Gedicht zum Tag: Schenken von Joachim Ringelnatz

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Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so daß die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist, ohne List.
Sei eingedenk,
daß dein Geschenk
du selber bist.

Joachim Ringelnatz

Blogwichteln 2014: Weihnachten mit Thomas Müller von Karen Duve

Worum es beim Blogwichteln geht, hat Andrea Görsch selber formuliert; sie ist  Texttreff-Kollegin und Wortladen-Besitzerin:

BlogwichtelbuttonZum Jahresende werfen die Textfrauen aus meinem Lieblingsnetzwerk Texttreff ihre Blogs in den Lostopf und beschenken sich gegenseitig mit maßgeschneiderten Texten. Ich darf die Kölner-Leselust bewichteln und überlegte lange, welche Seite ich von mir zeigen möchte. Schreibe ich über Sprache, werde ich privat, erzähle ich von Hannover oder bespreche ich ein Buch?

Ich war versucht über meine Liebe zu Köln zu plaudern, immerhin eine meiner Lieblingsstädte. Doch letztlich, so mein Gedanke, passt in die Kölner-Leselust einfach am besten ein Buch. Deshalb Vorhang auf für:

„Weihnachten mit Thomas Müller“ von Karen Duve

Um niemanden zu verwirren: Karen Duves Buch erschien 2003 im Eichborn Verlag. Da war der Fußballspieler Thomas Müller gerade einmal 14 Jahre alt und noch ein paar Jährchen davon entfernt, bekannt zu sein. Zemanta Related Posts Thumbnail

Der Thomas Müller im Buch ist auch beliebt, keine Frage, aber nur bei einigen wenigen Menschen. Ganz besonders mag der sechsjährige Marc Wortmann den Stoffbären Thomas Müller, der „um die Ohren herum reichlich abgeliebt“ aussieht.

Die Wanderkatze sieht gefährlich aus

Die Familie von Thomas Müller kauft Weihnachtsgeschenke immer auf den allerletzten Drücker, dabei haben sie ihn irgendwo verloren. Kann passieren, nimmt er sich halt ein Taxi. Pustekuchen! Schwupps landet er im Brunnen, friert so langsam fest und hört auch noch schlecht, weil er Wasser in die Ohren bekommen hat.

Tja, und deshalb sitzt Thomas Müller am Heiligabend alleine in Hamburg auf einem Brunnenrand, friert und wünscht sich bloß, schnell wieder daheim zu sein. Zu allem Überfluss taucht diese ziemlich gefährlich aussehende Katze auf. Noch nicht einmal weglaufen kann er, weil er inzwischen wirklich festgefroren ist.

Eine Sternschnuppe, er kann sich was wünschen

Firlefanz sei das mit den Sternschnuppen, sagt die Katze. Überhaupt solle er sich nicht so anstellen, bloß weil seine Familie nichts mehr von ihm wissen wolle. Die hätten sicherlich schon einen neuen Bären mit einem ganz weichen Fell und einer tiefen Brummstimme. Wenn er möchte, könne er ja mit ihr mitkommen. Und so machen sich Katze und Stoffbär auf den Weg.

Doch wohin genau an diesem kalten Heiligabend? Und wird Thomas Müller nicht doch von seiner Familie und besonders von Marc Wortmann vermisst? Ist die Katze – wie heißt sie eigentlich? – wirklich so abgebrüht, wie sie scheint?

Fazit: „Weihnachten mit Thomas Müller“ ist eine charmante, kleine Weihnachtsgeschichte mit hübschen Illustrationen von Petra Kolitsch. Sie greift den Weihnachtsgedanken auf, stimmt auf das Fest ein und bestärkt die Kraft der Freundschaft. Die jüngeren Leser/-innen werden mit Thomas Müller mitfiebern, die älteren werden sich am teilweise skurrilen Sprachwitz erfreuen.

Karen Duve: Weihnachten mit Thomas Müller, illustriet von Petra Kolitsch, Eichborn-Verlag, Frankfurt/Main, 2003, ISBN: 978321807478

Vielen Dank, liebe Andrea, für diese Besprechung – das klingt nach einer guten Weihnachtsgeschichte 🙂

Gedicht zum Tag: Es gibt so wunderweiße Nächte von Rainer Maria Rilke

Es gibt so wunderweiße Nächte rp_Bild-hauptsache-Lyrik-300x2431-150x1501111111111111.jpg

Es gibt so wunderweiße Nächte,
drin alle Dinge Silber sind.
Da schimmert mancher Stern so lind,
als ob er fromme Hirten brächte
zu einem neuen Jesuskind.

Weit wie mit dichtem Demantstaube
bestreut, erscheinen Flur und Flut,
und in die Herzen, traumgemut,
steigt ein kapellenloser Glaube,
der leise seine Wunder tut.

Rainer Maria Rilke

12 Bücher in 12 Monaten – mein Fazit

Nun ist die Blogparade “12 Bücher in 12 Monaten” von Eva Maria Nielsen vorbei – und Zeit, Rückschau zu halten. Was macht es mit meinen Rezensionen, wenn ich jeden Monat ein, ja, doch, besonderes Buch an einem festgelegten Tag vorstellen “muss”?

Bei einigen Titeln ist es mir so gegangen, dass ich sie in  Rekordzeit gelesen habe – aber die Rezension sollte dann erst zm 12. des Monates stattfinden – Wartezeit! Ungeduldiges Warten darauf, dass andere sich von meiner Begeisterung anstecken lassen.

Andere Titel, besonders die, aus der Rubrik “noch mal aus dem Regal genommen” waren eher was in die Richtung: Schön, dass ich mir dafür noch mal Zeit genommen habe, vielleicht triffts ja bei jemandem auf eine ähnliche positive Grundhaltung. Insgesamt habe ich eben Bücher für die Blogparade ausgewählt, die mir besonders gut gefallen haben. Das nicht nur allgemein so hinzuschreiben, sondern auch einen Beispielsatz auszuwählen, unterscheidet sich von meiner üblichen Form und könnte Anstoß sein, häufiger mit Zitaten zu arbeiten. Qui vivra verra.

Lesen - immer und überall, jawoll!

Lesen – immer und überall, jawoll!

Und das sind meine 12 Bücher in 12 Monaten gewesen:

  1. Ein Mitbringsel aus den USA für den Start: The Women of the house
  2. Eine psychische Studie: Vivane Élisabeth Fauville
  3. Auseinandersetzung mit Verlust: Zwischen zwei Wassern
  4. Was Beobachtung (m)eines Körpers alles bringen kann: Der Körper meines Lebens
  5. Märchenhaft Gereimtes: Ich Glückspilz
  6. Graphic Novel zu Stefan Zweig: DIe letzten Tage von Stefan Zweig
  7. Helene Hanffs Einblicke in ihren Alltag in New York: Briefe aus New York
  8. Die Wiederentdeckung zu Thema 1914: Schlump
  9. Ein Museum wie aus dem Bilderbuch und dazu eine faszinierende Geschichte: Die Liebe zu so ziemlich allem
  10. Wortgeschichte vom Feinsten: Das kleine Etymologicum
  11. Jane Austens Geschichte um Eliza und Darcy aus Dienstbotensicht: Im Hause Longbourn
  12. Die Biographie zu Selma Merbaum

Ich könnte mir gut vorstellen, damit im neuen Jahr fortzufahren, liebe Eva Maria … Vielen Dank für die tolle Idee!

Andere vielleicht auch? Auf jeden Fall bietet der Suchbegriff “12 Bücher in 12 Monaten” eine schöne Auswahl von Büchern, die ich sonst nicht sähe. Beispiele gefällig? Bitte sehr:

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen bei Martina Berg

NZZ Folio “Beruf Reporter” bei der Journalistin Susanne Gurschler

Berufe aus vergangenen Zeiten von Andrea Görsch

Eva Maria Nielsen hat eine Liste teilnehmender Blogs erstellt – was zum Stöbern.

Selma Merbaum von Marion Tauschwitz

rp_Rubrik-Biographie-300x2001.jpgDie Blogparade “12 Bücher in 12 Monaten” endet mit dem heutigen Beitrag – zumindest für das Jahr 2014 …

Ich hab zum Jahresende die Biographie einer Dichterin ausgewählt, die dieses Jahr 90 Jahre alt geworden wäre – hätte nicht im Dezember 1942 der Flecktyphus im Lager Michailowka ihr Leben beendet: Selma Merbaum, die ich Anfang der 80er Jahre als Selma Meerbaum-Eisinger kennen und schätzen lernte.

Marion Tauschwitz legt eine Biographie vor, für die sie Überlebende, Freunde und Verwandte Selmas, aufgesucht hat. In den Anmerkungen finden sich immer wieder  Sätze wie: “XY im Austausch mit Marion Tauschwitz am …” Sie hat die erhaltenen Unterlagen (Schulunterlagen vor allem, aber auch die Melderegister) in Czernowitz gesichtet und so die Sache mit dem Namen Selmas  – Merbaum, nicht Meerbaum und schon gar nicht Meerbaum-Eisinger – geklärt. Und sie ordnet die Gedichte Selmas, die ja mit Daten versehen sind, Lebensereignissen zu. Das kann den Blick auf die Texte schon sehr verändern – ein Gedicht, das für mich immer ein klassisches Liebesgedicht “Junge – Mädchen” war, interpretiert Marion Tauschwitz als Höhe- und Endpunkt von Mutter-Tochter-Querelen – nach dem zum Gedicht angegebenen Datum ist Selma zu ihrer Großmutter gezogen. Das ist ihr System: Zur Beschreibung des Lebens von Selma zitiert sie immer wieder Gedichtzeilen, um das Empfinden des Mädchens in einer Situation zu verdeutlichen.

Außerdem hat sie die handschriftliche Version der Blütenlese Selmas, des einzigen Zeugnisses

Marion Tauschwitz bei der Lesung auf der Frankfurter Buchmesse am 8.10.2014

Marion Tauschwitz bei der Lesung auf der Frankfurter Buchmesse am 8.10.2014

von eigener Hand, sorgfältig gesichtet und Übertragungsfehler ausgemerzt – denn, bitte schön: Am Ende der Biographie finden Sie alle Gedichte Selmas!

Und ich muss ein paar Texte neu auswendig lernen 😉 . Bei meinem ersten Selma-Gedicht “Stefan Zweig” heißt es – und ich habe mir von Marion Tauschwitz das entsprechende Blatt der Blütenlese aus ihrem Faksimile zeigen lasssen – nicht das “verzehrende”, sondern das “verzerrende” Wort. Ein anderes Beispiel ist im Buch abgedruckt: Das Gedicht “Rote Nelken” wurde unter “Rote Wolken” tradiert – in gewisser Hinsicht verständlich, denn Selma hatte eine ausgeprägt individuelle Handschrift.

Marion Tauschwitz spürt dem Leben des Mädchens und  der jungen Frau nach, ihre Einstellung zur Schule, ihr politisches Engagement, ihr Aufbegehren gegen Konventionen in Sachen Kleidung. Auch die Geschichte der Familie findet ihren Platz – so auch der Umgang mit Selmas Cousin Paul Celan. Und dann die Verschlechterung der Situation jüdischer Menschen in Czernowitz, die faschistische Einstellung der rumänischen Regierung; der Einmarsch sowjetischer Truppen wurde von vielen, gerade auch zionistisch engagierten Menschen, darunter Selma und ihrer Gruppe Hashomer Hazair, enthusiastisch begrüßt – die Enttäuschung war riesig, als sich die Sowjets als Besatzer und nicht als Befreier erwiesen. Indem Marion Tauschwitz das politische Auf und Ab in der Bukowina schildert, unterlegt sie nicht nur das Leben von Selma, Paul Celan und Rose Ausländer mit historischen Fakten, sondern zeigt anhand eines kleinen  Ortes das Auf und Ab der Hoffnung von Jüdinnen und Juden durch mehrere Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.

Ich habe im Oktober Marion Tauschwitz mit einer Lesung auf der Frankfurter Buchmesse erlebt und mich vorher lange mit ihr unterhalten können, denn da Selmas Gedichte mich lange begleitet hatten, hat mich diese Biographie einfach interessiert – meine Erwartungen an das Buch wurden dabei weit übertroffen: Marion Tauschwitz hat nicht nur eine Fülle an Material zusammengetragen und sorgfältig aufbereitet, sie schreibt auch lebendig und einfühlsam:

… oder (Selma) saß Renée zu Füßen, wenn die Freundin Klavier spielte. Nachmittage lang. Vertraut ohne Worte. Selma und Renée wussten auch im Schweigen, wie es jeder von ihnen zumute war. (S. 72)

Marion Tauschwitz: Selma Merbaum: Ich habe keine Zeit gehabt zuende zu schreiben. Biografie und Gedichte. Mit einem Vorwort von Iris Berben, zu Klampen Verlag, Springe, 2014, ISBN: 9783866744042

Witwe im Wahn von Oliver Hilmes

rp_Rubrik-Biographie-300x2001.jpgAlma Mahler-Werfel, die Muse des frühen 20. Jahrhunderts schlechthin, Ehefrau von Gustav Mahler, Walter Gropius und Franz Werfel, Geliebte von Gustav Klimt und Oska Kokoschka, selbst schreibend und komponierend tätig – ein tolle Frau. Oder?

Oliver Hilmes hat in seiner Biografie dieser Femme Fatale nachgespürt und in akribischer Archivarbeit Dokumente zusammengetragen, die deutlich machen: Alma Maria Schindler, so ihr Mädchenname, war eine sexuell aktive Frau, die schon in sehr jungen Jahren ihre Attraktivität ausnutzte; ihr Verhalten gegenüber Alexander von Zemlinsky gibt da eine erste Kostprobe. Außerdem hatte sie dezidierte Ansichten – sie war überzeugte Antisemitin, die ihren dritten Ehemann, Franz Werfel, zur Konversion zum Christentum überredete (oder zwang?). Sie war eine glühende Hitler-Verehrerin. Und sie war eine Selbstinszenatorin von hohen Graden. Ihre Autobiographie “Mein Leben” ist sorgfältig zensiert und bringt nur Unverfängliches.

Gustav Mahler (1893) by Bieber

Gustav Mahler, der erste Ehemann Almas, der ihr das Komponieren verbat; das hat sei ihm bis zum Lebensende übelgenommen.

Olver Hilmes zeichnet alle Entwicklungen im Leben Almas nach, lässt sie und ihre Zeitgenossinnen und Zeitgenossen oft selber sprechen – zitiert aus Briefwechseln, Typposkripten und Tagebüchern. Und es wird klar: Eine sympathische Frau war sie nicht. Nein, wirklich nicht. Ihr eignete ein ziemlich verschrobenes Selbstbild – alles drehte sich nur um sie, sie selbst war der Maßstab, nach dem sie alles einordnete, Menschen, Ereignisse, Kunstwerke. Aber sie muss eine faszinierende Frau gewesen sein, deren Charisma sich nur wenige entziehen konnten (die Manns gehörten wohl dazu, Oliver Hilms ziitiert ein paar Bemerkungen dazu).

Fazit: Schlüssige Darstellung, gut lesbarer, spannender Stil – die Biographie von Oliver Hilmes über Alma mit den vielen Namen ist wirklich ein faszinierendes Buch.

Der 50. Todestag Almas war für mich Anlass, diese Biographie noch mal zur Hand zu nehmen.

Oliver Hilmes: Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler-Werfel, btb Verlag, München 2004, ISBN: 9783442734115

Uraufführung “Magnificat” in Köln-Dellbrück

In der Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide gibt es am 14.12.2014 um 18 Uhr eine Uraufführung in der Pauluskirche, Thurner Str. 105, 51069 Köln (Dellbrück): Thomas Becker und Gerta Klaßen haben ein Oratorium  mit dem Titel “Magnificat” geschrieben.

Warum ich das hier erwähne? Weil ich mit von der Partie bin und zwar als Sprecherin 🙂 .

Maria bei Elisabeth - die biblische Szene des Magnificat

Maria bei Elisabeth – die biblische Szene des Magnificat

Die Texte des Oratoriums kommen aus vielen unterschiedlichen Quellen – Märchen, Lyrik, Sufismus sind die, die mir spontan einfallen. Sie alle sind großenteils bearbeitet.

Und es gibt einen mittelhochdeutschen Text, eine Ausdichtung des Ave Maria von Seifrid Helbling; die 12 Strophen dieses Gedichts werden – unbearbeitet – als gesprochene Texte in den gesungenen Ablauf  eingewoben.

Ich durfte die Texte – schon im Frühjahr – in einem Tonstudio einlesen und bin sehr gespannt, wie sie sich in die Gesamtkomposition einfügen werden.

Eine kleine Hörprobe zumindest zum Ave Maria kann ich auch anbieten: Benedicta Seifrid Helbling. Ansonsten habe ich bisher ein Stück gehört und es hat mir gut gefallen – die Gesamtkomposition wird auch für eine Überraschung sein.A uf jeden Fall habe ich von verschiedenen Leuten aus dem Chor schon gehört, dass es ihnen gut gefällt.

Ich bin sehr gespannt auf dem 3. Advent.

Noch mal alle Daten in der Übersicht:

  • Was: Uraufführunng “Magnificat” von Thomas Becker und Gerta Klaßen
  • Wann: 14.12.2014, 18 Uhr
  • Wo: Pauluskirche, Thurner Str. 105, 51069 Köln (Dellbrück)
  • Eintritt: 15,- € (erm. 10,- €)

Drei Wünsche von Petra Oelker

rp_Bild-Unterhaltung-150x150111.jpgAdventszeit – die richtige Zeit für (Weihnachts)Märchen 😉 – und das von Petra Oelker ist wirklich nett. Es spielt in Hamburg im Jahr 1773 und hat drei Protagonistinnen:

  • Eine Frau, die ihren Job verloren hat und in ihrer Heimat erwartet wird – die Zweckehe mit einem zweimaligen Witwer steht ihr da bevor. Das ist Theda.
  • Ein junges Mädchen, das sich verliebt hat und den bisherigen Lebenswandel in Frage stellt – sehr zum Unmut ihres Vaters. Das ist Elsi.
  • Madam Augusta, die sich einsam fühlt, weil ihre alte Vertraute seit zwei Jahren nicht mehr lebt. Diese eigenwillige Dame kennt, wer die historischen Krimis um Rosina von Petra Oelker gelesen hat.

Es ist die Zeit vor Weihnachten und die drei begegnen sich auf dem Weihnachtsmarkt in der Hamburger Domkirche. Geldmangel, ein zugelaufender Hund, ein nicht vorhandener Garten und bedrohlich auftretende Männer sorgen für Spannung.

Achja, da gibt es noch eine steinerne Madonna, die sich einmischt – oder nicht? Ihre Geschichte erzählt Petra Oelker dann noch separat in ihrem kleinen Beitrag über die Hamburger Domkirche am Ende des Büchleins.

Andrea Offermann als Illustratorin des Buchs zeichnet Bilder des Geschehens, die einerseits die Realität abbilden, andererseits aber auch einen Märchenton haben, nahe am Kitsch für mein Verständnis – aber es passt.Advent 2014

Petra Oelker kennt sich in der Zeit aus – das merkt man der Geschichte ab; so liefert sie gleichzeitig eine Geschichte der Weihnachtsbräuche der Zeit – der Christbaum oder Tannenbaum, wie wir ihn kennen, war damals was ganz Neues aus dem Süden Deutschlands; bis dahin gab es Weihnachtspyramiden, um nur mal ein Beispiel zu nennen (und die sahen auch anders aus als die erzgebirgischen Exemplare, die sich mittels Kerzenlichtwärme drehen, wenn ich das richtig verstanden habe).

“Eine Weihnachtswundergeschichte” steht im Untertitel – ja, so ist das wohl.

Petra Oelker: Drei Wünsche. Eine Weihnachtswundergeschichte, Illustrationen von  Andrea Offermann, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek 20144, ISBN: 9783499257728

Blogwichteln 2014 für die und mit der Leselust

BlogwichtelbuttonWie schon im letzten Jahr, habe ich dieses Blog in den Lostopf fürs Blogwichteln meines Netzwerks Texttreff geworfen.  Und darf mich nun auf einen Beitrag von Andrea Görsch vom Wortladen freuen 🙂

Ich bin ja mit zwei Blogs an den Start gegangen – auch mit dem von Profi-Wissen – und habe deshalb zwei Blogs zu bewichteln:

das Schrebergartenblog muss-noch-gießen.de und

das Bodenlosz-Archiv

Mal schauen, welches ich eher literarisch und welches mehr recherchierend bewichteln werde.  Auf jeden Fall freue ich mich schon mal sehr – sowowhl auf die Beiträge, die bei mir erscheinen werden, als auch auf die, die ich ausbrüten werde. Für ein anders Blog zu schreiben, finde ich sehr spannend und auch inspirierend.