Gedicht zum Tag: Der Stern von Wilhelm Busch

Der Stern
Hätt’ einer auch fast mehr Verstand Zemanta Related Posts Thumbnail

als wie die drei Weisen aus Morgenland

und ließe sich dünken, er wäre wohl nie

dem Sternlein nachgereist, wie sie;

dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest

seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,

fällt auch auf sein verständig Gesicht,

er mag es merken oder nicht,

ein freundlicher Strahl

des Wundersterns von dazumal.

Wilhelm Busch

Frohes Fest

Liebe Leselustige,

nun geht es also an Weihnachten – mögen Ihre Wunschbücher für Sie und Ihre Lieben unterm Baum liegen.

Das scheinen schön dicke Bücher zu sein, oder? Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Das scheinen schön dicke Bücher zu sein, oder? Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Ich wünsche Ihnen allen ein fröhliches Fest.

Ihre Heike Baller

Gedicht zum Tag: Advent von Rainer Maria Rilke

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde Zemanta Related Posts Thumbnail
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus: den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke

Blogwichtelbeitrag von Tanja Finke-Schürmann zum Thema “Leselust”

Die Fragologin Tanja Finke-Schürmann, für die ich letztes Jahr – von Profi-Wissen aus – wichteln Blogwichtelbutton durfte, ist 2013 nun der Kölner Leselust zugelost worden: In unserem Netzwerk Texttreff gibt es das sogenannte “Blogwichteln” nun schon im dritten Jahr.

Tanja Finke-Schürmann, die Fragoogin mit einer Vorliebe für Jane Austen

Tanja Finke-Schürmann, die Fragologin mit einer Vorliebe für Jane Austen

Nun freue ich mich sehr, dass die Fragologin hier Antworten darauf gibt, warum ihr Lieblingsbuch – das auch eines meiner liebsten ist – eben genau das ist:

Leselust mit Lieblingsbuch

Wie schön – ich bin zu Besuch hier in Heike Ballers Leselust. Das Wort sagt mir natürlich sofort etwas. Dann erinnere ich mich daran, wie ich als Kind mit Buch vor der Nase hinter Mutters Einkaufswagen herstolperte, weil wir direkt vorher in der Bücherei neues Futter ausgeliehen hatten. Mit einem Buch ist man manchmal einfach weg. In anderen Leben, in spannenden Abenteuern und in fremden Ländern. Warum das Lust bereitet, ist mir auf Anhieb klar, denn ich bin ein neugieriger Mensch und kann nicht genug von der Welt bekommen.

PrideAndPrejudiceTitlePage

Titelblatt der Originalausfgabe von “Pride and Prejudice”

Aber warum gibt es diese Sorte Bücher, die ich in all den Jahren IMMER WIEDER gelesen habe? So oft, dass ich es gar nicht mehr zählen kann! Ich weiß doch genau, was darin steht. Als Fragologin möchte ich dieser Frage auf den Grund gehen. Systematisch und natürlich am Beispiel meines Lieblingswerkes. Übrigens bin ich mit meinem Favoriten nicht alleine. Schon gar nicht unter Frauen. Es geht um „Stolz und Vorurteil“ bzw. „Pride and Prejudice“ von Jane Austen. Es wurde 2003 in Großbritannien sogar als beliebtestes Buch nach „Herr der Ringe“ gewählt.

Trotzdem möchte ich nicht analysieren, warum so viele Menschen das Buch mögen (das haben andere schon versucht). Sondern ich möchte herausfinden, warum ICH dieses Buch so mag. Ich versuche es. Möglichst kurz, auch wenn das für echte Fans wirklich schwierig ist. Aber ich fürchte, das wird hier sehr persönlich.

Elisabeth Bennet (Die Hauptfigur)

Jane Austen hielt ihre Hauptfigur selbst für “as delightful a creature as ever appeared in print.” (übliche Übersetzung: „das entzückendste Geschöpf, das jemals in Druck erschienen ist.“). Tatsächlich mochte ich Lizzy vom ersten Tag an sehr. Sie ist mir in den letzten 30 Jahren eine gute Freundin geworden. Sie beobachtet die Menschen um sie herum sehr genau und interessiert sich vor allem dafür, warum sie das tun, was sie tun. Elisabeth Bennet ist warmherzig, klug und verantwortungsvoll. In Gesprächen spielt sie selbstbewusst mit Wortwitz und gewagten Kommentaren am Rande der Schicklichkeit. Wenn ich genau überlege, habe ich mich noch niemals mit einer Romanfigur so gut identifizieren können. Ich hätte alles ganz genau so gemacht und gesagt wie sie. Alle Fehler. Alle Entschuldigungen. Alle Gespräche. Damals. Vor 200 Jahren. Ich mag das an Lizzy, was ich auch an mir mag. Ist das nicht ein herrlicher Grund, es immer wieder zu lesen?

Fitzwiliam Darcy (Der Mann, der sie am Ende bekommt)

Mr. Darcy ist kein Held, in den man sich sofort verliebt. Er gehört nicht zu denen, auf die man hereinfällt, weil sie so einen Charme versprühen. Aber er ist exakt der Mann, den man heiraten sollte, falls man ihm irgendwo begegnet. Natürlich ist er furchtbar reich, hat ein wunderbares Haus und gute Manieren. Und ja – wir lesen, wie gut, großzügig und liebenswert er zu seiner Schwester, zu seinen Freunden und sogar zu seinem Personal ist. Er ist intelligent und verlässlich, er schreibt schöne Briefe und entschuldigt sich, wenn es nötig ist. Seitdem Colin Firth in der BBC-Verfilmung 1995 mit nassem Hemd aus dem Teich stieg, wissen wir auch, dass er noch andere Vorzüge hat. Aber das Wichtigste ist: Mr. Darcy steht auf kluge Frauen und zieht die geistreichen Gespräche mit Lizzy jedem hübschen Wimpernklimpern vor. Ist dieser herrliche Mann allein nicht ein Grund, das Buch immer wieder zu lesen?

Jane Austen (Autorin)

Sie schrieb vor 200 Jahren unglaubliche und witzige Dialoge, die auch heute noch fast eins zu eins in den Drehbüchern zu den zahlreichen Verfilmungen ihrer Werke übernommen werden. Weil sie nicht nur pointiert, auf den Punkt und große Klasse sind, sondern einfach zeitlos. Jane Austen schrieb über die Motive der Menschen und über ihre Ängste, Wünsche und Gedanken. Ich finde es einfach wunderbar zu sehen, dass diese Menschen damals uns so ähnlich waren, auch wenn ihre täglichen Probleme und Rahmenbedingungen so anders aussahen. Ich liebe gute Dialoge, kluge Ironie und scharfsinnige Beobachtungsgabe. Ist das nicht ein guter Grund, auch alle anderen herrlichen Austen-Bücher immer mal wieder zu lesen?

PS: Falls irgendjemand das Buch aus Versehen noch nicht gelesen hat, kann man das ändern.

Ha, da gibt’s ja für mehr als eine Nase was zu gewinnen!

Ha, da gibt’s ja für mehr als eine Nase was zu gewinnen!

Wer mir unter tafisch@fragologie.de  eine gute Begründung schreibt, warum er „Stolz undVorurteil“ noch nicht gelesen hat, hat eine gute Chance auf den Gewinn eines meiner Verschenkexemplare. Die Begründungen werde ich in der Fragologie veröffentlichen.

O Heiland reiß die Himmel auf – Friedrich von Spees Adventslied

O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf;
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

Bevor ich mich dem Text zuwende und das Lied betrachte, möchte ich ein paar historische und sonstige Informationen dazu loswerden: Zemanta Related Posts Thumbnail

Das Lied ist im 17. Jahrhundert zuerst anonym erschienen in einer Sammlung mit 26 anderen Liedern, die alle Friedrich von Spee zugeschrieben wurden. Es handelte sich um eine Art „gesungenen Katechismus“. Diesem Lied „O Heiland reiß die Himmel auf“ war die Erklärung vorangestellt „Wie sehr die heiligen Propheten und Patriarchen Christus ersehnten, was Jesaja davon prophezeit hat und was im Alten Testament an Figuren von ihm abgebildet war“. (Ich habe den sehr barocken umständlichen Text auf eine verständliche Form gekürzt …) (Quelle: Geistliches Wunderhorn. Große deutsche Kirchenlieder, hg. v. Hansjakob Becker u.a., C. H. Beck Verlag, München, 2001, ISBN: 3406480942 , S. 181f)

Dieser gesungene Katechismus war ein großer Erfolg. Die Jesuiten, die sich seiner bedienten, waren damit sehr zufrieden. Es ist ja auch heute unbestritten, dass sich gesungene Inhalte besser einprägen – bitten Sie mal jemanden, einen Text auswendig aufzusagen und im Gegenzug dann, ein Lied zu singen …

Frspee

Zeitgenössisches Portät von Friedrich von Spee

Friedrich von Spee war ein ganz besonderer Zeitgenosse. Er war Jesuit und war während der Hexenprozesse im Rhein-Main-Gebiet tätig, wo es sehr viele Hexenprozesse gab. Entgegen der damals landläufigen Meinung gelangte er zu der Überzeugung, dass Folter kein geeignetes Mittel zur Wahrheitsfindung sei und schrieb die Cautio Criminalis – ein Buch, in dem er sowohl gegen die Folter als auch gegen den Hexenglauben allgemein sprach. Eine gefährliche Sache – ihm drohte zumindest der Ausschluss aus dem Orden.

Ansonsten war er auch noch Lyriker und geistlicher Schriftsteller – so sind einige seiner Lieder immer noch im Gebrauch – eben auch „O Heiland reiß die Himmel auf“.

Nun also endlich zum Lied selber.

Ist Ihnen aufgefallen, wie energiegeladen die erste Strophe daherkommt? Dreimal haben wir die Aufforderung „reiß“ – die Himmel sollen aufgerissen werden, Tor und Tür ebenso, Schloss und Riegel gar abgerissen. Das ist ja fast gewalttätig. Weiterlesen

Ein Weihnachtsgeschenk für Walter von Barbara Wersba

Trotz des Begriffs “Leseratte” ist Lesen unter Ratten keine gewöhnliche Fähigkeit. Anders bei Walter, dem Protagonisten dieser Geschichte: Er kam mit dieser Fähigkeit zur Welt und benannte sich selbst nach dem Autor Walter Scott – denn dessen Werke waren in Leder gebunden, als er sie auf der Müllhalde fand, also offensichtlich “was Besseres”. Das Leder fraß er, die Geschichten las er. Zemanta Related Posts Thumbnail

Nun ist er bei Amanda Pomeroy eingezogen, die allein mit vielen Büchern lebt. EIne Misanthropin, die selbst Kinderbücher über einen Mäuserich schreibt. Im Großen und Ganzen, ein tolles Zuhause für eine, nun ja: Leseratte. Walter fühlt sich wohl. Was ihn ärgert: Dass der Held ihrer Bücher eine Maus ist. Dabei sind Ratten einfach großartiger – anpassungsfähiger, wendiger, geschickter. Darüber will er mit ihr reden. Den nun folgenden schriftlichen Austausch der beiden muss man tatsächlich selber lesen – so nett.

Barabara Wersba hat eine hübsche weihnachtliche Geschichte geschreiben, die von Donna Diamond mit passenden Illustrationen versehen wurde. Eine ansprechende Geschichte über Bücher – mit weiterführenden Lesetipps 😉

Barbara Wersba. Eine Weihnachtsgeschichte für Walter, deutsch von Barbara Küper, Tulipan Verlag, Berlin 2007, ISBN: 9783939944065

Dezember Gedichte aus dem Reclam-Verlag

So kann es im Dezember aussehen - im Buch finden Sie ein Gedicht passend zu diesem Bild. Foto: Wolfgang Dirscherl/pixelio.de

So kann es im Dezember aussehen – im Buch finden Sie ein Gedicht passend zu diesem Bild. Foto: Wolfgang Dirscherl/pixelio.de

Nicht alle Gedichte, die sich mit dem Dezember beschäftigen, sind Weihnachtsgedichte – das zeigt die hübsche kleine Sammlung, die es beim Reclam-Verlag gibt (und die letzte Woche bei mir zu gewinnen war):

Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell haben Gedichte für sechs verschiedene Kategorien ausgewählt:

  •   Erwartungsvoller Auftakt samt Nikolaus
  •   Schneefall im Advent
  •   Traurig-schöne Dezembertage
  •   Christnacht – damals und heute
  •   Weihnachtsfeiern vielerorts
  •   Das Jahr klingt aus

Ich habe  ja nicht behauptet, dass Weihnachten gar nicht vorkäme … Zemanta Related Posts Thumbnail

Stimmungsvolle, sarkastische und sozialkritische Gedichte aus zwei Jahrhunderten sind hier versammelt (obwohl einige der Autoren noch im 18. Jahrhundert geboren wurden, haben sie doch im 19. geschrieben) – die Aufteilung ist im Grunde halbe-halbe. Neben den “Klassikern” finden sich auch ungewöhnliche Gedichte – da findet sich für manche Gelegeneheit was passendes.

Das kleine Büchlein ist aus der Reihe von Monatsgedichten, die Reclam gerade herausgibt – das zu meinem Geburtstag passende Bändchen ist noch nicht erschienen. Aber ab Ende März 2014 sind dann alle erhältllich. Die beiden Herausgeberinnen Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell betreuen alle 12 Bände – nach der Dezember-Auswahl zu schließen, wird es da einiges zu entdecken geben. Ein hübsches Projekt.

Evelyne Polt-Heinzl; Christine Schmidjell (Hg.): Dezember. Gedichte, Reclam Verlag, Stuttgart 2013, ISBN: 9783150191224

Die Feuerreiter seiner Majestät von Naomi Novik

Hierbei handelt es sich um eine Reihe pseudo-historischer Jugendbücher, die zur Zeit der Kriege gegen Napoleon spielen. Naomi Novik mixt historische Realität und Fantasy sehr gekonnt ineinander. Erzählt wird in mehreren Teilen die Geschichte des – bis dahin – Seekapitäns Will Laurence, der an Bord einer gekaperten französischen Fregatte ein Drachenei findet. Da der Drache bei ihm an Bord schlüpft und sich von ihm das Geschirr anlegen lässt, ist es mit der Seekarriere bald zu Ende. Bild zu Jugendbücher von Heike Baller

Im Laufe der Fahrten und Flüge der beiden Protagonisten entdeckt der Leser die geheimgehaltene Streitkraft der “Feuerreiter seiner Majestät” kennen – ein Batallion unterschiedlicher Drachen, die im Dienst des englischen Königs an Kriegshandlungen teilnehmen. Weiterlesen

Unsichtbares Bücherregal

Durch eine völlig andere Geschichte habe ich diese nette Idee zu einem unsichtbaren Bücherregal für handwerklich geschicktere Leute als ich es bin gefunden:

Ein dickeres Buch, das nicht mehr gelesen werden wird, kann so präpariert werden, dass es als Unterbau eines Bücherstapels dient, der dann scheinbar ohne Stütze an der Wand hängt. Das ist die eine Version. Andere, weniger bücherverbrauchende gibt es auch.

Schwenbend macht dieser Stapel gleich noch mal einen anderen Eindruck. Foto: Wilhelmine Wulff/pixeio.de

An der Wand schwebend macht dieser Stapel gleich noch mal einen anderen Eindruck. Foto: Wilhelmine Wulff/pixeio.de

Das hat mir gut gefallen. Verschiedene DIY-Seiten haben eine Anleitung ins Netz gestellt; inwzischen gibt es das natürlich auch in komerziell …

Viel Spaß beim Schrauben – egal ob gekauft oder selbst gemacht 😉