Die Herrin der Kathedrale von Claudia und Nadja Beinert

Uta von Naumburg gilt als schönste Frau des Mittelalters. Ihre Skulptur am Naumburger Dom ist weltberühmt. Über ihr Leben gibt es allerdigns nur wenig Gesichertes. Auch die Rezeptionsgeschichte ihrer Figur im Dom war nicht geradlinig: Als eine von 12 Stifterfiguren im Westchor des Doms war sie jahrhundertelang quasi unsichtbar – sie entprach nicht dem an der Antike geschulten Schönheitsideal. Das änderte sich erst, als es Photos von ihr gab – als isolierte Gestalt, was sie ja nun nie war. (Genaueres zur Genese von Uta als Stilikone können Sie in diesem ZEIT-Artikel nachlesen – hier geht es jetzt um den aktuelle Roman) Zemanta Related Posts Thumbnail

Die Schwestern Claudia und Nadja Beinert haben nun die wenigen Fakten zu Uta genommen und eine Geschichte darum gesponnen, die kaum einen Leserinnenwunsch offen lässt: Weiterlesen

Adventskalender zum Thema Bücher – bei Profi-Wissen

Sie mögen Zitate von Autorinnen über Bücher? Bitte sehr:

Ab 1.12.2013 gibt es auf meinem Nachbarblog jeden Morgen einen kurzen Satz aus diesem Bereich. Das ist der Adventskalender, wie ich ihn dort schon seit einigen Jahren anbiete. Sie können dort auch in den alten Ausgaben stöbern – einfach mit dem Suchbegriff “Adventskalender”.

Und das ist dort Ihr Begleiter – so eine Art Buchhalter 😉 :

Der Adventsbegleiter von Profi-Wissen

Der Adventsbegleiter 2013 von Profi-Wissen

Das Gedichtband

Zemanta Related Posts ThumbnailNein, das da oben ist kein Tippfehler. Auch wenn das Produkt in Buchform daherkommt, handelt es sich um – ein Geschenkband. Bedruckt mit Lyrikzeilen von Goethe, Gernhardt oder Heine wird es eben zum Gedichtband. Aus Satin verhilft es jedem Geschenk zu einem glänzenden Auftritt. Und macht das Auspacken zu einer spannungssteigernden Angelegenheit – wer erst mal den Text zu Ende lesen will, lässt sich beim verpackten Inhalt mehr Zeit.

Ausgedacht und umgesetzt wurde diese poetische Idee von MeterMorphosen, die nach eigener Werbeaussage das Schenken verändern. Ob ich es wohl schaffe, mich von dem Gedichtband mit dem Text von Rose Ausländer zu trennen? Da muss mir jemand aber schon sehr am Herzen liegen …

Und so sieht das dann aus:

Hach, ja, so wird das Verpacken zum lyrischen Ereignis. Foto: Metermorphosen

Hach, ja, so wird das Verpacken zum lyrischen Ereignis. Foto: Metermorphosen

Und wer meint, der Name Usteri sage ihm oder ihr nun so gar nix: Das kennen Sie sicher – als Volkslied 😉

Paul Gerhardt – Sonmmergesang

Andrea Juchem von Bachmichels Haus hat eine Blogparade ins Leben gerufen, die mich reizt – auch wenn es auf ersten Blick so aussieht, dass ich mit “meinem” Lied da nichts zu suchen habe. Zum Glück rückt sie aber im eigentlichen Text von der Vorgabe “Altes Gotteslob” ab und so haben Lied 503 und ich doch die Möglichkeit, uns zu präsentieren. Zemanta Related Posts Thumbnail

Lied 503 im evangelischen Gesangbuch ist eins der Lieder, deren erste Zeile fast jeder deutschsprachige Mensch kennt “Geh aus mein Herz und suche Freud” – der “Sommergesang” von Paul Gerhardt. Und dazu gibt es bei mir folgende Gedanken, die den Gebrauch in unseren – evangelischen – Gottesdiensten im Blick haben:

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

Der Dichter, Paul Gerhardt,  ist außerhalb kirchlicher Kreise und teils auch in ihnen weniger bekannt, aber das wäre auch durchaus in seinem Sinne.

Er wollte Andacht ermöglichen – und Menschen vieler Generationen haben sich seine Texte zu eigen gemacht, so dass sie in allen Lebenssituationen darin Trost oder Unterstützung oder auch Worte des Dankes und Lobes finden konnten. Dazu hat er hier nun 15 Strophen gedichtet. In Gottesdiensten werden davon i.d.R. nur einige gesungen. Aber Paul Gerhardt hat sich ja was dabei gedacht, als er einen so langen Text schrieb. Weiterlesen

Blogwichteln 2013 mit dem Texttreff

Wer mein Blog bei Profi-Wissen kennt, weiß, dass ich in den letzten Jahren mit Gastbeiträgen beschenkt wurde – in meinem Lieblingsnetzwerk Texttreff gibt es in der Advents- und Weihnachtszeit ein Blogwichteln. Das heißt, dass jeder Frau für jedes ihrer Blogs ein anderes Blog zugelost wird, für das sie dann einen Gastbeitrag schreiben darf. EIne spannenden Sache für beide Seiten: Die eine muss sich in ein ungewohntes Thema einarbeiten, die andere bekommt einen Beitrag, der ggfs. eine andere Sicht präsentiert oder einen unbekannten Aspekt. Und dieses Jahr gibt es Blogwichteln also auch für die Leselust! Blogwichtelbutton

Am 2.12. werde ich wissen, wer für mich schreiben wird und für wen ich schreiben darf.

Ich freu mich auf beides sehr!

Gedicht zum Tag: Regen von Gustav Falke

Regentag

Der Regen fällt. In den Tropfentanz Zemanta Related Posts Thumbnail
Starr ich hinaus, versunken ganz
In allerlei trübe Gedanken. Mir ist,
Als hätt’ es geregnet zu jeder Frist,
Und alles, so lange ich denken kann,
Trüb, grau und nass in einander rann,
Als hätte es nie eine Sonne gegeben,
Als wäre nur immer das ganze Leben,
Die Jahre, die Tage, die Stunden all,
Ein trüber, hastiger Tropfenfall.

Gustav Falke

Menschen im Hotel von Vicki Baum

125 Jahre wäre Vicki Baum dieses Jahr geworden – Anlass für mich, ihren erfolgreichsten Roman mal wieder in die Hand zu nehmen (und in die Hand nehmen zu lassen – alle meine Literaturkreise haben sich auch damit befasst). Zemanta Related Posts Thumbnail

Ist Ihnen klar, dass Vicki Baum mit diesem Werk eine neue Gattung erschaffen hat? Den Hotel-Roman nämlich. Weiterlesen

Wir Opfer von Kirstin Breitenfellner

Welche Opfer hat Ihnen Ihre Tageszeitung denn heute zum Frühstück serviert? Verkehrsopfer? Opfer einer Naturkatastrophe? Auf den Philipinen? Vielleicht auch mal eine Nachhakgeschichte zu den Katastrophen auf Hawaii oder in L’Aquila? Oder ein Opfer der stärker um sich greifenden Kriminalität in den Städten oder auf  dem Land? Opfer in einem der gerade aktuellen Kriege?

Wahrscheinlich einige aus dieser Liste. Weiterlesen

Astrid Lindgren von Birgit Dankert

Morgen ist Astrid Lindgrens Geburtstag – der 106. Im September erschien eine neue Biographie über die beliebteste Kinderbuch-Autorin aller Zeiten. Warum das? Wissen wir nicht eh’ schon alles über die Entstehung von Pippi Langstrumpf, den elterlichen Hof in Näs?

Wir wissen viel, meint Birgit Dankert, aber nicht viel über die Hintergründe. Die Hintergründe des Schreibens von Astrid Lindgtrens, manche Hintergründe in ihrem Leben. Ihre Biographie folgt dem Lebenslauf der Autorin, bezieht aber immer wieder das Schreiben mit ein – reflektiert Figuren und ihre Funktionen, weist auf Stilisierungen hin. Weiterlesen

Berufsziel römischer Kaiser von Stephan Berry

Was brauchts, um als römischer Kaiser zu reüssieren? Stepahn Berry hat einen amüsanten Bewerbungsratgeber geschrieben, der keine Fragen offen lässt: Garderobe, Fremdsprachen, Herkunft, soft skills, die Erwartungen der Arbeitgeber – Senat und Volk von Rom – und noch einige Aspekte mehr werden in heiterer Ratgebersprache erörtert. Bevorzugt, indem Stepahn Berry auf die Vorgänger im Amt verweist. Und schwupps hat man nach wirklich unterhaltsamer Lektüre einen Überblick über die römische Kaiserzeit gewonnen.

Das Buch beginnt mit einer klassichen Stellenanzeige, wie Sie sie Tag für Tag in Ihrer Tageszeitung sehen. Der erste Satz allerdings stimmt bedenklich: “Die Stelle ist nach dem gewltsamen Tod des bisherigen Amtsinhabers vakant geworden.” Auch die Rücksendung der Unterlagen ist berücksichtigt – nur wenn das Porto zu Ihren Kosten geht; abgesehen davon ist in der Winterpause der gesamte Schiffsverkehr auf dem Mittelmeer lahmgelegt – da gibt es keine Unterlagen zurück. Das mit den langen Wegen gehört dann auch in Kapitel 3 “Der optimale Führungsstil: Delegieren ist alles?” – wenn Memos mehrere Wochen bis Monate unterwegs sind, ist ein Laissez-faire-Stil angesagt. Hobbys sind ein heikles Thema: Ihre Vorlieben als römischer Kaiser sind nie “rein privat” – außer Sie frönen ihnen hinter wohl verschlossenen Türen. Kaiser, die sich als Gladiatoren oder Künstler der Öffentlichkeit stellten, werden von Stephan Berry als warnende Beispiele genannt – kein Wunder, wenn Sie die Namen lesen: Nero, Caligula, Caracalla. Eindringliches Fazit: “Ein Kaiser produziert sich nicht in der Öffentlichkeit.” (S. 108) Zemanta Related Posts Thumbnail

Bewerbungen sind auf Pergament oder Papyrus einzureichen – Kupfer und Marmor verbieten sich als zu kostspielig, Kupferplättchen und Tonscherben als zu schäbig. Als “Bildmaterial” wird eine Statue empfohlen – bitte bei einem Künstler seines Fachs in Auftrag gegeben, also in Rom, Rhodos oder Athen. Und nie, nie, nie eine Nacktstatue. Nicht wegen der Prüderie der potentiellen Arbeitgeber, sondern wegen der Hybris: Nackt werden Götter , Halbgötter und Heroen dargestellt. Das erläutert Stephan Berry im Kapitel 5 ” Der Dresscode: Mit kurzen Hosen ins Büro?”.

Unter der Überschrift “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” erfahren Sie etwas über die rechtliche Stellung der Frau, die als Normalbürgerin durchaus einen eigenen Beruf ausüben kann, als Kaiserin eher nicht, außer sie verwaltet ihre landwirtschaftlichen Güter. Die Themenpalette ist breit und umfasst dabei auch einen längeren Zeitraum – von Augustus bis Konstantin; die Rückbezüge auf die Zeit der Republik vermitteln aber eben auch Kenntnisse über diese Zeit.

Ich finde, Stephan Barry ist da ein sehr unterhaltsames und informatives Buch gelungen. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen. Sein Literaturverzeichnis am Ende ist informativ, die Tabellen über Kaiser und Gegenkaiser wirklich klasse – da hat jemand mit fundierten Kenntnissen etwas gut Lesbares geschaffen.

Stephan Berry: Berufsziel römischer Kaiser. Ausbildung, Bewerbung, Karriere, Philipp von Zabern Verlag, Darmstadt 2013, ISBN: 9783805345545, als E-Book (PDF): 9783805347068, als E-Book (epub): 9783805347075