“Sprachraum” – ein Angebot der Stadtbibliothek Köln

ZB rotHeute eröffnet der “Sprachraum” im Joseph-Haubrich-Hof 1 a – gleich gegenüber der Zentralbibliothek, ein Angebot der Stadtbibliothek Köln für Menschen unterschiedlicher Herkunft, um zu lernen, sich zu vernetzen, um sich zu treffen. Es ist als niederschwelliges Angebot konzipiert, das vor allem in der Flüchtlingshilfe Unterstützung bietet. Denn hier finden die vielen  Menschen Anregung und Unterstützung, die sich in Flüchtlingshilfen engagieren. Vorgesehen sind Informationen zu Angeboten für Lernaktionen, Informationen über die Möglichkeiten der Bibliotheksnutzung, Lesungen und Hausaufgabenhilfen für Flüchtlingskinder und einiges andere. Es gibt Lernmaterial sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form oder zum Hören. Es gibt Einzel- und Gruppenarbeitsplätze. Betreut wird der “Sprachraum” auch von Ehrenamtlichen.

Die Eröffnung findet heute um 11 Uhr statt – ich bin leider nicht in Köln, sonst hätte ich mir das nicht entgehen lassen. Ein gutes Konzept, finde ich und hoffe, dass es gut angenommen wird und sich gut weiter entwickelt.

 

Literaturvermittlung mal anders

Über das digithekblog habe ich einen wirklich netten Youtube-Kanal kennengelernt, der sich der Literaturvermittlung widmet – mit Playmobilfiguren. Er nennt sich “Sommers Weltliteratur tot go” und wird von Michael Sommer, Dramaturg, betrieben. Das mit dem Dramaturg merkt man an den schönen Hintergrundbildern 😉 10 Minuten sollen die Filmchen dauern – das klappt so nicht immer, wird aber durch die unterhaltsame Art wettgemacht.

Da ich mich selber als “literaturvermittelnd tätig” bezeichne, freue ich mich über so einen kreativen Umgang mit dem Thema.

Viel Spaß!

Der Palast der Meere von Rebecca Gablé

Zemanta Related Posts ThumbnailEine neue Folge der Waringham-Saga von Rebecca Gablé – Hurra!

Kurz zum Inhalt: Die Familie Waringham ist zu Beginn der Geschichte gut situiert:

  • Eine der Schwestern, Eleonor, arbeitet als das “Auge der Königin” für Elisabeth I.
  • Der älteste Bruder, Francis, lebt mit seiner Familie auf dem Sitz der Waringhams.
  • Dort fühlt sich auch die jüngste Schwester, Isabella, wohl.
  • Nur der jüngere der Brüder, Isaac, hadert mit seiner Situation; er lebt in London bei seinem Onkel Durham und gerät sich mit ihm ständig in die Wolle.

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Die digitale Bildungsrevolution – Rezension bei Profi-Wissen

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x1501.jpgJörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt haben da ein superspannendes Buch zur Digitalisierung in der Bildung geschrieben. Vom Thema her passt den Titel „Die digitale Bildungsrevolution. Der radikale Wandel des Lernens und wie wir ihn gestalten können“ hervorragend zu meinen Seminarthemen auf Profi-Wissen. Deshalb gibt es die Rezension auch dort: bitte hier entlang!

Die Monogramm-Morde von Sophie Hannah

rp_Bild-Krimis-300x2681-150x1501.jpgHercule Poirot – der kleine Belgier mit dem markanten Schnurrbart ist eine Erfindung von Agatha Christie, die letzten Monat ihren 125. Geburtstag hatte. Sophie Hannah, selbst erfolgreiche Thrillerautorin, zollt mit einem neuen Fall für den belgischen Detektiv dem großen Vorbild ihren Respekt. Und das tut sie ziemlich gut.

Drei Menschen werden in einem Hotel ermordet aufgefunden – zwei Frauen und ein Mann. Alle haben einen mit einem Monogramm versehen Manschettenknopf im Mund. Alle sind an dem selben Gift gestorben. Alle liegen da wie aufgebahrt. Hercule Poirot, der gerade “Ferien” macht, in einer Pension schräg gegenüber von seiner eigenen Wohnung (was für eine nette Idee!), hat in dieser Pension nicht nur die Bekanntschaft eines jungen Scotland-Yard-Mannes, Edward Catchpool, gemacht, sondern auch ein neues Lokal gefunden, das ihm gefällt. Bevor Catchpool ihm von dem grausigen  Mord im Hotel berichtet, hat Poirot seinerseits eine beunruhigende Begegnung in diesem neuen Lieblingslokal: Eine offensichtlich sehr ängstlich erregte Frau vertraut ihm an, dass sie erwarte, ermordet zu werden. Und dagegen könne und dürfe man nichts tun. Dann läuft sie weg und lässt Poirot sehr besorgt zurück.

Dish monogram Louvre OA325-33

Monogramme sind ziemlich alt – dieser Teller stammt aus dem 13. Jahrhundert

Zu Catchpooles Missvergnügen verknüpft der eitle Belgier dann beide “Fälle”. Er mischt sich ein, schickt Catchpool auf Recherchereise und ergeht sich in Andeutungen. Alles wie gehabt. Catchpoole ist als Ich-Erzähler ein netter Nachfolger für Hastings, Poirots alten Freund.

Sophie Hannah trifft den Ton von Poirot sehr schön – diese leichte Arroganz, das Bedürfnis nach Symmetrie, die kleinen grauen Zellen – alles Poirot, wie man ihn aus  den Büchern von Agatha Christie kennt. Mit der Figur von Edward Catchpoole hat Sophie Hannah einen neuen Begleiter für Poirot zu schaffen versucht, der aber im Grunde dieselbe Funktion eines “Watson” hat, wenngleich mit beruflicher Verbindung zur Kriminalitätsbekämpfung. Mit einer traumatischen Kindheitserinnerung versehen, gibt es in diesem Fall für ihn eine große Hürde zu überwinden – da kommt die Hilfe Poirots gerade recht; der Stil des Freundes ärgert ihn aber auch. Aus dem Eigenleben Catchpooles kann sicher noch mehr gemacht werden, sollte Sophie Hannah eine Fortsetzung planen.

Wer einen handwerklich sauberen “Häkelkrimi” schätzt und gern mit Poirot seine Zeit verbringt, ist hier gut aufgehoben.

Sophie Hanna: Die Monogramm-Morde. Ein neuer Fall für Hercule Poirot, übersetzt von Giovanni und Ditte Bandini, Atlantik Verlag, Hamburg, 2014, ISBN: 9783455600162

Poetik-Dozentur in Köln – Marcel Beyer

Nun  hat auch Köln eine eigene Poetik-Dozentur: “TransLit Professur” heißt sie! Im Wintersemester 2015/16, das nächsten Montag beginnt, wird Marcel Beyer vier Vorträge halten, bzw. sich mit  Kolleginnen öffentlich austauschen. Die Veranstaltungen sind auch für Literaturinterssierte offen, die nicht an der Universität Köln studieren.

Marcel Beyer ist ein vielfach mit Preisen bedachter Autor, der sowohl Lyrik als auch Essays, Operlibretti und Romane verfasst hat. Auch die Lehre als Poetik-Dozent ist ihm nicht ganz neu. Er war an der European Graduate School in Saas-Fee als Dozent tätig und der Liste seiner Aktivitäten, die dort eingestellt ist, kann ich entnehmen, dass er 2011 an der NYU tätig war. 2013 hatte er die Ernst-Jandl-Dozentur für Poetik der Universität Wien inne. Außerdem hat er verschiedene Aufenthalte als Writer in Residence inne gehabt (University College London, Warwick, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin). Ein renommierter Autor also für diese neue Einrichtung – ich bin gespannt.

Sextant von David Barrie

rp_Bild-Sachbücher-150x1501111111-150x150.jpgFür Interessierte an der Seefahrt per Segelschiff bietet das Buch von David Barrie zweimal den Einblick in einem Segeltörn von Amerika nach England im Jahre 1973. Jedem Kapitel ist der Tagebucheintrag von 1973 voraus gestellt. Der Autor ist da Anfang 20. Im weiteren Kapitelverlauf schildert David Barrie dann aus der Rückschau die jeweilige Situation ausführlich. Vor allem die Unbequemlichkeiten einer solchen Reise von drei Personen auf einer kleinen Yacht treten mir plastisch vor Augen: der Mangel an frischen Nahrungsmitteln, Kochen mit Meerwasser, wenig Privatsphäre und die mangelnden Duschgelegenheiten lassen das Gefühl für die Situation wesentlich älterer Seereisen aufkommen.

Immer in diese Situation eingebettet – in der sich der junge David Barrie eben auch an der Ortsbestimmung der kleinen Yacht auf hoher See beteiligt –  erscheinen dann die Erläuterungen zur Geschichte des Sextanten und seiner Vorläufer. Die “Meuterei auf der Bounty“, Barries erster Kontakt mit einem solchen Gerät, als er damals den Film das erste Mal sah, erfährt eine sachkundige und bewundernde Erweiterung um die Fahrt William Blighs und seiner Leute über 4000 Seemeilen ohne Karten, nur mit nautischer Erfahrung und einem Quadranten. Weiterlesen

ZB in Köln montags geöffnet

ZB rotDas ist schon eine massive Änderung: Ab Oktober können Sie die ZB in Köln – die am Neumarkt – auch montags aufsuchen. Von 10 bis 18 Uhr sind Ausleihe, Rückgabe, Lesen 😉 und Recherche möglich. Nicht möglich ist es, Beratung in Anspruch zu nehmen oder sich anzumelden. Die Mitarbeiterinnen sind zwar auf den Etagen tätig, doch der Montag als Zeitraum für interne Arbeit bleibt bestehen.

Interne Arbeiten in einer Bibliothek sind vielfältig :

  • Regalordnung (wieder) herstellen
  • Verwaltung von Fernleihe, Vormerkungen und Rückgaben
  • Einarbeitung von Medien
  • und einiges mehr, was mir gerade nicht einfällt

Also auch wenn die Leute der ZB an ihren PCs sitzen oder durch die Regale streichen, sind Sie montags auf sich allein gestellt 😉

Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Mögen Sie eventuell von Ihren Erfahrungen berichten? Ich tät mich freuen.