Blogwichteln 2015 – mein Beitrag für “Mehrsprachig handeln” ist online

BlogwichtelbuttonIch bin halt von Natur aus inkonsequent – das gestern war doch nicht der letzte Beitrag des Jahres, denn ich muss ja noch vermelden, dass mein Blogwichteln-Beitrag für Katja Flinzners Blog “Mehrsprachig handeln” online gegangen ist – bitte sehr, hier! Total begeistert bin ich von dem Bild, das Katja Flinzner für meinen Beitrag ausgewählt hat!

So – nun ist aber Schluss für 2015 🙂

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2016

Liebe Leselutige,

Die afrikanische Krippe in der evangelischen Kirche in Miltenberg

Die afrikanische Krippe in der evangelischen Kirche in Miltenberg

vielen Dank für Ihr Mitlesen, gelegentliches Mitraten und Ihre Kommentare.

Wie Sie ja bei den letzten Beiträgen schon merken konnten: Die Leselust hatte schon

Weihnachten – zwei Texte aus fremden Federn schmücken mein Blog und ich habe mich sehr gefreut, diese Geschenke hier einstellen zu können. Mit ihnen enden nun auf das Passendste die Einträge für das Jahr 2015 – den nächsten Beitrag gibt es erst wieder im Januar!

Für die kommende Zeit wünsche ich Ihnen alles Gute: Frohe Weihnachten mit ordentlich Lesefutter, einen guten Rutsch und für 2016 einfach alles Gute.

Herzlichst

Ihre Heike Baller

Blogwichteln 2015: Ich bin süchtig. Lesesüchtig.

Ja, ich bekenne mich dazu, ein Junkie zu sein. Ich bin abhängig von Büchern, Zeitschriften, Magazinen, fast allen Arten von Online-Publikationen – und ab und zu reicht auch ein Comic, um mich glücklich und zufrieden zu machen. Lesen bedeutet so viel für mich: Entspannung, Abenteuer, Bildung, Inspiration und manchmal ist Lesen auch der erste Schritt zur Revolution im Kopf! Nämlich genau dann, wenn Lesen bewirkt, dass sich im Leben etwas verändert – und das ist bei mir öfter mal der Fall.

Wenn ich keinen Lesestoff in meiner Nähe habe, werde ich unruhig: Ich überlege, wo ich nun interessanten Lesestoff herbekommen könnte oder streife an den vielen Bücherregalen in meiner Wohnung entlang auf der Suche nach Büchern, die es verdient hätten, ein zweites oder gar drittes Mal gelesen zu werden. Denn es gibt sie, diese Bücher, die auch beim mehrfachen Lesen Spaß bereiten.

Und weil ich so ein Lesejunkie bin, lese ich natürlich fast überall:

Im BettMädchen liest

Das Bett ist mein absoluter Lieblingsleseort – schön gemütlich, kuschelig, viel Platz, gute Beleuchtung. Gern schlafe ich auch mit Buch in der Hand ein. Mein Mann räumt dann das Buch weg und macht das Licht aus, der tolle Typ.

Auf dem Sofa

Mein zweitliebster Leseort – ebenfalls sehr gemütlich, aber nicht ganz so viel Platz. Unser nächstes Sofa muss also auf jeden Fall ein ganzes Stück größer sein, damit dort weitere entspannende oder aufregende Lesestunden stattfinden können.

In der U-Bahn, S-Bahn und im Bus

Ich fahre nicht gerne mit dem ÖPNV, mir ist es da zu laut, zu miefig und dort sitzen und stehen zu viele, oft sehr schlecht gelaunte Leute um einen herum. Deswegen gucke ich lieber in mein Smartphone oder in mein Tablet und lese ganz für mich allein.

Beim Laufen

Okay, das habe ich in jungen Jahren öfter gemacht als heute, denn heute denke ich eher über die Gefahren des Leselaufens nach. Aber als Kind bin ich mehr als einmal gegen einen Laternenpfahl gelaufen, weil ich nicht aufmerksam war.

Beim Auto fahren

Nein, nicht so, wie Sie jetzt denken, ich lese natürlich nur als Beifahrerin! Ich lese Informationen zur Region, durch die wir gerade fahren, oder checke meine E-Mails. Und wenn das Navi läuft, gucke ich mir die POIs der Umgebung an – vielleicht ist ja etwas einen Abstecher wert.

Beim Sport

Um mich für größere Radtouren fit zu halten, radele ich bei Regen gerne auf einem Cardiobike – und das stundenlang. Das ist aber leider furchtbar langweilig und deswegen lese ich sogar beim Radeln. Dann aber auf dem Tablet, das ist nicht so schweißempfindlich 😉

Beim Fernsehen gucken

In welchem Film hat diese Schauspielerin doch gleich mitgespielt? Gibt es vielleicht schon Hintergrundinformationen zu der Nachricht, die mich gerade aufregt? Dank Tablet und Smartphone bin ich auch vor der Glotze nie lesefrei.

Auf dem Klo

Ja, ich lese auf dem Klo, echt. Mit dem Smartphone checke ich jeden Morgen die Nachrichtenlage in verschiedenen Onlineportalen, lese erste Mails und gucke auch noch bei Facebook rein. Übrigens: Auch unser Klo ist sehr gemütlich 😉

Im Wartezimmer

Früher musste man sich ja als Patientin im Wartezimmer mit Pamphleten wie „Bild der Frau“ oder „Das goldene Blatt“ begnügen – als Lesejunkie habe ich da natürlich auch zugegriffen. Heute habe ich glücklicherweise mein Smartphone mit spannenderen Sachen dabei.

Und Sie? Wo lesen Sie überall? Ich bin mir sicher, dass sie noch viele ungewöhnliche Leseorte kennen, wenn Sie auch lesesüchtig sind wie ich. Heike und ich freuen uns über Ihre Leseort-Bekenntnisse hier in den Kommentaren 😉

Hier ist er nun: der Beitrag zum Blogwichteln  2015 von Christa Goede – und wie schön passt diese Lesebegeisterung zur Kölner Leselust. Bis aufs Bett teile ich eigentlich  die Vorliebe für alle Leseorte, die Christa genannt hat. Wenn ich auch kein Tablet habe, so nutze ich doch auch mein Smartphone und gelegentlich mein E-Book, besonders wenn ich unterwegs bin. Da schätze ich dann die Onlineangebote von Zeitungen und Magazinen – es muss halt nicht immer ein Buch sein.

Hach ja, das Blogwichteln vom Texttreff beschert doch jedes Jahr aufs Neue viel Freude. Vielen Dank, liebe Christa.

Bismarck – Magier der Macht von Jonathan Steinberg

rp_Rubrik-Biographie-300x20011-300x200.jpgMit „Bismarck – Magier der Macht“ hat Jonathan Steinberg eine ungewöhnliche Biografie über den Staatsmann Otto von Bismarck geschaffen. Solch ein Satz ist sicher schon von einigen Rezensenten genutzt worden und stimmt auch. Ich will aber darüber schreiben, warum das Buch für mich interessant war, einen 18-jährigen Abiturienten.

Ein gewisses Grundinteresse und -verständnis sollte man sicher mitbringen, aber ich denke das gilt für alle Biografien. Es sind eben Biografien und keine Unterhaltungslektüre in dem Sinne. Durch den Geschichts-Leistungskurs ist das, bei mir, schon einmal gegeben. Da das lange 19. Jahrhundert auch in der Schule behandelt wurde, sind mir die Eckpunkte von Bismarcks Karriere präsent.

Das Interessante an Steinbergs Biografie muss also tiefer liegen. Daher ist es auch Steinbergs erklärtes Ziel, den Charakter Bismarcks zu beschreiben. Sein Mittel zum Zweck ist es, das diese Biografie zu etwas anderem macht: Egal wo man das Buch aufschlägt, die Chance eine Doppelseite zu erwischen, auf der man kein Zitat findet, geht gegen null. Jonathan Steinberg benutzt in großem Stil Zitate von Weggefährten, Mitarbeitern, Freunden, Bediensteten, aber vor allem von Bismarck selber. Dabei versteht er es geschickt, immer verschiedene Betrachtungsweisen zur Geltung kommen zu lassen. So lässt er politische Gegner wie Parteigänger Bismarcks zu Wort kommen, ausländische Stimmen wie den britischen Politiker Benjamin Disraeli, aber auch Familienfreunde, wie die Baronin von Spitzemberg. Man hat immer das Gefühl, eine direkte Reaktion der Beteiligten zu lesen und wenn einmal einer dieser Briefe ein anderes Bild zeichnet als Bismarck selber in seinen, logischerweise, viel später niedergeschriebenen Memoiren, gelingt es Jonathan Steinberg dies zu erklären.

Hildegard Spitzemberg

Ein Portrait der Baronin Hildegard von Spitzemberg aus dem jahr 1869

Die schiere Anzahl an Zitaten erschwert das Lesen zwar teilweise, da man sich immer wieder auf eine veraltete Rechtschreibung, antiquierte Ausdrucksweisen und verschiedene Stile einlassen muss, doch zumindest gelingt es Steinberg selber, einen stringenten Stil für seinen Textanteil zu finden. So sind die einzigen Überraschungen hier inhaltliche. Das ist vielleicht etwas überraschend in einer Biografie zu Bismarck, aber es gelingt Steinberg, zumindest Leser, die durchschnittliche Kenntnisse von Bismarck und seinem Umfeld haben, mit Personen zu überraschen. Oder kannten Sie die Baronin von Spitzemberg bisher? Oder den Reichstagsabgeordneten Ludwig Windthorst? Beide sind kein Beispiel für wichtige historische Personen, aber ein Beispiel für eine gelungene Auswahl an Zeitzeugen, die Jonathan Steinberg getroffen hat, um den Lesern den Charakter Bismarcks näher zu bringen.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch sehr interessant für jeden, der nicht nur die wichtigen Daten im Leben Bismarcks kennen will, sondern auch seine Absichten, seine Schwierigkeiten und insgesamt Bismarck als Person und nicht nur als politische Größe besser verstehen will.

Jonathan Steinberg: Bismarck. Magier der Macht, übersetzt von Klaus-Dieter Schmidt, Ullstein Verlag, Berlin, 2015 (Ersterscheinung auf Deutsch im Propyläen-Verlag, 2013), ISBN: 978-3-548-37584-7

Dies ist ein Gastbeitrag von Johannes Baller.

Alles sieht so festlich aus aus dem Reclam-Verlag

Ähnlich wie die Monatsgedichtsammlungen, die Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell beim Reclam-Verlag herausgegeben haben, sind auch hier Texte unterschiedlicher Zeiten und Einstellungen versammelt – Lyrik und Prosa bunt gemischt und thematisch sortiert:

Verkündigungsengel einer afrikanischen Krippe

Verkündigungsengel einer afrikanischen Krippe

  • Advent – auf Weihnachten zu
  • Das Weihnachtsfest in Kindertagen
  • Was damals geschah
  • Der Weihnachtsabend und die Bescherung
  • Der Alltag kehrt ein

Einige der Autorinnen und Autoren, deren Texte hier vorkommen, sind:

  • Rose Ausländer
  • Theodor Fontane
  • Robert Walser
  • Gerhard Polt
  • Christine Busta

Satire und Besinnliches stehen friedlich nebeneinander – so wird das Beunruhigende des Geschehens noch mal ganz anders deutlich. Eine charmante Sammlung von Texten, die Klassisches nicht vernachlässigt, aber auch Kritisches bietet; ein kleines Lese- und Vorlesebuch, das in jede Tasche passt. Nehmen Sie es doch mal zur nächsten Weihnachtsfeier mit und lesen Sie Polt oder Fontane vor.

Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell (Hgg.): Alles sieht so festlich aus. Gedichte und Geschichten zur Weihnacht, Reclam-Verlag, Stuttgart, 2005, ISBN: 9783150183731

Gedicht zum Tag – aus Kritik des Herzens von Wilhelm Busch

Die erste alte Tante sprach:rp_Bild-hauptsache-Lyrik-300x2431-150x1501111111111111.jpg
Wir müssen nun auch dran denken,
Was wir zu ihrem Namenstag
Dem guten Sophiechen schenken.

Drauf sprach die zweite Tante kühn:
Ich schlage vor, wir entscheiden
Uns für ein Kleid in Erbsengrün,
Das mag Sophiechen nicht leiden.

Der dritten Tante war das recht:
Ja, sprach sie, mit gelben Ranken!
Ich weiß, sie ärgert sich nicht schlecht
Und muß sich auch noch bedanken.

Wilhelm Busch

Anmut im märkischen Sand von Christine von Brühl

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x1501.jpgNachdem sich Christine von Brühl schon einmal ausführlich mit Luise von Preußen beschäftigt hatte, widmet sie nun ein Buch den Frauen der Hohenzollern – vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Schon in den frühen Jahren des Hauses Hohenzollern war es so, dass die angeheirateten Ehefrauen häufig gebildeter waren als ihre Ehemänner, die als Familienoberhäupter und Regenten agierten. Eine gute Erziehung war Voraussetzung, dass Frauen als Heiratskandidatinnen überhaupt in Frage kamen. Christine von Brühl fasst in den einzelnen Kapiteln zu den Frauen der Hohenzollern nicht nur deren Leben –  je nach Quellenlage – und Wirken zusammen sondern schildert auch die Zeitumstände und beispielsweise den weiteren Umgang mit den von ihnen initiierten Projekten, seien dies nun Bauwerke, soziale oder kulturelle Einrichtungen.

Neben den Schicksalen dieser Frauen, die teils jung starben, teils ungeliebt vereinsamten und auf diese Weise mein Interesse fesseln, ist gerade die leichtfüßige Schilderung architektonischer oder anderer kultureller Errungenschaften durch diese Königinnen und Kurfürstinnen interessant. An manchen Stellen könnte ich das Buch von Christine von Brühl auch als Reiseführer zu manchem Schloss oder anderen Herrschaftssitz in Berlin,Potsdam und Umgebung nutzen.

Für mich als historisch Interessierte bietet es sich an, das Buch in chronologischer Reihenfolge zu lesen, doch es besteht auch die Möglichkeit, einzelne Kapitel auszuwählen. Dabei kann ich mich an einer interessanten Person oder Zeitspanne orientieren. Das finde ich sehr schön. Christine von Brühl schreibt angenehm, unaufdringlich und kenntnisreich und bietet mir einen neuen Blick auf das preußische Herrscherhaus.

Christine von Brühl: Anmut im märkischen Sand. Die Frauen der Hohenzollern, Aufbau-Verlag, Berlin, 2015, ISBN:9783351035976

Die Stadtbibliothek Köln wird 125 …

… und feiert das am Samstag (5.12.2015) ganz groß mit ihren Leserinnen. Hier finden Sie das Programm.ZB rot

Der “richtige” Geburtstagstermin der Stadtbibliothek ist der 3.12. – an diesem Tag im Jahre 1890 eröffnete die erste “Volksbibliothek”. Die Bücher und das Geld für andere Kosten wurden durch Spenden wohlhabender Bürger und Unternehmer zusammengebracht. Diese spätere Stadtbibliothek hatte schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Drang zu Innovativem – so gab es hier schon in den 30ern eine Fahrbücherei – also die Vorläuferin des heutigen Bücherbusses. Solcher Mut zu neuen Wegen hat der Stadtbibliothek in diesem Jahr ja den Preis als “Bibliothek des Jahres” eingebracht – also: Weiter so!

An dieser Stelle ein herzliches “Happy Birthday” und viel Spaß am Samstag!