Zelot von Reza Aslan

rp_Bild-Sachbücher-150x15011.jpgDer Schwerpunkt des Buches von Reza Aslan liegt besonders im ersten Teil auf  “und seine Zeit” aus dem Untertitel “Jesus von Nazaret und seine Zeit”. Dort führt er die Gesellschaft in Palästina in der Zeit rund um die Lebenszeit des Jesus von Nazaret vor: Das Aufkommen vieler Messiasse mit ihren Ideen und Jüngerschaften, die Entwikclung der “vierten Philosophie”, also der Zelotenpartei, die Reaktion Roms auf jedwede Form von Königsanspruch. Schon zeimlich am Anfang wird deutlich: Ein Mann, der als Messias angesehen wurde, hatte im römisch beherrschten Palästina nur ein Schicksal zu erwarten, nämlich das Kreuz.

Reza Aslan schildert die einzelnen Geschichten sehr packend, schon fast romanhaft. Er lässt das Schicksal mehrerer Messiasse lebendig werden – darunter quasi eine ganze Dynastie. Er schildert, wie die Tempelpriesterfamilien mit Rom zusammenarbeiteten. Und was die vielen Armen davon hielten. Er zeigt die Entwicklung nach dem Fall Jerusalems auf – wie sich eine am Tempel ausgerichtete Religion und Gesellschaft zu einer Diaspora-Gemeinde entwickelt – die Synagogen-Gemeinden, wie sie uns heute vertraut sind.

Daran hängt er dann die Geschichte des Jesus von Nazaret. Weiterlesen

Thema 1914: Verschwörung in Sarajevo von Gregor Mayer

rp_Bild-Sachbücher-150x15011.jpgWer war der Schütze vom 28.6.1914? Ein Idealist? Ein Terrorist? Ein Fanatiker? Handelte er selbstbestimmt oder wurde er gelenkt und wenn ja von wem? In den großen Gesamtschauen zum ersten Weltkrieg gibt es unterschiedliche Ansätze: Da wird mal die Gruppe junger Männer der “Schwarzen Hand“, der Organisation von Apis, zugeordnet, oder die serbische Regierung als Mitwisserin oder Anstifterin gesehen. Gregor Mayer geht in seinem Buch konsequent von Gavrilo Princip aus, dem Schützen, der Franz Ferdinand und seine Frau Sophie erschoss und dessen Schicksal in den Darstellungen der Juli-Krise und des Weltkriegs keine Rolle mehr spielt. Die Aufzeichnungen der Besucher Princips im Gefängnis und die der Ärzte, die den todkranken jungen Mann behandelten, sind der Einstieg – so ermöglicht Gregor Mayer einen persönlichen Blick auf Gavrilo Princip. Weiterlesen

Krieg von Ian Morris

rp_Bild-Sachbücher-150x15011.jpgDas Buch von Ian Morris trägt einen provokanten Untertitel: “Wozu er gut ist” – der Krieg nämlich. Gerade zur Zeit ein unpassender Gedanke beim Blick auf Syrien, Irak, Sudan und  – für uns näher dran – den Ostteil der Ukraine, nicht wahr?

Was Ian Morris nun in seinem Buch macht, ist schon faszinierend: Er schreibet einerseits eine Geschichte des Kriegs – von der Antike bis heute. Dabei springt er aber – andererseits – in den Jahrhunderten munter vor und zurück, um einzelne Aspekte zu belegen.

Grundannahme seines Buches ist, dass der Anteil der Menschen, die in einer Gesellschaft gewaltsam – durch Krieg oder Verbrechen – zu Tode kommen, ein Indiz dafür sei, was der Krieg an Nutzen bringe: Nach einem Krieg konsoldiert sich demnach eine Gesellschaft oder ein Staat und bringt den Überlebenden und ihren Nachfahren mehr Sicherheit und Wohlstand. Je größer ein solcher Staat oder eine Gesellschaft, desto geringer ist der Anteil der gewaltsam zu Tode gekommenen Mitglieder. Bezugsgröße: auf 1000 Mitglieder der Gesellschaft.  Ian Morris zieht dazu die Geschichte und Theorien der Anthropologie heran. Zwei Grundthesen stehen sich hier gegenüber:

  • Der Mensch ist im Urzustand böse und gewalttätig und kann nur durch eine übergeordnete starke Instanz (Leviathan) gezähmt werden
  • Der Mensch im Urzustand ist friedlich – Gewalt kommt von außen herein; bei den Naturvölkern ist der Kontakt mit der westlichen Zivislisation der Ursprung für Gewalt. Weiterlesen

Thema 1914: “Im Westen nichts Neues” bei arte

Heute Abend läuft bei arte der Spielfilm “Im Westen nichts Neues” von 1930. Es ist eine amerikanische Verfilmung, die in Europa nicht gern gesehen wurde – Göbbels rief zum Boykott auf. Der Film wurde in vielen Ländern Eurpas verboten – nicht nur in Deutschland. Wenn überhaupt gab es gekürzte Fassungen zu sehen. Im Laufe des Kalten Krieges wurde immer wieder am Film manipuliert – bis dahin, dass er zu einem Kriegsfilm wurde. Das Verbot wurde in Italien und Österreich erst lange nach dem zweiten Weltkrieg aufgehoben. Erschreckend, oder?

In den 80er und 90er Jahren wurde der Film sowohl in Deutschland als auch in den USA rekonstruiert.

Das Original erhielt einen Oskar als bester Film, der Regisseur Lewis Milestone einen Oskar in der Kategorie Beste Regie.

Am 30.06.2014 gibt es um 13:30 Uhr eine Wiederholung des Films bei arte.

Thema 1914: Verdun von Olaf Jessen

rp_Bild-Sachbücher-150x15011.jpgVerdun – der Name, der in der deutschen und französischen Überlieferung das Grauen des ersten Weltkriegs ausdrückt. Es war die längste Schlacht überhaupt – nicht nur im ersten Weltkrieg. Fritz von Unruh hat seinen Roman “Opfergang” hier angesiedelt – mit einem Schluss, der die Sinnlosigkeit dieses Kampfes erlebbar macht. Olaf Jessen hat nun ein detailliertes Buch über diese Schlacht vorgelegt, der “Urschlacht des Jahrhunderts”, wie sie im Untertitel heißt.

Cuisine roulante 1916

Französische Feldküche 1918 – hoch bladen, von Pferden gezogen; auch so sah Krieg 1916 aus.

Schon das “Verzeichnis der Hauptpersonen” am Anfang weist darauf hin, dass Olaf Jessen sich nicht  auf die deutsche Sicht der Dinge konzentrieren will, denn da finden sich Militärs beider Seiten und auch einige britische Namen sind vertreten.

Olaf Jessen erzählt, meist im Präsenz – so nimmt er die Leser mit hinein ins Geschehen. Und das eben sowohl mit dem Blick deutscher als auch französischer Verantwortlicher.  Jeder Abschnitt begint mit Datum und Ortsangabe, teils sogar mit der Uhrzeit. Die Diskussionen der Befehlshaber werden nachempfunden – so kann ich mitbekommen, was geplant war und was sich daraus entwickelte. Als Leserin komme ich sehr nah an das Geschehen heran – das ist nicht immer leicht zu verkraften.

Spannend ist auch der umfangreiche Anhang. Olaf Jessen legt hier dar, wie er zu seiner Darstellung gelangte: Weiterlesen

Thema 1914: Szenische Collage Weltenbrand

Was ein paar Postkarten so bewirken können: Der Fund eines Stapels von Feldpostkarten legte den Grund für diese Annäherung an das Thema 1914 – das historische Ereignis rückte auf einmal nah, wurde persönlich. Die szenische Collage “Weltenbrand”aus Bildern, Musikstücken und Texten zum ersten Weltkrieg bietet einen anderen Zugang zu den Erlebnissen der jungen Männer, die damals Töten und Sterben und Überleben lernten,  als es  TV-Dokumentationen schaffen können – unmittelbarer eben. Die Postkarten der eigenen Urgroßväter, Teile des Romans „Heeresbericht“ von Edlef Köppen, Lyrik von August Stramm – das sind die Texte, die „gespielt“ werden.

Oliver Hermann fand die ersten der Feldpostkarten und recherchierte weiter – zusammen mit Marcus Voigt, Michael Bideller und Erik Schäffler hat er diese Collage entwickelt: Texte, Bilder (vom Kriegsgeschehen oder von den Feldpostkarten) und Musik ergeben mit dem Spiel der Männer ein berührendes und nachdenklich stimmendes Erlebnis.

Hinter dem Schauspieler ist eine der Feldpostkarten zu erkennen, die für die Collage verwendet werden. Foto: Marcella Braun

Hinter dem Musiker Marcus Voigt ist eine der Feldpostkarten zu erkennen, die für die Collage Weltenbrand verwendet werden. Foto: Marcella Braun

Von dem Projekt habe ich schon vor einigen Wochen gelesen und freue mich sehr, dass inzwischen für die zweite Jahreshälfte über 15 Aufführungen geplant sind, u. a. in Hamburg, Koblenz und Brüssel.  Der Raumbedarf ist gering, die Flexibilität von Bühnenbild und Technik groß – so können unterschiedliche Einrichtungen diese Collage in ihre Räume einladen. Ich bin sicher: Es lohnt sich.

“Wald und Wiese” und “An Tümpel, Fluss und Meer” von Bärbel Oftring

rp_Bild-Kinderbücher-276x3003-150x150.jpgDiese “Natur-Mitmachbücher” von Bärbel Oftring weisen gleich im Inhaltsverzeichnis eine Besonderheit auf: Das ist nämlich nicht nach Seitenzaheln, sondern nach Themen sortiert. Farbige Kreise zu “Säugetiere”, “Draußen sein” und “Lebensräume am Wasser” (bzw. “Wald und Wiese”) helfen, interessante Seiten zu finden. Manche Texte sind thematisch nicht eindeutig – die finden sich dann eben auch zwei Mal, z. B. “Bääh, wie das stinkt” unter “Blumen und Bäume” und unter “Pilze”. In einem linear gestaltetn Inhaltsverzeichnis wäre das nicht möglich. Eine pfiffige Idee. Weiterlesen

Die Herzogin der Bloomsbury Street von Helene Hanff

rp_Bild-Unterhaltung-150x15011.jpgSie erinnern sich – Helene Hanff korrespondierte über Jahre mit einem Londoner Buch-Antiquar, schloss Freundschaft mit ihm und seinen Kolleginnen – und konnte nie nach London.  Nach dem plötzlichen Tod ihres Freundes veröffentlichte sie den Briefwechsel als Buch – zur Veröffentlichung der englischen Ausgabe wurde sie dann nach London eingeladen. Von diesem ersten Besuch in London berichtet nun dieses Buch.

Helene Hanff hat eine Menge Termine – auch Fototermine, was sie gar nicht mag. Aber sie genießt die Begegnungen mit Menschen, die neugierig auf sie sind – sie ist selber begierig, Neues zu sehen, Menschen kennenzulernen und vor allem Lonndon und England zu erkunden. Ihr Budget ist begrenzt – jede Essenseinladung erhöht die Zahl der Tage, die ihr in London möglich sind. Weiterlesen

Offener Literaturkreis in Dellbrück am 26.6.2014

Reinhard Sebastian Zimmermann Ein Streitgespräch

Passsagen vorlesen, diskutieren, Beispiele anbringen – alles ist möglich beim Offenen Literaturkreis.

Es ist wieder so weit:

Am 26.6. wollen wir im “Offenen Literaturkreis bei Baudach” über “Alle meine Wünsche” von Gregoire Delacourt sprechen. Die bisherigen Treffen waren immer sehr engagiert und lebhaft – ich freu mich schon.

 

 

 

  • Wann genau: Do, 26.6.2014, 19:30 Uhr
  • Wo: Buchhandlung Baudach, Dellbrücker Hauptstr. 111, 51069 Köln
  • Teilnahmebeitrag: 5,- €
  • Anmeldung: übers Kontaktformular hier

Vielleicht also bis Donnerstag? 🙂

Die Lyrik-Tattoos sind verlost

rp_Bild-hauptsache-Lyrik-300x2431-150x15011111111111.jpgHm, das mit dem Pfingstferien hatte ich nicht bedacht – so habe ich nur vier Namen für die Verlosung der Lyrik-Tattoos im Schälchen.

Der hauseigene Glücksbär Martin widmet sich seiner Aufgabe sehr engagiert – er fand das Geknüddels beim letzten Mal unästhtetisch, deshalb haben wir die Erdbeerblätter dieses Mal gefaltet 😉 :

Wenns nur vierZettel sind, passt auch die kleinere Schale

Wenns nur vierZettel sind, passt auch die kleinere Schale

Der erste Gewinn geht an Dominic mit dem schönen Kirchengedicht:

Herzlichen Glückwunsch, Dominic

Herzlichen Glückwunsch, Dominic. Hoppsala, da habe ich aus “Domic” einen “Dominic” gemacht — so sorry. Es giltet trotzdem, Domic.

Als zweites wurde Christines Name gezogen:

Herzlichen Glückwunsch, Christine.

Herzlichen Glückwunsch, Christine.

Ich wünsche viel Spaß mit den Klebe-Tatoos und an Gedichten überhaupt. Herzlichen Dank an alle, die was eingeschickt haben – also neben den beiden hier auch Michalea und Birgit 🙂