geschichte über den Totengrund in der Lüneburger Heide zurück, ein wacholderreiches Tal, in dem es spuken soll.
Wichtig sind daneben Rosemary Sutcliffs historische Romane, die ich als Kind und Jugendliche sehr geliebt habe und die oft ebenfalls den Übergang von der Antike zum Mittelalter thematisieren. Der Hinweis auf Tolkien darf bei mittelalterlich inspirierter Fantasy natürlich nicht fehlen, aber auch Susanna Clarkes „Jonathan Strange & Mr Norrell“ ist ein Roman, der mir gezeigt hat, wie gut die Verbindung aus historischer Welt und magischen Elementen funktionieren kann, obwohl er mit den Napoleonischen Kriegen eine ganz andere Epoche zum Hintergrund hat.
Hinzu kommen alle möglichen Sachbücher zu geschichtlichen und archäologischen Themen. Besondere Erwähnung verdient „Colonia – Stadt der Franken“ von Carl Dietmar und Marcus Trier. Hier habe ich viele Anregungen gefunden, wie man sich die Entwicklung einer Römerstadt in nachantiker Zeit vorstellen kann.

Kommt da noch mehr?

Das will ich hoffen! Im Moment ist eine Fortsetzung meines ersten Romans „Tricontium“ geplant, in der aber auch ein paar Figuren aus dem „Rattenlied“ vorkommen, und auch einen neuen Band mit kürzeren Erzählungen aus derselben Welt wird es bestimmt früher oder später geben.

Vielen Dank für die Antworten, liebe Maike.

Das sind die beiden Titel, die hier zugrunde liegen:

  • Maike Claußnitzer: Rattenlied, BoD, Norderstedt, 2017, ISBN: 9783746013039
  • Maike Claußnitzer: Greifen, Grabraub und Gelichter, BoD, Norderstedt, 2015, ISBN: 9783739220130

Außerdem gibt es noch:

  • Maike Claußnitzer: Tricontium, BoD, Norderstedt, 2016: ISBN: 9783739239743

In der Stadtbücherei Köln finden sich “nur” Titel, die Maike Claußnitzer übersetzt hat.

Übrigens: So sieht das mit dem Interview dann auf meinem Desktop aus:

Interview Maike Claußnitzer Desktop Dokumente

Das Internview haben Maike und ich schriftlich geführt – die Reimerei auf dem Desktop habe ich erst spät entdeckt 😉

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Nun doch – Affiliate-Links auf der Leselust

Sie erinnern sich? Ende 2017 schrieb ich über “Werbung” hier auf der Leselust und wies Sie darauf hin, dass es bei mir keine Affiliate-Links gebe. Dabei skizzierte ich meinen Traum eines Affiliate-Link-Programms: Wichtigstes Kriterium ist mir die Einbindung von Buchhandlungen. Sowas habe ich nun gefunden und ein paar Links bereits gesetzt.

Und so sieht das aus:

Affiliate-Link bei KL

So können Sie direkt bei einer Buchhandlung Ihrer Wahl bestellen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, solche Affiliate-Links gefälliger oder auffälliger zu gestalten – da werde ich noch ein bisschen rumprobieren. Sie werden sie aber immer am Ende eines Beitrags finden.

Mit der Formulierung “Bei Ihrer Buchhandlung” soll deutlich werden, dass ich Sie hier nicht zu Amazon oder einem ähnlichen Riesen weiterleite. Zur Zeit (Januar 2018) sind bei LChoice* rund 500 Buchhandlungen beteiligt – aus ganz Deutschland. Es ist also möglich, dass Ihre bevorzugte Buchhandlung nicht dabei ist – aber mit großer Wahrscheinlichkeit eine andere in Ihrer Nähe, so dass Sie Ihre Bestellung bequem abholen können. Wenn “Ihre” Buchhandlung dabei ist – umso besser 🙂

Anmeldung für die Nutzung des Affiliate-Links

Wie in Online-Shops üblich: Sie müssen sich bei LChoice anmelden.

Anmeldun bei LChoice Buchhandlung wählen, Affiliate-Links

Da LChoice in München sitzt, ist eine Buchhandlung von dort voreingestellt. Mit dem Eintippen von Ortsnamen z. B. kommen in einem Dropdown-Menu die Namen der Buchhandlungen in der Umgebung und man kann die geeignete auswählen.

Sobald man die AGB und Widerrufsbelehrung akzeptiert und auf “anmelden” geklickt hat, kann man auswählen, ob man das Buch abholen will, Vorkasse leisten will usw. – das sind die “Kontoeinstellungen”, die jede und jeder individuell einrichten kann. Bei erneutem Einloggen werden Ihnen diese Einstellungen vorgeschlagen – Sie könnnen aber bei jedem Kauf neu entscheiden. Wenn Sie also unterwegs sind und die Buchhandlung wechseln wollen – kein Problem. Ich habe auch keine Buchhandlung vorgegeben, bei der Sie kaufen müssen (hätte ich tun können) – mein Ziel ist es, dass Sie die Buchhandlung in Ihrer Nähe unterstützen können, indem Sie dort kaufen.

Multi-Kauf-Buttons

Wenn Sie bei einen solchen Affiliate-Link hier auf der Leselust klicken, bekommen Sie häufig nicht nur den Titel angezeigt, dessen Rezension Sie gerade gelesen haben, sondern mehrere, z. B. auch solche, die Sie unter “Related Posts” unterhalb des Beitrags finden können. Das sind die so genannten “Multi-Kauf-Buttons” – hier können mehrere Titel hinterlegt werden. Ich fasse unter solchen Multi-Kauf-Buttons Titel zusammen, die unter einem Aspekt zusammengehören. So habe ich eine Liste mit Titeln, deren Autorinnen meine Netzwerkkolleginnen aus dem Texttreff sind – das ist eine eher bunte Mischung von Büchern, nach Autorinnennamen alphabetisch sortiert. Wenn manche Titel doppelt vorkommen, handelt es sich um verschiedene Formate – Hardcover, Paperback oder E-Book. So können Sie bei mir dann auch Listen von Gedichtbänden finden, oder Titel die thematisch zusammengehören wie solche zu “beloved Jane”.

So nach und nach werde ich meine Rezensionen mit diesen Afflilate-Links versehen.Sie erhalten so die Möglichkeit, nach einer Rezension direkt tätig zu werden – und ich erhalte für meine Arbeit ein kleines Entgelt.

*Ein solcher Link auf eine gewinnorientierte Seite gilt als Werbung. Nähere Infos hier.

Leserückblick 2017

Leserückblick 2017 in Zahlen

2017 gingen meine Zugriffszahlen nach oben und zwar nicht wenig. Seit Mai 2013 gbt es ja meinen Blog und so sehen die Leserzahlen seit 2014 (also immer die vollen 12 Monate) aus:

Leserückblick 2017 Besucherzahlen

Nach einer langsamen Steigerung ging es in der Kölner Leselust 2017 so richtig los

“Seitenaufrufe” zeigt an, dass viele sich nicht mit einer Seite meines Blogs begnügten, sondern rumstöberten 🙂

 

Mein Lesejahr 2017 stand ja im Zeichen von Jane Austen – meine Blogreihe “beloved Jane” zu ihrem 200. Todestag im Juni 2017 nimmt deshalb in der Reihe aller Beiträge mit gut 33 % einen recht hohen Anteil an; es sind über viele Sparten verteilt 28 Blogbeiträge. Zeitlich verteilen sie sich von Februar bis November  2017 so über mein Blog:

Jahresrückblick 2017 Blogreihe beloved Jane

In den Sommermonaten stieg die Zahl der Beiträge – rund um Jane Austens Todestag im Juni 2017

Da in diesem Jahr ein Adventskalender mit 24 “Türchen” dabei war, nimmt auch dieser einen ähnlich hohen Wert ein – er ist genauso hoch wie “Allgemeines”:

Leserückblick 2017 alle Kategorien

Hier sehen Sie alle Beiträge von 2017 in der Kölner Leselsut nach Kategorien

 

 

Unter “Hauptsache Lyrik” fanden sich dieses Jahr wieder viele Gedichte – u. a. auch zwei von Eugenie Marlitt, der Autorin von Gartenlaube-Romanen aus dem 19. Jahrhundert, deren 130. Todestag ich im Juni gewürdigt habe. Vier der 14 Beiträge meiner Lyrik-Ecke waren keine Gedichte. Ich habe übrigens den Eindruck gewonnen, dass “Hauptsache Lyrik” inzwischen für manche eine Fundgrube für Gedichte geworden ist – die Treffer dieser Rubrik liegen in der Statistik gern weit oben.

Rezensionen 2017

Ziehe ich also die Artikel ab, die zu “Allgemeines”, “Hauptsache Lyrik” und “Advent” gehören, bleiben für 2017 52 Rezensionen übrig – deutlich weniger als 50 % aller Texte. Das mag mit daran liegen, dass ich in diesem Jahr beschlossen habe, keine Rezensionsexemplare mehr anzunehmen, um ohne den Erwartungsdruck – den ich  mir zum Teil ja auch selbst mache -, schreiben zu können, dass innerhalb einer bestimmten Zeit eine Rezension zu erscheinen habe. Bisher hatte ich immer einen Schwerpunkt bei den Sachbüchern – durch die Blogreihe “beloved Jane” hat sich das im letzten Jahr in Richtung “Historisches” verschoben:

Leserückblick 2017 Rezensionen Belletristik

Der rote Block für Historisches ist wirklich groß, nicht wahr?

 

Neu in meinem Blog ist seit diesem Jahr 2017 die Seite “Rezensionsliste“, auf der ich jeden Monat die neu hinzugekommenen Rezenionen eintrage – alphabetisch nach Autorinnennamen sortiert und nur unterschieden mit einem “S”, wenn es sich um ein Sachbuch handelt – eine weitere Einladung zum Stöbern auf meinem Blog für Sie.

Und so sieht die Verteilung von Rezensionen aus, wenn ich nur nach Sachbüchern und Belletristik unterscheide:

Leserückblick 2017 Aufteilung Rezensionen ahc Sachbuch und Belletristik

70 % Belletristik – und Jane Austen ist schuld 😉

 

 

 

 

 

 

Meine Lesehighlights 2017

Ich glaube, um meiner Leselust für 2017 gerecht werden zu können, muss ich in beiden Kategorien – Belletristik und Sachbuch – jeweils zwei Titel nennen, einmal immer auch zu “beloved Jane”:

Belletristik:

Sachbuch

Ausblick auf 2018

Was sich ja in letzter Zeit schon angedeutet hat: Ich werde noch weniger als bisher die ganz aktuellen Neuerscheinungen besprechen. Dafür werden sicher ein paar weitere Schätzchen der Backlists auftauchen – mögliche Quellen: Meine eigenes Regal, die Bibliotheken und natürlich “meine” Buchhandlung*.

Was das Verhältnis “Sachbücher – Belletristik” angeht, mag ich keine Prognose stellen – kann mir aber vorstellen, dass der Anteil an Sachbüchern wieder steigt.

So sehr ich Jane Austen liebe – die Nachfolgebücher usw. konnte ich nach einer Weile nicht mehr sehen. Es gibt also Restbestände zu “beloved Jane”; schließlich sollen die Bücher nicht schlecht besprochen werden, nur weil ich zu viele derselben Art gelesen habe. Die eine oder andere Besprechun gzu “beloved Jane” steht also noch zu erwarten.

*Da ich hier auf eine Buchhandlung verlinke, gilt das als Werbung: nähere Infos hier.