Hans Bender und seine Vierzeiler

rp_Bild-hauptsache-Lyrik-300x2431-150x1501111111111111.jpgGestern starb Hans Bender – ein trauriger Anlass, sich noch einmal in seine vierzeiligen Kurzgedichte zu vertiefen. Lakonisch, klare Sprache, klare Bilder. Ja, diese Gedichte sind leicht verständlich. Sie zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Zum Beispiel das hier :

 

Junger  Dichter

Er schreibt nicht nur,

er gibt schon den Vorlass

nach Marburg.

Der wird ein Klassiker!

Hans Bender: Wie es kommen wird. Meine Vierzeiler, Hanser Verlag, München, 2009, ISBN:9783446233317

Die Welt des Sherlock Holmes von Maria Fleischhack

rp_Bild-Sachbücher-150x150111111.jpg221B Baker Street – eine Adresse, die weltweit bekannt ist. Der fiktionale Charakter Sherlock Holmes hat seiner Fiktionalität zum Spott in der realen Welt unglaublich viel in Bewegung gebracht. Maria Fleischhack geht dem minutiös nach.

Zuerst legt sie die Grundlagen von Arthur Conan Doyle dar – wie er ans Schreiben kam, was ihn beeinflusst hat etc. Auch seine sich als erfolgreich erweisende Strategien der Publikation sind Thema. Dann stellt sie die Charaktere vor, die mit Sherlock Holmes zusammen die Welt der Verbrechen durchforsten. Es folgt eine Darstellung und Erläuterung der Fälle Holmes’. Sherlock Holmes ist immer noch populär – Maria Fleischhack geht die Adaptionen von Doyles Geschichten durch alle Medien durch und endet mit “Zur Aktualität von Sherlock Holmes”.

Spannend ist, was Holmes im Laufe seiner Karriere angestoßen hat: Doyle lässt ihn Methoden verwenden, die es zum Zeitpunkt der Geschichten noch gar nicht gibt, die heute aber zur Kriminaltechnik gehören.

Es ist ein Buch für Freaks genauso wie solche, die immer mal wissen wollten, was diesen Detektiv denn so einmalig macht.

The Strand Magazine (cover), vol. 65, no. 321, September 1917

Im Strand Magazine von 1917 wurde Sherlock Holmes passend zu den Zeitläuften angekündigt – ein deutscher Spion wird ausgetrickst. Toronto Public Library Strand_Vol54_n321; L6_the_strand sept 1917 cover

Da viele Erklärungen mehrfach auftauchen, kann man auch hingehen, und sich bspw. bei den Fallbeschreibungen das raussuchen, was einen gerade interessiert. Illustriert ist das Buch mit Filmbildern aus verschiedenen Jahrzehnten und mit Illustrationen der Erstausgaben.

Maria Fleischhack ist eine echte Fachfrau für Sherlock Holmes und ein echter Fan – das merkt man dem Buch auch an. Und sie kann offensichtlich andere fürs Thema begeistern, denn Mitglieder der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (in deren Kosmos der Verlag gehört) haben laut Impressum die Herausgabe des Werkes ermöglicht.

Maria Fleischhack: Die Welt des Sherlock Holmes, Lambert Schneider Verlag, Darmstadt, 2015, ISBN: 9783650400314

Veranstaltungshinweis

Übringes liest Maria Fleichhack am 29.5.2015 in Köln aus ihrem Buch und zwar um 20 Uhr beim Herrenausstatter Ebinghaus in der Glockengasse 2A. Das gehört zuzum Kunstsalon-Festival “Literatur in den Häusern der Stadt”.

Hier kommt die Ankündigung:

Maria Fleichhack in Köln

Maria Fleichhack in Köln

Die Explosion des Wissens von Peter Burke

rp_Bild-Sachbücher-150x150111111.jpgDas ist so ein Schlagwort unserer Tage, nicht wahr: “Explosion des Wissens”? Wir denken da an Internet, an Wikipedia – doch Peter Burke sagt, das setze viel früher ein. Das Projekt der Encyclopédie von Diderot und d’Alembert ist für ihn der Einstiegspunkt, um die Geschichte des Wissensammlens, der Organisation von Wissen und der Verbreitung von Wissen zu erzählen. Dabei spürt er in essayistischer Form den verschiedenen Aspekten nach. Neben den historischen Abläufen spielen auch Gedanken zur georaphischen Verbreitung von Wissen, von soziologischen Aspekten und – manchmal – der Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigkeiten eine Rolle.

Der Zeitraum reicht bis zum Jahr 2000 – da steckt die Wikipedia noch in den Kinderschuhen. Deshalb könnte man den Untertitel “Von der Encyclopédie bis Wikipedia” als leeres Versprechen abtun. Ist es aber in meinen Augen nicht, denn in seinen Gedanken und Darlegungen geht Peter Burke sehr wohl auf die aktuelle Form von Wissensbeschaffung und -verbreitung ein.

Dir Formen und Wege nachzuvollziehen, die die Wissensvermittlung im Laufe dieser gut zweieinhalb Jahrhunderte nimmt, ist durchaus anspruchsvoll. Peter Burke beschreibt sie in gut lesbarer Form – eben essayistisch. Hübsch sind die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel – denn die bieten eher einen Ausblick auf das Folgende, helfen so, die Struktur des Buches beim Lesen nachzuvollziehen.

Entgegen der Wissensvermittlungsdoktrin im Internet, kommt das Buch komplett ohne Bilder aus. Nix von “Erst ein Bild erregt das Interesse.” Bleiwüste von A bis Z. Lesbare und auch lesenswerte Bleiwüste 🙂 .

Peter Burke: Die Explosion des Wissens. Von der Encyclopédie zu Wikipedia, übersetzt von Matthias Wolf unter Mitarbeit von Sebastian Wohlfeil, Wagenbach Verlag, Berlin,2014, ISBN: 9783803136510

Die neue religiöse Intoleranz von Martha Nussbaum

rp_Bild-Sachbücher-150x150111111.jpg“Ein Ausweg aus der Politik der Angst” lautet der Untertitel des Buchs der Philosophin Martha Nussbaum, denn Angst, das zeigt sie im zweiten Kapitel ihres Buches, ist zwar ein Grundgefühl, es hat aber oft politische Konsequenzen. Anhand vieler Beispiele aus den USA und Europa demonstriert sie, wohin die Angst vor dem anderen, v. a. vor der anderen Religion führt. Manches kennen wir – ihr Blick darauf zeigt, wie absurd viele der Diskussionen um Verschleierung, Burka, Kopftuch oder Minarette sind. Deshalb zeigt sie im letzten Kapitel auch auf “Wie man die Politik der Angst überwindet”.

Ein wichtiger Faktor in der Diskussion um den Islam ist der Paradigmenwechsel seit 9/11 – seit dem Anschlag auf das World Trade Center im September 2001 geschieht immer häufiger eine Gleichsetzung von “Islam” mit Fundamentalismus, mit Terrorgruppen und seitdem werden religiöse Äußerungen des Islam – sei es eben Verschleierung oder Minarett – nicht mehr gleichwertig zu denen von anderen Religionen betrachtet und behandelt. Ein fundamentaler Verstoß gegen das Gleichheitsgebot. Und das ist ja so eine Art heiliger Kuh des Westens – eigentlich …

Martha Nussbaum entfaltet ihre Argumentation gut lesbar, fundiert, nachvollziehbar und führt

Über den Terrorberichten geht die Kunstsinngigkeit des Islam verloren - ein wertvolles Stück Weltkultur

Über den Terrorberichten geht die Kunstsinngigkeit des Islam verloren – ein wertvolles Stück Weltkultur

ihre Leser so an ihre Ideen heran, wie diese angstbesetzte Politk zu verändern sei: mit mitfühlender Fantasie, mit Empathie, mit Respekt. Und das ist nicht eine Sache der Politk von oben sondern eine Sache aller (die von einer entsprechend motivierten Politik unterstützt werden kann und soll).

Kann ich voll unterschreiben.

Marhta Nussbaum: Die neue religiöse Intoleranz. Ein Ausweg aus der Politk der Angst, übersetzt von Nikolaus de Palézieux, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2014, ISBN: 9783534264605

Kornblumenjahre von Eva-Maria Bast

rp_Bild-historisches-300x1993-150x1501.jpgDer zweite Teil der Trilogie von Eva-Maria Bast ist ein ebensolcher Schmöker wie der erste – das vorweg. Wieder geht es um die Geschichten von Sophie, Luise und Johanna. Die Handlung spielt in den 20er Jahren. Die Folgen des Kriegs sind überall spürbar – Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen und die damit verbundenen Unruhen, Inflation und Hungerszeit, in Russland der Tod Lenins. Die drei Protagonistinnen müssen auf vielfältige Weise mit den Wirren klar kommen. Ihr Leben ist, auch wenn sie den Mann ihrer Träume gefunden haben – Johanna und Luise sind seit Kriegsende mit Sebastian bzw. Siegfried verheiratet, Sophie ist auf der Suche nach Pierre -, schwierig. Die Kriegsfolgen finden eben nicht nur in der Wirtschaft statt, sondern wirken sich auch auf die Männer aus, die an der Front Schreckliches erlebt haben. Hinzu kommen politische Wirren, der Putsch von 1923 in München, der Hass auf Franzosen und andere ehemalige Kriegsgegner, Machtübernahme Stalins in der UdSSR – Eva-Maria Bast hat ihre Heldinnen so international vernetzt, dass alle diese Ereignisse sich auf sie auswirken.

French enter Essen

Die Besetzung des Ruhrgebiets, besonders in Essen, spielt im Roman von Eva-Maria- Bast eine große Rolle – hier geschieht Entscheidendes.

Wie im ersten Band gibt es auch noch die Handlung von 2013 – kurz vor ihrem Tod überrascht die alte Franziska ihre Verwandten mit zwei Äußerungen über die Familiengeschichte, die hektische Recherchen in Gang setzen und dazu führen, dass erst Zita und Philippe und später auch Mia und Melissa nach Paris reisen. Eva-Maria Bast endet auch diesmal klassisch mit einem Cliffhanger – der dritte Band soll 2016 erscheinen 😉 .

Obwohl es immer wieder Elemente gibt, die ein bisschen nerven, da es sich um so offensichtliche Stil- und  Spannungsinstrumente handelt, hab ich das Buch ziemlich rasch und neugierig zu Ende gelesen. Und freu mich schon auf den dritten Teil – Schmöker müssen sein!

Eva-Maria Bast: Kornblumenjahre, Gmeiner Verlag, Meßkirch, 2015, ISBN: 9783839246641

Kriegskinder erzählen

rp_Rubrik-Biographie-300x2001.jpg70 Jahre sind seit Kriegsende vergangen und die Kriegskinder, die damals teils im Kindes- teils im Jugendalter waren, haben begonnen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und manche auch aufzuschreiben. Susanne Bode hat in ihrem Buch “Die vergessene Generation” Berichte vieler zusammengetragen, die deutlich machen, wie Kinder und Jugendliche die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit erlebt haben: Überleben stand im Vordergrund, die Erlebnisse von Besetzung, Flucht, Bombardierung, Vergewaltigung, Hinrichtungen, einsamem Tod, Hunger und Kälte wurden verdrängt.  Darüber wurde nicht gesprochen – damals nicht und später auch nicht. Oder nur selten, dann gern in Form von Anekdoten, also die harmloseren Erlebnisse. Oder in verharmlosenden Formulierungen.

Doch ganz verschwunden waren die Erlebbnisse nie; Albträume, die immer wieder kehrten, das Bedürfnis, Lebensmittel zu horten und selbst Verschimmeltes nicht wegzuwerfen, der Spruch bei Tisch, wenn die eigenen Kinder eigentlich satt waren “Dann iss wenigstens das Fleisch auf” – all’ das und viele Varianten davon prägten das Leben derer, die zwischen 1932 und 1945 geboren waren – und das ihrer Kinder. Das zeigt Susanne Bode in ihrem Buch “Kriegsenkel” auf – hier ist die Generation porträtiert, die in den 60er und frühen 70er Jahren geboren wurde. Die Auswirkungen von Krieg und Flucht machen sich also noch Jahrzehnte später bemerkbar. Die Generation derer, die als Erwachsene fliehen mussten, die nach dem Krieg den Wiederaufbau in Angriff nahmen, die in unvollständigen Familien, wo Vater, Bruder, Onkel fehlten oder traumatisiert zurückkehrten, ihre Kinder groß zogen – kurz: die Trümmerfrauen – , die hatten keine Zeit und kein Bedürfnis, diese Erlebnisse aus den Kammern der Gedächtnisse zu holen und zu betrachten – nach vorne schauen, das allein zählte. Das war es, was sie ihren Kindern, den “Kriegskindern” mitgaben.

Und die brechen jetzt nach und nach das Schweigen.

Leonie Biallas und ihre Familie stammten aus Breslau - hier die St. Elisabethkirche (http://commons.wikimedia.org/wiki/Wroc%C5%82aw?uselang=de#/media/File:Wroclaw_swElzbieta_Rynek.jpg)

Leonie Biallas und ihre Familie stammten aus Breslau – hier die St. Elisabethkirche (http://commons.wikimedia.org/wiki/Wroc%C5%82aw?uselang=de#/media/File:Wroclaw_swElzbieta_Rynek.jpg)

Ein Beispiel dafür ist Leonie Biallas, die 2004 in ihrem Buch “Komm, Frau, raboti” ihre Erlebnisse schildert, nachdem sie in russische Gefangenschaft geraten ist: Zwangsarbeit, Vergewaltigung, drohende Verschleppung nach Russland (Leseprobe). In einem Folgeband “Und immer wieder Quakenbrück” erzählt sie von der Zeit nach ihrer missglückten Flucht vor den Russen, von der Ankunft ihrer Familie von Breslau aus in Quakenbrück und ihrem Leben als  Vertriebene dort. Leonie Biallas erzählt flüssig, meistert auch den Wechsel der Zeitebenen gut – sie ist eine Autorin, die über diese autobiographischen Werke hinaus tätig ist und ein im Buch vorgestelltes Gedicht zeigt, dass sie mit dem Schreiben schon früh begonnen hat.

Es gibt viele solche Schilderungen, die teils in kleinen Auflagen im Selbstverlag, teils bei Heimat- oder auch Vertriebenenvereinen erschienen sind. Interessant sind sie für die, die über die Zustände von damals Augenzeugenberichte haben wollen, aber auch für die, die über eine bestimmte Region, ihre Heimat oder die ihrer Vorfahren etwas erfahren wollen.

Die Zeit, in der Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands in die Gesellschaft integriert werden mussten, sieht übrigens im kollektiven Bewusstsein anders aus als in der Realität. Auch Leonie Biallas kann davon berichten; die Vertriebenen wurden nur sehr selten mit offenen Armen aufgenommen – es gab von allem zu wenig und dann sollte man noch die Fremden mitdurchfüttern? Ablehnung allerorten.

Benjamin Härte hat sich in seiner Dissertation mit dem “Lastenausgleich im Spiegel der Presse” beschäftigt und dabei diesen Spruch vorangestellt (s. Bild unten); dass Flüchtlinge und  Vertriebene alles zurücklassen mussten, wurde von denen, die – teils in Trümmern, teils in halbwegs heiler Umgebung – in ihrer Heimat beiben konnten, nicht immer berücksichtigt, um es mal vorsichtig zu sagen.

Der Lastenausgleich für die, die nach dem Krieg Haus und Fabrik und Hof zurücklassen mussten, rief auch Neid hervor

Der Lastenausgleich für die, die nach dem Krieg Haus und Fabrik und Hof zurücklassen mussten, rief auch Neid hervor

70 Jahre seit Kriegsende – die Folgen der Weltkriege sind in vielfältiger Form in unserer europäischen Gesellschaft weiterhin spürbar: in der Politik, in der Geographie und in den Seelen derer, die selber oder deren Familienangehörige Krieg, Bombennächte, Terror, Flucht, Vertreibung, Gefangenschaft, Zwangsarbeit und KZ durchlitten haben.

Deshalb ist es wichtig, dass die, die heute noch davon erzählen können, dies auch tun – Augenzeugen, Zeitzeugen sein, das erzählen, was in Geschichtsbüchern keine große Rolle spielt, sei es in Büchern, in einfach aufgeschriebenen Erinnerungen für die eigenen Kinder und Enkel, sei es als Zeitzeugen, die in Schulen der nachwachsenden Generation ihre eigenen Erfahrungen schildern. Vom Treck, vom Hunger, von Bombennächten, von Schwarzmarktgeschäften, vom so verändert heimgekehrten Vater, von der Ablehnung als Flüchtling oder auch von der Angst vor den Flüchtlingen, von den Erfahrungen mit den Besatzungssoldaten – es gibt noch so viel zu erzählen, so viele Erinnerungen, die unser Leben geprägt haben, aus dem Dunkel zu holen. Und die Kriegskinder, die das tun können, sind heute zwischen 70 und mehr als 80 Jahren alt – die Zeit, in der sie erzählen können, ist also begrenzt. Vielleicht fragen Sie mal in der Familie nach dieser Zeit – und vielleicht beginnen dann noch welche damit, davon zu erzählen.

Vorgestellte Titel:

  • Sabine Bode: Die vergessene Generation, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2014 (10. Auflage), ISBN: 9783608947977  
  • Sabine Bode: Kriegsenkel, die Erben der vergessenen Generation, Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart, 2009, ISBN: 9783608945508
  • Leonie Biallas: Komm, Frau, raboti, Drachenmond Velag, Leverkusen,  2010, ISBN: 9783931989620
  • Leonie Biallas: Und immer wieder Quakenbrück, atemwort Verlag, Linz, 2014, ISBN: 9783944276045
  • Benjamin Härte: Der Lastenausgleich im Spiegel der zeitgenössischen deutschen Presse 1949 bis 1979, Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn, 2010; Link zum Volltext: http://hss.ulb.uni-bonn.de/2010/2115/2115.htm

Ein Beitrag zu Thema ’45 – 70 Jahre Kriegsende

Jubiläum beim Blog Duftender Doppelpunkt

10 Jahre gibt es nun schon das Blog Duftender Doppelpunkt – herzlichen Glückwunsch! Im verlinkten Artikel können Sie mal sehen, wie vielseitig die Kolleginnen in Wien sind – vieles davon war mir gar nicht so bewusst. Chapeau!

Ein paar blaue Blümchen zum Geburtstag

Ein paar blaue Blümchen zum Geburtstag

Die Literaturrätsel waren mir immer eine große Freude. Die Sache mit dem Bücherschmaus finde ich sehr unterstützenswert. Ich werde die Punkte weiter im Auge behalten 🙂

Die Kölner Leselust steckt dagegen erst in den Kinderschuhen: Zwei Jahre war der erste Beitrag hier am 1. Mai 2015 alt: Am 1.5.2013 habe ich mit einer Linkliste auf meine alten Rezensionen in Profi-Wissen begonnen.

Mein Vater ist Putzfrau von Saphia Azzeddine

rp_Bild-Unterhaltung-150x150111.jpgWeshalb ich mir dieses Buch ausgesucht habe? Wegen des Titels – und wegen der Bedeutung, die die Bibliothek – laut Klappentext – darin spielt. Saphia Azzeddine hat  einen Coming-of-Age-Roman verfasst, der zwei Enden der Gesellschaft zusammenbindet: Bildung durch Lesen, Bücher, Bibliothek, Medienkompetenz usw. und dagegen das prekäre Leben einer Pariser Banlieue.

Paul, vom Vater Polo genannt will da raus, aus der Banlieue, aus der Perspektivlosigkeit. Und die Wörter, die er aus den Büchern holt, die er eigentlich nur abstauben soll, sind sein persönlicher Weg. Er lernt sie und versucht, sie zu benutzen. Nachdem er ein paar Wörter gelernt hat, die in seinem Umfeld völlig unbekannt sind, beginnt er, die Bücher vollständig zu lesen:. Balzac, Montaigne und viele andere. Weiterlesen