Afrikanische Büchertauschregale – eine Reise mit Birte Mirbach Teil 3

Afrikanische Büchertauschregale – eine Reise mit Birte Mirbach Teil 3

Meine Netzwerk-Kollegin Birte Mirbach reist gern – vor allem gern nach Afrika. Als „gemeine Leseratte“ ist sie dabei auf Lesenachschub angewiesen; wie gut , dass es auch dort Büchertauschregale gibt. Sie hat sie für die Leselust dokumentiert. Bitte sehr:

Tansania – eine Reise in Bücherregalen

Arusha – eine Buchhandlung als letzte Station

Es gibt Momente, da reichen Büchertauschregale nicht aus. Nämlich genau dann, wenn man einheimische Autoren im Sinn hat. Zurück in Arusha geht es deshalb noch in die Buchhandlung. Die Straße runter soll es einen kleinen Buchladen geben mit dem ich anfangen will, und es findet sich natürlich sofort jemand, der mir Mzungu ungefragt nicht nur die Buchhandlung, sondern auch alles mögliche andere an Geschäften zeigen will. Sagte ich schon, dass der letzte Platz in meinem Koffer für Lektüre reserviert ist? Er zeigt mir tatsächlich einen Bücherstand auf der Straße, nach gebrauchten amerikanischen Bestsellerautoren steht mir aber nicht der Sinn. Ich will einheimische Autoren kennen lernen! Also (nachdem ich meinen Begleiter wieder losgeworden bin) zurück zur Post, wo ich schräg gegenüber eine große Buchhandlung gesehen habe. Prompt stehe ich vor dem nächsten Problem: Ich sehe massenhaft englischsprachige Schul- und Sachbücher oder Literatur in Suaheli, aber keine englischsprachige Literatur. Ich bin aber auf englische Titel angewiesen, für Literatur reichen meine Suahelikenntnisse definitiv noch nicht aus. Vielleicht hätte ich vorher daran denken sollen, dass einheimische Autoren vielleicht lieber auf Suaheli, Kikerewe oder einer der anderen 128 in Tansania verbreiteten Sprachen schreiben… Also mache ich das, was ich auch in Deutschland machen würde: Ich sehe mich nach einer Buchhändlerin um.

Ihr Kollege führt mich zielstrebig zu einem etwas versteckten Regal und sucht mir einige Titel heraus. Na bitte, es gibt doch einheimische Literatur auf Englisch. Auffällig ist nur, dass alle Bücher vorne auf der ersten Seite ein Zertifikat des Schulministeriums haben:

So wird Literatur stilecht transportiert - die Tüte gefällt mir. Foto: Birte Mirbach
So wird Literatur stilecht transportiert – die Tüte gefällt mir. Foto: Birte Mirbach

Zugelassen für den Unterricht der Stufe XYZ – ich bin in der Ecke mit der englischsprachigen Schullektüre gelandet. Frei von Druckfehlern sind sie deshalb aber noch lange nicht. Nein, ich bin im Urlaub, ich zücke jetzt KEINEN Rotstift …

Eine Sache vermisse ich am Ende meiner Reise aber bitterlich: Ein Büchertauschregal am Kilimanjaro International Airport, falls sich der Flug mal wieder um Stunden nach hinten verschiebt und ich bis morgens um halb fünf dort herumhocken muss, wenn nicht mal mehr der Zoll noch wach ist. Ohne Essen und Bett kommt die Gemeine Bücherratte ja eine Weile aus, nicht aber ohne Lektüre.

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