Jane Austens Geheimnis von Charlie Lovett

Bei dem Cover und überhaupt nach meiner Lektüreerfahrung mit Jane-Austen-Nachfolge- oder -Ergänzungsbänden erwartete ich eine Frau als Autorin – nix, da, Charlie Lovett ist Antiquar und tatsächlich männlich 😉 Sein Beruf spielt im vorliegenden Roman auch eine Rolle. Fazit gleich vorweg – es war eine Freude!

Der Klappentext ist zwar nicht falsch – aber sehr sehr irreführend! Denn obwohl Sophie Collingwood tatsächlich in einem Buchantiquariat arbeitet, ist das nicht ihre Haupteigenschaft. Weiterlesen

Zitatsammlungen von Jane Austen

Eine Autorin, die für ihren Witz, ihre Ironie und ihre Beobachtungsgabe gerühmt wird, ist natürlich eine Quelle für Zitate. Also gibt es zu Jane Austen solche handlichen Büchlein, die, thematisch sortiert, ihre Worte verbreiten.

Mein Liebling ist ja das “Jane-a-day“, von dem ich mindestens einmal pro Woche was bei Twitter einstelle (immer zum Datum, da wird nicht gepfuscht). Außerdem denke ich, dass ich daran länger als fünf Jahre Freude haben werde 😉

“Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen”

Im Insel-Verlag ist gerade ein sehr handliches kleines Büchlein erschienen: “Witziges und Weises, Geniales und Gemeines von Jane Austen” heißt es. Die Übersetzungen, die ihm zugrundeliegen, stammen alle ebenfalls aus dem Insel-Verlag – kommen mir also manchmal etwas unvertraut vor (das kann den Blick aufs Original nur schärfen!). Weiterlesen

StadtLesen-Tour – Station in Köln

Am letzten Tag der Aktion “StadtLesen 2017” in Köln hab ich nun auch einen Besuch geschafft.  Es ist eine “Marketing-Aktion” der Salzburger Innovationswerkstatt mit echten Mehrwert für die Besucher. Ein halbes Jahr lang tourt die Aktion durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Südtirol. Ende ist auf der Frankfurter Buchmesse Im Oktober – vielleicht geh ich da dann noch mal hin; am Sonntag hatte ich nicht so viel Zeit. 25 Stationen wird die Tour bis dahin durchlaufen haben. Immer von Donnerstag bis Sonntag stehen die Büchertürme, Sitzsäcke und Hängematten parat, um zwischen 9 Uhr und Dämmerung Leselustigen das Lesen unter freiem Himmel zu ermöglichen. Wer gerne vorliest, darf das nach vorheriger Anmeldung auch tun. Noch 12 Städte können sich auf den Besuch der Aktion StadtLesenvor freuen; Köln war quasi “Bergfest” ;-).

StadtLesen 2017 Köln

Sie sehen hier die Leseoase in Köln: Hängematten, Sitzsäcke und die Regale

StadtLesen 2017 Köln

Die Bücherregale befinden sich in regendicht verschließbaren Gehäusen. Die Auswahl ist groß.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Facebook gibt es ein Tourtagebuch.

Die Salzburger Innovationswerkstatt hat ein paar coole Ideen. So bin ich vor ein paar jahren schon mal auf dei “Bibliotels” gestoßen – Hotels, die ein besonders gutes Angebot für Buchliebhaber habe: eine Bibliothek oder einen Buchbesorgunsservice oder “Hardware” wie Leselampen, gemütliche Decken und Socken 😉 das sind so die Sachen, an die ich mich erinnere.Es geht, wie man sieht, vor allem um touristische Förderung – aber so gut gemacht … So sind in den Büchern – ob in allen, weiß ich jetzt nicht – Aufkleber, die für die Bibliotels werben. Ein Leseplatz ist die Gondel einer Seilbahn, mit inliegenden Infos zur Gegend, aus der sie stammt. Ich find die Idee wirklich gut. Freiburg im Breisgau ist ab nächsten Donnerstag dran.

Tod einer Hofdame von Isabella Benz

Richard Löwenherz und seine Zeitgenossinnen als Hintergrund für einen Krimi – da verspricht Isabella Benz hochmittelalterliches Flair. Schließlich ist sie historisch beschlagen.

Die Story ist oberflächlich gesehen erst mal simpel: Eine Frau wird tot unterhalb der SteinernenBrücke in Regensburg aufgefunden. Da die Mauer auf der Brücke zu hoch ist, um ein versehentliches Abstürzen zu erlauben, befindet die Obrigkeit: Selbstmord.

Doch die Tote – Belanca – hat eine sehr energische Schwester – Aleydis -, die nicht an diese Theorie glaubt. Weiterlesen

200. Todestag von Jane Austen – eine Verlosung

Jane Austen – beliebt, gelesen, forgesetzt

CassandraAusten-JaneAusten(c.1810) hires

Die berühmte Skizze von Jane Austen von ihrer Schwester Cassandra – den Augen entging offensichtlich nichts

Heute ist es also so weit. Heute ist der Termin, auf Grund dessen es dieses Jahr so viele Neuerscheinungen im Zusammenhang mit Jane Austen (und meine Blogreihe) gab: Am 18.7.1817 ist die Autorin von “Stolz und Vorurteil”, “Emma”, “Lady Susan” usw. mit nur 41 Jahren gestorben.

Viel ist darüber spekuliert worden, ob ihr klar war, welcher Qualität ihre Werke waren, dass sie die ihrer Zeitgenossinnen bei weitem überdauern würden. Dass sie gut schreiben konnte, wusste sie wohl. Sie hatte ja auch lange trainiert 😉

Ihre Bücher sind inzwischen ein Renner auf dem Buchmarkt, Verfilmungen gibt es zuhauf (fast jede Dekade hat ihre Jane-Austen-Verfilungen) und – was ja in meiner Reihe “beloved Jane” oft zur Sprache kam (und kommen wird – es geht weiter!) – es gibt Adaptionen ihrer Stoffe, Wiederaufnahmen von Personal und Fortsetzungen jeglicher Couleur. Weiterlesen

Gedicht zum Tag – Von den heimlichen Rosen von Christan Morgenstern

Von den heimlichen Rosen

Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.

Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,
als wie ein Wind in einen Wald
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.

Christian Morgenstern

Lostage von Tina Pruschmann

Da hab ich mich auf das Debut von Tina Pruschmann gefreut und erwartungsfroh den E-Reader angeschmissen – und musste feststellen, dass es sich um ein Buch handelt, das bei mir als E-Book nicht funktioniert. Als ich es dann in der Bibliothek als Druckwerk bekam, war ich froh – endlich konnte ich das Werk so lesen, wie es mir gefiel.

Tina Pruschmann erzählt nämlich nicht chronologisch. Jeder Abschnitt ist mit einem Datum versehen (Zeitraum 1960 bis heute, zuzüglich der Kriegszeiten, von denen einzelne Personen erzählen) und ich musste immer mal wieder zurückblättern, um Personen und Zeiten zuzuordnen. Weiterlesen

Jane Austen. 100 Seiten von Christian Grawe

Nun habe ich schon so vieles von Christian Grawe über Jane Austen gelesen – und da schafft er es doch mich noch mal zu überraschen 🙂 Klar, einige Fakten und auch die Nacherzählungen ändern sich inhaltlich nicht. Aber allein der Anfang – sehr persönlich, seine eigene erste Begegnung mit “Pride and Prejudice”. Die sofort aufkommende Begeisterung gerade für den berühmten Anfang vermittelt er in ein paar Absätzen – auch als alte Häsin in Sachen Jane Austen habe ich sie noch mal als so eine Art Augenöffner erlebt. Und schon so am Anfang: Erstaunlich, wie viele Informationen Christian Grawe auf so wenigen Seiten zusammenträgt.

Man kann es sich heute gar nicht vorstellen, wie unbekannt Jane Austen vor 50 Jahren in Deutschland war. Christian Grawe macht das an der Reaktion von Verlegern deutlich; einer meint, Chrstian Grawe wolle mit einer Biographie

einer noch lebenden jungen Autorin zu unverdientem frühen Ansehen verhelfen. (S. 5)

Ziel des Bändchens ist eine Einstiegshilfe in die Lektüre von Jane Austens Büchern. Deshalb gibt es eine kurze Inhaltsangabe zu allen Romanen und auch zu den Jugendwerken, mit ein paar besonders typischen Zitaten als Schmakerln garniert. Es fehlt auch nicht der kurze Abriss zum Leben und zur Gesellschaft vor 200 Jahren. Und zu guter Vorletzt geht Christian Grawe noch etwas ausführlicher auf das Besondere in Jane Austens Stil ein. Um die Leseeinladung perfekt zu machen, gibt es eine Liste zur empfohlenen Einstiegsdroge – äh, pardon, -lektüre.

CassandraAusten-JaneAusten(c.1810) hires lebenjunge Autorin à la Christian Grawe

Hier haben wir die “lebende junge Autorin” gezeichnet von ihrer Schwester Cassandra

Ach ja, und zu den Verfilmungen äußert er sich auch – für alle, die “das Buch zum Film” suchen 😉

Für mich ist klar – ich glaub, ich hatte es an anderer Stelle schon erwähnt: Ich muss mich noch mal an “Emma” machen. Und “Sense and Sensibility” noch mal lesen – Christian Grawe bezeichnet das Buch als Jane Austens bitterstes Werk …

Christian Grawe: Jane Austen. 100 Seiten, Reclam-Verlag, Stuttgart, 2016, ISBN: 9783150204177

Das Buch gibt’s auch in der Stadtbibliothek Köln.

Die Besprechung gehört in meine Reihe “Beloved Jane”, die ich anlässlich des 200. Todestags am 18.7.2017 in diesem jahr begonnen habe.

Hauptsache Lyrik – Poetry Atlas

Ich habe nur englischsprachige Texte gefunden – aber faszinierend ist das schon: Im Poetry Atlas kann man nach Gedichten suchen, die sich mit einzelnen Orten befassen:

  • Loblieder auf sie,
  • Kritik an ihnen
  • als Handlungsort einer Szene oder Geschichte

Und so kann ich einzelne Gedichte finden:

Ich wähle ein Land aus und zoome es mir in der unterlegten Google Map schön nah ran. Dann kann ich einfach auf das weiße Symbol mit Papier klicken udn bekomme alle Gedichte angezeigt, die mit Deutschland zu tun haben. Oder ich klicke ein roten Pin an – da erfahre ich, welcher Ort, ggf. auch welche Sehenswürdigkeit sich da verbirgt. Oder ich klicke eine einzelne Feder an und bekomme den oder die Titel angezeigt, in denen der Ort ein Rolle spielt.

Poetry Atlas Map Karte Orte

Hier sehen Sie die verschiedenen Optionen zum Anklicken im Poetry Atlas

 

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Die schöne Cassandra von Jane Austen

2012 erschien die Sammlung der gesammelten Jugendwerke von Jane Austen erstmals auf Deutsch – in der mir sehr vertrauten Übersetzung von Christian und Ursula Grawe (ich bin mit den Reclambändchen der Werke Austens sozialisiert).

Die Texte entstanden in der Teenagerzeit von Jane Austen, zwischen 1786 und 1793 und dienten der abendlichen Unterhaltung im Familien- und Freundeskreis. Insgesamt 27 Werkchen – im Umfang zwischen einer halben Seite und einer Novelle von ca. 50 Seiten – hat Jane Austen offensichtlich selber zusammengetragen, denn sie finden sich in drei Heften, säuberlich geschrieben und mit „Band 1-3“ bezeichnet, sorgfältig aufbewahrt. Ja, die Hefte wurden sogar regelgerecht vererbt – sie kamen im Testament vor.

Aber was erzählt sie denn nun? Weiterlesen